Nikon Filmscanner Super CoolScan 5000 ED Testbericht

Am Ende eines heißen Sommers 2003 geriet die Nikon-Scanner-Welt in Bewegung und in Aufruhr. Auf einmal konnte man Nikon-Scanner in den USA ca. 50% günstiger erwerben als in Europa. Auch in Deutschland boten manche Händler dem Endverbraucher die Filmscanner von Nikon günstiger an als sie ein normaler Fachhändler bei Nikon direkt einkaufen konnte. Große Spekulationen machten sich breit, dass Nikon eine neue Modellserie auf den Markt bringen würde. Gerüchte unterschiedlichster Art wurden verbreitet.


In unserem Online-Shop ist der Filmscanner Nikon Super Coolscan 5000 ED mit Feeder und SilverFast Scan-Software sofort lieferbar. Auch Original Nikon-Zubehör haben wir stets auf Lager.

Aber warum sollte Nikon eine neue Serie auf den Markt bringen? Schließlich war Nikon doch mit dem LS-40, dem Super Coolscan 4000 und dem Super Coolscan 9000 in allen Klassen unumstrittener Marktführer in Sachen Qualität und Möglichkeiten. Allerdings war Nikon auch absoluter Spitzenreiter beim Kaufpreis.

Im Oktober 2003 überraschte Nikon die Filmscanner-Gemeinde mit einem Nachfolger für den bewährten Super Coolscan 4000 ED. Anhand der technischen Daten war schnell klar, dass sich einige Kleinigkeiten verbessert haben. Die größte Überraschung war jedoch eine drastische Preissenkung um ca. 30% gegenüber dem Vorgängermodell. Also mehr Leistung für weniger Geld? Nicht ganz. Mein nachfolgender Testbericht wird zeigen, dass Nikon auch kräftig gespart und reduziert hat, was jedoch auf den ersten Blick nicht ganz offensichtlich ist.

Ausstattung und Zubehör des Nikon LS-5000 ED

Ich habe meinen Coolscan V und Super Coolscan 5000 am selben Tag bestellt und auch am selben Tag geliefert bekommen. Bereits beim Auspacken wurde mir klar, dass Nikon rationalisiert hat: Zwei gleiche Kartons mit unterschiedlicher Beschriftung, innen die gleichen Verpackungen und Schachteln, die gleichen Filmadapter, die gleichen Anschlusskabel, gleiche Software und sogar gleiche Handbücher, nur eben zwei verschiedene Scanner, die sich äußerlich jedoch kaum unterscheiden.

Die Abmessungen und die Form sind gleich wie beim Vorgängermodell. Sofort fällt einem jedoch auf, dass sich die Standfüße geändert haben; Während der Coolscan 4000 auf vier Gumminoppen stand ist der neue Coolscan 5000 von zwei gummiartigen Kunststoffhalterungen umrandet, so dass er eine sichere rutschfeste Auflage auf dem Schreibtisch findet, und zwar sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Stellung. Diese Halterung hat sich bei mir im Laufe der Jahre gut bewährt.

Die markanteste Änderung gegenüber dem Vorgängermodell ist mir jedoch gleich an der Vorderseite des Scanners aufgefallen: Der LS-4000 hatte eine verschiebbare Verschlusskappe, mit der man das Scannerinnere bequem verdecken konnte, wenn kein Filmadapter eingelegt war. Bei geschlossener Verschlussklappe war somit der Innenraum des Diascanners vor Staub geschützt. Dieses lobenswerte Teil hat Nikon komplett wegrationalisiert. Beim Coolscan 5000 muss also immer ein Filmadapter eingelegt sein, auch wenn der Scanner nicht in Betrieb ist. Dies ist eigentlich keine große Einschränkung, solange der Diascanner auf dem Schreibtisch steht. Wer jedoch seinen Scanner zur Reparatur oder Wartung einschickt oder ihn einem Freund verleiht, muss immer zusätzlich einen Filmadapter mitgeben, damit der Innenbereich des Scanners geschützt ist. An dieser Stelle hat Nikon meiner Meinung nach zu viel gespart und ein klassisches Eigentor geschossen: Plötzlich sind die teuren Nikon-Scanner die einzigen Geräte auf dem Markt, die keinen direkten Staubschutz des Scannerinneren haben. In diesem Punkt schlägt nun so mancher Billiganbieter die teure Konkurrenz von Nikon.

