Fragen zur Scan-Software SilverFast von Lasersoft
SilverFast ist für alle gängigen Scanner-Modelle in unserem Filmscanner-Shop erhältlich.
Auf dieser Seite haben wir zahlreiche Fragen und Antworten zur Scan-Software SilverFast der Firma LaserSoft zusammengestellt. Diese Seite wird von uns ständig gepflegt und erweitert. Bitte beachten Sie, dass es in unserem Forum auch einen speziellen Bereich für die Scansoftware SilverFast gibt. Nachfolgend zuerst eine Übersicht über sämtliche Themen, die auf dieser Seite behandelt werden:
SilverFast Versionen, Lizenzen, Updates
Bildqualität mit SilverFast
IT-8 Farbkalibrierung
Staub- und Kratzerkorrektur SRD, iSRD, ICE
Druckerprofilierung mit SilverFast Profiler
Fragen zu SilverFast HDR (High Dynamic Range)
Fragen zu SilverFast DCPro
Sonstige Themen rund um SilverFast
SilverFast Versionen, Lizenzen, Updates
Welchen Vorteil hat SilverFast gegenüber einer herkömmlichen Scan-Software?
SilverFast ist eine professionelle Scan-Software, deren Preis je nach Filmscanner einen unterschiedlich hohen Wert hat. Lohnt sich die Anschaffung einer professionellen Scan-Software und wo liegen die Vorteile? Zunächst sei vorweggesagt, dass bei einem Filmscanner die Software nicht nur ein Tool zur Bedienung des Gerätes ist, sondern die Scan-Software enthält ganz wesentliche Bildverarbeitungsalgorithmen, die aus den Rohdaten, die der Scanner liefert, ein digitales Bild fabrizieren.
SilverFast hat zweifelsohne die besten Bildbearbeitungsalgorithmen, die eindeutig mehr aus den Scanner-Rohdaten herausholen als so manche Billig-Scansoftware. Es gibt Filmscanner, die mit der hauseigenen Software einen Dichteumfang von 2,5 haben, bei denen SilverFast jedoch auf über 3 kommt. Die dadurch hervorgerufenen Unterschiede in der Bildqualität können in den Lichtern oder Schattenbereichen erheblich sein und darüber entscheiden ob man einen bestimmten Scanner-Typ als qualitativ hochwertig oder eher durchschnittlich bewertet.
Mit der neuen Multi-Exposer Funktion von SilverFast (ab der Studio-Version 6.5) lässt sich der Dynamikumfang sogar beträchtlich steigern. Denn mit dieser Funktion führt SilverFast nicht nur einen klassischen Mehrfachscan durch (ein Mehrfachscan unterdrückt wirkungsvoll das Sensorrauschen), sondern es wird eine Mehrfachbelichtung durchgeführt. Eine Vorlage wird mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen mehrfach gescannt, und die Ergebnisse werden interpoliert. Dadurch liefert SilverFast nicht nur eine effektive Rauschunterdrückung sondern auch klar bessere Farben infolge des gesteigerten Dynamikumfanges.
Allgemein ist SilverFast eine äußerst umfangreiche und vielseitige Scansoftware. Es gibt praktisch keine Einstellmöglichkeit, die es in SilverFast nicht gibt; von einfachen Helligkeitsreglern bis zu komplizierten Kurvenwerkzeugen ist alles vorhanden, was man zur optimalen Einstellung seines Scanners benötigt. Außerdem bietet SilverFast eine Menge professioneller Funktionen zum Speichern eigener Spezialeinstellungen für bestimmte Vorgehensweisen oder zum Erstellen eigener Profile für bestimmte Filmsorten oder Aufnahmetypen. SilverFast bietet also eine Menge von professionellen Einstellmöglichkeiten und Bildbearbeitungsverfahren, die andere Scanprogramme nicht einmal annähernd bieten können.
Der wesentliche Vorteil von SilverFast Ai liegt jedoch in der IT-8 Kalibrierung. Mit Hilfe eines IT-8 Kalibrierungstargets wird der Scanner vermessen und ein ICC-Profil erzeugt. Bei Dias wirkt sich diese Kalibrierung äußerst positiv auf die Bildqualität aus und man arbeitet in einem Farbmanagement-Prozess und ist nicht von der zufälligen Beschaffenheit des Filmscanners abhängig. Die IT-8-Kalibrierung nützt beim Scannen von Negativen nicht allzu viel, dafür bietet SilverFast für Negativ-Scans einen sogenannten Negafix-Dialog an, bei dem man den exakt verwendeten Filmtyp und die Filmsorte einstellen kann. Anhand des abgespeicherten Farbprofils erhält man deutlich bessere Ergebnisse beim Scannen von Negativen als wenn man ein Standard-Farbprofil verwendet. Weitere Informationen zur IT-8 Kalibrierung finden Sie in unserem Kapitel IT-8 Kalibrierung sowie auf unserer ausführlichen Webseite Scannerkalibrierung.
Seit der Version 6.5 hat SilverFast endlich auch eine Auto-Rahmen Funktion. Was bedeutet das? Normalerweise macht man bei einem Scan zuerst einen Prescan und setzt dann manuell den Scan-Bereich, so dass genau das Bild gescannt wird und nicht zusätzlich ein schwarzer Rahmen außen rum. SilverFast führt diesen Vorgang per Mausklick durch. Nach einem Vorscan wird der richtige Scan-Bereich automatisch erkannt und man spart sich das manuelle Justieren des Bildbereiches. Diese Autorahmen-Funktion spart eine Menge Arbeit, und bei Flachbettscannern, die mehrere Bilder auf einmal scannen können, ist die Funktion noch viel mehr wert, denn die Funktion erkennt automatisch mehrere Einzelbilder, die auf der Scanneroberfläche positioniert wurden.
Ein Vorteil von SilverFast sei abschließend noch erwähnt: Wer sich einmal tief in SilverFast einarbeitet hat kann leicht den Scannertyp wechseln, da die Bedienung einheitlich ist. Hat man also SilverFast einmal verstanden, kann man das Erlernte sofort von einem Filmscanner auf einen Flachbettscanner übertragen. Das spart wertvolle Einarbeitungszeit bei einem Modellwechsel oder beim Kauf eines zusätzlichen Scanners.
Fazit: Die Anschaffung von SilverFast für einen Filmscanner lohnt sich auf alle Fälle vor allem für Anwender, die Wert auf beste Bildqualität und hohen Funktionsumfang legen. Die Kombination günstiger Filmscanner + SilverFast kann unter Umständen besser sein als ein teurer Filmscanner. Erwähnen möchte ich noch, dass man SilverFast kostenlos testen kann, ehe man sich zum Kauf entscheidet, einfach Demoversion von der SilverFast-Webseite herunterladen.
Welchen Vorteil hat die SilverFast Ai Studio Version?
Die SilverFast Ai Studio-Version beinhaltet den vollen Funktionsumfang der normalen SilverFast Ai Version und hat darüber hinaus einige weitere Funktionen und Features. Zu den bedeutendsten Erweiterungen der Studio-Version gehört das SilverFast Multi-Sampling. Dabei wird ein Positiv oder ein Negativ mehrfach abgetastet um so das Rauschen von einzelnen Sensor-Elementen zu verringern. Hochwertige Scanner haben eine solche Mehrfachscanfunktion hardwaremäßig eingebaut; SilverFast Ai Studio bereichert einfache Scanner um die Multisampling-Funktion mit 4-fach, 8-fach und sogar 16-fach Scans. Weitere Infos zu Mehrfachscans finden Sie in unserem Kapitel über Mehrfachscans.
Seit der Version 6.5 gibt es ein noch besseres Multisampling namens Multi Exposure. Dabei wird ein Dia bzw. ein Negativ mehrfach gescannt, und zwar mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen. Aus den mehreren, unterschiedlich belichteten Bildern errechnet die Software dann ein optimales Bild, das sich gegenüber einem normalen Scan durch einen höheren Dynamikumfang auszeichnet. Jeder Fotograf kennt diesen Effekt: Wenn man ein und dasselbe Motiv mehrmals mit unterschiedlichen Zeit/Blenden-Kombinationen fotografiert, erhält man bei der einen Aufnahme mehr Details in den Schatten, bei der anderen mehr Details in den Lichtern. Kombiniert man diese beiden Bildern erhält man ein äußerst Dynamik-umfangreiches Detail-Foto. Die Multi-Exposure Funktion reduziert also durch den Mehrfach-Scan nicht nur das Bildrauschen sondern erhöht also auch den Dichteumfang des Scanners. Weitere Infos und Beispiele zum Thema Mehrfachbelichtung finden Sie im Kapitel Multi Exposure.
Ein weiteres Feature der Studio-Version ist die AACO Auto-Adaptive Kontrast Optimierung. Diese Funktion arbeitet voll automatisch, optimiert dunkle Bildpartien mit wenig Kontrast unter Beibehaltung ausreichender Zeichnung in den hellen Bereichen. Die Studio-Version kann Bilder auch im JPEG2000-Format abspeichern und ITPC-Kommentare in einzelne Bilddateien speichern.
Weitere Highlights der Studio-Version sind im Bereich der Bildbearbeitungsfunktionen zu finden: Der Dialog Bildeinstellungen arbeitet in Echtzeit, d.h. er zeigt sofort die Auswirkungen von Einstellungen an. Ein Stempel-Werkzeug wie man es von Photoshop her kennt ist verfügbar; der Unscharf-Maskieren-Dialog ist skalierbar, so dass man das Resultat der gemachten Einstellungen in einem größeren Fensterbereich deutlicher erkennen kann; außerdem ist der Druckdialog umfangreicher gegenüber der Standard-Version.
Und schließlich sei noch ein wesentliches Feature der Studio-Version erwähnt, das man zunächst in einer Scan-Software gar nicht suchen würde: Mit der SilverFast PrinTao-Funktionalität erhält man ein professionelles Druck-Tool zum Ausdrucken von Scans und Fotos. Eine typische Anwendung besteht zum Beispiel darin, nach dem Scannen einige Fotos auf einem DIN A4 Blatt (21x29,7cm) ausdrucken zu wollen, oder eine Übersicht über einen 24er-Film auf ein Blatt zu drucken. Mit PrinTao erstellt man leicht und schnell eine Zusammenstellung der zu druckenden Fotos und man kann selbstverständlich auch noch eigene Texte zur Beschriftung hinzufügen. Gewisse Vorlagen speichert man dann als Template ab, zum Beispiel um 36 Bildchen eines Filmes auf eine DIN A4 Seite als Übersicht zu drucken; das macht den Vorgang beim nächsten Ausdrucken erheblich schneller. Natürlich wäre SilverFast nicht SilverFast, wenn es nicht beim Ausdrucken auch Farbmanagement betreiben würde.
