Testbericht Filmscanner Reflecta CrystalScan 7200

Im Februar 2005 brachte reflecta mit dem Crystal Scan 7200 einen Nachfolger für den bewährten CrystalScan 3600 auf den Markt. Bewährt sage ich deshalb, weil der Crystal Scan 3600 der erste Low-Cost-Filmscanner auf dem Markt war, der Scans in guter Qualität mit der ICE Staub- und Kratzerkorrektur-Technologie fabrizierte. Damit stand erstmals Einsteigern eine Funktionalität zur Verfügung, die bis dato nur professionellen, teuren Geräten vorbehalten war.


Preis in unserem Filmscanner-Shop: 229 € Preis mit SilverFast: 295 € Lieferzeit: sofort lieferbar

Der Crystal Scan 3600 zeichnete sich bereits durch eine hohe effektive Auflösung von ca. 3300 dpi aus; das ist ein hoher Wert gemessen an der Nominalauflösung von 3600 dpi. Der Nachfolger Crystal Scan 7200 suggeriert dem Anwender nun eine sensationelle Auflösung von 7200 dpi. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die optische Auflösung bei 3600 dpi bleibt; es hat sich nur die Schrittweite des Schrittmotors halbiert, so dass in Transportrichtung 7200 dpi erreicht werden sollen. Das nützt dem Anwender jedoch relativ wenig, zumal eine effekte Auflösung von 3300 dpi für das Scannen von Kleinbild-Filmen völlig ausreicht.

Es hat sich also fast nichts geändert gegenüber dem Vorgängermodell. Der neue CrystalScan 7200 wird praktisch zum selben Preis angeboten wie das alte Modell. Die Bedienung ist gleich und die Eigenschaften sind ähnlich. Wie bereits beim Vorgängermodell ist beim CrystalScan 7200 Handarbeit angesagt, d.h. es gibt keinen automatischen Filmtransport. Dias müssen also einzeln eingelegt werden und Filmstreifen müssen manuell an die richtige Position verschoben werden. Dafür erhält der Anwender ein sehr gutes Gerät mit ICE Staub- und Kratzerkorrektur, GEM Filmkornglättung und ROC Farbrestaurierung.

Ausstattung, Zubehör und Leistungsdaten des Filmscanners

Beim reflecta CrystalScan 7200 erhält man für einen sensationell günstigen Preis ein Komplettpaket zum Scannen seiner gerahmten Dias und Filmstreifen. Gescannt werden können sowohl Positive als auch Negative, Farbbilder und Schwarz-Weiß-Bilder, also praktisch jegliches Kleinbild-Filmmaterial. Der CrystalScan 7200 kommt ohne zusätzliche Filmadapter aus, d.h. gerahmte KB-Dias oder Filmstreifen werden direkt in den Scanner eingeführt; man benötigt also keine zusätzlichen Adapter oder Filmhalter, hat also keine Verschleißteile.

Der Reflecta CrystalScan 7200 mit geschlossener Frontklappe

Der Scanner wird als Komplettpaket ausgeliefert. Dazu gehören sämtliche Anschlusskabel, Scan-Software, Bildbearbeitungssoftware und natürlich ein Handbuch. Besonders erwähnen möchte ich, dass man nicht irgendeine Fotobearbeitungssoftware bekommt, sondern die renommierte Elements Version von Adobe Photoshop. Man bekommt also alles, was man zum Digitalisieren seiner Kleinbild-Dias oder Negative benötigt, und das finde ich lobenswert bei einem Scanner in dieser niedrigen Preisklasse.

Der Reflecta CrystalScan 7200 ist ein sehr kompakter Filmscanner mit den kleinen Maßen von 278 x 169 x 70 mm; er ist also kleiner als ein Blatt Papier und wiegt gerade mal 1 kg. Die kleine Bauweise ist möglich, da der Scanner keinerlei Transportmotoren für Filmstreifen benötigt. Und damit sind wir auch schon beim Hauptmerkmal des CrystalScan 7200: Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten aus dem eigenen Hause, dem RPS 7200 Professional (siehe unser Testbericht) zieht der CrystalScan keine Filmstreifen automatisch ein und kann somit auch keinen Negativstreifen auf einmal scannen. Vielmehr muss der Benutzer den Filmstreifen manuell einlegen und das zu scannende Bild auf dem Vorlagenhalter positionieren.

