Software-Testbericht SilverFast HDR

Alle, die auf professioneller Basis viele Vorlagen digitalisieren, kennen das Problem: um Qualitätsverluste zu vermeiden, muss das Bild schon beim Scanvorgang so weit wie möglich dem gewünschten Endergebnis angepasst werden. Ist nun der Scanneroperator eine andere Person, als die, die das Bild bestimmt, wird es kompliziert. Beide Personen unter einen Hut zu bringen erweist sich in der Praxis der professionellen Fotografie oft als schwierig bis unmöglich. Jedes Bild müsste im Voraus festgelegt werden - passt das Ergebnis nicht, muss die Vorlage ein weiteres mal zeitaufwendig gescannt werden.


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Wurde ein Bild für einen bestimmten Anwendungszweck optimal gescannt, kann es sein, dass man es für eine andere Verwendung nochmal scannen muss - das ist zeitaufwendig, und kann damit auch schnell sehr teuer werden.

LaserSoft bietet mit SilverFast HDR ein Werkzeug an, das genau diese Probleme beheben soll. In Kombination mit einer neueren SilverFast Scansoftware-Version ermöglicht es die Trennung von Scanvorgang und Bildeinstellung.


Was macht die Software SilverFast HDR?

SilverFast HDR ist eine Software zur Verarbeitung von rohen Bilddaten. Sie kann sowohl Kamera-RAW-Daten als auch von SilverFast Ai ausgegebene, spezielle Rohscan-Daten verarbeiten.

Vergleich Rohdatenverarbeitung Digitalkamera - Scanner

Diese Rohscan-Daten sind die Bilddaten vom Scanner, so wie sie der Sensor erfasst - es werden keinerlei Gamma-, Farb- oder sonstige Korrekturen durchgeführt, wie sie normalerweise automatisch von der Scansoftware vorgenommen werden, um ein "richtiges" Bild zu erhalten. Lasersoft vergibt den Namen HDR für diese Art der Rohdaten. HDR steht hier für High Dynamic Range und verweist damit auf den erhöhten Dynamikumfang, den man durch Nutzen der 48Bit-Rohdaten erzielen kann.

Um diese Rohdaten zu erhalten, stellt man beim Scannen den Scan-Typ "48 Bit HDR Farbe" bzw. "16 Bit HDR Graustufen" ein. Es werden alle Bildeinstellungen deaktiviert - man kann nur noch Vorlagentyp, Ausgabegröße und Ausgabeauflösung einstellen und ggf. die hardwarebasierte Staub- und Kratzerkorrektur (de)aktivieren - und die Scansoftware erzeugt eine Datei, die die rohen Daten des Scanners beinhaltet. Im Gegensatz zu Kamera-RAW-Daten handelt es sich hier um TIF-Dateien, die alle Farbinformationen enthalten. Sieht man sich dieses rohe Bild nun mit einem Bildbetrachtungs- oder Bildbearbeitungsprogramm an, so sieht man ein viel zu dunkles Bild, das zwar alle erfassten Bildinformationen enthält, so aber noch nicht zu gebrauchen ist.

SilverFast HDR

Hier kommt SilverFast HDR ins Spiel. Das Programm sieht aus und lässt sich bedienen wie die SilverFast Scan-Software. Öffnet man mit diesem Programm eine wie gerade beschrieben erstellte Rohscan-Datei, so sieht man das Bild gleich so, wie es SilverFast mit normaler Farbeinstellung (also nicht HDR) gescannt hätte. Nun kann man ganz wie man es von SilverFast gewohnt ist sämtliche Bildeinstellungen vornehmen. Alles was man normalerweise vor dem Scan eingestellt hätte, kann man nun im Nachhinein machen. Hat man das gewünschte Ergebnis erreicht, braucht man nur noch auf den Bearbeiten-Button zu klicken, der den Scan-Button der normalen SilverFast Scan-Software ersetzt, gibt den Datei-Namen an und erhält die fertige Bilddatei.