Welche Vorteile hat SilverFast HDR?
SilverFast HDR ist eine Software zur nachträglichen Verarbeitung von rohen Bilddateien, die beim Scan mit SilverFast Ai ausgegeben werden können. Es handelt sich um eine unabhängige Software, also nicht um eine Erweiterung von SilverFast Ai. Ähnlich wie bei RAW-Daten von Digitalkameras können dann sämtliche hardwareunabhängigen Bildeinstellungen nachträglich vorgenommen, und das Bild den eigenen Wünschen entsprechend optimiert werden. Die fertige Bilddatei wird erst dann nach einem Klick auf den Bearbeiten-Button den gemachten Einstellungen entsprechend berechnet und gespeichert.
Man muss sich also beim Scanvorgang noch keine Gedanken um die Bildeinstellungen wie Kontrast, Helligkeit, Farbigkeit, Scharfzeichnung usw. machen - all das lässt sich in aller Ruhe zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt anpassen, ohne zu Qualitätsverlusten zu führen. Lediglich hardwarebedingte Einstellungen wie Auflösung und die ICE Staub- und Kratzerkorrektur müssen schon beim Scanvorgang ausgewählt bzw. aktiviert werden.
HDR steht hier für High Dynamic Range: Die Rohdaten enthalten den vollen Dynamikumfang des verwendeten Scanners, so dass das Maximum an Bildinformation für die nachträgliche Verarbeitung zur Verfügung steht. Mit diesem Arbeitsablauf lassen sich also die mit dem verwendeten Scanner bestmöglichen Bildergebnisse erzielen.
Die Rohscans eignen sich hervorragend zur Archivierung, da je nach Anwendungszweck eine dafür optimierte Bilddatei erstellt werden kann. Sämtliche Parameter werden nach dem Schließen und erneuten Öffnen einer Rohdatei beibehalten, so dass man z.B. die Farbeinstellungen von der letzten Bearbeitung beibehalten und nur die Scharfzeichnung der benötigten Ausgabegröße des Bildes anpassen kann.
Die Trennung von Scanvorgang und Bildeinstellung ermöglicht auch, dass die Scans von einer anderen Person gemacht werden können, als derjenigen, die das fertige Bild bestimmt. Ist erstmal die gewünschte Ausgabeauflösung eingestellt, muss die Person am Scanner das Gerät nur noch mit Vorlagen füttern - der Rest wird später gemacht. Stehen die Vorlagen nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung, können sie schnellstmöglich als HDR-Rohscans digitalisiert werden. Die zeitaufwändige Bildeinstellung kann dann auch nach Rückgabe der Vorlagen in aller Ruhe durchgeführt werden.
SilverFast HDR ist eine eigenständige Software, die unabhängig von SilverFast Ai und unabhängig von einem Scanner läuft. Erstellt man zum Beispiel Rohscans mit SilverFast Ai an einem Arbeitsplatz, kann man diese Dateien an einen anderen Arbeitsplatz transferieren und dort mit SilverFast HDR bearbeiten. Auch bieten wir im Rahmen unseres Scan-Service an die Scans im HDR-Format zu erstellen. Die Weiterverarbeitung kann dann ohne einen Scanner mit SilverFast HDR erfolgen. Auf diese Weise kann man sämtliche Einstellungen in der Scansoftware selbst durchführen ohne selbst einen Scanner zu besitzen.
Weitere detaillierte Informationen und einen ausführlichen Testbericht über SilverFast HDR finden Sie auf unserer SilverFast HDR Website.
Warum unterscheidet sich der Preis für SilverFast von Scanner zu Scanner?
Wer unsere SilverFast-Preisliste durchforstet stößt auf die unterschiedlichsten Preise für ein und dieselbe Software. Dies wirft die Frage auf, ob es sich jeweils um dieselbe Software mit demselben Funktionsumfang handelt oder welche Unterschiede es zwischen den einzelnen Versionen gibt. Zunächst ist festzuhalten, dass es unterschiedliche Varianten von SilverFast gibt, zum Beispiel die volle Ai-Version, die abgespeckte SE-Version oder die erweiterte Studio-Version, aber selbst innerhalb dieser Gruppen gibt es erhebliche Preisunterschiede.
SilverFast Ai ist für jeden Scanner gleich, ca. 90% der Grundfunktionen sind identisch. Allerdings gibt es kleine Unterschiede im Funktionsumfang, die in der Scanner-Hardware begründet sind. So hat SilverFast Ai bei einem Filmscanner mit ICE3 zum Beispiel zusätzliche Buttons für die ICE Staubkorrektur oder die GEM Filmkornglättung. Auch unterscheidet sich die Software je nach Bedienung des Scanners: Ein Scanner, der einen Stapelbetrieb von 5 Dias erlaubt, bewirkt einige zusätzliche Einstell- und Auswahlmöglichkeiten in SilverFast mehr, als ein Scanner, der nur Einzelbilder verarbeiten kann.
Diese minimalen Funktionsunterschiede von Filmscanner zu Filmscanner begründen jedoch nicht die zum Teil erheblichen Preisunterschiede zwischen den einzelnen SilverFast-Lizenzen. Es ist vielmehr eine Marketing-Frage der Firma LaserSoft, wie sie ihr Produkt verkauft. Dabei werden die einzelnen Geräte in unterschiedliche Preisklassen eingeteilt, und für jede Preisklasse gibt es einen zugehörigen Preis für die SilverFast-Software. Als Faustregel gilt: Je teurer ein Scaner ist desto mehr verlangt LaserSoft für die zugehörige SilverFast-Software. Da führt für den Käufer kein Weg daran vorbei, da die Software immer auf ein spezielles Gerät zugeschnitten ist.
Kann man eine SilverFast-Lizenz für mehrere Scanner einsetzen?
SilverFast ist eine hervorragende, aber nicht ganz preisgünstige Scansoftware. Wer das Glück hat, eine SilverFast-Lizenz im Bundle bei einem Scannerkauf zu erhalten, spart eine Menge Geld gegenüber den üblichen Verkaufspreisen. SilverFast ist eine Software, die zwar immer das gleiche Erscheinungsbild hat, aber individuell für jeden Scanner angepasst ist, d.h. eine SilverFast-Lizenz läuft immer nur auf demjenigen Scanner, für den sie gekauft wurde.
Wer zum Beispiel SilverFast für den Nikon Super Coolscan 4000 besitzt kann diese Version nicht auf dem Nachfolgemodell Nikon Super Coolscan 5000 einsetzen. Wer sowohl einen Filmscanner als auch einen Flachbettscanner an seinem Rechner angeschlossen hat benötigt zwei SilverFast-Lizenzen, für jeden Scanner eine eigene. Es gibt zwar die Möglichkeit von kostenfplichtigen Upgrades auf aktuellere SilverFast-Lizenzen, aber man kann auch bei einem Upgrade nicht das Scannermodell wechseln.
Können zwei SilverFast-Versionen auf einem PC gleichzeitig installiert werden?
Wer zwei verschiedene Scanner, zum Beispiel einen Filmscanner und einen Flachbettscanner, an seinem Rechner angeschlossen hat und beide Geräte mit SilverFast betreiben will, benötigt bekanntlich zwei Einzel-Lizenzen von SilverFast, da die Software jeweils gerätegebunden ist. Dennoch ist es möglich, SilverFast zwei Mal auf einem Rechner zu installieren und je nach verwendetem Scanner die zugehörige Version aufzurufen. Man benötigt also nicht etwa für jeden Scanner einen eigenen Rechner.
Startet man SilverFast über den SilverFast-Launcher dann erscheinen in einem Auswahlfenster sämtliche installierten SilverFast-Versionen für die unterschiedlichen Scanner-Modelle. Durch einen einfachen Klick auf die entsprechende Zeile startet man dann SilverFast für das jeweilige Scanner-Modell. Mit Hilfe des SilverFast-Launchers behält man auch stets den Überblick über die installierten Scanner-Modelle und den zugehörigen Software-Versionsnummern.
Es ist allerdings nicht möglich, zwei Scanner gleichzeitig zu betreiben, da die TWAIN-Schnittstelle immer nur Daten von einem Gerät durchlässt. Im Bestfall kann man zwei SilverFast-Versionen gleichzeitig starten, die jeweils einen angeschlossenen Scanner ansteuern, die dann zwar parallel laufen, jedoch wartet immer ein Programm, bis das andere mit der Abarbeitung des aktuellen Scanauftrages fertig ist. Ein Performancegewinn durch den gleichzeitigen Anschluss von zwei Scannern an einen einzigen Rechner ist demnach nicht erzielbar.
Wo erhält man SilverFast Updates und was kosten diese?
Beim Kauf von SilverFast erhält man in der Regel eine aktuelle Version, also zum Beispiel die Version 6.6.0. Dennoch sollte man gleich nach der Installation von SilverFast nach Updates suchen, denn oftmals gibt es kleinere Aktualisierungen mit behobenen Fehlern in der Scansoftware. Kleinere Bug Fixes werden nicht über Versionsnummern sondern über Releases hochgezählt, zum Beispiel von Version 6.6.0r1 auf 6.6.0r2.
Kostenlose Updates sind über die SilverFast-Webseite downloadbar. Über unseren Newsletter informieren wir Sie gerne über aktuelle Versionen von SilverFast und anderer Scan-Software. Updates im Rahmen von Releases (z.B. von 6.6.0r1 auf 6.6.0r2) oder der 3. Versionsstufe (z.B. von 6.6.0 auf 6.6.1) sind bei Lasersoft kostenlos. Updates im Rahmen der Subversion sind teilweise kostenlos (z.B. von 6.5 auf 6.6), teilweise aber auch kostenpflichtig (z.B. von 6.4 auf 6.5).
Ist bei der SilverFast-Software ein gutes Handbuch dabei?
SilverFast wird entweder mit einem kleinen Mini-Handbuch oder mit einem Benutzerhandbuch als PDF-Datei ausgeliefert. Beide Varianten sind eher spärlich, weisen den Benutzer zwar in die Bedienung des Programmes ein, führen den Anwender aber nicht leicht verständlich in die Materie des Scannens ein. Da besteht starkes Verbesserungspotential für den SilverFast-Hersteller LaserSoft.