Wer diese Handarbeit in Kauf nimmt bekommt dafür eine Menge Filmscanner für sein Geld: Der CrystalScan digitalisiert Kleinbild-Filmmaterial mit einer Auflösung bis zu 7200 dpi und vermag sogar Bilddateien mit 48 Bit Farbtiefe zu erzeugen. Die maximale Dichte beträgt 3,2; der Dichteumfang des Scanners liegt also unter 3. Das diese Werte theoretischer Natur sind und in der Praxis nicht erreicht werden, habe ich auch bei zahlreichen anderen Filmscannern bereits festgestellt, ist also nicht weiter verwunderlich. Als Lichtquelle kommt eine weiße und eine Infrarot-LED-Reihe zum Einsatz. Der Infrarot-Strahl wird für das ICE Staub- und Kratzer-Korrekturverfahren benötigt: Die Infrarot-Lichtquelle tastet das eingelegte Bild nach Unebenheiten (Kratzer, Fingerabdrücke, Staubpartikel) ab, erkennt diese und ermöglicht der Scan-Software die Korrektur dieser Bildstörungen. Zum ICE³-Verfahren, das der CrystalScan 7200 integriert hat, gehört ferner die ROC Farbrestauration, die alten vergilbten Bildern wieder zu neuer Frische hilft, sowie das GEM Filmkornglättungsverfahren.

Der Scanner verfügt über eine schnelle USB 2.0 Schnittstelle, so dass einer schnellen Übertragung von großen Datenmengen, die man bei der maximalen Auflösung von 7200 dpi erhält, nichts im Wege steht. Ein USB 2 Kabel ist im Lieferumfang enthalten.

Installation und Inbetriebnahme

Beim Kauf eines reflecta Crystal Scan 7200 fällt einem zunächst positiv auf, dass man einen kleinen handlichen Karton mit Tragegriff bekommt, in dem alles drin ist: Scanner, Netzteil, USB-Anschlusskabel sowie CDs mit Photoshop Elements und der CyberView Software jeweils in einer ganzen Reihe unterschiedlicher Sprachen. Außerdem erhält man ein kleines Handbuch in deutscher und zahlreichen anderen Sprachen. Auf 20 Seiten wird einem übersichtlich und leicht verständlich erklärt, wie man den Scanner auf welchem Computer mit welchem Betriebssystem installiert und wie man schnell zu seinem ersten Scan kommt.

Wichtig ist bei der Installation, dass man zuerst Photoshop und dann erst die Scanner-Software installiert. Erst nach der Installation darf man den Scanner einschalten; darauf wird man auch durch einen Aufkleber auf der Scanner-Rückeite hingewiesen. Vorbildlich! Und wer den Aufkleber trotzdem nicht beachtet, der wird vom Installationsprogramm nochmals darauf hingewiesen, dass der Scanner erst nach der Software-Installation eingeschaltet werden darf. Da kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Normalerweise würde ich jetzt dem Scanner ganz negativ ankreiden, dass sich der Einschaltknopf an der Geräterückseite befindet; man muss also immer etwas tasten, bis man ihn endlich findet. Bei einem so kleinen Gerät kann man damit jedoch leben.

Meine Installation unter Windows XP war in wenigen Minuten erledigt; danach konnte der Filmscanner angeschlossen werden und der erste Scan durchgeführt werden.

Scannen von gerahmten Dias

Das Scannen von gerahmten Kleinbild-Dias finde ich eine ganz einfache Sache: Zuerst öffnet man die Scannerabdeckung, um mit einem kleinen Knopf die integrierte Filmhalter-Klappe zu öffnen. Dann legt man das Dia ein, schiebt es bis zum Anschlag und schließt die Filmklappe wieder durch einfaches Zudrücken bis sie einrastet. Eine im Filmhalterdeckel integrierte Feder hält das eingelegte Dia fest in seiner Position. Sodann kann man mit dem Scannen (Vorschau erstellen, Einstellungen machen, Hauptscan starten) beginnen.

Das Dia ist durch die Filmhalter-Klappe fest eingespannt.

