Kauf eines Filmscanners, Tipps & Kaufkriterien
Als ich im Jahre 2000 meinen ersten Diascanner kaufte, gab es weniger als eine Hand voll Modelle auf dem Markt und die Auswahl fiel nicht allzu schwer. Dennoch war ich erst mit meinem zweiten Modell zufrieden, da ich mich beim Kauf des ersten Diascanners zu sehr von den Daten auf dem Papier und vom Preis blenden ließ und nicht in der Lage war, die Herstellerangaben kritisch zu beurteilen.
Heute gibt es ein breiteres Angebot auf dem Markt; man benötigt schon über zwei Hände, um sämtliche Modelle aufzuzählen. Dennoch ist das Angebot immer noch sehr gering im Vergleich zu anderem Computerzubehör, wo sich zum Teil Hunderte von Modellen auf dem Markt befinden. Der Markt der Filmscanner ist ein Nischenmarkt und vor allem kein zukunftsträchtiger Markt. Für die großen Elektronik- und Fotohersteller lohnt es sich nicht, immensen Forschungsaufwand in Film-Scanner zu stecken, da sich dieser Markt in den nächsten Jahrzehnten von selbst auflösen wird. Schon heute wächst eine Generation von jungen Leuten heran, die ihre ersten Fotos bereits digital machen und das Gebiet der analogen Fotografie selbst gar nicht mehr aktiv erleben.
Unsere Filmscanner-Tests
Seit dem Jahr 2000 haben wir mit über 30 verschiedenen Dia-Scanner-Modellen gearbeitet und viel Erfahrung mit den Geräten gewonnen. Auf den folgenden Seiten haben wir all diese Geräte ausführlich beschrieben und getestet. In unseren Erfahrungsberichten legen wir besonders viel Wert darauf, wie sich die Geräte im Alltag bewähren.
Von den Datenblättern der Hersteller lassen wir uns inzwischen nicht mehr blenden. Ich will nicht sagen, dass sie wertlos sind, aber es sind keine reinen Informationsblätter sondern vor allem auch Marketing-Blätter! So hört sich zum Beispiel eine Auflösung von 7200 dpi gegenüber 4000 dpi wie ein riesiger Klassenunterschied an. Jedoch wirkt sich diese Differenz nur dann positiv aus, wenn die Optik und Mechanik des Scanners entsprechend besser sind. So manches 7200 dpi Gerät bringt letztendlich eine geringere Auflösung ins Bild als ein echtes 4000 dpi Gerät, wie meine Messungen (leider) immer wieder zeigen. Auch garantiert eine größere Farbtiefe noch lange keine brillianteren Bilder, wenn der tatsächliche Dynamikumfang nicht entsprechend groß ist.
Meine Erfahrungsberichte basieren alle auf dem Ziel der Archivierung, d.h. jedes Foto wird ein einziges Mal gescannt, damit es in digitaler Form vorliegt. Das so erzeugte Digitalbild sollte der Originalqualität entsprechen und möglichst alle Informationen aus dem Film herausholen. Aus diesem Grunde liegen meine günstigsten Film-Scanner in der 200 € Klasse. Es gibt zwar günstigere Geräte auf dem Markt, mit denen man seine Fotos auch irgendwie in den Rechner bringen kann, allerdings erhält man dann Scans, bei denen schnell das Gewissen aufkommt, dass man die Bilder irgendwann noch einmal richtig scannen muss. Und das muss meiner Meinung nach nicht sein.
Auf dieser Seite gehe ich bei den wichtigsten Kaufkriterien ins Detail. Ausführliche Testberichte zu einzelnen Filmscannern sind über das Hauptmenü links erreichbar.
Was für Geräte sind empfehlenswert?
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, ein Dia oder ein Negativ zu scannen. Die billigste Art ist es, wenn man einen normalen Flachbettscanner mit Dia-Aufsatz kauft. Da ein Flachbettscanner heutzutage zur Standardausrüstung eines privaten Computer-Arbeitsplatzes gehört, ist der Aufpreis von ca. 100 € für einen Durchlichtaufsatz eine sehr günstige Art, Filmmaterial direkt einzuscannen. Viele moderne Flachbettscanner haben eine Durchlichteinheit bereits integriert, entsprechende Schablonen für unterschiedliche Filmformate gehören dann zum Standard-Lieferumfang.