Wer eine leicht verständliche und ausführliche Anleitung für die SilverFast-Software wünscht, dem empfehle ich das Buch SilverFast - Das offizielle Buch von Taz Tally. Mehr über dieses Buch siehe in meiner Rezension des Buches. Dieses hervorragende Buch gibt es auch in der englischen Version und heißt entsprechend SilverFast - The official guide.
Dieses Fachbuch ist wirklich sehr empfehlenswert, und zwar sowohl für Einsteiger, die zunächst eine Einführung in die Materie des Scannens benötigen, als auch für Fortgeschrittene, die sich über weitere Details von SilverFast informieren möchten, als auch für professionelle Anwender, die mehr über die zahlreichen Expertendialoge von SilverFast lernen möchten.
Bildqualität mit SilverFast
Beispiele für die Steigerung der Bildqualität durch SilverFast
Wie sehr die Verwendung von SilverFast die Qualität von Scans steigern kann, soll hier anhand eines Vergleichs mit den Ergebnissen der reflecta Scansoftware CyberView gezeigt werden. Dabei haben wir den sehr beliebten Diascanner Reflecta DigitDia 5000 verwendet. CyberView ist die Scan-Software, die beim DigitDia im Standard-Lieferumfang enthalten ist, SilverFast ist gegen Aufpreis erhältlich. Bei unserem Vergleichstest haben wir mit SilverFast die IT-8 Farbkalibrierung durchgeführt.
Nach dem Klick auf eines der Beispielbilder öffnet sich ein Bildfenster, das alle drei Sekunden zwischen dem Scan mit CyberView und dem Scan mit SilverFast umschaltet. Auf diese Weise kann man die beiden Scan-Ergebnisse direkt und einfach miteinander vergleichen.
Es fällt auf, dass die Bildergebnis- se mit SilverFast deutlich satter in den Farben und kontrastreicher ausfallen, ohne dabei Bildinformationen in den Lichtern oder Schatten zu verlieren. Die Scans von SilverFast sind viel näher an der Vorlage als die Scans von CyberView.
Außerdem ist die Schattenzeichnung in den SilverFast-Scans wesentlich differenzierter: In dunklen Bildbereichen unterscheiden sich feine Nuancen viel deutlicher als mit CyberView. Im folgenden Beispielbild sehen Sie beim Klick auf das Thumbnail einen 100% Ausschnitt des rot markierten Bereichs. Auch hier schaltet die Darstellung alle drei Sekunden zwischen dem CyberView- und dem SilverFast-Scan um.
Bei den hier gezeigten Beispielen wurden lediglich die Tonwerte angepasst, um die GIF-Animation zu erzeugen. SilverFast bietet bezüglich der Bildoptimierung im Vergleich zu CyberView und anderer Scansoftware erheblich mehr Werkzeuge, die es dem Anwender ermöglichen, sehr präzise Änderungen in Farbe, Gradation und Tonwertverteilung vorzunehmen, und das Bildergebnis somit den Vorstellungen entsprechend anzupassen.
Die Qualitätsunteschiede zwischen der Standard-Software CyberView und SilverFast fallen je nach Scanner-Modell unterschiedlich stark aus. Macht man diesen Vergleichstest mit 10 verschiedenen DigitDias, dann erhält man 10 unterschiedliche Scans mit CyberView. SilverFast bringt die 10 Scanner dank der IT-8 Kalibrierung jedoch auf ein einheitliches Farblevel, so dass sich die SilverFast-Scans praktisch nicht mehr unterscheiden lassen. Je mehr also der Scanner mit der CyberView-Software von den Idealfarben abweicht desto mehr korrigiert die IT-8 Farb-Kalibrierung und desto größer fallen die Qualtätsdifferenzen aus.
Der Einsatz von SilverFast als Scansoftware führt dazu, dass man bei vielen Standard-Scans auf die anschließende Bildbearbeitung komplett verzichten kann, da die Farben sehr gut mit dem Original übereinstimmen. Bei Verwendung der Standard-Software ist die anschließende Bildbearbeitung quasi obligatorisch.
Welche Qualitätssteigerung bringt MultiExposure?
SilverFast Ai Studio verfügt ab Version 6.5 über die MultiExposure-Funktion. Mit diesem Feature wird ein Bild mehrfach gescannt, und zwar mit unterschiedlichen Belichtungen. Diese so entstandenen Bilder werden von der Software zu einem einzigen Bild zusammengerechnet. Dadurch lässt sich der Dynamikumfang des Scans steigern.
Wenn Sie auf eines der Beispielbilder klicken, öffnet sich ein Bildfenster mit einer vergrößerten Darstellung, wobei alle drei Sekunden zwischen der Darstellung des mit und des ohne MultiExposure gescannten Bildes umgeschaltet wird. Für den Vergleich mit/ohne MultiExposure haben wir den Magazinscanner Reflecta DigitDia 5000 verwendet, da es sich dabei um ein sehr beliebtes und somit oft gekauftes Gerät handelt.
Wie man sieht, zeigen die mit MultiExposure gescannten Bilder gesättigtere Farben und einen höheren Kontrast. Dabei gehen aber keine Bildinformationen verloren. Die Schattenbereiche der Scans ohne MultiExposure wirken deutlich flauer. Hier sind die dunklen Bildbereiche nicht so gut durchgezeichnet wie in den MultiExposure-Scans.
In den Lichtern lässt sich allerdings keine nennenswerte Steigerung der Zeichnung erkennen. MultiExposure bringt beim Scan mit dem Reflecta DigitDia 5000 also hauptsächlich mehr Zeichnung in den Schatten, sattere Farben und einen erhöhten Kontrast. Es ist zu beachten, dass sich diese Funktion bei verschiedenen Scannern unterschiedlich auswirken kann - eine Steigerung des Dynamikumfangs, sei es durch eine bessere Zeichnung in den Schatten oder in den Lichtern oder auch in beiden, ist aber immer der Fall. Besonders stark sind die Qualitätssteigerungen durch Multiexposure bei Scannern mit geringem Dichteumfang. Durch die Mehrfachabtastung mit unterschiedlichen Belichtungen lässt sich der effektive Dichteumfang eines Scanners erhöhen.
Wenn man beim Scan mit SilverFast Ai Studio die Multi-Exposure-Funktion aktiviert, dauert der Scanvorgang zwar ungefähr doppelt so lange, dafür spart man sich aber weitgehendst die nachträgliche Bildbearbeitung, die man durchführen müsste, um zu ähnlichen Ergebnissen zu kommen. Ganz an das Ergebnis des MultiExposure-Scans kommt man aber trotz Bildbearbeitung nicht heran, da es schlicht und einfach mehr Bildinformationen aus der Vorlage herauskitzelt, als ein Single-Exposure-Scan. Diese Bildinformation kann nachträglich nicht mehr hinzu "gezaubert" werden.
Fazit: Wer eine SilverFast-Version mit Multi-Exposure Funktion hat sollte sie nutzen, auch wenn sich die Scanzeiten dadurch erheblich verlängern. Multi-Exposure bringt oft erhebliche Qualitätssteigerungen der Scans, auch wenn diese nicht bei jedem Motiv deutlich ersichtlich sind.
Welche Qualitätssteigerung bringt ein Mehrfachscan?
Die Studio-Version von SilverFast Ai verfügt über die Möglichkeit des Mehrfachscans, das sogenannte MultiSampling. Dabei kann die Vorlage bis zu 16 mal abgetastet werden. Anhand des nachfolgenden Beispieles wollen wir zeigen, was ein Mehrfachscan in der Praxis bringt und wievielfach eine Vorlage abgetastet werden sollte um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Beim MultiSampling wird, wie der Name schon sagt, die Vorlage mehrfach gescannt. Im Gegensatz zum MultiExposure aber immer mit der gleichen Belichtung. Diese exakt gleichen Einzelscans werden dann von der Software zu einem Bild verrechnet, wobei das hauptsächlich in dunklen Bildbereichen zufällig auftretende Sensorrauschen durch einen Vergleich dieser Einzelbilder erkannt und herausgerechnet werden kann.
Das nebenstehende Beispielbild wurde mit dem Reflecta DigitDia 5000 einfach, 2-fach und 8-fach gescannt. Bei einem Klick auf eines der Thumbnails öffnet sich ein Bildfenster mit einem 100% Ausschnitt des rot markierten Bereichs, das alle drei Sekunden zwischen dem Einfach- und dem Mehrfachscan umschaltet.
Es fällt auf, dass das Bildrauschen schon bei einem 2-fach Scan deutlich abnimmt. Im 8-fach Scan ist die Bildstörung noch weiter reduziert, der Unterschied zum 2-fach Scan ist aber nicht mehr so deutlich wie zwischen 1-fach und 2-fach Scan. Bei den Tests wurde dasselbe Bild auch 4- und 16-fach abgetastet. Dabei wurde deutlich, dass die Rauschreduktion zwar mit der Erhöhung der Abtasthäufigkeit zunimmt, die Steigerung aber von Schritt zu Schritt immer geringer ausfällt. Das heißt, die Verbesserung der Bildergebnisse von einem 8-fach zu einem 16-fach Scan fällt geringer aus, als die Verbesserung von einem 1-fach zu einem 2-fach Scan.
In unseren Tests konnten wir feststellen, dass das Scanergebnis umso besser ist je öfters die Vorlage abgetastet wird. Während die Qualitätssteigerung von einem Einfachscan zu einem Zweifachscan noch beträchtlich ist, nimmt sie bei weiterer Erhöhung auf vierfach, achtfach bzw. sechzehnfach nur noch leicht zu.
Bei Mehrfachscans spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Ein Zweifachscan dauert fast doppelt so lange wie ein normaler Scan. Ein 16-fach-Scan kann je nach Scanner-Modell eine halbe Stunde oder gar mehrere Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Wer beim Scannen nicht unter Zeitdruck steht sollte also die Mehrfachscan-Funktion nutzen. Da sich die Qualitätssteigerungen hauptsächlich in dunklen Bildpartien auswirken ist es auch eine Möglichkeit, dunkle Bilder aus seiner Sammlung auszusortieren und von den hellen getrennt mit Mehrfachscan-Option zu digitalisieren.
IT-8 Farbkalibrierung
Welchen Vorteil hat die IT-8 Farbkalibrierung?
Genauso wie ein Bildschirm ohne fachmännische Kalibrierung (siehe unsere Seite Bildschirmkalibrierung) nicht die echten Farben anzeigt, liefert ein Filmscanner keine Scans mit 100% richtigen Farben. Eine rote Fläche erscheint nach einem Scan zwar als solche, jedoch kann es durchaus vorkommen, dass ein Scanner eine rote Fläche mit dem Tonwert 200 (Skala 0-255) nur mit dem Tonwert 190 darstellt, also etwas zu dunkel. Durch eine entsprechende Scanner-Kalibrierung wird diese Differenz zum tatsächlichen Wert gemessen und beim nächsten Scan automatisch eine Korrektur durchgeführt.