Das hört sich nun einfach, schnell und bequem an; und in der Tat benötigt man nur ein paar Handgriffe, um ein gerade gescanntes Dia herauszunehmen und das nächste einzulegen. Das Einlegen ist auch insofern eine sichere Angelegenheit, als dass man nicht Gefahr läuft, aus Versehen die Filmschicht zu berühren, da man das Dia bequem an seinem Rahmen anfassen und einschieben bzw. herausziehen kann.

Nach einigen Zig oder Hundert Dias wird das ständige Öffnen der Abdeckklappe, das Entriegeln der Filmhalterklappe und das Öffnen dieser doch etwas zur Last - weniger wegen der dafür benötigten Zeit als vielmehr wegen der Umstände und der Anzahl der Handgriffe, vor allem wenn man das Einlegen eines Dias von anderen Scannern her kennt, zum Beispiel beim Reflecta RPS 7200 (siehe mein Testbericht über dieses Gerät): Zu scannendes Dia in den Schlitz an der Scanner-Vorderseite einstecken und fertig. Zum Herausnehmen Knopf drücken und Dia entnehmen. Da merkt man natürlich deutlich, dass man bei einem Crystal_Scan weniger Komfort genießt als bei so manch anderen Filmscanner. An das Stapel-Scannen von gerahmten Dias mit einem 4er- oder 5er-Diahalter darf ich da gar nicht erst denken!

Und dennoch schlägt der reflecta CrystalScan7200 beim Scannen von gerahmten Dias so manches teurere Konkurrenzmodell: Auf die Filmauflage können nämlich gerahmte Dias von nahezu beliebiger Dicke gelegt werden. Die über 3 mm dicken doppelglasgerahmten Dias können problemlos auf die Filmauflage gelegt und mit der Filmhalterklappe fixiert werden; an solchen dicken Teilen scheitert so mancher Scanner mit Filmhalter. Auch das Einlegen von extrem dünnen Dias ist überhaupt kein Problem.

Vorgang Dauer
Scanner-Kalibrierung 0:12 min
Vorschau 0:17 min
Scan mit 3600 dpi Auflösung 1:45 min
Scan mit 3600 dpi Auflösung (ICE eingeschaltet) 2:40 min
Scan mit 7200 dpi Auflösung 3:55 min
Scan mit 7200 dpi Auflösung (ICE eingeschaltet) 7:45 min

Zu den obigen Scan-Zeiten ist zu sagen, dass ich optionale Funktionen wie Auto-Belichtung oder automatische Scharfstellung stets eingeschaltet habe. Scan-Zeiten für minimale Einstellungen finde ich nicht sehr aussagekräftig. Und die Scan-Zeiten steigen bekanntlich je mehr Korrekturen und Filter man einschaltet.

Die obigen Zeiten wurden auf einem Pentium IV mit 3 Gigahertz Taktfrequenz und 2 Gigabyte Hauptspeicher gemessen. Ein USB 2 Anschluss wurde verwendet; bei einem USB 1 Anschluss erhöhen sich die Scanzeiten deutlich.

Scannen von Filmstreifen, Filmrollen und losen Bildern

Das Scannen von Kleinbild-Filmstreifen funktioniert zunächst genau gleich wie das Scannen von Kleinbild-Dias: Man öffnet die Scannerabdeckung, entriegelt die Filmhalter-Klappe, öffnet diese dann vorsichtig und schiebt den Negativstreifen über das Vorschaufenster. Da die Filmhalterung immer von unten etwas beleuchtet ist, fällt das genaue Justieren des Filmstreifens leicht. Dennoch fiel mir an dieser Stelle der gravierende Unterschied zu den meisten anderen Filmscannern auf: Der Negativstreifen oder Positivstreifen (beides kann verarbeitet werden) wird nicht etwa automatisch eingezogen oder in einem Der eingelegte Negativstreifen kann links und rechts des Scanners beliebig weit hinausragen. Filmhalter exakt justiert, der dann wiederum eingezogen wird; nein, der Filmstreifen muss in der Tat manuell eingelegt und das zu scannende Bild exakt über der Filmbühne positioniert werden. Das ist natürlich umständlich und zeitraubend. Aber ich habe ja bereits in der Einleitung erwähnt, dass man beim CrystalScan etwas mehr Handarbeit betätigen muss als bei anderen Film-Scannern.