Unterschiedliche Versionen von SilverFast HDR

Zunächst ein Paar Worte zu den verschiedenen erhältlichen Versionen von SilverFast HDR. Es sind derzeit (11/2007) fünf Versionen verfügbar:

  • SilverFast HDR ist die Standard-Version ohne zusätzliche Features
  • SilverFast HDR IT-8 mit IT-8 Target
  • SilverFast HDR Studio Studio-Version mit zusätzlichen Features incl. IT-8 Target
  • SilverFast HDR Studio PhotoProof
    Studio-Version mit zusätzlichen Features incl. IT-8 Target und PhotoProof Plug-In
  • SilverFast HDR Studio ColorServer
    Studio-Version mit zusätzlichen Features incl. IT-8 Target und ColorServer Automations-Tool

SilverFast HDR Studio verfügt im Vergleich zu SilverFast HDR über einige zusätzliche Features wie die automatische Farboptimierung AACO, die Unterstützung des JPEG 2000 Formats, die funktionserweiterte Unscharfmaskierung USMPlus, das Stempelwerkzeug CloneTool und das Druck-Tool PrinTao.

Die zusätzliche Option PhotoProof erweitert SilverFast HDR um eine Proof-Funktion, mit der Sie einen Softproof einrichten sowie rechtsverbindliche Proof-Drucke mit eingebundenem FOGRA-Medienkeil auf einem kalibrierten und linearisierten Ausgabegerät mit Hilfe von PrinTao ausgeben können.

ColorServer ist ein Automations-Tool, mit dem sich Arbeitsabläufe zum Verarbeiten von großen Mengen an Bildern automatisieren lassen. So können Sie Gradations- und Tonwertkorrekturen, Farbraum-Konvertierungen und alle weiteren mit SilverFast HDR möglichen Bildeinstellungen auf bequeme Weise automatisch ablaufen lassen.

Soft-Proofing mit PhotoProof

PrinTao zum Proofen

Die CMYK-Separation, also die Aufbereitung von RGB-Daten zu druckfertigen CMYK-Daten, ist in der Regel eine aufwendige Angelegenheit. PhotoProof kann diesen Vorgang vereinfachen. Es ermöglicht dem Anwender mit nur wenigen Mausklicks das Einrichten eines Softproofs, so dass auf dem Monitor der Ausgabefarbraum des Bildes simuliert wird.

Auf einem linearisierten und kalibrierten Ausgabegerät kann mithilfe von PrinTao ein Proof-Druck des Bildes im Ausgabefarbraum erstellt werden. Die Einbindung eines FOGRA-Medienkeils (es werden verschiedene Medienkeile für verschiedene Messgeräte mitgeliefert) sichert die Rechtsverbindlichkeit des Proofs - vorausgesetzt die Auswertung des mitausgedruckten Medienkeils, wofür man zusätzliche Hard- und Software benötigt, ergibt, dass die Abweichungen innerhalb der vorgeschriebenen Toleranzen liegen.

Automatisierung und Stapelverarbeitung mit dem ColorServer

ColorServer-Fenster

Das Automations-Tool ColorServer ermöglicht die Stapelverarbeitung von Bilddateien. Das Programm arbeitet mit sogenannten Hotfoldern. Das sind Ordner, die das laufende Programm ständig überwacht. Wird eine neue Datei in einem Hotfolder abgelegt, wird diese Datei den Einstellungen entsprechend verarbeitet - dabei stehen alle in SilverFast HDR verfügbaren Einstellungen zur Verfügung.

Die verarbeitete Datei wird dann im vorher festgelegten Zielordner gespeichert und das Original vom Hotfolder in den ebenfalls vorher festgelegten Archivordner verschoben. Desweiteren kann ein Fehlerordner bestimmt werden, in dem Dateien gespeichert werden, bei denen während der Verarbeitung ein Fehler aufgetreten ist.


HDR-Praxis: Verarbeitung von Rohdaten mit SilverFast HDR

Mit SilverFast HDR lassen sich viele verschiedene Workflows realisieren. Wir wollen Ihnen in den folgenden Kapiteln zeigen, wie man grunsätzlich mit SilverFast HDR und den erhältlichen Add-Ons arbeitet, und die entsprechenden Vorgehensweisen beschreiben.

Zunächst wollen wir den Arbeitsablauf beschreiben, wie man Rohscans mit SilverFast HDR verarbeitet:

Schritt 1: Scannen der Vorlagen

Der Scanneroperator kann schnell viele Vorlagen digitalisieren ohne sich um die Bildeinstellungen kümmern zu müssen. Er muss lediglich die gewünschte Ausgabgröße und -auflösung sowie den Scanbereich festlegen und bestimmen, ob die hardwarebasierte Staub- und Kratzerentfernung aktiviert oder deaktiviert sein soll. Die Rohscans können jetzt weitergegeben oder archiviert werden.