Neben dieser Unvollkommenheit gibt es Unterschiede von Scanner zu Scanner, auch wenn es sich um dasselbe Modell handelt. Scannt man ein Bild mit 10 verschiedenen Scannern der gleichen Baureihe, so erhält man 10 verschiedene Scans, die sich farblich alle leicht unterscheiden. Auch wenn man ein Bild 10 mal mit dem gleichen Scanner an unterschiedlichen Tagen scannt, erhält man unterschiedliche Scans, da ein Scanner seine Eigenschaften infolge von äußeren Einflüssen wie Temperatur leicht ändert.
Mit einer IT-8 Kalibrierung kann man solche Effekte kompensieren. Dazu benötigt man ein sogenanntes IT8 Kalibrierungstarget; dabei handelt es sich um eine genormte Vorlage, die eine große Anzahl von einzelnen Farbfeldern hat. Dieses Normbild wird gescannt, und die Kalibrierungssoftware misst die gescannten Farben in den einzelnen Farbfeldern. Anschließend vergleicht die Software die gemessenen Farben mit einer IT-8 Referenztabelle, wo für jedes einzelnes Farbfeld die tatsächlichen RGB-Werte drin stehen. Aus dem Vergleich ergibt sich eine Differenztabelle, die die farblichen Abweichungen des Scanners enthält. Aus dieser Differenztabelle generiert die SilverFast-Software ein ICC-Profil. Bei zukünftigen Scans werden die gescannten Farben anhand dieses ICC-Profils korrigiert und man erhält Scans mit echten Farbwerten.
Den größten Vorteil einer IT-8 Kalibrierung merkt man in der anschließenden Bildverarbeitung nach dem Scannen: Die Farben sind naturgetreu und echt; es ist praktisch keine Farbkorrektur mehr im Bildverarbeitungsprogramm notwendig. Eine Funktion wie die Auto-Tonwertkorrektur in Photoshop zeigt praktisch keine Wirkung mehr, d.h. ist nicht mehr notwendig. Durch die IT8-Scannerkalibrierung korrigiert man also Farbfehler des Scanners an der Quelle und muss nicht in der anschließenden Bildbearbeitung die Scanner-Fehler in Tausenden von Bilddateien einzeln korrigieren. Ausführliche Informationen zur Scanner-Kalibrierung finden Sie auf unserer eigenen Seite über das Thema Scanner-Kalibrierung.
Wie läuft die IT-8 Farbkalibrierung in der Praxis ab?
Bei Filmscannern ist das IT-8 Target in Form eines gerahmten Dias enthalten. Dieses führt man wie ein normales KB-Dia in den Scanner und macht davon eine Vorschau. In dieser Vorschau erkennt man 22 x 12 Farbfelder sowie darunter 24 Graufelder von schwarz bis weiß. Man startet den Kalibriervorgang durch Drücken des IT-8-Buttons in der SilverFast-Software. SilverFast zeigt darauf einen Scan-Rahmen mit vielen kleinen Feldern an, der genau auf die Vorschau-Maske angepasst werden muss. Ein erklärender Dialog unterstützt einen bei diesem Vorgang.
Sobald die Maske richtig positioniert ist und die richtige Größe hat startet man die Farbkalibrierung per Mausklick. Nach gut einer Minute Zeit hat SilverFast das IT-8 Target gescannt und die gescannten Farben mit der zugehörigen Tabelle verglichen. Die Differenzen legt SilverFast am Ende in einer ICC-Profildatei ab.
Bei den folgenden Scans verwendet SilverFast automatisch das individuell erstellte Profil und bettet es in die Bilddateien mit ein. Auf diese Weise erhält man farblich korrigierte und optimierte Scans, die fast keiner weiteren Bearbeitung bedürfen. Man erkennt dies am Besten, wenn man eine solche Datei in Photoshop öffnet. Photoshop erkennt das eingebettete Profil und verwendet dieses. Betrachtet man die Tonwertkurve so deckt diese fast den kompletten 255-Werte-Bereich ab, als wäre schon eine automatische Tonwertkorrektur durchgeführt worden.
Bei Flachbettscannern wird das IT8-Target nicht als Film sondern als Aufsichtsvorlage geliefert. Dieses legt man auf die Glasoberfläche des Scanners wie ein ganz normales Papierbild. Auch hier erstellt man zunächst eine Vorschau, legt dann den Scan-Bereich für die IT-8 Kalibrierung fest, und SilverFast führt dann die Kalibrierung eigenständig durch.
Wie oft sollte man die IT-8 Kalibrierung bei einem Scanner durchführen?
Ein Scanner liefert nur dann gute, echte Farbwerte, wenn er mit Hilfe eines IT-8 Kalibrierungs-Targets kalibriert wird. Aber wie oft muss man solche eine IT-8 Kalibrierung durchführen, ist das ein einmaliger oder ein immer wieder notwendiger Vorgang?
Jeder Scanner hat einen gewissen Grundfehler, d.h. ein gewisser Grad an farblicher Abweichung ist konstruktionsbedingt und liegt in einem gewissen Toleranzbereich einer Baureihe. Diesen Grundfehler kompensiert man mit einer einmaligen IT8-Farbkalibrierung. Allerdings ändern sich die Eigenschaften eines Scanners im Laufe seines Lebens. Genauso wie bei einem Bildschirm im Laufe der Jahre die Farben etwas verblassen oder ausbleichen nimmt die Farbwiedergabe bei einem Filmscanner im Laufe der Monate und Jahre ab. Um diesen schleichenden Fehler zu kompensieren sollte man jeden Monat die IT_8 Kalibrierung erneut durchführen.
Wer höchsten Wert auf absolut echte Farbwiedergabe beim Scannen legt, der sollte eine IT8 Farbkalibration jeden Tag vor jeder Scan-Session durchführen, denn die Qualität eines Scanners unterliegt auch Tagesschwankungen. Der CCD-Sensor misst zum Beispiel andere Werte in einem 40°C heißen Raum als bei 20°C Umgebungstemperatur. Professionelle Anwender, bei denen es in höchstem Maße auf Farbtreue ankommt, kalibrieren ihren Scanner also täglich. Bei einem Zeitaufwand von nur wenigen Minuten ist dies jedoch ohne weiteres machbar.
Wo gibt es Referenzdateien für IT-8 Targets von SilverFast?
Auf den IT-8 Kalibrierungstargets der Firma LaserSoft ist ein Barcode enthalten, anhand dessen die Kalibrierungssoftware erkennt, welche Referenzdatei zu dem Target gehört. Diese Referenzdatei ist auf der zugehörigen CD gespeichert, falls nicht sucht die Software automatisch nach einer passenden Referenzdatei auf der Webseite von SilverFast. Wer sich Referenzdateien selbst besorgen möchte kann dies auf der SilverFast-Webseite IT8 Referenzdateien tun.
Problem: SilverFast kann keine Referenzdatei finden
Wer eine SilverFast Ai Software kauft, hat ein IT8 Kalibrierungstarget im Lieferumfang enthalten. Die zugehörige Referenzdatei befindet sich auf der SilverFast-CD. Sollte SilverFast die richtige Datei nicht finden, sucht die Software nach dieser auf der SilverFast-Homepage.
Allerdings kommt es bei manchen Anwendern vor, dass SilverFast überhaupt keine Referenzdatei finden kann. Woran liegt dies? Viele Anwender legen aus Versehen das IT-8 Kalibrierungsdia seitenverkehrt in den Scanner ein. Die Software kann dann den Barcode nicht erkennen bzw. identifiert diesen falsch und verlangt nach einer Referenzdatei, die es gar nirgends gibt. In diesem einfachen Fall hilft es einfach, das IT-8 Target zu drehen und erneut zu scannen.
Falls SilverFast in der Tat weder auf der CD noch über eine Internet-Verbindung eine passende Referenzdatei finden kann, bleibt die Möglichkeit, die Referenzdatei selbst von der SilverFast-Webseite herunterzuladen, siehe dazu unser entsprechendes Kapitel. Natürlich stellt Lasersoft nur Referenzdateien für ihre eigenen Targets zur Verfügung. Wer aus einer anderen Quelle ein Target erwirbt muss sich die Referenzdatei vom entsprechenden Hersteller besorgen.
Welches IT-8 Target sollte man wählen, Kodak oder Fuji?
Lasersoft liefert SilverFast Ai für Filmscanner standardmäßig mit einem IT-8 35mm Target von Kodak aus. Extra bestellbar bzw. gegen Aufpreis ist auch ein Fuji IT-8 Target erhältlich, siehe zum Beispiel Warengruppe IT-8 Targets in unserem Filmscanner-Shop. Der deutlich höhere Preis eines Fuji-Targets gegenüber einem Kodak-Target im Kleinbildbereich könnte suggerieren, dass das Fuji-Target hochwertiger ist. Dem ist aber nicht so. Das Kodak 35mm IT-8 Target und das Fuji 35mm IT-8 Target sind qualitativ gleich hochwertig. Der Preisunterschied liegt alleine an der Stückzahl der verkauften Exemplare. Da das Kodak-IT8-Target im Kleinbild-Diarahmen hunderttausendfach im Standard-Lieferumfang verkauft wird, das Fuji-IT8-Target jedoch nur einzeln, liegt der Preis für das Kodak-Target entsprechend niedriger.
Welches Target liefert nun die besseren Scan-Ergebnisse? Nehmen wir einen Scanner wie den Reflecta DigitDia 5000, der zum Beispiel eine Farbtreue von 80% liefert (was auch immer Farbtreue in % bedeuten mag...). Mit Hilfe der IT-8 Kalibrierung steigert man die Farbtreue von 80% auf 95%, d.h. man erzielt nahezu perfekte Farben, wie sie auf dem Original enthalten sind. Diese Steigerung erhält man sowohl mit dem Kodak IT-8 Target als auch mit dem Fuji IT8-Target, egal ob man Kodak-Filme, Fuji-Filme, Agfa-Filme oder sonstige Filme digitalisiert.