Der Nikon Super Coolscan 5000 ED; ohne Filmadapter ist das Scanner-Innere offen.

Auch an der Rückseite des Film-Scanners hat es eine Änderung gegeben: Der Firewire-Anschluss IEEE-1394 wurde zugunsten eines USB 2.0 Anschlusses geopfert. Mancher MAC-Besitzer wird mit dieser Änderung nicht ganz glücklich sein. USB 2.0 ist jedoch bei PCs (vor allem bei Notebooks) inzwischen mehr verbreitet und hat die gleiche Übertragungskapazität wie Firewire. An der Rückseite unterscheidet sich auch der Super Coolscan 5000 von seinem kleineren Bruder: Es gibt eine Öffnung für die Kleinbild-Filmtrommel, mit der man ganze KB-Filmrollen auf einmal digitalisieren kann.

Zur Standard-Ausstattung gehören zwei Filmadapter. Mit dem automatischen Filmstreifeneinzug SA-21 kann man Filmstreifen (Positive oder Negative) mit 2-6 Aufnahmen scannen. Mit dem Diarahmenadapter MA-21 kann man einzelne gerahmte Dias scannen. Beim alten Nikon 4000 war noch der Filmstreifenhalter FH-3 im Lieferumfang enthalten. Diesen Filmhalter hat Nikon ebenfalls wegrationalisiert, man kann ihn nur noch als optionales Zubehörteil erwerben. Schade finde ich, denn mit dem serienmäßigen Filmstreifeneinzug SA-21 ist es nicht möglich ein einzelnes Negativ, das oft übrig bleibt, wenn man einen Film entwickeln lässt, zu scannen. Auch stark gewellte Filmstreifen können mit dem SA-21 nicht verarbeitet werden. Da ist der FH-3 Filmstreifenhalter unumgänglich. Somit muss jeder Käufer des Nikon 5000 gegen Aufpreis einen FH-3 mitkaufen; ich finde so eine Verkaufspolitik bedauerlich, denn es handelt sich meiner Meinung nach nicht um ein optionales sondern um ein notwendiges Zubehör.

Damit verdient der Super Coolscan 5000 meiner Meinung nach nicht mehr das Prädikat "Komplettpaket" im Kleinbild-Bereich. Da der Filmstreifenhalter FH-3 praktisch ein unabdingliches Teil für Leute, die ungerahmtes Kleinbild-Filmmaterial scannen möchten, ist, wird man quasi gleich beim Kauf eines Coolscan 5000 gezwungen, Extra-Geld für ein optionales Zubehörteil auszugeben. Das ist ein gewaltiger Rückschritt gegenüber dem Vorgängermodell.

Der Filmstreifenhalter FH-3 ist nicht mehr im Lieferumfang enthalten obwohl er ein unabdingbares Zubehör zum Scannen von Filmstreifen und Einzelbildern ist. Er muss also separat bestellt werden.

Einen weiteren Rückschritt hat es bei der Scan-Software gegeben. Das renommierte SilverFast ist beim Nikon Super CoolScan 5000 nicht mehr im Kaufpreis enthalten. Es gibt nur noch die Nikon eigene Scan-Software NikonScan. Jeder, der SilverFast kennt, weiß dessen Vorteile zu schätzen und akzeptiert auch einen entsprechenden Aufpreis beim Geräte-Kauf. Für viele Anwender reicht die Nikon eigene Scansoftware jedoch völlig aus. Im Software-Paket ist ferner NikonView und Adobe® Photoshop® Elements enthalten. NikonScan hat den eklantanten Nachteil, dass sich der Scanner nicht IT-8 kalibrieren lässt; dafür muss man nun SilverFast separat kaufen.