Schritt 2: Erstellung fertiger Bilddateien mit SilverFast HDR

Der VLT

Nun können die Daten mit SilverFast HDR aufbereitet werden. Über den sogenannten VLT (Virtueller Leuchttisch) können die Bilder für die Verarbeitung selektiert, betrachtet und verwaltet werden. Der VLT ist in drei Bereiche aufgeteilt: Verzeichnisstruktur, Vorschaubereich mit Thumbnails der Bilder des aktuellen Ordners und eine "Leuchtfläche", auf der man Thumbnails der Bilder frei positionieren kann. Nach Doppelklick auf ein Bild, das sich auf der Leuchtfläche oder im Thumbnail-Bereich befindet, öffnet sich das SilverFast Hauptprogramm. Sämtliche Einstellungen, die mit der SilverFast Scan-Software vor dem Scan gemacht werden können, können nun nachträglich vorgenommen werden.

So können also z.B. Gradationskurven, Tonwerte, Farben, softwarebasierte Staub- und Kratzerkorrektur und Scharfzeichnung eingestellt werden. Sobald man mit dem Ergebnis zufrieden ist, kann die fertige Bilddatei berechnet werden - ein einfacher Klick auf den "Bearbeiten"-Button genügt, und nach Eingabe des gewünschten Dateinamens und des Zielordners wird das Bild erstellt. Und das funktioniert sehr schnell: nach wenigen Sekunden - abhängig von der Rechnerleistung - ist ein 2800dpi Scan eines KB-Dias fertig berechnet und gesichert.

Die Verarbeitung von Kamera-RAW-Daten erfolgt auf die gleiche Weise wie in Schritt 2 beschrieben. Lediglich im Bildeinstellungsfenster kommen zu den gewohnten Optionen Belichtung, Weißabgleich, Helligkeit und Kontrast noch Camera-RAW-spezifische Einstellungen dazu: es gibt eine Auswahl an Weißabgleich-Presets, einen magenta-grün-Farbregler, einen Regler für die Luminanzglättung und einen für die Reduktion von Bildrauschen.


HDR-Praxis: Automatisierung der Rohdaten-Verarbeitung mit dem ColorServer

Mit dem optionalen ColorServer kann man die Funktionen von SilverFast HDR zur bequemen Abarbeitung großer Bildmengen automatisieren. Dabei kann man bezüglich der Verarbeitung von Rohscans folgendermaßen vorgehen:

Schritt 1: Scannen eines repräsentativen Bildes

Zunächst einmal muss ein Bild ausgewählt werden, anhand dessen die Einstellungen, die auch für alle weiteren Bilder dieses Batchs gelten, festgelegt werden sollen. Dieses Bild wird dann mit der SilverFast Scan-Software im HDR Modus gescannt.

Schritt 2: Einstellen des ersten Bildes

Die so entstandene Roh-Datei wird über den VLT in SilverFast HDR geöffnet. Nun werden alle Bildeinstellungen vorgenommen bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist. Dazu zählen auch die Farbmanagement-Einstellungen der Optionen-Dialogbox. Diese Einstellungen können wie bei SilverFast üblich als Voreinstellungen abgespeichert werden.

Schritt 3: Einrichten von ColorServer

Nun müssen die Einstellungen von ColorServer festgelegt werden. Als erstes muss ein neues Projekt angelegt werden, für das alle der folgenden Einstellungen gelten. Man kann eine unbeschränkte Anzahl von Projekten definieren. Zunächst wird der Quellordner - der Hotfolder - festgelegt. Hier stellt man den Ordner ein, in den die SilverFast Scansoftware die Rohscans speichert.

Dabei können diverse Einstellungen zur Verarbeitung der Rohscans gemacht werden, z.B. ob das Bild am Scan-Rahmen beschnitten werden soll, oder nicht. Außerdam kann festgelegt werden, ob die Dateien mit vorher in SilverFast HDR gespeicherten Voreinstellungen verarbeitet oder die aktuellen Einstellungen verwendet werden sollen.

Als letztes müssen noch Ziel-, Archiv- und Fehlerordner sowie das gewünschte Dateiformat festgelegt werden.

Mit einem Klick auf die "Play"-Taste aktiviert man die automatisierte Verarbeitung. Von nun an wird jeder in einem Projekt festgelegte Hotfolder überwacht, und jedes neu dort abgelegte Bild wird entsprechend der Einstellungen verarbeitet.