Jeder, der diese Variante wählt, ist zunächst begeistert, wenn er seine Urlaubsfotos in hoher Auflösung am Bildschirm sieht. Nach einigen Scans kommt jedoch die große Ernüchterung: die Qualität und Auflösung kann einem richtigen Dia oder Fotoabdruck bei weitem nicht standhalten. Dieses Verfahren ist eher eine Notlösung für jemanden, der gelegentlich ein Dia oder ein Negativ scannen will um es am Bildschirm zu sehen, nicht jedoch um seine hochwertige Fotosammlung zu digitalisieren.
Flachbettscanner mit Durchlichteinheit haben zwei entscheidende Nachteile gegenüber guten Filmscannern: Der Dynamikumfang ist zu gering, die tatsächliche Auflösung ist zu niedrig, und die Glasplatten verschlechtern die Bildqualität, z.B. durch Newton-Ringe. Die Hauptanwendung von Flachbettscannern sind nunmal Scans von Auflichtvorlagen (Papier, Foto etc.); diese verlangen einen weitaus niedrigeren Dynamikumfang als Filmmaterial; die Folge sind zu wenig Nuancen in den Schatten und Lichtern. Gemein ist den Flachbettscannern auch die niedrige gemessene Auflösung; Flachbettscanner mit Durchlichteinheit trumpfen zwar zum Teil mit astronomischen Auflösungen auf, in der Praxis bringen die Geräte jedoch weniger als 2000 dpi, liefern also nicht einmal 5 Megapixel, was heutzutage jede gute Digitalkamera schon bringt. Nachteilig gegenüber Filmscannern sind auch die Glasplatten, auf die das Filmmaterial gelegt wird: Glas verschluckt einen Teil des Lichtes, und Interferenzmuster und Newton-Ringe machen so manchen Scan völlig unbrauchbar.
Ich habe schon von anderen verrückten Verfahren gehört, wie man Dias oder Negative in den Rechner bringt: Man kann ja von jedem Bild einen DIN A4 großen Abzug machen und es mit einem hoch auflösenden Flachbettscanner wieder einscannen. Das ist dann ungefähr so, wie wenn man eine Schallplatte auf eine Musikkasette spielt und diese dann in den Rechner einliest, um eine CD zu brennen. Die Qualitätsverluste sind verheerend. Ein anderer Kollege versuchte gar Dias an die Wand zu projizieren um daraus ein Bild mit der Digitalkamera zu machen. Es gab schöne dunkle Bilder in vernichtender Qualität. Auch Konstruktionen bestehend aus Diaprojektor und Digitalkamera sind auf dem Markt erhältlich: Die Vorbereitungszeit für den Aufbau ist erheblich, und auf qualitätssteigernde Maßnahmen wie eine automatische Staub- und Kratzerkorrektur muss man natürlich verzichten.
Flachbildscanner mit Diaaufsatz, Scannen von Fotoabzügen oder Digitales Fotografieren von projizierten Dias liefern digitalisierte Bilder von schlechter Qualität. Für eine einmalige Aktion genügen solche Verfahren, für die Archivierung und Digitalisierung einer hochwertigen Fotosammlung kommen sie jedoch nicht in Frage.
Für die Digitalisierung seiner Dias und Negative sollte man also einen richtigen Filmscanner verwenden, der das Maximum an Qualität aus seinem Fotomaterial herausholt. Ich vertrete den Standpunkt, dass man ein Dia einmal richtig digitalisiert und dann nie wieder. Wenn man bei diesem einen Mal die bestmögliche Qualität herausholt, gibt es auch keinen Anlass, dasselbe Dia ein zweites Mal zu scannen.
Was bedeutet maximale Qualität beim Scannen eines Dias? Holt der Scanner die maximale Information aus der Vorlage heraus und speichert diese digital ab, so kann man von einem perfekten Scan sprechen. Unter maximaler Qualität verstehe ich naturgetreue, echte Farben und eine Auflösung, die der des Filmmaterials entspricht.
Was bietet der Markt?
Auf dem Markt gibt es Filmscanner für den Heimgebrauch in der Preisklasse zwischen 200 € und 2.500 €. Zwischen dem günstigsten Modell und dem teuersten Modell liegt also ein preislicher Faktor von ca. 10. Da sich die Unterschiede in der Bildqualität, Handhabung und Ausstattung auch in dieser Größenordnung abspielen, versuche ich gar nicht erst, die Filmscanner direkt miteinander zu vergleichen.