Dennoch hat das manuelle Einlegen von Filmstreifen auch einen Vorteil: So ist der Crystal_Scan_7200 einer der wenigen Scanner auf dem Markt, der Filmrollen beliebiger Länge verarbeiten kann. Die überschüssige Filmrolle ragt nämlich links und rechts des Scanners einfach heraus.

Das Einlegen der Filmstreifen ist jedoch permanent mit der Gefahr verbunden, dass man Fingerabdrücke auf den Film bringt, vor allem wenn man kurze Filmstreifen oder Einzelbilder verarbeitet. In diesem Fall empfehle ich unbedingt das Tragen von Baumwoll-Handschuhen und das Verwenden einer speziellen Pinzette mit abgeflachten Schaufeln. Schließlich wäre es zu schade, wenn man seinen Filmstreifen quasi vor dem letzten Einsatz noch verschmutzt oder gar zerstört.

Natürlich vermisst man beim Digitalisieren von ganzen Negativstreifen einen automatischen Einzug sowie die Möglichkeit, den ganzen Filmstreifen im Stapelmodus zu verarbeiten. Vor allem wer größere Mengen von Negativstreifen digitalisieren will, muss sich des Aufwandes für jedes einzelne Bild im Klaren sein.

Vorgang Dauer
Scanner-Kalibrierung 0:12 min
Vorschau 0:19 min
Scan mit 3600 dpi Auflösung 2:40 min
Scan mit 3600 dpi Auflösung (ICE eingeschaltet) 3:45 min
Scan mit 7200 dpi Auflösung 4:45 min
Scan mit 7200 dpi Auflösung (ICE eingeschaltet) 8:15 min

Zu den obigen Scan-Zeiten ist zu sagen, dass ich optionale Funktionen wie Auto-Belichtung oder automatische Scharfstellung stets eingeschaltet habe. Scan-Zeiten für minimale Einstellungen finde ich nicht sehr aussagekräftig. Und die Scan-Zeiten steigen bekanntlich je mehr Korrekturen und Filter man einschaltet. Dass die Scanzeit für ein Negativ größer ist als für ein Positiv ist normal, das ist bei allen Film-Scannern der Fall.

Die obigen Zeiten wurden auf einem Pentium IV mit 3 Gigahertz Taktfrequenz und 2 Gigabyte Hauptspeicher gemessen. Ein USB 2 Anschluss wurde verwendet; bei einem USB 1 Anschluss erhöhen sich die Scanzeiten deutlich.

Die mitgelieferte Software

Reflecta liefert den Crystal Scan 7200 mit einem zweiteiligen Software-Paket aus:

  • Scansoftware CyberView X
  • Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop Elements
  • Scansoftware SilverFast SE oder Ai (optional)

Damit erhält man ein Software-Komplettpaket, mit dem man zunächst seine Filme digitalisieren kann und mit dem man anschließend die gescannten Bilder bearbeiten kann.

Wie schon oben erwähnt halte ich es für bemerkenswert, dass bei einem Filmscanner in einer so günstigen Preisklasse die Bildbearbeitungssoftware Adobe Photoshop Elements dabei ist, kostet diese doch als Einzellizenz schon an die 100 €. Mit Photoshop lassen sich die gescannten Bilddateien noch drehen, spiegeln, farblich bearbeiten, mit zahlreichen Effektfiltern verzaubern und verbessern. PhotoShop Elements bietet mehr Funktionen als ein normaler Scanner-Anwender verwenden mag.

Zur Scan-Software CyberView X. Zunächst muss ich bemerken, dass die Software äußerst stabil läuft und während meiner Testphase nicht ein einziges Mal abgestürzt ist; das ist nicht selbstverständlich bei Scan-Programmen. Dass man bei einem Filmscanner in dieser Preisklasse keine Profi-Scansoftware erwarten darf ist klar. Was bietet also die CyberView X Software beim Reflecta Crystal Scan 7200?

Das Programm ist sehr übersichtlich aufgebaut und nicht mit Buttons und Reglern überfrachtet. So findet man sich sehr schnell auf der Benutzeroberfläche zurecht und auch ein Neuling im Bereich des Scannens kommt sehr schnell zu seinem ersten Scan. Wer eine Anleitung dazu benötigt kann sich entweder in dem 20-seitigen mitgelieferten Benutzerhandbuch schlau machen oder man bedient sich der PDF-Version, die zugleich die Online-Hilfe darstellt.