Jeder semiprofessionelle Fotograf weiß, dass jeder Filmhersteller und jeder Filmtyp des Herstellers seine spezifischen Eigenschaften hat, was Farbe und Körnung betrifft. Die Beurteilung ob ein Film besser oder schlechter ist, ist zum Teil nur subjektiv möglich. So mancher Fotograf hat sein Leben lang nur mit Fuji-Filmen fotografiert, manch anderer hat ausschließlich Ektachrome-Filme von Kodak verwendet. Natürlich holt man die letzten Prozentpunkte in der Farbtreue beim Scannen nur heraus, indem man das Target gemäß seinem zu scannenden Filmmaterial auswählt. Ein Fuji-IT-8 Target zur Kalibrierung eines Scanners liefert bei Fuji-Velvia-Filmen nahezu 100% Farbtreue; ein Kodak-IT-8 Target liefert bei Kodak-Ektrachrome ebenfalls nahezu 100% Farbtreue. Im gemischten Fall erhält man die oben erwähnten 95% Farbtreue. Für Agfa-Filme empfehlen wir auch das Fuji-Target, da es näher an die Originalfarben von Agfa-Filmen herankommt.
Wer unterschiedliche Filme zu scannen hat, kann das günstigere Kodak-Target verwenden. Wer hauptsächlich Fuji-Filme oder Agfa-Filme zu digitalisieren hat, sollte das Fuji-IT-8-Target zur Scanner-Kalibrierung verwenden.
Wer sich einen Flachbettscanner mit SilverFast Ai kauft, erhält übrigens kein Kodak-IT8-Target sondern ein Fuji-IT8 Aufsichtstarget zur Durchführung der Farbkalibrierung.
Wie erkennt man an einem IT-8 Target den Film-Typ?
Von Lasersoft gibt es unterschiedliche Filmtypen und Größen für IT-8 Targets. Während man die Größe einfach abmessen oder abschätzen kann, ist der Film-Typ nur durch genaues Betrachten des Targets erkennbar.
Auf einem Lasersoft IT-8 Target im gerahmten Kleinbild-Dia (35-mm Film) ist der Filmtyp in einer vertikalen Textzeile am rechten Rand des Targets ablesbar, siehe zum Beispiel im nebenstehenden Bild "Printed on Kodak Ektachrome Professional Film". Mit bloßen Augen ist der Text nur schwer entzifferbar; beim Betrachten des Dias mit einer Lupe oder nach einem hoch auflösenden Scan ist der senkrechte Text jedoch leicht ablesbar. Bei einem Aufsichtstarget von Lasersoft ist der Filmtyp rechts unten deutlich ablesbar, siehe zum Beispiel im zweiten Bild den Text "Printed on Kodak Professional Digital". Bei beiden Abbildungen handelt es sich um herausgezoomte Ausschnitte eines Scans des jeweiligen IT-8 Targets.
Wie handhabt man Profile unterschiedlicher IT-8 Targets?
Möchte man für verschiedene Filmsorten eigene ICC-Profile anlegen, so muss nicht jedesmal das entsprechende Target eingelesen werden. Stattdessen kann man für jedes Target ein eigenes Profil erstellen, und dieses bei Bedarf aufrufen. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:
Zunächst muss im Auto-Tab des Optionen-Dialogs die Funktion Eigener ICC-Profilname aktiviert werden.
Startet man nun mit eingelegtem IT-8 Target die Kalibrierung per Klick auf den Kalibrierungs-Button, kann man nach deren Fertigstellung einen Namen für das Profil angeben. Dabei bietet es sich an, die Filmsorte und das Datum in den Dateinamen aufzunehmen.
Öffnet man nun den CMS-Tab des Optionen-Dialogs (siehe nebenstehende Abbildung), kann man sehen, dass das gerade erstellte Profil als Eingabeprofil ausgewählt wurde. Möchte man nun ein weiteres Profil mit einem Target einer anderen Filmsorte erstellen, wiederholt man den Kalibrierungsvorgang mit dem neuen Target. Dem neuen Profil weist man dann wieder einen entsprechenden Namen zu. Auch dieses Profil ist nun automatisch als Eingabeprofil ausgewählt.
Im CMS-Tab des Optionen-Dialogs kann man nun zwischen den verschiedenen Profilen hin und her schalten, und somit das zum jeweiligen Filmmaterial passende auswählen. Dieser Vorgang lässt sich beliebig oft wiederholen, so dass Sie eine unbeschränkte Anzahl verschiedener Eingabe-Profile erstellen können.
Warum bringt die IT-8 Kalibrierung bei mir keine wesentliche Qualitätsverbesserung?
Hin und wieder beklagen sich Kunden von uns, dass die IT-8 Farbkalibrierung keine wesentliche Verbesserung der Scanqualität bringt. Auch in unserem Forum streiten sich oftmals Besitzer eines gleichen Scanner-Modelles darüber, ob die Kalibrierung und Profilierung des Scanners Sinn macht oder nicht. Beim einen hat die IT8-Kalibrierung wahre Wunder vollbracht, der andere merkt kaum Unterschiede. Wie kommt es zu solch unterschiedlichen Aussagen? Ist die Qualitätssteigerung gar nur reines subjektives Empfinden oder lässt sich objektiv was darüber sagen?
Jedes technische Gerät unterliegt gewissen Qualitätsschwankungen und arbeitet in einem fest definierten Toleranzbereich. Beispiel: Bei einer Personenwaage wird vom Hersteller angegeben, dass sie z.B. ein Gewicht von 100 kg mit einer Toleranz von ±2 kg misst. Kaufen nun 3 Leute ein Modell dieser Waage und wiegen einen Klotz mit 100 kg, so misst der erste zum Beispiel 98 kg, der zweite vielleicht 102 kg und der dritte evtl. genau 100 kg. Lassen die drei Käufer die Waage auf dem Eichamt kalibrieren (eichen), dann kommen nach der Eichung alle 3 Käufer beim Wiegen des Klotzes auf einheitliche 100 kg. Der erste und der dritte Käufer werden sagen, dass sich die 50 € Gebühr fürs Eichen voll bezahlt gemacht hat; der zweite wird aber sagen, die Eichung hat bei ihm überhaupt nichts gebracht, nur Geld kostet. So bewertet jeder Käufer für sich individuell Sinn und Nutzen einer kostenpflichtigen Eichung beim Eichamt. Alle 3 haben jedoch nach der Kalibrierung die Garantie, dass ihre Waage richtig arbeitet.
Was ich im obigen Beispiel anhand einer Waage erläutert habe gilt genauso für einen Scanner: Jeder Filmscanner arbeitet in einem gewissen Toleranzbereich; beim einen Modell unterscheiden sich die Farben stark vom Zustand naturgetreuer Farben, beim anderen Modell stimmen die Farben ziemlich gut mit den Origianlfarben überein. Eine IT-8 Farbkalibrierung bewirkt, dass ein Scanner auf ein klar definiertes Qualitätsniveau gebracht wird, unabhängig ob das Nievau vor der Kalibrierung hoch oder niedrig war. Nach der Farbkalibrierung kann man also sicher sein, dass der Scanner echte, naturgetreue Farben liefert.
Fazit: Die IT-8 Profilierung bringt einen Scanner auf ein hohes Qualitätsniveau, was Farben und Farbtreue betrifft. Der tatsächliche Korrekturbedarf schwankt aber von Gerät zu Gerät und ändert sich im Laufe der Zeit.
Um auf die Eingangsfragen zurückzukommen: Ein Anwender, der sich beklagt, dass die IT-8 Kalibrierung nicht viel bringt, hat also ein gutes Gerät aus der Produktion erwischt, bei dem nicht viele Korrekturen notwendig sind. Da ein Scanner jedoch im Laufe seiner Lebenszeit seine Eigenschaften ändert, wird die Kalibrierung evtl. erst nach 3 Monaten wirkungsvolle Ergebnisse zeigen. Und unterschiedliche User, die in einem Forum über Sinn und Nutzen der IT8-Kalibrierung bei ihrem Gerät berichten, haben natürlich alle Recht, was die Ergebnisse bei exakt ihrem Scanner betrifft. Beim einen war halt eine große Korrektur notwendig, beim anderen nur eine kleine. Die Ergebnisse einer subjektiven Bewertung lassen sich jedoch nicht objektiv auf den Gerätetyp allgemein übertragen. Dazu wäre eine Statistik über Zig oder gar Hunderte subjektiver Bewertungen notwendig.
Staub- und Kratzerkorrektur SRD, iSRD, ICE
Ist die Staub- und Kratzerentfernung SRD von SilverFast dem ICE ebenbürtig?
Das renommierteste Staub- und Kratzerkorrekturverfahren ist das hardwaremäßige Verfahren Digital ICE. SilverFast bietet ein softwarebasiertes Staub- und Kratzerkorrekturverfahren an namens SRD. Wie schlägt sich dieses Verfahren im Vergleich zu ICE? Lässt es sich im Stapelbetrieb anwenden?
Zunächst sei der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Verfahren erläutert: ICE ist ein hardwarebasiertes Verfahren; mit einer Infrarotlichtquelle wird die Scanvorlage auf Unebenheiten abgetastet, und so werden Staubkörner und Kratzer detektiert. Diese Fehlerstellen können anschließend softwaremäßig korrigiert werden. Digital ICE funktioniert demnach auf Knopfdruck, d.h. es gibt die Zustände ein oder aus. Wegen der zusätzlich notwendigen Infrarotlichtquelle kann es nur bei Scannern angewendet werden, die bauseits bereits für ICE ausgelegt sind, siehe dazu auch unsere Seite Korrekturverfahren.
SRD von SilverFast ist ein reiner Software-Algorithmus. Man muss diejenigen Bildstellen selektieren, auf die die Staub- und Kratzerentfernung angewendet werden soll, und einen Art Stärkegrad einstellen. Danach startet ein aufwändiger Rechenalgorithmus, der die Flecken im Bild erkennt und retouchiert. Während ICE die Staubpartikel also hardwaremäßig erkennt beruht SRD auf einem Bilderkennungsalgorithmus, der natürlich nicht unterscheiden kann, ob ein kleiner Punkt ein Vogel oder ein Staubkorn ist. ICE kann diesen Unterschied wohl erkennen, da ein Vogel einigen Bildpunkten entspricht, ein Staubkorn dagegen eine leichte Erhöhung im Filmmaterial hervorruft.
