Canon Filmscanner CanoScan FS4000US

Canon war die erste Firma, die einen sehr gut ausgestatteten Filmscanner mit 4000 dpi Auflösung unter 1000 € anbot. Mit diesem Gerät ist es möglich, für einen akzeptablen Preis Dias und Negative mit über 20 Megapixeln zu digitalisieren. Solche Bilder können problemlos auf Din A4 oder Din A3 Papier im Großformat ausgedruckt werden.


Das Gerät wurde im August 2005 vom Markt genommen. Ein Nachfolgemodell gibt es nicht.

Der Name Canon verpflichtet zu hochwertigen Linsen im Herz des Film-Scanners. Canon war auch die erste Firma, die einen Film-Scanner serienmäßig mit einem APS-Adapter ausliefert, so dass man mit den CanoScan FS4000US nicht nur einen Kleinbild-Filmscanner sondern zugleich einen APS-Scanner erwirbt. Mit Hunderten von gescannten Dias und Negativen habe ich den Filmscanner auf Herz und Nieren getestet. Eine große Anzahl von Scans, die allesamt mit dem Canon CanoScan FS 4000 US gemacht wurden, sind auf meiner Urlaubsseite zu sehen.

Ausstattung und Zubehör

Der Filmscanner CanoScan FS4000US kann sowohl gerahmte Dias als auch Negativstreifen als auch ungerahmte Dias bzw. Einzelnegative verarbeiten. Mit dem speziellen APS-Filmrollenhalter können auch ganze APS-Filme eingescannt werden. Canon liefert standardmäßig einen Rahmen für gerahmte Dias und einen Rahmen für Negativstreifen mit. In den Rahmen für Negativstreifen können auch einzelne Negative oder Positive eingelegt werden. Auch der APS-Adapter ist standardmäßig im Lieferumfang enthalten.

Der CanoScan FS4000US verfügt sowohl über eine SCSI-Schnittstelle als auch über einen USB-Port. Ein (viel zu kurzes) USB-Kabel wird mitgeliefert; Wer den Filmscanner per SCSI anschließen will, muss sich selbst einen SCSI-Controller und ein Anschlusskabel kaufen.

Canon liefert ein umfangreiches Software-Paket mit aus. Außer dem Scan-Programm FilmGet erhält man die Light-Version von Adobe®-Photoshop®. Zum Archivieren erhält man PhotoBase von Arc Soft und zum Ausdrucken der Bilder gibt es PhotoRecord. Handbücher und Software werden jeweils in fünf Sprachen mitgeliefert.

Leistungsdaten des Filmscanners

Der CanoScan FS4000US ist ein 4000 dpi Scanner, d.h. das eingelegte Filmmaterial wird mit bis zu 4000 dpi abgetastet. Man sollte wissen, dass normale Dias oder Negative gar nicht diese Auflösung haben. Fotos, die man mit einer herkömmlichen Kleinbildkamera schießt, haben eine Auflösung von ca. 2000-2500 dpi. Eine Auflösung von 4000 dpi ist jedoch für professionelle Fotografen, die mit hochwertigen Spiegelreflexkameras und richtig ausgesuchtem Filmmaterial super scharfe Bilder machen, interessant.

Als Lichtquelle dient eine Kaltkathoden-Floureszenslampe sowie eine Infrarot-LED für die FARE-Korrektur. Mit FARE (Film Automatic Retouching and Enhancement) werden Vorlagen, die leichte Kratzer haben oder mit Staubpartikeln versehen sind, automatisch von diesen Fehlern Canon-Filmscanner CanoScan FS4000US befreit. Diese viel versprechende Technologie funktioniert wirklich. Nichts stört auf einem Bild mehr, als wenn auf einer blauen Himmelsfläche ein hauchdünnes Haar einen schwarzen Blitz ins Bild zaubert. FARE korrigiert genau solche Störeffekte effektiv.