Schritt 4: Scannen der Vorlagen

Nun kann man mit dem Scannen loslegen. Werden die Scans direkt in den Hotfolder gespeichert, übernimmt ColorServer sogleich die Verarbeitung der Daten, und legt sie in der oben festgelegten Verzeichnisstruktur ab. Von jetzt an muss man also nur noch den Scanner füttern - der Rest läuft von selbst.

Kamera-RAW-Daten können auf die gleiche Weise automatisiert verarbeitet werden wie die SilverFast Rohscans. So kann man z.B. während einer Fotoproduktion die Daten von der Speicherkarte direkt in den ColorServer-Hotfolder kopieren bzw. verschieben, die dann automatisch verarbeitet werden.


HDR-Praxis: Erstellung eines Proof-Drucks mit PhotoProof und PrinTao

Schritt 1: PhotoProof einrichten

In der Dialogbox für die PhotoProof Einstellungen kann PhotoProof aktiviert und konfiguriert werden. Hier legt man das Proof-Referenzprofil fest (den Ausgabefarbraum für den späteren Druck), wählt den einzubindenden Medienkeil aus und legt den Rendering-Intent fest. Sobald PhotoProof aktiviert ist sieht man im SilverFast-Vorschaufenster das Bild im simulierten Ausgabefarbraum (Softproof).

Schritt 2: Einstellen des Bildes

Nun kann das Bild mithilfe der SilverFast-Funktionen dem gewünschten Endergebnis angepasst werden. Ist man zufrieden, speichert man das Bild.

Schritt 3: Ausgabe des Proofs mit PrinTao

Als nächstes startet man PrinTao über den VLT. Hier sieht man eine bis auf den bei den PhotoProof Einstellungen ausgewählten Medienkeil leere Seite, auf der nun über den Dateibrowser das/die vorher bearbeitete(n) Bild(er) platziert werden können. Sobald alles angeordnet ist und die Druckereinstellungen gemacht sind, kann der Proof ausgegeben werden.


Die Bildqualität mit SilverFast HDR

Die von SilverFast HDR ausgegebenen fertigen Dateien unterscheiden sich nicht von den Dateien, die die SilverFast-Scansoftware bei gleichen Einstellungen ausgibt. Beide Programme arbeiten mit denselben Algorithmen - die ausgegebenen Dateien sind also exakt gleich. Das ist gut, denn die Qualität der mit SilverFast erstellten Scans ist nach wie vor auf höchstem Niveau.


Wer braucht SilverFast HDR, PhotoProof und ColorServer? - Anwendungsbeispiele

SilverFast HDR wendet sich an professionelle Nutzer, die den Scanvorgang von der Bildeinstellung trennen wollen. Das macht zum Beispiel dann Sinn, wenn die Vorlagen nur während eines beschränkten Zeitraums zur Verfügung stehen. Die Vorlagen können digitalisiert und schnellstmöglich an den Kunden zurückgegeben, und die Rohdaten dann nachträglich verarbeitet werden.

Oder die Person, die den Scanner bedient, ist zeitlich und/oder räumlich von der Person getrennt, die die Daten verarbeitet - bei Verwendung von SilverFast HDR kein Problem. Der Scanneroperator muss nicht wissen, wie das Bild später aussehen soll - theoretisch muss er sich nicht mal mit der Materie auskennen: die Grundeinstellungen (Auflösung, Ausgabegröße, Gammawert, ICE) können voreingestellt werden, und der Operator muss nur noch den Scanner mit neuem Material füttern. Dazu ist keinerlei Fachwissen nötig.

Muss das Bildergebnis mit Dritten abgestimmt werden, kann immer wieder auf die rohen Daten zurückgegriffen und das Ergebnis angepasst werden. Ohne SilverFast HDR müssten die Vorlagen ein weiteres mal zeit- und damit ggf. auch kostenaufwendig gescannt werden.

Das optionale PhotoProof ist ein Tool zur Arbeit in der Druckvorstufe. Alle, die Daten für den Druck vorbereiten müssen, bekommen mit SilverFast HDR in Verbindung mit PhotoProof ein Werkzeug in die Hand, mit dem sich die CMYK-Separation auf einfache und bequeme Weise durchführen lässt. Es kann ein Softproof eingerichtet und in wenigen Schritten ein farbverbindlicher Kontaktproof mit eingebundenem FOGRA-Medienkeil auf einem kalibrierten und linearisierten Ausgabegerät erstellt werden. Durch eine colorimetrische Auswertung dieses Testkeils und anschliessende Ausgabe eines Auswertungsprotokolls kann die Rechtsverbindlichkeit sichergestellt werden.

