Hasselblad Flextight X1 - Testbericht und Vergleich mit X5

Hasselblad führt zwei professionelle Filmscanner in seinem Sortiment. Beim Hasselblad Flextight X1 handelt es sich um eine leicht abgespeckte Version von Hasselblads Topmodell Flextight X5, dem wir in unserem ausführlichen Testbericht eine hervorragende Leistung bescheinigen konnten. Auf dieser Seite gehen wir auf die Unterschiede zwischen den beiden Top-Scannern ein und machen einige Tests, wie sich der Flextight X1 im Vergleich zum Flextight X5 schlägt.


Professionelle Hasselblad-Filmscanner sowie Original-Hasselblad Zubehör sind in unserem Filmscanner-Shop erhältlich.

Äußerlich sind sich die beiden Scanner sehr ähnlich. Bis auf die an der Frontseite der Geräte angebrachten Modellbezeichnung unterscheiden sich die beiden Brüder nur an einem kleinen Detail am Gehäuse: Während der X5 an den Gehäuseflanken eine Riffelung besitzt, ist das Gehäuse des X1 vollständig glatt. Größenmäßig unterscheiden sich die beiden Geräte nicht. Die Unterschiede müssen also im Inneren stecken.

In unserem Testlabor haben wir beide Geräte nebeneinander gestellt und an zwei Rechnern gleichzeitig betrieben, um die Unterschiede festzustellen. Wir werden in diesem Kurztest ausschließlich auf die Unterschiede zwischen den beiden Scannern eingehen damit eine eventuelle Kaufentscheidung leichter fällt. Grundsätzliches zu Ausstattung, Installation und Bedienung der beiden Scanner lesen Sie bitte in unserem ausführlichen Testbericht zum Hasselblad Flextight X5 nach.

Unterschiede zwischen Flextight X1 und Flextight X5

Hasselblad Flextight X1

Worin unterscheidet sich der Flextight X1 von seinem großem Bruder Flextight X5? An dieser Stelle wollen wir Ihnen darüber zunächst einen Überblick verschaffen. Dabei betrachten wir 8 qualitative Unterscheidungsmerkmale der beiden Scanner; äußerliche Unterschiede am Gehäuse sowie den wesentlichen Unterschied im Anschaffungspreis lassen wir erst mal außen vor.

1. Auflösung

Zunächst einmal wäre da die höhere nominelle Maximalauflösung des Flextight X5 zu nennen: Seine 8000ppi stehen den 6300ppi des Flextight X1 gegenüber. Allerdings wirkt sich der Unterschied in der Praxis nur sehr geringfügig aus.

Bei beiden Scannern steht die jeweilige Maximalauflösung nur im Kleinbildformat zur Verfügung, und der Flextight X5 erreicht bei einer Scanauflösung von 8000ppi effektiv "nur" etwa 6900ppi. Beide Scanner erzielen bei einer Scanauflösung von 6300 ppi effektiv etwa 6150 ppi. Der Unterschied in der effektiv erzielbaren Auflösung zwischen X5 und X1 liegt also bei 6900ppi gegenüber 6150ppi. Beide Werte sind so extrem hoch, dass sie die Auflösungsgrenze (Korngrenze) eines Kleinbild-Filmes übersteigen.

Der Unterschied in der Auflösung ist also eher nomineller Natur, zumal sich die Auflösung der beiden Geräte bei Mittelformaten und Großformaten nicht unterscheidet. Somit entfällt das Auflösungskriterium quasi als echtes Unterscheidungsmerkmal und sollte auf die Kaufentscheidung keinen Einfluss haben.

2. Maximaldichte, Dichteumfang

Die beiden Scanner-Modelle haben eine unterschiedliche Maximaldichte: Während der Flextight X5 noch Filmdetails einer Maximaldichte von D=4,9 erfassen kann, liegt die Maximaldichte beim X1 bei D=4,6. Somit liegt der Dichteumfang des X5 um etwa eine Blendenstufe über dem des Flextight X1.