Die große Preissenkung, die Nikon beim Super Coolscan 5000 gegenüber dem Super Coolscan 4000 gemacht hat, ist also gar nicht so groß, wenn man die Änderung der Serienausstattung des Scanners berücksichtigt. Während ich das Fehlen der Frontklappe als eklatantes Manko beim Super Coolscan 5000 sehe, kann ich mit der fehlenden SilverFast-Software und dem fehlenden Filmstreifenhalter FH-3 leben, denn diese Teile kann ich mir bei Bedarf immer noch nachkaufen; Aber die richtig großen Extrakosten kommen bei Nikon ohnehin erst, wenn man zusätzliche Filmadapter wie den Slide Feeder oder den Filmrollenadapter benötigt.

Leistungsdaten des Filmscanners Nikon LS-5000

Es gibt zwei Hauptgründe, die den Nikon Super Coolscan 5000 ED so einzigartig und unübertreffbar machen: Es sind zum einen außerordentliche gute Leistungsdaten, die jedoch nicht nur auf dem Papier angegeben werden sondern auch in den Scans wiederzuerkennen sind. Es ist zum anderen die Erweiterbarkeit des Scanners um mehrere optionale Filmadapter.

Während der Vorgänger LS-4000 die analogen Signale des CCD-Sensors mit 14 Bit pro Farbkanal in digitale Signale umwandelte hat der neue Super Coolscan 5000 einen 16 Bit A/D-Wandler. Das bedeutet, dass der Filmscanner pro Farbkanal (rot, grün, blau) 16 Bit zur Verfügung hat, also 65.536 Farbtöne (Erklärung siehe auf unserer Seite Farbtiefe) unterscheiden kann. Bei einem Schwarz/Weiß-Bild erhält man also bis zu 65.536 verschiedene Grautöne bei einem optimalen Scan. Bei einem Farbbild bedeuten 16 Bit pro Farbkanal insgesamt 248 verschiedene Farbtöne, was der fast unvorstellbaren Anzahl von 256 Billionen Farben entspricht. Demzufolge gibt Nikon den Dichteumfang des Scanners mit 4,8 an. Dies sind freilich theoretische Werte, die in der Praxis nicht erreichbar sind.

Ausgegeben werden die Scans entweder mit 8 oder mit 16 Bit pro Farbkanal. Die hohe Auflösung von 4000 dpi holt aus einem Kleinbild-Dia sage und schreibe ca. 20 Millionen Bildpunkte heraus. Speichert man eine solche Datei im unkomprimierten TIF-Format ab, so erhält man eine Bilddatei von ca. 55 Megabyte Größe. Diese Dateigröße verdoppelt sich noch, wenn man mit 16 Bit pro Farbkanal abspeichert. Mehr ist aus einem Kleinbild-Positiv oder -Negativ nicht herauszuholen.

Der Nikon LS-5000 ED mit eingesetzten Diaadapter MA-21

Was zeichnet weiter einen Nikon-Scanner aus? Bei Nikon werden qualitativ sehr hochwertige Objektive verwendet. Was bei Spiegelreflexkameras gilt, lässt sich in gewissem Umfang auch auf einen Filmscanner übertragen: Nicht die Kamera sondern das Objektiv macht das Bild. Alle Profi-Fotografen werden mir in dieser Aussage zustimmen. Als Lichtquelle kommt eine vierteilige LED-Zeile zum Einsatz, die bei Farbbildern hervorragende Dienste tut, jedoch einige Schwächen bei Schwarz-Weiß-Bildern hat.

Der Super Coolscan 5000 ED kommt mit einer ganzen Reihe von Bildoptimierungs- und Bildkorrekturverfahren daher. Die automatische Staub- und Kratzerkorrektur ICE, die Filmkornfehlerbeseitigung GEM sowie die Farbrestauration ROC kennt man schon vom Vorgängermodell. Neu hinzugekommen sind DDE und ein Scan Image Enhancer. DDE ist ein Teil des neuen Advanced ICE4 und führt Belichtungskorrekturen durch. Der Scan Image Enhancer optimiert die Farben und den Kontrast des Bildes. Bei diesen vielen Schlagworten zur Bildkorrektur wird das oft wichtigste Verfahren gerne vergessen: Mit dem Coolscan 5000 ED kann man Mehrfachscans (2-, 4-, 8-, 16-fach) durchführen, d.h. das Bild wird mehrere Male hintereinander gescannt und die einzelnen Ergebnisse werden automatisch interpoliert. Mit Mehrfachscans verringert man Rausch- und Störeffekte beim Scanvorgang.