Der CanoScan FS4000US scannt mit einer internen Farbtiefe von 42 Bit und gibt die Bilder gewöhnlich mit 24 Bit Farbtiefe nach außen weiter. Die hohe interne Farbtiefe von 14 Bit je Kanal (rot, grün, blau) sorgt für ein detailliertes Erfassen der Farben des Filmmaterials. Da die meisten Bildbearbeitungsprogramme jedoch nur 8 Bit pro Farbkanal verarbeiten, wird standardmäßig das gescannte Bild auf insgesamt 24 Bit Farbtiefe reduziert. Ein Umschalten auf 42 Bit Farbwiedergabe ist möglich, jedoch in den seltendsten Fällen notwendig.

Der CanoScan FS4000US scannt auf einer Fläche von 36 x 24 mm. Bei einer Auflösung von 4000 dpi erhält man somit ein Bild mit ca. 5700 x 3800 Pixeln; dies entspricht ca. 21 Millionen Bildpunkten. Im unkomprimierten TIF-Format ergibt dies eine Datei mit knapp 60 Megabyte Größe. Die Anzahl der Pixel viertelt sich entsprechend, wenn man nur mit 2000 dpi scannt; die Dateigröße eines unkomprimierten Bildes beträgt entsprechend ca. 15 Megabyte.

Der Filmscanner von Canon verfügt über ein Autofocus-System; jedoch kann man auch manuell fokusieren. Das Gerät wiegt ca. 2.5 kg und hat mit den Dimensionen (Breite x Länge x Tiefe) 92 x 368 x 144  mm eine überschaubare und handliche Größe; Angeschlossen wird das Gerät an einen PC oder Macintosh entweder per USB-Port oder per SCSI-Schnittstelle.

Zu erwähnen ist ferner, dass der Filmscanner CanoScan FS4000US den Stapelbetrieb beherrscht. Legt man bis zu 6 Negative in den Filmstreifenhalter oder bis zu 4 gerahmte Dias in den Diarahmenhalter oder gar einen APS-Film mit bis zu 40 Aufnahmen in den entsprechenden Adapter ein, so kann der Diascanner jeweils sämtliche Bilder in einem Durchgang einscannen. Dies spart eine Menge Zeit und ermöglicht das automatische Scannen, ohne dass man anwesend sein muss.

Installation

Wer den Diascanner von Canon über das mitgelieferte USB-Kabel an seinen Rechner anschließt, hat ein denkbar einfaches Spiel: Während der Rechner läuft verbindet man einfach den Scanner mit dem Rechner und schaltet anschließend (oder auch vorher) den Filmscanner ein. Windows erkennt automatisch, dass eine neue Hardware angeschlossen wurde und verlangt nach der mitgelieferten CD. Diese legt man ein und der Treiber wird automatisch installiert. Danach ist der Scanner betriebsbereit! Ein Diascanner, in zwei Minuten installiert, das lob ich mir.

Damit kann man bereits erste Scans durchführen, falls man ein Twain-fähiges Bildbearbeitungsprogramm installiert hat. Besser aber ist es, wenn man gleich nach der Installation des Scanners die mitgelieferte Software installiert. Auch das geht voll automatisch und kinderleicht.

Nicht ganz so einfach funktioniert die Installation, falls man den Filmscanner per SCSI mit dem Rechner verbinden will. Dazu muss nämlich der Diascanner umgedreht werden und an der Unterseite muss ein Schalter von USB auf SCSI umgestellt werden. Ferner muss an einem Drehschalter dem Diascanner eine SCSI-ID zugewiesen werden. Äußerst positiv ist, dass der CanoScan FS4000US gleichzeitig SCSI-Terminator sein kann.

Der Anschluss an die SCSI-Karte ist denkbar einfach, sofern man das richtige Kabel gekauft hat. Selbstverständlich muss zuvor eine SCSI-Karte in den Rechner eingebaut werden (Rechner öffnen, Karte einstecken, Karte festschrauben, Rechner schließen, SCSI-Kartentreiber installieren).

Der Diascanner am SCSI-Bus wird vom Rechner nur erkannt, falls der Rechner zuvor runtergefahren wurde, dann der Diascanner eingeschaltet wird und erst dann der Rechner wieder gebootet wird. Auch dann erkennt Windows automatisch das neue Gerät und verlangt nach der mitgelieferten Treiber-CD. Danach ist der Diascanner eingerichtet und die mitgelieferte Software kann installiert werden.