Der Markt der Filmscanner ist nicht vergleichbar mit anderen Märkten wie z.B. dem Automobilmarkt, wo man 10 Modelle in der Golf-Klasse oder 5 Modelle im Premium-Segment direkt miteinander vergleichen kann. Vielmehr bietet der Film-Scanner-Markt in mehreren Preisklassen wenige Modelle an, die mehr oder weniger indirekt miteinander konkurrieren. Viele Geräte sind gar nicht miteinander vergleichbar, da sie für ganz unterschiedliche Zwecke gebaut und verkauft werden. Beispiel: Ein Reflecta DigitDia 5000 scannt ein ganzes Diamagazin im Stapelbetrieb automatisch ein, scheitert jedoch an einem herkömmlichen Negativstreifen mit 4 Bildern. Wie soll man so ein Gerät mit einem Nikon Coolscan 5 vergleichen, bei dem man immer nur ein einzelnes Dia einlegen, dafür aber einen ganzen Filmstreifen im Stapelbetrieb digitalisieren kann?
Meine Testberichte haben also nicht das Ziel, einen Testsieger zu ermitteln, sondern dem Leser eine Unterstützung bei der Kaufentscheidung zu geben.
Das Wichtigste beim Kauf eines Diascanners ist es, herauszufinden, wie die genaue Anwendung aussieht und welche Geräte-Eigenschaften für einen wichtig sind.
Man kann sich die Kaufentscheidung auch nicht leicht machen, indem man einfach das teuerste Geräte kauft, wenn für einen Geld keine Rolle spielt. Wer zum Beispiel mit dem sündhaft teuren Nikon Super Coolscan 9000 ED APS-Filme oder 5.000 gerahmte Dias scannen möchte, sieht ziemlich alt aus. Nicht besser ergeht es jemandem, der sich einen günstigen Reflecta-Scanner kauft und alte, dicke, glasgerahmte Dias einscannen möchte.
Was ich sagen möchte ist, dass es kein Gerät auf dem Markt gibt, mit dem man sämtliche Anwendungen auf einen Streich erschlagen kann. Jedes Gerät hat irgendwo seine Stärken, und sei es nur im günstigen Anschaffungspreis.
Kriterium Auflösung, Farbtiefe und Dichteumfang
Wer einen PC kauft, wird mit dicken Zahlen wie 3 GHz, 500 Gigabyte Festplatte, 2048 MByte Speicher geködert und oftmals wird auf Basis dieser Daten eine Kaufentscheidung getroffen. Mindestens genauso wichtige Daten wie die Umdrehungsgeschwindigkeit der Festplatte oder die Taktrate des Front Side Busses werden gerne unter den Tisch gekehrt. Viele Digitalkameras mit 5 Megapixeln Auflösung werden "schlechteren" Modellen mit nur 4 Megapixeln vorgezogen, obwohl diese dank besserer Optik und sonstiger Merkmale viel bessere Bilder liefern.
Bei Filmscannern locken die Hersteller natürlich auch mit dicken Zahlen wie 7200 dpi Auflösung oder 48 Bit Farbtiefe. Zu gerne lässt man sich von diesen Zahlen blenden und neigt zu Superlativen. Allerdings sollte man diese Daten kritisch beurteilen und vor allem sich selber fragen, was man überhaupt benötigt.
Wer mit einer hochwertigen Spiegelreflexkamera und hochwertigen Objektiven fotografiert, verschenkt eine Menge, wenn er seine Dias nur mit 2.800 dpi digitalisiert, da sein Filmmaterial genügend Bildpunkte für 4.000 dpi Auflösung liefert. Wer allerdings nur mit 400 ASA-Filmen knipst, braucht sich nicht einmal mit 3.000 dpi beschäftigen. Selbiges gilt für Leute, die 30 Jahre alte Bilder digitalisieren möchten.
Im Rahmen meines Scan-Services habe ich die Erfahrung gewonnen, dass für Fotografen, die mit einfachen Kompaktkameras fotografiert haben, eine effektive Auflösung von 2800 dpi (10 Megapixel Bilder im KB-Format) völlig ausreichend ist. Nur für Fotografen, die hochwertige Spiegelreflexkameras verwendet haben, lohnen sich echte 4000 dpi (20 Megapixel im KB-Format).