ICE lässt sich also per Mausklick einschalten während SRD auf einzelne Bildbereiche mühsam angewendet werden muss. Die Selektierung sämtlicher Stellen im Bild, auf die SRD angewendet werden soll, kann gut und gerne eine halbe Stunde dauern. Zeitlich machen die beiden Funktionen keinen Unterschied, da ICE die Scan-Zeit mehr als verdoppelt und SRD aufwändige Rechenzeit bei der Bildbearbeitung in Anspruch nimmt. Der wesentliche Unterschied ist also, dass ICE voll automatisch abläuft und hardwarebasiert ist, während man SRD manuell für jedes Bild einzeln anwenden muss, d.h. für jedes Bild bis zu einer halben Stunde Extra-Arbeit anfällt.. Demnach kann man ICE im Stapelbetrieb einfach einschalten, während SRD nicht automatisch im Stapelbetrieb für jedes Bild die Staubflecken entfernt.
ICE ist eine hardwaremäßige Korrekturfunktion, die man per Knopfdruck aktiviert. SRD ist ein effektiver Bildbearbeitungsalgorithmus, der jedoch pro Bild eine zeitaufwändige Selektion der zu bearbeitenden Stellen verlangt.
Keine Frage, SRD ist eine ausgezeichnete Bildverarbeitungsfunktion. An die Leistungsfähigkeit, Effektivität und einfache Anwendbarkeit der ICE Staub- und Kratzerkorrektur kommt es jedoch nicht ran.
Worin liegt der Unterschied zwischen SRD und iSRD bei der Staubentfernung?
SilverFast unterstützt in unterschiedlichen Versionen je nach Gerät unterschiedliche Methoden zur Staub- und Kratzerentfernung. Die einfache Methode heißt SRD, die bessere Methode nennt sich iSRD. Wo liegt der Unterschied? Kurz erklärt funktioniert SRD softwarebasiert, während iSRD hardware- und softwarebasiert abläuft.
SRD ist eine reine Software-Funktion, die manuell gesteuert werden muss: Man selektiert auf einem Vorschau-Bild einzelne Staub-Körner, und die Software korrigiert diese dunklen Flecken anhand der darum liegenden Bildinformationen. SRD funktioniert nicht automatisch für ein ganzes Bild sondern nur für einzelne Flecken, die man manuell angibt. Da man die Auswahl manuell für jedes einzelne Bild treffen muss, ist SRD eine extrem zeitraubende Angelegenheit und für Massen-Scans überhaupt nicht geeignet.
iSRD ist ebenfalls eine Staub- und Kratzerkorrekturfunktion, die jedoch zusätzlich hardwarebasiert ist, indem sie den Infrarotkanal des Scanners zur Detektion von Staubkörnern und Kratzern verwendet. iSRD funktioniert also genau so wie die Funktion ICE (siehe unsere Seite über Korrekturverfahren). Im Gegensatz zu SRD funktioniert iSRD automatisch; man muss also keine einzelnen Staubkörner selektieren, sondern schaltet die Funktion einfach ein und überlässt die Detektion von Bergen (Staubkörnern) und Tälern (Kratzer) im Bild dem Infrarotstrahl des Scanners. iSRD funktioniert äußerst zuverlässig und steigert die Bildqualität erheblich. Die Scan-Geschwindigkeit halbiert sich durch den Vorgang zwar ungefähr, aber die persönliche Arbeitszeit wird nicht in Anspruch genommen.
Gibt es einen Unterschied zwischen den Staub-Korrekturverfahren ICE und iSRD?
Auf unserer Webseite über diverse Korrekturverfahren ist ausführlich das automatische Staub- und Kratzerkorrektuverfahren ICE beschrieben. Es handelt sich um eine äußerst zuverlässige Methode, die bereits Anfang des Jahrtausends entwickelt und in viele Scanner eingebaut wurde. In der SilverFast-Software gibt es bei manchen Scannern kein ICE sondern iSRD, obwohl die Scanner eigentlich mit ICE ausgeliefert werden. Wo liegt der Unterschied?
Beide Verfahren sind hardwarebasiert; sie nutzen den Infrarotstrahl des Scanners, um Berge und Täler auf einem Dia oder einem Negativ zu detektieren. Dabei entsprechen Berge Staubkörnern und Täler Kratzern. Sind Staubkörner und Kratzer einmal detektiert, können intelligente Algorithmen diejenigen Stellen im Bild anhand der umliegenden Bildinformationen automatisch korrigieren. Daher spricht man von automatischer Staub- und Kratzerentfernung.
Beide Verfahren funktionieren nur, wenn der Scanner außer einem CCD-Sensor einen zusätzlichen Infrarotsensor hat, der die Bildoberfläche abtastet. Beide Verfahren nutzen also die Hardware des Scanners zur Staub- und Kratzer-Erkennung um dann mit Software-Algorithmen die automatischen Korrekturen durchzuführen. Die Algorithmen sind unterschiedlich aber gleichwertig. Beide Algorithmen sind Hersteller-eigen, also Markenzeichen bzw. Patente. Ein Scanner-Hersteller baut demnach einen Infrarotsensor in seinen Scanner ein. Je nach Software läuft dann das ICE-Verfahren oder das iSRD-Verfahren. Da beide Verfahren geschützt sind, darf kein Dritthersteller diese Begriffe verwenden, und deshalb gibt es auch zwei Begriffe für die gleiche Vorgehensweise.
ICE und iSRD sind zwei gleichwertige Staub- und Kratzerkorrekturverfahren, die den hardwaremäßigen Infrarotstrahl des Scanners zur Detektion von Staub und Kratzern auf dem Film verwenden. Sie unterscheiden sich im jeweiligen Bildverarbeitungsalgorithmus.
In der Regel bieten Scanner-Hersteller ihren Scanner mit ICE an. Damit ist dann klar, dass der Scanner über eine zusätzliche hardwaremäßige Infrarotstrahl-Abstastung verfügt. In der Hersteller eigenen Software gibt es dann einen Button oder eine Checkbox zum Einschalten von ICE. Betreibt man denselben Scanner mit der SilverFast-Software dann heißt der entsprechende Button iSRD, der die ICE-Funktion des Scanners, d.h. dessen Infrarotstrahl, verwendet.
Druckerprofilierung mit SilverFast Profiler
Welche Voraussetzungen sind für die SilverFast-Druckerprofilierung notwendig?
Seit der Version 6.6 bietet SilverFast optional die Möglichkeit der Druckerprofilierung an. Dazu druckt man ein spezielles Testchart mit 1026 Farbfeldern auf dem zu kalibrierenden Drucker aus und scannt dieses anschließend ein. SilverFast vergleicht die Farbwerte, die der Scanner liefert, mit den Sollfarbwerten, die ausgedruckt wurden, und erstellt aus den berechneten Differenzen ein ICC-Farbprofil für den Drucker. Wird dieses ICC-Profil fortan für den Drucker verwendet, erhält man farbechte Ausdrucke.
Eine wichtige Voraussetzung ist natürlich, dass der Scanner, mit dem das ausgedruckte Test-Chart eingescannt wird, IT8-kalibriert ist. Nur wenn der Scanner dank IT8-Farbkalibrierung keine Farbfehler produziert, kann die gescannte Vorlage zur Profilierung des Druckers verwendet werden. Ansonsten werden die Scanner-Fehler auf den Drucker übertragen und man erhält verfälschte Ausdrucke, auch bei Bildern, die nicht aus dem Scanner herkommen.
Eine weitere Voraussetzung ist, dass es sich um einen hochwertigen Flachbettscanner handelt. Ein schlechter Scanner lässt sich zwar auch kalibrieren, jedoch ist trotz IT8_Kalibration keine 100%ige Farbtreue erreichbar. Unter "schlechter Scanner" würde ich Modelle in der Preiskategorie unter 100 € betrachten.
Voraussetzung für einen durchgängigen Farbmanagement-Prozess ist außer der Scanner-Kalibrierung und der Druckerprofilierung ein kalibrierter Bildschirm. Nur wenn der Bildschirm echte Farben anzeigt darf man auch Bilder auf dem Drucker erwarten, die so aussehen wie am Bildschirm.
Ist die SilverFast-Druckerprofilierung mit jedem Scanner möglich?
Lasersoft bietet die Druckerkalibrierung als optionales Modul beim Kauf der SilverFast-Scansoftware an. Die Profilierung eines Druckers funktioniert so, dass zunächst ein Testchart ausgedruckt und dann mit einem kalibrierten Scanner wieder eingescannt wird. Filmscanner können zur Druckerkalibrierung nicht eingesetzt werden, da sie keine Aufsichtsvorlagen (ein ausgedrucktes Blatt Papier) digitalisieren können.
Die Drucker-Profilierung mit SilverFast-Profiler funktioniert also nur mit Flachbettscannern. Prinzipiell kommt jeder Flachbettscanner zur Druckerkalibrierung in Frage, jedoch muss dieser IT-8 kalibrierbar sein. Wenn Sie wissen möchten, ob es die SilverFast IT-8 Kalibrierung und Drucker-Profilierung für Ihren Scanner gibt, kontaktieren Sie uns bitte per e-mail.
Kann die SilverFast-Druckerkalibrierung ein Spektralphotometer ersetzen?
Wie Sie auf unserer Webseite über Druckerprofilierung lesen können funktioniert die professionelle Erstellung eines Printers-Profiles immer so, dass zunächst ein Test-Chart ausgedruckt wird, dessen Farbfelder anschließend gemessen und mit den Referenzwerten verglichen werden. Bei professionellen Druckerkalibriertools kommen Spektralphotometer zum Einsatz; das sind spezielle Messgeräte, die einen Farbton auf einem Papier messen können. Bei der SilverFast Printer Calibration wird anstelle eines speziellen Photometers ein profilierter Scanner als Farbmessgerät eingesetzt. Sind damit vergleichbare Ergebnisse erzielbar?
Beim Preisvergleich des SilverFast-Profilers (unter Hundert Euro) mit professionellen Spektralphotometer-Tools, siehe zum Beispiel in unserem Shop die Warengruppe Druckerprofilierung, kann man schon vermuten, dass sich der hohe Aufpreis für die spezielle Profilierhardware in der Qualität niederschlagen wird.
In der Tat zeigt unser SilverFast Profiler Testbericht, dass sich damit eine akzeptable Qualitätsverbesserung bei Ausdrucken erzielen lässt, die für viele Hobbyanwender ausreicht. Wer also bereits einen Flachbettscanner besitzt und diesen mit der SilverFast-Software bedient und IT8-kalibriert, der erhält für einen günstigen Aufpreis eine Druckerprofilierung hinzu, so dass man deutlich bessere Ausdrucke erzielt als ohne Kalibrierung. Für professionelle Anwender, die höchsten Wert auf Farbtreue legen, auch beim Printer oder Fotodrucker, ist die SilverFast-Profilierung jedoch keine Alternative zu einem Extra-Toolset bestehend aus Spektralfotometer und Profiliersoftware.