Die Installation des CanoScan FS4000US ist wirklich vorbildlich leicht und einfach. Wer dennoch Hilfe braucht, dem ist im mitgelieferten Handbuch jeder einzelne Schritt mit Bild erläutert. Damit sollte jeder sowohl eine USB-Installation als auch eine SCSI-Installation hinkriegen.

Einlegen des Filmmaterials

Einer der wichtigsten Punkte beim Kauf eines Filmscanners ist, wie man das Filmmaterial in den Scanner bringt und wie der Diascanner damit umgeht. Der Umgang mit dem APS-Filmhalter ist so einfach, dass man darüber keine Worte verlieren muss, denn der Film steckt ohnehin in einer verschlossenen Kapsel. Viel kritischer ist jedoch das Scannen von Dias und Negativen, da man hierbei sein wertvolles Filmmaterial offen dem Filmscanner anvertraut.

Beim CanoScan FS4000US wird ein Diarahmen mitgeliefert, in den man 4 Einzeldias stecken kann. Dabei werden die einzelnen Dias nur in zwei Klammern gesteckt. Das Einlegen und Herausnehmen der Dias ist damit denkbar einfach. Dieser gesamte Rahmen wird in den Diascanner gesteckt.

Canon FS4000 Scannen von gerahmten Dias

Dieser Diarahmen hat Vorteile und Nachteile: Die bequeme Handhabung ist ein grosser Vorteil. In Sekundenschnelle sind die einzelnen Dias in den Rahmen gesteckt ohne dass man Gefahr läuft, aus Versehen das Filmmaterial mit dem Finger zu berühren. Zwischen die einzelnen Klammern können Dias im Glasrahmen, Plastikrahmen oder auch im Papierrahmen gesteckt werden. Wie dick der Rahmen ist spielt keine Rolle, da die Klammern flexibel sind.

Nachteilig ist bei dieser Konstruktion natürlich, dass die Dias in ihrer Halterung etwas Spiel haben. Schiebt man die Dias also nicht exakt unter die Klammern, kann beim Scannen eine leichte Schräglage herauskommen, was mit einem Bildbearbeitungsprogramm jedoch wieder korrigiert werden kann. Mit etwas Sorgfalt legt man die Dias jedoch so präzise in den Rahmen, dass horizontale Kanten nicht zu schrägen Linien weden.

Canon liefert beim CanoScan FS4000US außerdem einen Negativrahmen mit, in den bis zu 6 Negative eingelegt werden können. Dies können sowohl ganze Negativstreifen als auch Einzelbilder (Negative oder Positive) sein. Dieser Rahmen lässt sich aufklappen, so dass man die Streifen oder Bilder bequem einlegen kann. Dabei muss man beachten, dass man die Zwischenräume zwischen den Bildern genau auf die Querstreben des Halters legt.

Scannen von Negativstreifen

Selbstverständlich spielt es keine Rolle, wie viele Slots belegt werden. Der Rahmen bekommt mit dem Filmmaterial nur an den Querstreben und den Filmtransportlöchern Kontakt; Nach dem Verschließen des Rahmens sitzt das Filmmaterial fast felsenfest in dem Rahmen. Um Negativstreifen nach Schließen des Rahmens noch genau positionieren zu können, gibt es kleine Schlitze, in die man mit einer Nadel oder einem winzigen Schraubenzieher stechen kann um so den Streifen noch einen halben Millimeter nach links oder rechts zu korrigieren.

Sowohl der Diarahmen als auch der Negativstreifenrahmen werden vertikal in den Filmscanner eingeführt. Bei Dias im Papprahmen kann es passieren, dass das Dia im Rahmen verrutscht. In diesem Fall hilft nur ein Festkleben des Dias oder das Einlegen in den Filmstreifenhalter.

Positiv am Scanner zu bemerken ist, dass der Einschubschacht immer verschlossen wird, sobald man einen Rahmen herausnimmt. Dadurch wird vermieden, dass Staubpartikel ins Innere des Filmscanners gelangen.