Wichtig zu wissen ist jedoch, dass ein Scanner, dessen nominelle Auflösung 4000 dpi beträgt, in der Praxis immer weniger erreicht. Bei hochwertigen Filmscannern liegt die effektive Auflösung 10% unter der nominellen Auflösung; viele preisgünstige Filmscanner erreichen in der Praxis jedoch nicht einmal 50% der Nominalauflösung. Wer also einen Scanner mit 3600 dpi Auflösung kauft, der in der Praxis jedoch nur 1800 dpi erreicht, verschenkt eine Menge Information und erhält aufgeblähte Dateien, die nur groß sind aber nicht die entsprechende Bildinformation enthalten. Aus diesem Grund gebe ich bei meinen Scannertests außer der nominellen Auflösung immer noch die effektive (gemessene) Auflösung an, d.h. diejenige Auflösung, die beim Betrieb wirklich nutzbar ist.
In den letzten Jahren ging der Trend leider immer mehr in Richtung Auflösungs-Superlativen. Preisgünstige Filmscanner werden mit 7200 dpi Maximalauflösung angeboten. In der Praxis werden jedoch oftmals nur 3000 dpi erreicht. Solche gigantischen Nominalauflösungen blenden den unwissenden Käufer, machen ihm jedoch in der Praxis nur Probleme: Denn um wenigstens 3000 dpi zu erhalten, muss mit 7200 dpi gescannt werden. Als Resultat erhält man Bilddateien von über 200 Megabyte im unkomprimierten Format. Bei der Bearbeitung solcher Dateien werrden auch schnelle Rechner langsam und die größten Festplatten schnell voll.
Bei der Farbtiefe und beim Dichteumfang gilt allgemein, dass man bei höheren Werten feinere Farbnuancen erhält. Allerdings haben die von den Herstellern angegebenen Werte mit der Praxis oft sehr wenig zu tun. Bei diesen Leistungsdaten spielt die Qualität des Scanners und die verwendete Optik eine sehr große Rolle. Ein Scanner mit einem Dichteumfang von 4,0 sollte auch die schärzesten Schwarztöne und die hellsten Lichter noch differenzieren können. Aber auch hier unterscheidet sich Theorie und Praxis, in dieser Beziehung unterscheiden sich die teuren Geräte deutlich von den preisgünstigen.
Während früher als Farbtiefe ein echter, zum Teil gemessener Wert, angegeben wurde, wird heutzutage nur noch ein theoretischer Wert angegeben, nämlich derjenige Wert, der sich aus dem A/D-Wandler ergibt, und das sind heute fast immer 48 Bit. Diese Zahl ist also nicht mehr sehr aussagekräftig. Auch beim Dichteumfang wird zum Teil geschummelt: Oft wird nur die Maximaldichte angegeben, oder manchmal wird ein Dichteumfang angegeben, der sich in einem einzelnen Scan gar nicht erreichen lässt sondern nur über Mehrfachscans mit unterschiedlichen Belichtungen.
Kriterium Bildqualität
Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines Filmscanners ist natürlich die Bildqualität, die man bei einem Scan erhält. Aber wie beurteilt man die Bildqualität eines Dia-Scanners? Die Leistungsdaten lassen zwar tendenziell auf die erzielbare Bildqualität schließen, aber Theorie und Praxis unterscheiden sich oft gewaltig.
Es gibt spezielle Testdias, mit denen man die Übertragung der Farben und Farbnuancen in Werte fassen kann. Mit solchen Daten kann jedoch jemand, der "nur" ganz gewöhnliche Urlaubsdias digitalisieren will, wenig anfangen. Auch gibt es Spezialdisziplinen, wo der eine oder andere Scanner seine Stärken oder Schwächen hat, mit denen viele Anwender jedoch wenig anfangen können, z.B. Gegenlichtaufnahmen oder astronomische Nachtaufnahmen.
Die Bildqualität eines Scanners wird von unterschiedlichen Leuten auch subjektiv anders empfunden. Während der eine die dargestellten Farben als unnatürlich empfindet, mag der andere bewusst Farben etwas auffrischen und beurteilt dies als positiv.