In der Scan-Software kann der genaue Filmtyp oder nur ein generischer Film eingestellt werden; es sind also einige Farbprofile in der Software untergebracht, so dass man bessere Farben erhält, wenn man den Filmtyp exakt einstellt? Die Einstellungen für Auflösung und Scanbereich lassen sich sehr bequem in der Scan-Software durchführen. Allerdings muss man beim Neustart der Software immer wieder von vorne beginnen.

So manche Benutzerdialoge sind leider nicht ganz einfach zu verstehen. Wenn man zum Beispiel beim Einstellen von ROC Farbrestauration zuerst auf Übernehmen und dann auf Schließen klicken muss ist das für die meisten Windows-Benutzer sehr ungewöhnlich; ein simpler OK-Button ist weit mehr verbreitet. So wie dieses Beispiel hat die Software einige kleine Schwächen. Die Software hat aber auch einige Stärken, die ich nicht erwartet hätte: So bietet sie neben den üblichen Farbkorrekturen wie Helligkeit und Kontrast auch die Möglichkeit, die Gradationskurve und die Tonwertkurve zu verändern, an. Das ist nicht selbstverständlich bei einer einfachen Scansoftware. Auch zu bemerken ist, dass man innerhalb eines Bildes mehrere Scan-Rahmen setzen kann, so dass diese hintereinander automatisch gescannt und nummeriert werden; dieses Feature kenne ich bislang nur von der Profi-Software SilverFast.

Die automatische Dateinummerierung ist sehr praktisch, wenn man eine Serie von Bildern scannt. Allerdings ist dieses Feature noch nicht ausgereift, denn man muss immer wieder manuell einen Zähler nachstellen. Auch nicht ausgereicht ist das Dialog-Handling: Scannt man zum Beispiel mit 7200 dpi Auflösung, dann wird einem mit einem Fortschrittsbalken der Fortschritt des Scan-Vorganges vorgegaukelt. Allerdings verschwindet dieser Balken nach Erreichen der 100% Marke, und man meint, der Scan sei fertig. Da taucht aber etliche Sekunden später ein neuer Fortschrittsbalken auf und das ganze geht von vorne los. Man weiß also nie so richtig, wann ein Scan wirklich fertig ist.

Insgesamt besticht CyberView X durch seine Übersichtlichkeit und Einfachkeit. Die Software hat einige kleine Schwächen aber auch einige Stärken. Für einen Filmscanner in dieser Preisklasse ist die Software aber ausreichend und akzeptabel.

Wie bei vielen Scannern ist es auch beim Crystal Scan 7200 nicht anders, dass man die wahren Stärken des Gerätes erst unter Einsatz der SilverFast-Scan-Software herausholt. Diese gibt es entweder als abgespeckte SE-Version oder als Ai-Vollversion inklusive IT-8 Kalibrierungsdia optional im Bundle mit dem Scanner. SilverFast zeichnet sich nicht nur durch mehr Funktionen und Einstellmöglichkeiten aus sondern auch durch eine wesentlich bessere Bildqualität. Mehr Informationen zur SilverFast-Software gibt es auf unserer Fragen & Antworten Seite zu SilverFast.

Bildqualität

Kommen wir zum wichtigsten Punkt, zur Qualität der Scans. Mit einer Auflösung von 7200 dpi und einer Farbtiefe von 48 Bit sollten sich doch ansehnliche Digitalbilder erzeugen lassen! Zunächst muss ich einmal lobenswert bemerken, dass reflecta die maximale Dichte Dmax nur mit 3,2 angibt. Das ist ein ehrlicher Wert, der zwar für die meisten Anwendungen ausreicht, aber bei einigen kritischen Bildern zu Verlusten führt. Lobenswert deshalb, weil die meisten Hersteller heutzutage nur noch theoretische Dichteumfänge von 4,8 angeben, also ein Wert der sich lediglich aus der maximalen Farbtiefe und A/D-Umwandlung ergibt.