Fragen zu SilverFast HDR (High Dynamic Range)
Wer benötigt SilverFast-HDR?
Millionen von Amateurfotografen schießen ihre Fotos mit kleinen Kompaktkameras, die fertige, bereits in der Kamera optimierte Bilddateien im JPG-Format erzeugen. Semiprofessionelle und professionelle Fotografen erzeugen mit ihrer Digitalkamera Rohdateien, aus denen mit Hilfe eines RAW-Konverters fertige Bilddateien erzeugt werden. Grundlegende Kameraeinstellungen wie Weißabgleich oder Aufhellung/Abdunklung können im Nachhinein durchgeführt werden, da man die Rohdaten zur Verfügung hat, die der CCD_Sensor der Digitalkamera misst. Auf diese Weise kann man wichtige Einstellungen in Ruhe zu Hause am Rechner durchführen und muss sich nicht bei der Aufnahme um alles kümmern. Außerdem kann man gewisse Fehler, die bei der Aufnahme gemacht wurden, im Nachhinein korrigieren.
Was für Digitalkamera-Fotos gilt, ist in gleicher Weise auf gescannte Fotos übertragbar. Wer Papierfotos oder Filmmaterial mit Hilfe eines Flachbettscanners oder Filmscanners digitalisiert muss in der Scansoftware gewisse Einstellungen machen auf Basis derer Bilddateien im JPG-Format oder TIF-Format erzeugt werden. Eine falsche eingstellte Farbtiefe, eine zu niedrige Auflösung oder eine nicht eingeschaltete Filmkornglättung schlägt sich dann fest in der Bilddatei nieder und kann nachträglich nicht geändert werden.
Mit SilverFast ist es möglich, Rohdateien, die vom CCD-Sensor des Scanners kommen, im HDR-Format zu speichern und diese nachträglich mit SilverFast-HDR zu bearbeiten. Auf diese Weise erhält man den gleichen Workflow wie bei Digitalkamera-Fotos: Man archiviert die unbearbeiteten HDR-Rohdateien, die sämtliche vom CCD-Sensor gemessenen Informationen der Vorlage enthalten, macht gewisse Einstellungen und Korrekturen auf Basis der Raw-Dateien und generiert daraus die fertigen Bilddateien.
Jedem Fotograf, der also bei seiner Digitalkamera mit Rohdateien arbeitet, sei daher empfohlen, auch beim Scannen mit Rohdateien zu arbeiten. Auch sollte jeder ambitionierte Anwender, der sein Filmmaterial digitalisiert und das Optimum an Bildqualität herausholen möchte, HDR-Rohdateien erzeugen, um sich die Möglichkeit offen zu halten, jederzeit weitere Optimierungen am Rohmaterial durchzuführen, auch wenn er für den momentanen Verwendungszweck nur geringe Anforderungen an die Bilddateien stellt.
Mit SilverFast HDR ist es möglich, Rohdaten, die beim Scannen mit SilverFast erzeugt werden, weiterzuverarbeiten. Beim HDR-Scannen in der SilverFast Scan-Software werden Rohdaten erzeugt, die unabhängig von Softwareeinstellungen sind. Diese Rohdaten werden in SilverFast HDR geladen und fertige Bilddateien daraus erzeugt. In SilverFast HDR lassen sich also nachträglich diejenigen Einstellungen, z.B. die JPG-Kompressionsstufe, Farbanpassungen, Korrekturfilter, durchführen, die man ansonsten beim Scannen mit SilverFast macht. Dadurch kann man die beiden Vorgänge des Scannens und der Bildanpassung im Scanprogramm trennen, so dass sie sogar von unterschiedlichen Personen an unterschiedlichen Arbeitsplätzen durchgeführt werden können.
SilverFast HDR ist eine komplett eigenständige Software, die zwar die von der SilverFast-Scansoftware erzeugten Rohdaten verarbeitet, aber nicht mit ihr zusammen hängt. Demnach wird SilverFast HDR auch als eigenständige CD/DVD ausgeliefert und muss in einem zweiten Vorgang installiert werden. Auch hat SilverFast HDR eine eigene Seriennummer. Wer sich SilverFast HDR als Bundle mit der Scansoftware SilverFast kauft, kann im Nachhinein SilverFast HDR wieder einzeln verkaufen.
Kann man mit SilverFast-HDR die beiden Vorgänge Scannen und Bilderstellung komplett trennen?
SilverFast HDR ist ein eigenständiges Software-Paket, das man unabhängig von der SilverFast Scan-Software erwerben und installieren kann. Während man das Scanprogramm SilverFast dazu einsetzt, um mit Hilfe eines Scanners Filmvorlagen oder Aufsichtsvorlagen zu digitalisieren um daraus HDR-Rohdaten zu erzeugen, verwendet man HDR-SilverFast, um aus den Rohdaten fertige Bilddateien zu erzeugen.
Die beiden Vorgänge des HDR-Scannens und der Bildausgabe kann man sowohl zeitlich als auch räumlich voneinander trennen. So ist es zum Beispiel möglich, mit Hilfe eines Filmscanners an einem Tag mehrere Hundert Dias zu digitalisieren und diese an den darauf folgenden Tagen in HDR zu fertigen JPG-Bildern zu konvertieren. Auch ist es möglich, dass in einer Firma ein Mitarbeiter "nur" HDR-Scans in einem Scannerraum erzeugt und ein anderer Mitarbeiter daraus in einem anderen Büro fertige Bilddateien generiert. Diese Vorgänge können also räumlich und zeitlich getrennt werden.
Im Rahmen unseres Scan-Services bieten wir an, Filmmaterial und Fotomaterial im HDR-Modus zu digitalisieren. Mit Hilfe der Software SilverFast-HDR ist es dem Kunden dann möglich aus den generierten HDR-Dateien JPGs oder TIFs zu erzeugen. Der Kunde ist dann nicht von den beim Scannen gemachten Einstellungen abhängig sondern kann seine Vorlagen quasi selber scannen ohne einen eigenen Scanner zu besitzen.
Kann SilverFast HDR voll automatisch arbeiten?
Die Software SilverFast_HDR gibt es in unterschiedlichen Paketen. Eines der High-End Pakete enthält das Automatisierungstool ColorServer, mit dem eine voll automatische Verarbeitung von Rohdaten möglich ist. Wer zum Beispiel immer wieder kehrende gleiche Vorgänge bei der Bilddatenaufbereitung hat ist mit der Colorserver-Erweiterung bestens bedient.
Beispiel: Ein Webseitengestalter benötigt von gescannten Vorlagen immer ein Exemplar in der Größe 600x400 Pixel bei mittlerer JPG-Komprimierung im sRGB-Farbraum mit einer leichten Kontrastoptimierung. Dann legt man mit ColorServer einen sogenannten Hotfolder an, in welchem genau diese Verarbeitungsschritte auf Basis von Rohdateien durchgeführt werden. Der Hotfolder ist ein Dateiordner, der von SilverFastHDRs Colorserver überwacht wird. Sobald in diesen Ordner eine HDR-Datei abgelegt wird, sei es manuell oder durch das Silverfast-Scanprogramm, startet SilverFast-HDR automatisch die gewünschte Rohdatenkonvertierung und erzeugt das gewünschte Output-File in einem zuvor definierten Ordner.
Mit SilverFast HDR lassen sich beliebig viele solcher Hotfolder einrichten. Auf diese Weise kann man voll automatisch gewisse Dateikonvertierungen aus den Rohdaten durchführen.
Fragen zu SilverFast DCPro
Was sind die Hauptfunktionen von SilverFast-DCPro?
SilverFast DC-Pro ist eine Software für Digitalkameras von der Firma Lasersoft. SilverFast DCPro hat zwei Hauptfunktionen: Kameraprofilierung und Rohdatenverarbeitung. Um eine Digitalkamera zu profilieren ist ein spezielles Digitalkamera-Target notwendig. Ein solches Target gehört zum Lieferumfang von SilverFast-DCPro.
Bei der Profilierung einer Digitalkamera werden mit Hilfe des Targets die Fehler der Kamera gemessen und daraus ein ICC-Korrekturprofil für die Kamera berechnet. Dieses Korrekturprofil kann auf sämtliche Aufnahmen, die mit der Digitalkamera gemacht werden, angewendet werden, so dass man echte, naturgetreue Farben erhält.
Die zweite Hauptfunktion von SilverFast DCPro ist die Rohdatenkonvertierung und Bildbearbeitung. Rohdaten, die mit der Digitalkamera aufgenommen wurden, werden in DC-Pro SilverFast geladen, Einstellungen wie Weißabgleich, Scharfzeichnung und sonstige Farbkorrekturen werden gemacht und aus den Rohdaten werden Bilddateien, zum Beispiel im JPG-Format oder TIF-Format, erzeugt.
Ausführliche Informationen zu den Funktionen und zur Anwendung der Software finden Sie auf unserer ausführlichen Webseite über SilverFast DCPro.
Ist SilverFast DCPro eine eigenständige Software?
Wer den Namen SilverFast hört denkt automatisch an eine Software zum Scannen. In der Tat ist die Scan-Software SilverFast das Hauptprodukt der Firma Lasersoft; SilverFast ist quasi ein Synonym für Lasersoft und für ein Scanprogramm.
SilverFast DCPro ist eine eigenständige Software der Firma Lasersoft für Digitalkameras. Sie hat mit der Scansoftware SilverFast nur insofern zu tun, dass sich die Benutzeroberflächen ähneln und gewisse Workflows und Einstelldialoge gleich sind. Ansonsten kauft man sich SilverFast DC-Pro als eigene Software, die man auf einem beliebigen Rechner unabhängig von einem Scanner oder einer Scannersoftware installieren kann.
Wer einen Flachbettscanner oder einen Filmscanner mit der SilverFast-Software betreibt und sich SilverFast DCPro zur Verarbeitung seiner Kamerarohdaten kauft benötigt sehr wenig Einarbeitungszeit in die neue Software, da man sein KnowHow aus der Scansoftware SilverFast weitgehendst übernehmen kann. Viele Regler, Dialoge und Beschriftungen sind identisch zur SilverFast-Software, so dass man mit dem neuen Programm sehr schnell umgehen kann.
Wie funktioniert die Kameraprofilierung mit SilverFast DCPro?