Die höhere Maximaldichte des Hasselblad Flextight X5 bedeutet, dass in extrem dunklen Bildpartien noch Helligkeitsunterschiede erfasst werden können, während andere Scanner nur noch schwarz sehen. Es sei an dieser Stelle jedoch vorweggesagt, dass wir in unseren Tests bei keinem Dia einen Unterschied an dunklen Bildpartien zwischen den Scans des Flextight X1 und des Flextight X5 erkennen konnten. Somit scheint auch das Dichte-Kriterium nicht wirklich kaufentscheidend beim Vergleich der beiden Geräte zu sein, wohl natürlich im Vergleich zu anderen Scannern.

3. Scangeschwindigkeit

Aus den Datenblättern der Hasselblad-Filmscanner kann man bei der Scan-Geschwindigkeit einen enormen Unterschied zwischen den beiden Geräten ablesen: Während der Flextight X1 eine Geschwindigkeit von 60 MB / Minute bringt, scannt der Flextight X5 mit der fünffachen Geschwindigkeit, nämlich 300 MB / Minute.

Dieser Geschwindigkeitsunterschied macht sich in der Praxis deutlich bemerkbar, wie unsere Geschwindigkeitsmessungen zeigen. Beim direkten Vergleich der beiden Scanner kommt man jedoch nicht auf einen Faktor 5 sondern je nach Filmformat auf ungefähr 4. Dies liegt daran, dass in unseren Messungen außer den reinen Scan-Zeiten auch die Zeit für den Filmeinzug enthalten sind; diese Zeit ist bei beiden Scannern gleich.

In der Scangeschwindigkeit unterscheiden sich also die beiden Hasselblad-Scanner erheblich. Dies ist ein wesentliches, kaufentscheidendes Unterscheidungsmerkmal. Wer große Mengen an Filmen zu scannen hat, der benötigt einen Flextight X5, um eine hohe Produktivität mit großem Durchsatz zu erzielen. Wer nur gelegentlich einen hochwertigen Scan benötigt, kann auch ein paar Minuten länger auf die Bilddatei warten.

4. Kompatible Filmformate, Filmhalter

Die beiden Hasselblad-Scanner unterscheiden sich äußerlich quasi nicht, so dass man daraus folgern könnte, dass beide Scanner die gleichen Filmformate verarbeiten können. Der Flextight X1 kann grundsätzlich alle Filmformate verarbeiten, die auch der X5 verarbeiten kann, also Kleinbild, Mittelformat 120/220 Rollfilm und Großformat bis 4x5". Die Filmhalter sind für beide Geräte identisch.

Zusätzlich kann man mit dem Hasselblad Flextight X1 aber auch noch das Großformat 13x18cm (5x7") scannen. Dies ist mit dem Flextight X5 nicht möglich - der darin verbaute Lichtkondensator verhindert das Scannen dieses großen Filmformats. Damit hat der Flextight X1 gegenüber dem großen Bruder einen entscheidenden Vorteil, zumal das 13x18 cm Großformat weit verbreitet ist.

5. Auflichtscans

Mit dem Hasselblad Flextight X5 können Auflichtscans von Vorlagen bis zur Größe DIN A4 (21 x 29,7 cm) digitalsiert werden. Diese Funktion steht mit dem Flextight X1 nicht zur Verfügung, mit ihm lassen sich ausschließlich Durchsichtvorlagen scannen. Auf dieses Feature kann man jedoch gerne verzichten, denn zum einen ist das Scannen von Papiervorlagen mit einem Hasselblad Flextight X5 aufwändig und zum anderen ist die erzielbare Scanqualität nicht besser als unter Verwendung eines hochwertigen Flachbettscanners, der nur einen Bruchteil eines Hasselblad Flextight kostet.

6. Zubehör zur Stapelverarbeitung

Für den Flextight X5 bietet Hasselblad zwei Feeder für Stapelverarbeitung an: eine Diazuführung für bis zu 50 gerahmte Kleinbilddias und eine Stapelzuführung für bis zu 10 Filmhalter beliebiger Art. Mit ersterem können bis zu 50 gerahmte KB-Dias im Automatikbetrieb gescannt werden, ohne dass der Benutzer eingreifen muss. In den zweiteren können 10 unterschiedliche Filmhalter eingelegt werden, so dass der Flextight X5 bis zu 10 Filmvorlagen im Automatikbetrieb verarbeitet. Dabei muss es sich nicht um 10 gleiche Filmhalter handeln, sondern es können auch unterschiedliche Formate gemischt werden.

