Fragen zu Filmscannern allgemein

Mit welchen Filmscannern kann man ganze Filmrollen scannen?

Es gibt viele Anwender, die ganze Filmrollen in ihren Archiven haben, die sie ungerne in kleine Streifen zerschneiden möchten, nur damit sie überhaupt gescannt werden können. Auch lassen viele Anwender ihre Filme vom Labor nur ungerne beschneiden, weil dabei sehr häufig Fehler passieren. Mit welchen Filmscannern lassen sich unbeschnittene Kleinbild-Filmrollen digitalisieren ohne sie in Stücke zerschneiden zu müssen?

Der Filmscanner Reflecta RPS 7200 und der Reflecta CrystalScan 7200 sind die einzigen, die eine Filmrolle verarbeiten können (der RPS automatisch, der Crystal Scan manuell). Damit sind diese beiden Filmscanner-Modelle die einzigen, die von Haus aus ganze Filmrollen auf einmal verarbeiten können. Für den Nikon Super Coolscan 5000 ED gibt es als optionales Zubehör für teures Geld den Filmrollenadapter SA-30, mit dem man Kleinbild-Filmrollen bis zu einer Länge von 40 Bildern einziehen kann. Der Filmrollen-Adapter von Nikon ist zwar eine saubere Lösung, kostet jedoch mehr als ein entsprechender Reflecta Filmscanner, der die automatische Filmrollenzufuhr von Haus aus integriert hat.

Welche Filmscanner eignen sich zum Scannen von Kodachrome-Bildern?

Kodachrome-Filme haben die Eigenschaft, dass sie im Prinzip aus drei Schwarz-Weiß-Schichten bestehen und die Farbe erst nachträglich hinzukommt. Diese Eigenschaft, die hohe Auflösung und Feinkörnigkeit sowie die besonderen, brillianten Farben machen das Scannen von Kodachrome-Vorlagen zu einer besonderen Herausforderung für jeden Filmscanner. Auf der Seite Scannen von Kodachrome-Filmen habe die die Besonderheiten und Probleme beim Scannen von Kodachromes detailliert beschrieben.

Man kann zwar jedes Kodachrome mit jedem Diascanner digitalisieren, das Ergebnis ist jedoch oft nicht zufriedenstellend, zum Teil sogar mangelhaft. Sehr zufriedenstellende Ergebnisse habe ich nur mit den Nikon-Scannern Coolscan V ED, Super Coolscan 5000 ED sowie dem Mittelformat-Scanner Super Coolscan 9000 ED gemacht. Die Scan-Software von Nikon bietet eine spezielle Einstellung für Kodachrome-Bilder, die mit speziellen Farbprofilen für zufriedenstellende Scans sorgt.

Die ICE Staub- und Kratzerkorrektur funktioniert bei Kodachromes nur mit Einschränkungen, siehe im entsprechenden Kapitel.

Gibt es bei Filmscannern Plopping-Probleme?

Wer gerahmte Dias hat und diese mit einem Diaprojektor an die Wand projiziert kennt das Problem des Ploppens. Das Dia hat zum Beispiel eine leichte Wölbung zur Lampe hin und erwärmt sich durch das heiße Licht der Projektionsleuchte. Ab einer gewissen Temperatur stülpt sich das Dia von alleine um und ploppt zur anderen Seite. Dabei geht die ursprüngliche Fokusierung verloren und das Dia erscheint unscharf auf der Leinwand. Sehr gute Projektoren führen eine erneute automatische Scharfstellung nach dem Ploppen durch, um dieses Problem zu beheben.

Gibt es ähnliche Probleme bei Filmscannern? Ein Filmscanner arbeitet schließlich wie ein Projektor mit einer Lampe, nur dass am anderen Ende keine Leinwand steht sondern sich ein CCD-Chip befindet. Um ein Kleinbild auf eine mehrere Quadratmeter große Wandfläche zu vergrößern ist eine enorme Leuchtleistung notwendig; daher werden in Projektoren starke Lampen eingesetzt, um dem Bild genügend Helligkeit zu verleihen. Bei einem Diascanner muss die Projektion jedoch nur auf eine kleine Sensorzeile erfolgen; dazu ist keine starke Lichtquelle notwendig; oftmals kommen in Filmscannern nur LEDs zum Einsatz, die überhaupt keine nennenswerte Wärme verursachen.

Ein Ploppen kann man natürlich auch bei einem Dia-Scanner nicht ausschließen, wenn sich ein gewölbtes Dia in einem labilen Zustand befindet. Das typische, fast selbstverständliche Ploppen infolge der hohen Lampentemperatur kann bei einem Filmscanner jedoch nahezu vollständig ausgeschlossen werden.

Welchen Nachteil hat eine Glasbühne beim Scannen?

Ein Filmscanner hat gegenüber einem Flachbettscanner den wesentlichen Vorteil, dass das Filmmaterial direkt durchleuchtet wird, also keine Glasflächen dazwischen sind. Bei einem Flachbettscanner mit Durchlichteinheit liegt das Positiv oder Negativ auf einer Glasplatte auf; eine weitere Glasplatte befindet sich oben an der Durchlichteinheit.