Moderne Filmscanner holen mehr aus einem Dia heraus als eigentlich enthalten ist. Bei den teureren Modellen gehört ein automatisches Staub- und Kratzerentfernungsverfahren zur Standard-Ausstattung. Diese Verfahren sind heute so leistungsstark, dass ich vom Kauf eines Filmscanners ohne ein solches Korrekturverfahren gänzlich abrate. Wer vor allem ältere Bilder scannen möchte, sollte auch auf Farbrestaurations- und Filmkornglättungsverfahren wert legen. Auch diese Verfahren sind heutzutage so ausgereift, dass sie alten Bildern wieder zu neuer Frische verhelfen.
Ein Filmscanner sollte unbedingt ein leistungsstarkes Staubkorrekturverfahren haben. Wer vor allem ältere Bilder digitalisieren möchte, sollte auf Farbrestaurierungsverfahren wert legen.
Auf diversen Internet-Seiten wird öfters versucht, die Bildqualität von Scannern mit unterschiedlichen Einstellungen zu vergleichen; dabei wird oft der Unterschied zwischen Scannen und Bildbearbeitung vergessen. Ein Scanner liefert nämlich Rohdaten an die Scan-Software, die dort zu einem Bild verarbeitet werden. Fast jedes Scanprogramm bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten wie moderne Bildbearbeitungsprogramme. Ein Scan mit Standard-Einstellungen in der Scan-Software wird dann oftmals als schlechter bezeichnet als ein bereits korrigierter Scan. Das ist subjektiv zwar nachvollziehbar, aber man erhält das gleiche Ergebnis, wenn man den Originalscan noch in Photoshop nachbearbeitet. Wichtig ist, dass der Scanner so gut arbeitet, dass alle wesentlichen Informationen in der Bilddatei enthalten sind; die Darstellung von Farben, Schatten und Lichtern gehört zur Bildbearbeitung. Schlechte Filmscanner erfassen solche Detailinfos gar nicht erst in der Bilddatei; da hilft dann auch keine Bildbearbeitung weiter.
Kriterium Scan-Geschwindigkeit
In Sachen Geschwindigkeit unterscheiden sich die am Markt befindlichen Geräte erheblich. Der Scan eines Bildes kann sowohl in einer Minute als auch in einer Stunde erledigt sein. Natürlich hängt die Geschwindigkeit nicht alleine vom Gerät ab sondern auch von den Einstellungen. Als Faustregel gilt: Je mehr Einstellungen man in der Scanner-Software durchführt, desto länger dauert der Scan. Scannt man z.B. mit einem automatischen Staub- und Kratzerkorrekturverfahren, so dauert ein Scan mindestens doppelt so lange als ohne. Selbstverständlich dauert auch ein 4-Fach-Scan um ein Vielfaches länger als ein Standard-Scan.
Es macht natürlich einen Unterschied, ob ein einzelner Scan zwei oder fünf Minuten dauert. Aber viel entscheidender ist, was der Scanner alles alleine machen kann, während man sich vom Rechner entfernt. Stichwort: Stapel-Scans.
Wer hin und wieder einen einzelnen Scan durchführen möchte, ärgert sich schon, wenn er statt 2 Minuten 5 Minuten auf das Ergebnis warten muss. Wer jedoch eine größere Sammlung von Dias digitalisieren möchte, ist jedoch mehr daran interessiert, ob der Scanner 50 Bilder auf einmal scannt oder ob jedes einzelne Dia einzeln eingeschoben werden muss. Im ersteren Fall startet man nämlich den Filmscanner und lässt diesen in Ruhe arbeiten. Dann spielt es weniger eine Rolle, ob dieser Vorgang zwei oder drei Stunden dauert. Im zweiten Fall ist man an den Rechner gebunden, während der Scanner arbeitet. Dann spielt es wohl eine Rolle, ob ein Scan zwei oder drei Minuten dauert.
Es ist viel wichtiger, wie viele Bilder ein Filmscanner im Stapelbetrieb verarbeitet, als wie lange genau ein einzelner Scan dauert.
Bei der Beurteilung der Scan-Geschwindigkeit sollte man nicht vergessen, dass auch gewisse Vorarbeiten und Nacharbeiten nicht unerhebliche Mengen an Zeit verschlingen: Zum Beispiel spielt es eine erhebliche Rolle, ob man einen Filmstreifen einfach über einen automatischen Filmstreifeneinzug in den Scanner einführen kann, oder ob man diesen in mechanisch aufwändig konstruierten Filmhaltern exakt positionieren muss. Auch spielt es eine Rolle, ob der Scanner automatisch die einzelnen Bilder auf dem Filmstreifen erkennt, oder ob aufwändige Positionierarbeit in Vorscans durchgeführt werden muss.