Mit dem Flextight X1 ist die Nutzung dieser Feeder nicht möglich; ihm fehlt der Anschluss für dieses Zubehör. Wer also große Mengen an Filmen zu verarbeiten hat sollte nicht nur wegen der höheren Scan-Geschwindigkeit sondern auch wegen der Erweiterbarkeit um die Feeder zum größeren Flextight X5 greifen.

7. Kühlung des Sensors

Sowohl der Flextight X5 als auch der X1 verfügen über wärmereduzierende Konstruktionsmerkmale wie das außenliegende Netzteil und die Verwendung einer Kaltkathodenleuchtröhre als Lichtquelle. Darüberhinaus bietet der X5 noch eine aktive Sensorkühlung, die wärmebedingtes Bildrauschen noch weiter reduziert. Diese ist allerdings erst bei einem Dauerbetrieb über mehrere Stunden ohne Pausen zwischen den Scanvorgängen von Bedeutung, also vor allem, wenn man eine der optionalen Stapelzuführungen nutzt, oder wenn man mit mehreren Filmhaltern arbeitet, so dass der Scanner ständig am Arbeiten ist.

Die fehlende Sensorkühlung wirkt sich beim Flextight X1 nicht negativ aus, da dieses Gerät in der Regel nicht im Dauerbetrieb läuft. Beim Flextight X5 ist die Sensorkühlung jedoch zwingend notwendig, da das Gerät von Haus aus für einen hohen Durchsatz, also für einen Permanentbetrieb ausgelegt ist.

8. Lichtquelle

Im Gegensatz zum Flextight X1 verfügt der Flextight X5 über einen fest installierten Lichtkondensator vor der Lichtquelle, der das Licht streut und somit ein weiches Licht liefert. Dadurch werden kleinste Kratzer und Schmutzpartikel überstrahlt, was die Scanvorbereitung in Sachen Filmreinigung und das Postprocessing in Sachen Ausfleckretusche ein wenig erleichtert. Beim Scannen mit dem Flextight X1 ist die sorgfältige Reinigung des Filmmaterials vor dem Scannen viel wichtiger als beim Flextight X5, da jedes Staubkorn auf dem Scan zu sehen ist.

Ein direkter Vergleich der Bildergebnisse beider Scanner lässt noch eine weitere Auswirkung des härteren Lichts erkennen: Der Flextight X1 lässt das Filmkorn sehr deutlich hervortreten. Je nach Beschaffenheit des Korns tritt dieses mal mehr mal weniger als deutlich sichtbares Griseln auf. Durch das harte Licht des X1 werden eventuelle Unzulänglichkeiten der Vorlage also gnadenlos zu Tage gefördert, was aber kein Nachteil sein muss. Solch eine gestochen scharfe Reproduktion kann durchaus auch gewünscht sein. Die Rohscans des X5 wirken im Rohzustand etwas weicher als die des X1, zum Teil auch etwas unschärfer.

Der Flextight X1 liefert also knackige, scharfe Scans, während der Flextight X5 weichere, leicht unschärfere Bilder liefert. Welche Variante die bessere ist, ist vielmehr eine Geschmacksfrage als ein objektives Qualitätskriterium. Betrachten wir im folgenden die Bildqualität sowie die Scangeschwindigkeit des Flextight X1, auch im Vergleich zum großen Bruder Flextight X5.

Die Bildqualität des Hasselblad Flextight X1

In unserem Testbericht des Flextight X5 haben wir gezeigt, dass Hasselblads Topmodell Flextight X5 eine überragende Bildqualität liefert. Weiter oben auf dieser Seite haben wir die Unterschiede zwischen diesem und dem hier getesteten Flextight X1 aufgezählt. Manche wirken sich auch auf die Bildqualität aus. Dies möchten wir im Folgenden überprüfen.

Ein Auflösungstest ergibt beim Hasselblad Flextight X1 eine effektive Auflösung von 6150 dpi.