Eine Glasfläche hat bei einem Scanner mehrere Nachteile: Auf ihr können sich Staub und Schmutz ablagern. Auch Fingerabdrücke und Kratzer auf einer der Glasflächen können hinterher auf dem Scan zu sehen sein. Bei einem hochauflösenden Scan ist die Scanzeit entsprechend lange; bei langer Beleuchtung kann sich eine Glasplatte erwärmen und somit das darauf oder darunter liegende Positiv/Negativ leicht verziehen. Selbst minimalste Wärme-Verformungen wirken sich stark negativ auf die Scanqualität aus. Und schließlich treten an jeder Glasfläche unerwünschte Reflexionen auf, auch wenn man sehr teures optisches Glas verwendet. Störende Newton-Ringe lassen sich zwar mit Anti-Newton-Gläsern bekämpfen, aber oftmals können Sie nicht 100%ig vermieden werden.

Für einige Filmscanner-Modelle gibt es dennoch optionale oder serienmäßige Glasbühnen. Diese verwendet man zum Beispiel für exotische Filmformate. Wer nicht gerade einen 16mm Filmhalter hat, legt die entsprechende Vorlage einfach in eine Glasbühne. Auch Filmbruchstücke und unsauber beschnittene Positive oder Negative lassen sich mit Hilfe einer Glasbühne scannen. Der Hauptvorteil einer Glasbühne liegt jedoch im Umgang mit gewellten oder gewölbten Filmen: Da ein Filmscanner nur auf einen Punkt fokusieren kann, führt eine starke Wölbung zwangsläufig zu Unschärfebereichen. Um einen gewölbten, gerollten oder gewellten Filmstreifen in einer planen Ebene zu scannen, presst man ihn zwischen zwei Glasplatten und nimmt die Nachteile der Glasbühne gerne in Kauf.

Welchen Vorteil hat ein Filmscanner gegenüber einem Flachbettscanner mit Durchlichteinheit?

Ein Flachbettscanner gehört heutzutage schon fast zur Standard-Ausstattung eines Heim-PC-Arbeitsplatzes. Flachbettscanner gibt es bereits ab 50 Euro im Sonderangebot; es gibt jedoch auch teure Modelle, die eine Durchlichteinheit integriert haben, so dass man nicht nur Aufsichtsvorlagen (Papier) sondern auch Durchsichtsvorlagen (Positive, Negatige) damit scannen kann. Spart man sich durch die Anschaffung eines solchen Gerätes einen zusätzlichen Film-Scanner?

Der Hauptunterschied zwischen einem Flachbettscanner mit Durchlichteinheit und einem Filmscanner ist, dass beim ersteren der Film auf eine Glasplatte aufgelegt und gescannt wird, während beim zweiteren der Film direkt durchleuchtet wird. Da jede Glasplatte einen negativen Einfluss auf die Abbildungsleistung eines optischen Gerätes hat, haben Filmscanner bautechnischerseits bereits einen entscheidenden Vorteil gegenüber Flachbettscannern. Störeffekte wie Newton-Ringe und Unschärfe durch gewölbte Vorlagen infolge der Erwärmung der Glasplatte kennen Filmscanner nicht bzw. nur wenn glasgerahmte Dias eingeführt werden.

Ein wichtiger Unterschied ist die Auflösung. Während Flachbettscanner mit nominalen Auflösungen von 3200 oder gar 6400 dpi auftrumpfen erreichen sie in der Praxis mit ihrer Durchlichteinheit zumeist nur 1600 dpi, während gute Filmscanner, die zum Beispiel 4000 dpi versprechen, in der Praxis auch 3800 dpi erreichen. Ein effektiver 1600 dpi Scan liefert ein Bild mit gerade mal 3 Megapixel; damit ist der Scan eines Flachbettscanners mit Durchlichteinheit fast jeder modernen Einsteiger-Digitalkamera unterlegen. Sehr gute Filmscanner holen aus einer Kleinbild-Vorlage bis zu 20 Megapixel heraus. Ähnlich krass ist der Unterschied bei Mittelformaten: Während ein sehr guter Filmscanner aus einer 6x6 Vorlage bis zu 80 Millionen Pixel herausholt, erzeugt ein Flachbettscanner mit 1600 dpi keine 14 Megapixel. Die Durchlichteinheit eines Flachbett-Scanners holt also aus einem Mittelformat weniger Informationen heraus als ein Film-Scanner aus einem Kleinbild. Der ganze Vorteil des Mittelformates geht also verloren.

Ein weiterer Vorteil für Filmscanner ergibt sich aus dem Dichteumfang: Die Hauptaufgabe von Flachbettscannern ist das Scannen von Aufsichtsvorlagen, also reflektierenden Vorlagen, die einen sehr kleinen Dichteumfang haben. Um sämtliche Details von Filmmaterial wiedergeben zu können ist jedoch ein Dichteumfang in der Größenordnung von 3 erforderlich, den nur sehr gute Film-Scanner erreichen. Die Folge eines zu kleinen Dichteumfanges ist wenig Zeichnung in den Schattenbereichen und in den hellen Lichtern.

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