Die ColorServer-Option ermöglicht die schnelle, automatisierte Verarbeitung von großen Mengen an Bildern. So können z.B. Fotografen einen großen Nutzen aus dieser Software ziehen, indem sie während einer digitalen Fotoproduktion die Daten von der Speicherkarte direkt an den ColorServer schicken, der dann automatisch vorher festgelegte Grundeinstellungen und Korrekturen auf alle Bilder anwendet. Die Daten könnten dann gleich zur Absprache und Selektion dem Kunden vorgelegt werden.

Auch Leuten, die viele Bilder stapelweise als HDR-Rohscans verarbeiten, kann ColorServer das Leben vereinfachen. Sollen z.B. viele Bilder einer analogen Fotoproduktion digitalisiert werden, so kann man von diesen Bilder Rohscans erstellen, und von diesen Rohscans mithilfe von ColorServer automatisch kleine, grundkorrigierte JPGs erstellen, die für die Auswahl verwendet werden können.


Stärken und Schwächen von SilverFast HDR

SilverFast HDR bietet dem professionellen Anwender ein umfassendes Softwarepaket zur Anpassung und Verbesserung des Workflows. Die Trennung von Scanvorgang und Bildeinstellung ist für den Profi sehr sinnvoll.

Das Hauptprogramm lässt sich bedienen und arbeitet mit den gleichen Algorithmen wie die SilverFast-Scansoftware. Die Bildergebnisse sind also wie erwartet von höchster Qualität (natürlich abhängig von Vorlage und Scanner). Die Bedienoberfläche von SilverFast ist nicht jedermanns Sache, aber man kann nach kurzer Eingewöhnung sehr gut und effizient damit arbeiten.

Der Virtuelle Leuchttisch (VLT) zur Auswahl und Sortierung der einzelnen Bilder ist im Großen und Ganzen und sehr praktisch. Man kann einzelne Projekte anlegen (hier Alben genannt), Presets abspeichern und hat direkten Zugriff auf alle SilverFast HDR Komponenten. Nur eine Sache ist negativ aufgefallen: wenn man die Thumnails nicht sehr groß einstellt, werden längere Dateinamen, die unter dem Thumnbnail stehen, abgeschnitten, und man sieht nirgends den vollständigen Namen. Auch der Navigator ist nicht in der Breite einstellbar und zu schmal, um lange Namen vollständig anzuzeigen. Die einzige Möglichkeit ist, den Mauszeiger auf eine Datei im Navigator zu platzieren, und das den Dateinamen der erscheinenden gelben Box zu entnehmen. Welches der Thumbnails zu dieser Datei gehört, weiss man dann trotzdem nicht. Dieses auf den ersten Blick kleine Manko macht sich in der Praxis schnell sehr unangenehm bemerkbar.

In Kombination mit ColorServer wird SilverFast HDR ein mächtiges Tool zur Stapelverarbeitung großer Mengen an Bilddateien. Auch hier können verschiedene Projekte angelegt werden, so dass immer die entsprechenden Einstellungen angewendet werden können. Die verwendete Ordnerstruktur erweist sich als sehr praktisch und sicher.

Mit PhotoProof kann man schnell und einfach einen Softproof einrichten sowie Proof-Drucke erstellen. Hat man alle nötige Soft- und Hardware, funktioniert die Ausgabe eines rechtsverbindlichen Proofs auf bequeme Art und Weise.


Fazit

Die HDR-Software bietet für den professionellen und semiprofessionellen Anwender viele sehr nützliche Features. Die Trennung von Scanvorgang und Bildeinstellung kann den Workflow sowohl bei FineArt-Arbeiten als auch bei der Massenverarbeitung sehr vereinfachen. Im letzteren Fall liefert ColorServer eine sehr gut funktionierende Automatisierung, die dem Anwender sehr viel Arbeit erspart. Und PhotoProof macht aus SilverFast HDR ein sehr funktionelles Gesamtpaket für die Druckvorstufe.

Für Profis und Semi-Profis ein tolles Tool zu einem fairen Preis.

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