Fangen wir wie immer mit der Auflösung an. Wie bereits angedeutet, fehlt dem X1 der "HiRes" Modus für Kleinbildscans mit 8000ppi. Als höchste Auflösung lassen sich hier 6300ppi einstellen. In unserem Auflösungstest mit einem USAF-1951 Testchart lassen sich gerade noch die horizontalen Linien des Elements 7.1 und die vertikalen Linien des Elements 6.6 differenzieren. Daraus ergibt sich für den Flextight X1 dieselbe effektive Auflösung, wie für den X5, nämlich 6150 ppi.

Für die größeren Bildformate haben sich die maximalen Auflösungswerte nicht geändert: Für Mittelformate 120/220 stehen 3200ppi zur Verfügung, und das Großformat 4x5" kann mit maximal 2040ppi digitalisiert werden. Die dabei gemessenen effektiven Auflösungen entsprechen denen des X5. Mit effektiven 6900 dpi kann der Flextight X5 gegenüber den 6150 dpi des Flextight X1 also eine gut 10% höhere Auflösung im Kleinbild-Bereich erzielen; dieser Unterschied wirkt sich in der Praxis jedoch nicht aus, da bei einer solch hohen Auflösung die Korngrenze eines Filmes längst überschritten ist. Damit ergibt sich als Fazit, was die Auflösung betrifft, dass der kleine Flextight X1 dem großen Flextight X5 gleichwertig ist.

Mit Hilfe der optionalen Hasselblad 6x4,5cm Maske können 6x4,5 cm Mittelformate im Hochformat gescannt werden. Dabei steigt die Auflösung von 3200 ppi auf 4000 ppi.

Der Hasselblad Flextight X1 hat eine Maximaldichte von 4,6, während der größere Bruder auf Dmax = 4,9 kommt. Der Flextight X1 liefert jedoch trotz einer etwas geringeren Maximaldichte quasi gleich gute Ergebnisse wie sein großer Bruder. Lichter und Schatten zeigen auch bei extrem hohem Bildkontrast ausreichend Zeichnung. Der Unterschied von 0,3 in der Maximaldichte hat sich bei unseren Tests nicht ausgewirkt. Lediglich in der Tonwertkurve einiger sehr dunklen Bilder kann man im ganz linken Bereich beim Flextight X5 ein paar Ausschläge mehr erkennen als beim Flextight X1. In der Praxis ist der Unterschied jedoch nicht erkennbar. Somit kann man sagen, dass die beiden Scanner, was den Dichteumfang betrifft, quasi gleich sind, und zwar auf einem extrem hohen Qualitätsniveau.

Beim X1 sind die Kornstruktur und Verunreinigungen deutlicher zu sehen als beim X5.

Interessant ist der Unterschied in der Bildwirkung der beiden Scanner, der sich durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Lichtquelle ergibt: Das durch den fest installierten Lichtkondensator weiche Licht des X5 lässt das Filmkorn weniger stark in Erscheinung treten sowie kleinste Kratzer und Staubpartikel auf der Vorlage verschwinden.

Das ist gut in unserem ersten Vergleichsbild zu sehen, das sich öffnet, wenn Sie auf das hier gezeigt Thumbnail klicken. Die Darstellung schaltet dabei etwa alle drei Sekunden zwischen dem Scan mit dem Flextight X1 und dem Flextight X5 um. Bei dem Bild handelt es sich um einen 100% Ausschnitt eines Mittelformates, das sowohl mit dem Flextight X1 als auch mit dem Flextight X5 gescannt wurde. Die Verschmutzungen des Testdias sind beim Scan mit dem X1 viel deutlicher zu sehen, und auch das Filmkorn tritt stärker hervor.

Scans mit dem Flextight X1 wirken schärfer und knackiger als Scans mit dem X5.

Hier fehlt der Lichtkondensator beim X1, so dass ein sehr hartes, gerichtetes Licht, so wie man es auch von LED Lichtquellen her kennt, entsteht, das alle noch so kleinen Unvollkommenheiten der Filmvorlage wiedergibt: Filmkorn wird je nach dessen Beschaffenheit mal mehr, mal weniger deutlich, aber immer gestochen scharf wiedergegeben, und auch noch so kleine Kratzer, Verschmutzungen, und Staubpartikel werden schonungslos mitgescannt.