Wer sich das Software-Paket DCPro von SilverFast kauft erhält neben der reinen Software ein Digitalkamera-Target zur Vermessung seiner Digitalkamera. Dieses 10x13 cm große Target fotografiert man mit seiner Digitalkamera und liest die erzeugte Bilddatei mit der Software SilverFast DCPro ein. Die Kalibrierung in DCPro wird über einen eigenen Kalibrier-Button gestartet. Als Anwender muss man einen Rahmen um das gescannte Target ziehen, so dass viele kleine Einzelrähmchen genau über den einzelnen Farbfeldern liegen.
Beim Kalibriervorgang werden dann die einzelnen (fotografierten) Farbfelder ausgewertet und mit den Sollwerten verglichen, die in einer Referenztabelle enthalten sind. Aus der Differenz der Messwerte und der Sollwerte erzeugt SilverFast DCPro ein ICC-Korrekturprofil, das als solches auf der Festplatte gespeichert wird. In der Software DCPro wählt man dann dieses ICC-Profil bei der Bearbeitung seiner Rohdaten aus, so dass die Farbkorrekturen automatisch auf alle zu bearbeitenden Rohbilder angewendet werden.
SilverFast DCPro kann übrigens mehrere ICC-Profile erzeugen und verwalten. So kann man für unterschiedliche Lichtverhältnisse bestimmte Farbprofile erstellen, die man dann innerhalb der DCPro-Software auswählen kann.
Inwieweit kann SilverFast DCPro Vorgänge automatisieren?
Eine optionale Aubaustufe von SilverFast DCPro beinhaltet das Automatisierungsmodul ColorServer. Mit diesem Zusatzmodul können ganze Serien von Bildern vollautomatisch bearbeitet werden. Beispiel: Wer aus dem Urlaub mit 500 Rohbildern auf der Speicherkarte zurück kommt und einen ersten Überblick über seine Aufnahmen gewinnen möchte, der kann quasi auf Knopfdruck aus den 500 RAW-Dateien 500 JPGs in Bildschirmauflösung erzeugen.
Generell ist es mit ColorServer möglich sogenannte Hotfolders zu erzeugen. Das sind Dateiordner, die von SilverFast DCPro überwacht werden. Für einen Hotfolder legt man eine Regel fest, z.B. das Konvertieren einer Rohdatei ins JPG-Format, die Reduzierung der Auflösung auf 72 dpi, die Verringerung der Bilddimensionen auf 1280x1024 Pixel für eine Bildschirmausgabe, eine leichte Kontrasterhöhung und Farboptimierung. Schiebt man dann zu einem beliebigen Zeitpunkt Kamerarohdateien in diesen Hotfolder werden diese Dateien voll automatisch gemäß den festgelegten Regeln bearbeitet und in einen fest definierten Ausgabeordner geschrieben.
SilverFast DCPro in Verbindung mit dem Modul ColorServer ist also ein äußerst effektives Tool, um immer wieder kehrende Vorgänge zu automatisieren und zu vereinfachen.
Welche Vorteile hat SilverFast DCPro gegenüber anderen RAW-Konvertern?
RAW-Konverter für Digitalkamera-Rohdaten gibt es massenweise auf dem Software-Markt. Die Konvertierung und Bearbeitung von Rohdateien ist inzwischen zur Standard-Aufgabe vieler Programme geworden, da immer mehr Fotografen ihre Bilder im Rohformat aufnehmen. Welchen entscheidenden Vorteil hat SilverFast DCPro auf dem breit gefächerten Markt der Rohdaten-Konverter?
DCPro von SilverFast hat eine Doppel-Funktionalität: Neben der Rohdatenkonvertierung ist mit der DCPro-Software eine Kamera-Profilierung möglich, so dass in einem Farbmanagement-Prozess gearbeitet werden kann. Durch die Kamerakalibrierung werden die Bildfehler der Kamera vermessen und als Korrekturprofil abgespeichert. Dieses Korrekturprofil wird automatisch bei der Rohdatenkonvertierung auf die zu verarbeitenden Dateien angewendet, so dass man korrigierte, farbfehlerlose Bilder erhält. Dies ist der entscheidende Vorteil für den SilverFast DCPro RAW-Konverter. SilverFast DCPro korrigiert also Kamerafehler durch die Profilierung und vermeidet dadurch, dass gewisse Kamerafehler in Tausenden von Bilddateien wieder zu finden und nachträglich zu korrigieren sind.
Ein weiterer Vorteil von SilverFast DCPro gegenüber anderen Rohdaten-Konvertern ist die Ähnlichkeit zur Scan-Software SilverFast. Wer mit SilverFast bereits seinen Filmscanner oder Flachbettscanner bedient braucht keine lange Einarbeitungszeit für SilverFast DCPro, da die grundlegende Bedienung und viele Einstelldialoge ähnlich sind. Gleiches gilt natürlich für die Scanner-Rohdaten-Software SilverFast HDR (High Dynamic Range).
Können mit SilverFast DCPro auch ältere Rohdateien verarbeitet werden?
Wer sich die Software SilverFast DCPro kauft besitzt in der Regel schon eine Digitalkamera und hat bereits unzählige RAW-Dateien auf seinem Rechner gespeichert. Kann man nun mit der neu gekauften Digitalkamerasoftware DCPro auch seine alten Rohdateien verarbeiten, die man vor dem Kauf produziert hat?
Ja. SilverFast DCPro funktioniert in seiner ersten Hauptaufgabe als Raw-Konverter für alle Rohdateien, unabhängig ob diese vor oder nach dem Kauf der Software aufgenommen wurden. Die zweite Hauptaufgabe von SilverFast DCPro, nämlich die Kameraprofilierung, lässt sich natürlich nur für Bilddateien einsetzen, die mit der profilierten Kamera aufgenommen wurden und werden. Wer beispielsweise mit einer Canon EOS 40D 5000 Rohdateien aufgenommen hat und sich jetzt SilverFast DCPro kauft kann seine digitale Spiegelreflexkamera vermessen und profilieren. Das Korrekturprofil kann selbstverständlich auf sämtliche Rohdateien, die mit dieser Canon EOS 40D aufgenommen wurden, angewendet werden. Die Bildqualität lässt sich also im Nachhinein noch steigern, sofern man im RAW-Modus fotografiert hat.
Wer noch ältere Rohdateien hat, die mit einem Kameramodell aufgenommen wurden, das er nicht mehr besitzt, der kann mit SilverFast DCPro zwar diese Rohdaten bearbeiten und konvertieren, allerdings keine Farbkorrektur anwenden, da die "alte" Kamera ja nicht vermessen wurde und somit kein Farbprofil existiert.
Ist SilverFast DCPro auch auf JPG-Dateien anwendbar?
Viele Hobby-Fotografen erzeugen mit ihrer digitalen Kompaktkamera oder Spiegelreflexkamera einfache JPG-Bilder. Kann SilverFast DCPro auch mit solchen Bildern umgehen?
Nein. SilverFast DCPro ist in erster Linie ein RAW-Konverter, der Kamerarohdaten einliest, bearbeitet und konvertiert. JPG-Dateien sind bereits von der Software, die in der Digitalkamera läuft, bearbeitet und optimiert. Um mit SilverFast DCPro zu arbeiten muss man also im RAW-Modus fotografieren. Dementsprechend lässt sich auch ein ICC-Korrekturprofil nur auf Roh-Dateien anwenden und nicht auf JPGs.
Sonstige Themen rund um SilverFast
Hinweise zur Installation von SilverFast
Wer einen neuen Scanner mit der Software SilverFast kauft, sollte einige Punkte bei der Installation beachten, damit diese reibungslos abläuft. Zunächst sei bemerkt, dass SilverFast sowohl Scan-Software als auch Scanner-Treiber in einem ist. Es ist also nicht notwendig, zuerst die Scanner-eigene Software zu installieren. Beispiel: Wer sich einen reflecta Proscan 4000 mit SilverFast kauft, findet im Lieferumfang auch die reflecta-eigene Software CyberView auf CD. Diese CyberView-Software muss nicht installiert werden, wenn man anschließend mit SilverFast arbeitet; es reicht also die Installation von SilverFast aus.
Wichtig zu beachten ist, dass man zuerst die Software installiert ehe man den Scanner an den Rechner anschließt und einschaltet. Sobald man nämlich den Scanner an den PC anschließt und einschaltet erfolgt unter Windows die automatische Erkennung eines Neugerätes und Windows fordert den Benutzer auf, die Treiber-CD einzulegen. Der Anwender muss dann umständlich den Treiber auf der CD suchen und nach dessen Installation kann immer noch nicht gescannt werden, da die Scan-Software ja noch nicht eingerichtet ist.
Der richtige Weg ist also, zuerst die SilverFast-CD einzulegen und die komplette Installation auszuführen, ohne dass zuvor der Scanner angeschlossen und eingeschaltet worden ist. Erst am Ende der Installation darf man den Scanner einschalten, eventuell wird man auch dazu aufgefordert: "Schließen Sie jetzt Ihren Scanner an den Rechner an und schalten Sie diesen ein". Jetzt ist der Treiber und die Scan-Software installiert und mit Scannen kann begonnen werden.
Noch einmal kurz zusammengefasst: 1) Die Installation der Scanner-eigenen Software ist keine Voraussetzung für die Installation von SilverFast. 2) Der Scanner darf erst eingeschaltet werden, wenn SilverFast komplett installiert wurde.
Aufrufen des SilverFast Service Dialogs
Falls bei SilverFast unvorhergesehene Probleme auftauchen, kann der Service-Dialog helfen. Hier hat man die Möglichkeit, die Dateien, die Informationen zu allen Einstellungen von SilverFast enthalten (preference files) zu löschen, und die Software somit in ihren Urzustand zurückzuversetzen.
Außerdem kann über den Servicedialog die Seriennummer-Info gelöscht werden, und die Protokoll-Datei kann auf den Desktop kopiert werden. Dieses sogenannte Logfile kann Hinweise auf etwaige Fehlfunktionen geben. So rufen Sie den Service Dialog auf:
- Starten Sie den SilverFast Launcher
- Halten Sie die folgenden Tasten gleichzeitig gedrückt: Alt - Shift - S - F
- Klicken Sie während Sie diese Tastenkombination gedrückt halten auf die SilverFast-Version, deren Service Dialog Sie öffnen wollen
- Nun erscheint der Service Dialog und Sie können die gewünschte Funktion ausführen.
Ab der SilverFast-Version 6.6 ist der SilverFast-Servicedialog auch direkt aus dem SilverFast Launcher heraus aufrufbar. Über ein kleines Werkzeug-Symbol rechts neben der jeweiligen SilverFast-Version kann der Service Dialog ohne kryptische Tastenkürzel gestartet werden.
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