Die mitgelieferte Software

Egal ob man bei Canon einen Filmscanner, einen Flachbettscanner oder eine Digitalkamera kauft, man bekommt immer ein umfangreiches Software-Paket mitgeliefert. Beim CanoScan FS4000US erhält man 4 wertvolle Programme, die fast keine Wünsche in Sachen Fotos scannen, bearbeiten, archivieren und ausdrucken mehr übrig lassen.

  • Canon FilmGet Scanprogramm
  • Adobe® Photoshop® LE Bildbearbeitungsprogramm
  • Arc Soft PhotoBase Fotoalbum-Programm
  • Canon PhotoRecord Programm zum Drucken

Die obige Reihenfolge der 4 Software-Programme gibt auch die Reihenfolge deren Verwendung in der Praxis wieder: Canon FilmGet ist das eigentliche Scanprogramm, welches über eine Twain-Schnittstelle in den Adobe® Photoshop® integriert wird. FilmGet ist also das eigentliche Programm, welches den Scanner steuert.

FilmGet scannt auf recht komfortable Weise Dias oder Negative. Mit einem Indexscan bekommt man kleine Indexbildchen des aktuell eingelegten Rahmens. Eine Vorschau holt ein grobes Bild auf den Bildschirm, um Farbeinstellungen durchzuführen und einen Scanbereich festzulegen. Mit FilmGet kann man bereits vor dem Scan eine Menge Farbeinstellungen durchführen, eigentlich alles was man zur Bildbearbeitung braucht. In FilmGet stellt man auch ein, ob Staub und Kratzer automatisch entfernt werden sollen oder nicht. Auch legt man sich in FilmGet fest, ob man manuell fokusieren will oder auf den Autofokus vertraut.

Für den eigentlichen Scan kann man wählen, ob man das Bild in eine Datei speichern will oder ob man "nur" für den Bildschirm bzw. einen angeschlossenen Drucker scannen will. In der Regel scannt man ein Bild richtig, d.h. speichert es dauerhaft ab und druckt es bei Bedarf noch aus. Standard-Auflösungen sind vorgegeben, jedoch kann man auch manuell seine gewünschte Auflösung, z.B. 2800 dpi, einstellen und abspeichern.

Ein sehr großes Manko bei FilmGet ist die fehlende Möglichkeit, seinen Bildbereich abzuspeichern. Was heißt das? Mit einem Rahmen wählt man denjenigen Bereich des Dias aus, den man wirklich scannen will; schwarze Ränder schneidet man somit ab. Dieser Vorgang muss leider jedes Mal durchgeführt werden. Alternativ scannt man mit einem dicken schwarzen Rahmen und schneidet das Bild dann im Bildbearbeitungsprogramm zu. Dieses Manko kommt vor allem bei Stapelscans zum Tragen.

Nach dem Scan hat man das Bild im Adobe® Photoshop®. Zu diesem Programm braucht man nicht viele Worte zu verlieren: Adobe®'s Photoshop® rangiert seit langem unangefochten an Platz 1 der Bildbearbeitungsprogramme. Mit dieser Software kann man das gescannte Bild weiter zuschneiden, drehen, spiegeln, man kann die Farben weiter beeinflussen und das Bild in beliebigen Formaten abspeichern. Adobe® Photoshop® bietet so viele weitere Möglichkeiten (z.B. Filter), dass man ein gescanntes Bild noch stundenlang nachbearbeiten kann.

Mit Arc Soft PhotoBase bekommt man ein Programm, das die gescannten Bilder in einem Fotoalbum anlegt und mehrere Fotoalben verwaltet. Ein sehr hilfreiches Programm ist PhotoRecord, mit dem man die gescannten Bilder ausdrucken kann. PhotoRecord ordnet die Bilder im gewünschten Format auf einer DIN A4-Seite an, so dass man mehrere Bilder auf ein Blatt drucken kann.