Durch diesen Unterschied wirken die Scans des Flextight X1 auch immer einen Hauch schärfer als die des X5, siehe zweites Bildbeispiel, ebenfalls ein 100% Ausschnitt eines Scans, der mit beiden Scannern gemacht wurde. Das darf aber keinesfalls so verstanden werden, dass die Scans des X5 unscharf seien. Der X1 bringt lediglich noch einen Tick mehr Schärfe. Ob diese leicht weichzeichnende Wirkung des X5 als Vor- oder als Nachteil anzusehen ist, hängt vom gewünschten Endergebnis ab.

Beim Rauschverhalten des X1 wiederum, das sich aufgrund der fehlenden aktiven Sensorkühlung theoretisch von dem des X5 unterscheiden könnte, haben wir keinen Unterschied zwischen den beiden Scannern ausmachen können. Auch bei einem Testscan von 15 Dias im 6x6 Mittelformat unmittelbar hintereinander hat sich beim X1 kein wärmebedingtes Bildrauschen entwickelt. Wir gehen davon aus, dass das Kühlsystem des Flextight X5 erst bei einem ganztägigen Dauerbetrieb mittels eines Feeders seine Wirkung entfaltet.

Im großen und ganzen bleibt zu sagen, dass der Hasselblad Flextight X1 eine hervorragende Bildqualität liefert, die der des Topmodells Flextight X5 in der Praxis in keinster Weise nachsteht. Lediglich im Bildeindruck unterscheiden sich die beiden Scanner: Während der X5 eine angenehme, etwas weiche Detailwiedergabe erzeugt, stellt der X1 auch feinste Strukturen wie das Filmkorn und Verschmutzungen knallhart dar.

Die Scangeschwindigkeit des Hasselblad Flextight X1

Hasselblad gibt die Scangeschwindigkeit des Flextight X1 mit 60 MB / Minute an. Im Vergleich zum Flextight X5, der einen Geschwindigkeitswert von 300 MB/min hat, ist der Flextight X1 damit deutlich langsamer. Dieser enorme Geschwindigkeitsunterschied lässt sich auch in der Praxis leicht nachmessen. Die tatsächlichen Scanzeiten können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Vorgang Dauer
Durchlichtscan vom Kleinbild mit 2000ppi Auflösung 1:00 min
Durchlichtscan vom Kleinbild mit 5000ppi Auflösung 3:47 min
Durchlichtscan vom Kleinbild mit 6300ppi Auflösung 6:29 min
Durchlichtscan vom Mittelformat 6x6 mit 1600ppi Auflösung 1:33 min
Durchlichtscan vom Mittelformat 6x6 mit 3200ppi Auflösung 5:14 min
Durchlichtscan vom Grossformat 4x5" mit 1020ppi Auflösung 1:27 min
Durchlichtscan vom Grossformat 4x5" mit 2040ppi Auflösung 4:38 min

Die Scanzeiten wurden mir demselben Computer ermittelt, den wir auch für den Geschwindigkeitstest des Flextight X5 genutzt haben: ein Windows 7 64-Bit Rechner mit Intel Core i7 Prozessor und 8GB RAM. Mit dieser zum Testzeitpunkt sehr hochwertigen Hardware war es möglich, die volle Geschwindigkeit des Scanners auszunutzen, und ihn nicht durch eine evtl. zu langsame Verarbeitung der Daten auszubremsen.

Beim Vergleich der Werte vom Flextight X1 und X5 ergibt sich ein Geschwindigkeitsfaktor von ungefähr 4; nominell gibt Hasselblad ja einen Unterschied vom Faktor 5 an. Der um eins reduzierte Faktor ergibt sich daher, dass wir bei unseren Messungen die Gesamtzeit des Scans berücksichtigen. Dazu gehört auch der Transport des Filmes, der bei beiden Geräten gleich ist.