Kritik Lärm und Geräusche
Eines haben alle Filmscanner gemeinsam: sie sägen, surren, pfeifen und rattern. Während man beim gelegentlichen Scannen von Filmen diese Geräusche einfach hinnimmt, werden sie beim Verarbeiten größerer Mengen so unerträglich, dass man seine "Scan-Station" unbedingt in einem separaten Zimmer unterbringen muss.
Die Geräte machen unterschiedliche Geräusche. Ich hatte schon Geräte auf dem Schreibtisch stehen, wo man es wirklich mit der Angst zu tun bekam, wenn der Scanner loslegte. So manches Geräusch hört sich danach an, als ob der eingelegte Filmstreifen fachgerecht zershreddert und entsorgt würde.
Wer größere Mengen von Filmen digitalisieren möchte, sollte sich darauf einstellen, dass er während des Scanner-Betriebes nicht an seinem Rechner arbeiten kann/möchte.
Kriterium Stapelscans und Einlegen des Filmmaterials
Ein oft vernachlässigtes Kriterium ist die Handhabung und das Einlegen des Filmmaterials in den Scanner. Bei diesem Vorgang verliert man in der Regel die meiste Zeit und macht unnötige Fingerabdrücke auf sein hochheiliges Filmmaterial.
Jeder Film-Scanner-Hersteller hat sein eigenes Verfahren, wie das Filmmaterial in den Scanner geführt wird. Zumeist werden Filme aller Art in Filmhalter gelegt, die dann in den Scanner geführt werden. Es gibt aber auch Geräte, wo der Filmhalter bereits integriert ist. Filmhalter haben alle ihre Stärken und Tüken. Beim Einlegen von gerahmten Dias endet bei manchem Gerät der Spaß ab einer Rahmendicke von 2 mm. Bei anderen Geräte muss man das Dia auf so komplizierte Weise in den Filmhalter einführen, dass bei jedem fünften Dia ein Griff auf das Positiv garantiert ist. Andere Filmhalter verschleißen nach 1.000 Dias, da die Klammern oder Scharniere brechen.
Bei meinen Testberichten habe ich aus solchen Gründen sehr viel Wert auf die Beschreibung der Filmhalter gelegt. Wichtg ist auch, was ein Filmhalter kostet, wenn man einen zweiten oder einen neuen benötigt. Diese Preise variieren von 20 € bis zu Hunderten von Euro.
Die Konstruktion der Filmhalter entscheidet über die Dauer eines Scans, über die Sicherheit beim Umgang mit dem Filmmaterial und über die Folgekosten nach dem Scanner-Kauf.
Das Thema Stapel-Scans habe ich oben bereits erwähnt. Es gibt Scanner, bei denen man jedes Dia einzeln einlegen und scannen muss. Es gibt aber auch Geräte, die ein ganzes Magazin im Stapel ganz von alleine scannen. Immerhin gehört es mittlerweile bei hochwertigen Scannern zum Standard, dass ganze Filmstreifen im Stapel gescannt werden können. Allerdings können nur wenige Geräte eine ganze Filmrolle verarbeiten. Diejenigen Geräte, die APS-Adapter serienmäßig oder optional anbieten, scannen den ganzen Film im Stapelbetrieb ein.
Besonders im Mittelformat-Bereich ist es auch von entscheidender Bedeutung, ob man jedes Negativ einzeln einlegen und scannen muss oder ob der Filmscanner mehrere Bilder im Stapelbetrieb scannt.
Natürlich benötigt man auch passende Scan-Software, die den Stapelbetrieb mehr oder weniger komfortabel macht. Ideal ist Software, die benutzerspezifische Einstellungen speichert, so dass man z.B. vor jedem Scan eines KB-Filmstreifens nur Benutzereinstellungen laden und den Stapelscan starten muss.
Kriterium Ausstattung
Was ist eigentlich im Lieferumfang eines Filmscanners enthalten? Erwirbt man ein Komplettpaket oder benötigt man noch zusätzliches Material, um mit dem Gerät richtig umgehen zu können? Als ich mir im Jahre 2000 meinen Nikon Coolscan III kaufte, benötigte ich noch zusätzlich einen SCSI-Controller und ein entsprechendes Kabel. Heute arbeiten die meisten Geräte mit USB- oder Firewire-Schnittstelle.