Bildqualität

Kommen wir zum allerwichtigsten Punkt bei der Beurteilung eines Filmscanners, der Bildqualität. Mit seiner hohen Auflösung und dem FARE-Verfahren vermag der Canon sehr gute Scans zu produzieren; Eine negative Eigenschaft des CanoScan 4000 scheint mir jedoch zu sein, dass die Bilder generell etwas dunkler werden und deshalb nachkorrigiert werden müssen. Diesen Effekt konnte ich sowohl bei Dias als auch bei Negativen beobachten. Ob dies an der Lichtquelle oder an der Scan-Software liegt vermag ich nicht zu beurteilen.

Die FARE-Technologie macht sich deutlich bei älteren Dias bemerkbar. Es ist immer wieder verblüffend, wie kleine Kratzerchen und Fusselchen durch das Korrekturverfahren einfach weg korrigiert werden. Bei ein paar speziellen Bildern hat der Korrekturalgorithmus jedoch versagt und eine Fehlermeldung während des Scans ausgespuckt: Bei medizinischen Roentgenbildern zum Beispiel konnte der Fehlerkorrekturalgorithmus nicht mehr zwischen Störungen und Knochen unterscheiden. Die Fehlermeldung stört insofern, dass man sie zuerst quittieren muss, ehe der Scanner seinen Betrieb fortsetzt. Dies ist insbesondere bei Stapelscans lästig, wenn man nach 15 Minuten feststellt, dass man nicht 4 fertige Scans hat, sondern eine Fehlermeldung beim ersten Bild. Man kann zwar den Abbruch eines Stapelscans bei so einem Fehler unterbinden, jedoch hat man dann ein stark verfälschtes Bild.

Während die bewährte ICE Staub- und Kratzerkorrektur tadellos funktioniert, ist das FARE-Verfahren lange nicht so zuverlässig wie ICE. Zu oft versagt das Verfahren, so dass man ihm einfach blind vertrauen könnte und es wie ICE einfach generell einschalten könnte. In Sachen Staub- und Kratzerkorrektur ist der Canon also anderen Scannern deutlich unterlegen.

Bei APS-Filmen hat der Canon FS 4000 wie so viele andere Filmscanner auch mit der Grobkörnigkeit der Filme stark zu kämpfen. Die meisten APS-Fotografen verwenden Filme mit 200 ASA, also Filmmaterial das von Natur aus sehr grobkörnig ist. Da die typischen APS-Kameras ohnehin nicht mit den besten Linsensystemen ausgestattet sind haben APS-Bilder von Natur aus eine schlechtere Bildqualität als Kleinbild-Filme. Egal mit welcher Auflösung man APS-Filme scannt, das Scanergebnis ist nicht berauschend. Die Kornstruktur vergrößert sich durch die Abtastung und wirkt sehr störend. Beim Scannen von APS-Filmen sollte man besser zu einem Scanner greifen, der das Filmkornglättungsverfahren GEM integriert hat. So vorteilhaft es also ist, dass der Canon den APS-Filmadapter schon im Standard-Lieferumfang hat, so wenig konnte mich dieses Teil erfreuen.

Scangeschwindigkeit

Mindestens genauso wichtig wie die Bildqualität ist die Scangeschwindigkeit bei der Beurteilung eines Diascanners. In Hersteller-Datenblättern werden stets reine Scangeschwindigkeiten ohne die Zeit für die Datenübertragung angegeben. Diese Zeiten sind ziemlich wertlos, denn kein Mensch scannt ein Bild ein ohne es anschließend in den PC zu übertragen.

Startet man die FilmGet Software nach dem Einschalten des Scanners, so führt das Gerät zunächst eine Kalibrierung durch. Es gibt Geräte, die dafür Minuten brauchen, der CanoScan FS4000US ist bereits nach gut 20 s kalibriert.

In der Regel führt man zuerst einen Indexscan durch. Dabei wird von jedem eingelegten Bild ein Miniaturabbild erzeugt, um seine Auswahl treffen zu können. Mit gut 15 s ist der Canon Scanner sehr schnell im Rennen. Bei der anschließenden Vorschau wird ein Bildschirm-füllendes Bild des ausgewählten Dias oder Negatives erzeugt, um einen Rahmen ziehen zu können oder Farbeinstellungen vornehmen zu können. Auch diese Aufgabe löst der CanoScan FS4000US in akzeptabler Geschwindigkeit.