Kaufentscheidung Hasselblad Flextight X1 oder X5

Bei den beiden Hasselblad Filmscannern Flextight X1 und Flextight X5 handelt es sich um absolute Top-Geräte, die zurecht den Namen High-End-Scanner verdienen. In unserer Filmscanner-Rangliste belegen sie verdienterweise die Plätze 1 und 2. Beide Geräte überzeugen durch eine absolute Top-Bildqualität, durch eine hohe Verarbeitungsqualität und durch große Flexibilität, was scanbares Filmmaterial betrifft. Wer sich für einen Hasselblad-Scanner entscheidet wird mit einer exzellenten Bildqualität belohnt, die kein anderer Scanner erreichen kann. Es gibt zur Zeit keine besseren Filmscanner auf dem Markt als die beiden Hasselblad-Geräte.

Bleibt noch die Frage zu klären, welches der beiden Flextight-Modelle für einen der richtige ist. In der Bildqualität unterscheiden sich die beiden Geräte nur unwesentlich. Während der Flextight X1 etwas schärfere und knackigere Scans liefert, sind die Ergebnisse des Flextight X5 weicher und mit weniger Staubpartikeln und Kratzern versehen. Welche Variante man bevorzugt ist reine Geschmackssache. Beim Flextight X1 spielt die Filmreinigung vor dem Scannen eine wichtigere Rolle als beim Flextight X5. Zur Reinigung des Filmmaterials empfielt sich der Einsatz von Antistaubspray sowie spezieller Filmreinigungsgeräte.

Ein entscheidendes Auswahlkriterium für den Flextight X1 ist die Möglichkeit, Großformate der Größe 13x18 cm (5x7") zu scannen. Beim Flextight X5 ist eine maximale Größe von 4x5" möglich.

Das entscheidende Kaufkriterium für einen Flextight X1 oder X5 ist jedoch in der Tat die Scangeschwindigkeit: Der Flextight X5 ist ganz und gar auf die schnelle Verarbeitung großer Bildmengen ausgelegt. Die Scangeschwindigkeit des Flextight X5 ist um den Faktor 4 höher als die des Flextight X1. Eine aktive Kühlung beim Flextight X5 verhindert auch bei einem ganztägigen Dauerbetrieb Rauscheffekte durch Wärmebildung. Und dank der Erweiterbarkeit um die optionalen Feeder kann mit dem Flextight X5 sogar in einem richtigen Stapelbetrieb gearbeitet werden.

Und nicht zuletzt ist der Anschaffungspreis ein entscheidendes Kaufkriterium: Der Hasselblad Flextight X5 kostet ca. 7000 € mehr als sein kleinerer Bruder. Damit lässt sich die Kaufentscheidung kurz zusammenfassen: Wer gelegentlich einen extrem hochwertigen Scan benötigt, liegt mit dem Hasselblad Flextight X1 genau richtig. Wer tagtäglich eine große Menge an Filmen in sehr guter Qualität digitalisieren möchte, sollte sich den schnellen Flextight X5 anschaffen.

Wer nur gelegentlich hochwertige Hasselblad-Flextight-Scans in kleineren Stückzahlen benötigt, dem sei unser High-End Scan-Service empfohlen. Wir bieten für äußerst günstige Preise professionelle Scans von Hasselblad-Flextight Scannern an.

Fazit


Im Rahmen unseres High-End Scan-Services bieten wir professionelle Flextight-Scans zu günstigen Preisen an.

Der Hasselblad Flextight X1 ist ein Scanner, der eine extrem hohe Bildqulität liefert, die auf dem Niveau des Topmodells der Flextight-Reihe, dem X5, liegt. Während der Flextight X5 durch den fest installierten Lichtkondensator einen leichten Weichzeichnungseffekt erzeugt, der Filmkorn und Verschmutzungen reduziert, liefert der Flextight X1 die höchstmögliche Detailschärfe, die diese Erscheinungen deutlich hervortreten lässt. Was nun zu bevorzugen ist, hängt von persönlichen Vorlieben bzw. dem gewünschten Resultat ab.

Der Flextight X1 ist also allen Anwendern zu empfehlen, die höchstmögliche Bildqualität brauchen, für die hoher Durchsatz aber kein Kriterium ist. Wer mit einem Flextight-Scanner Vorlagen im 13x18cm Großformat scannen möchte, dem bleibt sowieso nur der Flextight X1 zur Wahl.

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