Nicht jeder Rechner hat jedoch schnelle USB 2.0 Schnittstellen. Ein hochauflösender Scan kann sich dadurch beträchtlich in die Länge ziehen. Firewire-Schnittstellen werden zwar immer gebräuchlicher, jedoch gibt es zwei unterschiedliche Firewire-Anschlussbuchsen. Die sechspoligen Stecker lassen sich zumeist nicht an ein Notebook anschließen.
Zum Kriterium Ausstattung gehört natürlich auch die mitgelieferte Software. Bei vielen Geräten ist die Bildbearbeitungssoftware PhotoShop Elements enthalten, so dass man die Scans nach dem Digitalisieren leicht nachbearbeiten kann. Als Scan-Software gibt es den Marktführer SilverFast; liegt diese Software einem Scanner bei, kann man sicher sein, die beste Scansoftware auf seinem Rechner zu haben. Handelt es sich dann noch um eine Ai-Version mit IT-8 Kalibrierungsdia, kann man sich sogar auf deutlich bessere Scans dank Farbkalibrierung freuen.
Ein wichtiges Ausstattungskriterium ist auch das mitgelieferte Zubehör. Wenn ein Filmscanner 10 verschiedene Filmsorten verarbeiten kann, heißt das noch lange nicht, dass man alle dazu notwendigen Filmhalter mitgeliefert bekommt. So kostet oftmals ein APS-Adapter über 100 € Aufpreis. Nikon verlangt z.B. für eine Diazufuhr oder einen Filmrollenadapter über 400 € Aufpreis.
Vor dem Scanner-Kauf sollte man unbedingt überprüfen, ob alle Filmhalter, die man für seine Anwendungen benötigt, im Standard-Lieferumfang enthalten sind. Auch sollte man berücksichtigen, welche Scanner- und Bildbearbeitungssoftware im Paket enthalten ist.
Bei einem Nikon Kleinbild-Filmscanner benötigt man unbedingt noch den optionalen Filmstreifenhaltern FH-3. Bei Plustek- oder Quato-Scannern sollte man gleich beim Kauf zwei zusätzliche Filmhalter mitbestellen, da diese schnell verschleißen und man somit einen Filmhalter nachladen kann, während der Scanner arbeitet. Reflecta-Filmscanner kommen ganz ohne Filmhalter aus.
Weitere Kaufkriterien
Obwohl ein Filmscanner eigentlich ein Gerät ist, das eine bestimmte Funktion zuverlässig und gut erledigen soll, spielt natürlich auch die Design-Frage eine Rolle. Da gibt es Geräte, die sind so klein, dass man sie gut in einer Schreibtisch-Ecke verstauen kann; andere verschlingen so viel Platz (Filmhalter nicht vergessen!), dass so mancher Anwender ans Platzlimit gerät. Die Optik spielt natürlich auch insofern eine Rolle, dass manches Gerät futuristisch erscheint, ein anderes jedoch eher wie ein Kinderspielzeug.
Ein weiteres Kriterium ist die Installation des Gerätes und der Software. Es gibt Geräte, die hatte ich innerhalt von 10 Minuten samt Software installiert, allerdings habe ich auch schon einmal eine ganze Woche mit all meinem Fachwissen und verschiedensten Hotlines gekämpft, bis ich den ersten Scan im Rechner hatte.
Apropos Hotline. Auch in dieser Beziehung unterscheiden sich die Geräte drastisch. Es gibt Hersteller, die einen richtig guten Anwendersupport bieten. Bei anderen Herstellern werden Kundenanfragen mit Hinweisen oder Problemen überhaupt nicht beantwortet. Da steht man dann ziemlich alleine im Regen wenn ein Problem auftaucht.
Zusammenfassung, Fazit
Auf dieser Seite habe ich beschrieben, auf was man alles achten muss, wenn man sich einen teuren Filmscanner zulegt. In den einzelnen Erfahrungsberichten gehe ich ausführlich auf einzelne Punkte ein.
Auf meiner Seite Filmscanner Kaufberatung gehe ich nun ausführlich auf den Kauf eines Filmscanners inklusive Zubehör ein. Mit dem Kauf eines Filmscanners ist nämlich zumeist auch der Kauf von notwendigem Zubehör, Literatur u.s.w. verbunden.
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