Natürlich hat mich erst einmal brennend interessiert, welche Auflösung der reflecta Crystal Scan 7200 wirklich bringt und ob sich die halbsogroße Schrittweite des Transportmotors wirklich positiv auf die Auflösung auswirkt. Der Scan eines USAF Testcharts soll zeigen, wie viele Dots per Inch effektiv rauskommen. Betrachten wir das USAF Testchart, so stellen wir fest, dass sämtliche Elemente der Gruppe 5 eindeutig dargestellt werden, d.h. die jeweils drei horizontalen und vertikalen schwarzen Balken Ein Auflösungstest ergibt beim Reflecta CrystalScan 7200 eine effektive Auflösung von 3300 dpi. unterscheiden sich eindeutig vom weißen Hintergrund. Betrachten wir das Element 6.1 so kann man noch gut die Kontrastunterschiede der drei Balken zum grauen Zwischenbereich erkennen. Beim Element 6.2 sind aber nur noch ganz feine Kontrastunterschiede in vertikaler Richtung, also in Transportrichtung, zu erkennen. Die gegenüber dem Vorgängermodell halbierte Schrittweite in Transportrichtung führt also maximal zu 100 dpi mehr Auflösung.

Dem Element 6.1 entspricht eine Auflösung von 3251 dpi, dem Element 6.2 3649 dpi. Somit gebe ich dem Scanner eine effektive Auflösung von ungefähr 3300 dpi, und zwar sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung. Damit liegen wir ca. 10% unter der optischen Nennauflösung - ein akzeptabler und erfreulicher Wert, denn nur sehr teure Filmscanner liegen in diesem Toleranzbereich, preisgünstigere Modelle erreichen oft nur 50% der Nominalauflösung. Von 7200 dpi in Transportrichtung kann aber keineswegs die Rede sein, das ist also ein reiner Marketing-Gag von reflecta. Somit unterscheidet sich das Gerät in Sachen Auflösung auch nicht von seinem Vorgängermodell.

Zur Beurteilung der Farben und Farbtreue: Ich habe meine Tests mit gerahmten KB-Dias begonnen und war verblüfft welch gute Bilder ich nach dem Scannen auf der Festplatte fand. Sowohl die Farbtreue als auch die Schärfe der Bilder hat verblüfft. Als Filmtyp habe ich immer das generische Positiv eingestellt. Normale Urlaubsbilder, wie sie die meisten Scanner-Käufer zu verarbeiten haben, scannt der CrystalScan 7200 sehr gut. An die Grenzen stößt das Gerät erwartungsgemäß, wenn man Bilder mit vielen Details in sehr dunklen Bereichen scannt; da macht sich die geringe maximale Dichte negativ bemerkbar, aber das war auch nicht anders zu erwarten.

Etwas anders sieht die Sache bei Negativen aus. Während man bei Positiven mit ganz normalen Standard-Scans hervorragende Ergebnisse erzielt, tut man sich bei Negativen deutlich schwerer. Man muss entweder in der Scan-Software oder anschließend in der Bildbearbeitungssoftware die Farben kräftig nachretouschieren.

Hervorragend funktioniert dagegen das ICE Staub- und Kratzerkorrekturverfahren bei Dias und Negativen; das ist eben der große Pluspunkt dieses Diascanners. Staub, Kratzer, Fingerabdrücke oder kleine Fusselchen werden wirkungsvoll auf Kosten der Scanzeit korrigiert. Weniger begeistert hat mich das GEM Filmkornglättungsverfahren. Bei Verwendung von GEM erhält man nicht nur glattere Bilder sondern andere Farben; da vermute ich, dass GEM irgendwie mit der Farbrestauration ROC verkoppelt ist, obwohl sich beide Korrekturverfahren an sich getrennt einschalten und regeln lassen.

Fazit: Die Bildqualität des reflecta CrystalScan7200 hat mich bei gerahmten Dias überzeugt; bei Negativen bin ich nicht ganz so begeistert, da noch einige Nacharbeit notwendig ist, um akzeptable Farben zu erhalten. Vielleicht erhält man echtere Farben, wenn man genau seinen Filmtyp einstellt und nicht den generischen verwendet.

Hinweis: Mit der Standard-Scansoftware CyberView ist die Bildqualität eher durchschnittlich, während sie mit der SilverFast-Software SE überraschend gut ist. Das Optimum an Bildqualität holt man heraus, wenn man den Scanner mit der SilverFast Software Ai inklusive IT-8 Kalibrierungsdia betreibt. Infolge der Farbkalibrierung liefert der Scanner dann echte Farben, die kaum noch in der Bildbearbeitungssoftware korrigiert werden müssen. Mehr Infos dazu gibt es auf unserer SilverFast-Webseite.