  SCSI-Anschluss USB-Anschluss
Kalibrieren 20 s 22 s
Indexscan 15 s 18 s
Vorschau 37 s 38 s

Jetzt kommt aber das traurige Kapitel beim CanoScan FS4000US, nämlich die eigentliche Scangeschwindigkeit. Als Referenz zum Vergleich mit anderen Geräten sollte man die mittlere Spalte (2800 dpi) und die erste Zeile (SCSI 1 Bild) nehmen. Mit über drei Minuten Scanzeit pro Bild ist der Canon 3-4 mal langsamer als Konkurrenzmodelle. Wer den Scanner bequem an den USB-Port anschließt kann sogar einen Kaffee trinken, während das Gerät arbeitet.

Fast schon unakzeptabel werden die Scanzeiten pro Bild, wenn man die volle Auflösung von 4000 dpi einsetzt. Mit 6 bzw. 8 Minuten Scandauer stellt der Filmscanner von Canon den Benutzer auf eine harte Geduldsprobe.

  2000 dpi 2800 dpi 4000 dpi
SCSI 1 Bild 2:00 min 3:25 min 5:55 min
SCSI 4 Bilder 8:55 min 15:10 min 23:30 min
USB 1 Bild 2:30 min 5:45 min 8:10 min
USB 4 Bilder 10:05 min 21:40 min 32:00 min

Die Zeiten in der Tabelle sind Durchschnittswerte, die ich jeweils mit verschiedenen Bildern ermittelt habe. Man erkennt keine eindeutige Linearität und auch keine klare Zeitproportionalität. Die Scandauer hängt nicht alleine von der Auflösung sondern auch vom Bild ab. Ein Bild, wo der FARE-Algorithmus viel zu korrigieren hat, dauert länger als eine astreine Vorlage. Die Zeiten geben also vielmehr ungefähre Zeitangaben an als sekundengenaue, vorhersehbare Scanzeiten.

Die reinen Scanzeiten sind viel schneller als die Zeiten in der Tabelle. Der eigentliche Scanvorgang ist flux erledigt; was eine Menge Zeit kostet ist die anschließende Verarbeitung des Bildes im Scanner. Während des Scannens knattert, surrt und pfeift das Gerät; danach ist absolute Ruhe, nur ein Blinken an der Vorderseite des Scanners ist zu sehen; der Diascanner arbeitet in Ruhe...

Zusammenfassung, Fazit

Der CanoScan FS4000US war bei Markteinführung der erste Filmscanner, der 4000 dpi Auflösung in der 1000 € Klasse anbot; heutzutage ist dies eher Standard geworden. Da das Gerät zudem eine sehr umfangreiche Serienausstattung hat, kommt es auf ein sehr niedriges Preis-Leistungsverhältnis. Ohne den mitgelieferten APS-Filmadapter, den wohl die wenigsten Käufer brauchen, könnte das Gerät um weitere 100 € günstiger sein.

Der CanoScan FS4000US besticht durch seine umfangreiche Serienausstattung, seine einfache Installation, sein gelungenes und kompaktes Design, die gute Software-Ausstattung und eine akzeptable Bildqualität. Seine größte Schwäche ist die extrem langsame Geschwindigkeit, vor allem wenn das Gerät per USB-Kabel mit dem PC verbunden wird.

Der CanoScan FS4000US ist ein ideales Gerät für einen Anwender, der hin und wieder einige seiner Dias oder Negative in hoher Auflösung einscannen möchte; dank seiner hohen Auflösung von 4000 dpi und der Möglichkeit, Bilder mit 42 Bit Farbtiefe ans Bildbearbeitungsprogramm zu liefern, ist der Canon-Scanner auch für Spezialanwendungen, z.B. hochwertige Astronomie- oder Expeditionsbilder, geeignet. Bei solchen Anwendungen spielt der Zeitfaktor eine eher untergeordnete Rolle, zumal die Scans praktisch immer nachbearbeitet werden müssen. Wer jedoch eine riesige Sammlung von alten Dias digitalisieren will, muss einen zu hohen Zeitaufwand in Kauf nehmen.

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