Scan-Geschwindigkeit

Betrachtet man die Tabellen mit den Zeitmessungen in den vorigen Kapiteln, dann macht man die bei Filmscannern üblichen Feststellungen: Das Scannen von Negativen dauert länger als das von Positiven. Schaltet man ICE hinzu, vergrößert sich die Scanzeit beträchtlich. Schaltet man weitere Filter wie GEM oder sonstige Farbkorrekturen hinzu, erhöht sich die Scan-Zeit weiter.

Dass die Scanzeiten bei 7200 dpi Auflösung ins Uferlose ansteigen war zu erwarten. Allerdings reichen Scans mit 3600 dpi völlig aus, da sich die effektive Auflösung bei 7200 dpi nicht wirklich steigert. Insofern bleiben auch die Scanzeiten in einem akzeptablen Bereich.

Die obigen Zeitmessungen wurden auf einem PC mit 3 GHz Taktfrequenz und 2 GByte Hauptspeicher gemacht. Angeschlossen wurde der Scanner an eine USB 2.0 Schnittstelle. Das Gerät funktioniert selbstverständlich auch an einer USB 1.1 Schnittstelle, allerdings erhöht sich dadurch die Scanzeit, denn bei einem Scan in der höchsten Auflösung werden ca. 60 MByte Daten vom Scanner an den Rechner geschickt.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Reflecta CrystalScan 7200 weder ein schneller Sprinter noch eine lahme Schildkröte ist; er liegt ungefähr im Mittelfeld der Diascanner. Viel wichtiger ist, dass diese Zeiten jeweils für ein einziges Bild gelten. Hinzu kommt jeweils die Zeit für das Einlegen des Dias bzw. Einführen des Filmstreifens. Da man immer nur ein einziges Bild auf einmal scannen kann, bleibt einem nichts anderes übrig als am Rechner zu verweilen und die paar Minuten irgendwie zu überbrücken während der Scanner gerade ein Bild scannt. So einen Komfort wie eine Tasse Kaffee trinken während der Scanner einen Filmstreifen abarbeitet gibt es beim CrystalScan 7200 nicht.

Immerhin macht einem die Scan-Software insofern das Leben einfach, als dass man zum Beispiel mit einem Dia eine Vorschau macht, gewisse Standard-Einstellungen durchführt und einen Standard-Scanbereich festlegt, und man dann immer nur noch ein neues Bild einlegt und anschließend den Scan-Button drückt. Somit ist ein einigermaßen schnelles und effektives Arbeiten möglich.

CD mit Demo-Scans

Die Bildqualität des Reflecta Crystal Scan 7200 hat mich bei Dias sehr positiv überrascht. Da es fast schon unglaublich klingt, dass ein Scanner in dieser Preisklasse so hervorragene Scans fabrizieren kann, biete ich jedem an, sich selbst zu überzeugen. Gegen einen Unkostenbeitrag von 10 € biete ich eine CD mit Scans an, die mit verschiedenen Einstellungen auf dem CrystalScan 7200 gemacht wurden.

Zusammenfassung, Fazit

Mit dem Reflecta CrystalScan 7200 erhält man einen Filmscanner, der durch eine gute Bildqualität, das ICE Staub- und Kratzerkorrekturverfahren, eine hohe effektive Auflösung von 3300 dpi und einen niedrigen Preis besticht. Als Gegenleistung muss man auf jeglichen Komfort beim Einlegen von gerahmten Dias oder Filmstreifen verzichten. Da der Scanner über keinen automatischen Filmtransport verfügt, gibt es keinen Stapelverarbeitungsbetrieb.

Während die Bildqualität mit der Standard-Scan-Software CyberView eher durchschnittlich ist, wird sie durch den Einsatz der Software SilverFast SE deutlich gesteigert. Optimale Ergebnisse in Sachen Bildqualität erhält man mit SilverFast Ai dank des IT-8 Farbkalibrierungsdias.

Der CrystalScan 7200 ist das ideale Gerät für Leute, die ihre Diasammlung in guter Qualität zu einem geringen Preis digitalisieren möchten und dafür etwas Zeit zu investieren bereit sind. Wegen der aufwändigen Handhabung ist der Scanner jedoch nicht für große Bildarchive geeignet.

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