Wer seinen Nikon 5000 mit der SilverFast Studio Version 6.5 betreibt, kommt sogar in den Genuss von Multi Exposure, d.h. Mehrfachbelichtung. Ein Bild wird damit nicht nur mehrfach abgetastet, sondern mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen. Die Scan-Software erzeugt dann aus den verschiedenen Bildern ein optimales Bild mit einem größeren Dynamikumfang. Ein solches Feature kann ich natürlich nur loben. Allerdings kostet auch eine solche Spezialfunktion Aufpreis.

Der Filmscanner wird über eine USB 2.0 Schnittstelle an den Rechner angeschlossen (USB 1.1 ist auch möglich). Dadurch ist eine schnelle Datenübertragung gewährleistet. Diese benötigt man auch, denn die Datenmengen, die der Scanner liefert sind beträchtlich (bei einem Kleinbild-Dia bis zu 110 Megabyte). Eine schnelle Datenübertragung benötigt man nicht nur wegen der großen Datenmengen sondern auch weil der Scanner sehr schnell arbeitet, d.h. die Daten in sehr kurzer Zeit produziert. Ich finde es schade, dass Nikon die Firewire-Schnittstelle aufgegeben hat; meine Rechner haben alle eine Firewire-Schnittstelle, an denen frühere Scanner-Modelle sehr gute Dienste vollbracht haben.

Der Nikon Super CoolScan 5000 ED verfügt über eine leistungsfähige Autofokus-Funktion zur automatischen Scharfstellung. Bei sauber gerahmten Dias und bei nicht gewellten Filmstreifen leistet der Autofokus perfekte Dienste. Schwieriger wird die Angelegenheit bei gewellten Filmstreifen, gewölbten Dias oder zum Teil auch bei glasgerahmten Dias, da die Tiefenschärfe des Coolscan 5000 im Bereich unter 1 mm liegt. Bei solchen Vorlagen hilft dann die Möglichkeit der manuellen Fokus-Einstellung - meiner Meinung nach ein äußerst sinnvolles Feature, allerdings kostet die Durchführung eines Scans dann extrem viel Zeit.

Zum zweiten kaufentscheidenden Grund für einen Nikon Super Coolscan 5000 ED, die Erweiterbarkeit. Kauft man sich einen CoolScan 5000, so erhält man zwar viel Scanner für viel Geld, ist in seinen Möglichkeiten jedoch stark eingeschränkt: Einzelne Dias können mit dem serienmäßigen Diarahmenhalter MA-21 verarbeitet werden. Filmstreifen mit 2-6 Bildern können mit dem serienmäßigen Filmstreifenhalter SA-21 in den Scanner eingeführt werden. Das war's auch schon mit der Serienausstattung, jetzt kommen die ganzen teuren Extras.

Für stark gewellte oder gewölbte Filmstreifen (Positive oder Negative) und für einzelne, lose Bilder gibt es den optionalen Filmstreifenhalter FH-3. Wer große Serien von Dias automatisch scannen möchte wird sich an der sündhaft teuren Diazufuhr SF-210 erfreuen. Für Leute, die ganze Filmrollen auf einmal scannen möchten, gibt es den Filmrollenadapter SA-30. Für APS-Fotografierer gibt es den APS-Adapter IA-20. Und sogar für Anwender, die medizinische oder andere Präparate digitalisieren möchten, gibt es einen speziellen Filmadapter, den FH-G1. Jeder dieser zusätzlichen Filmadapter ist sündhaft, ja sogar zum Teil abschreckend, teuer. Aber die Möglichkeit, mit dem Super Coolscan 5000 ED nahezu alles verarbeiten zu können, was im Kleinbild-Bereich (24 x 36 mm) liegt, macht dieses Gerät so einzigartig, wertvoll, teuer und meiner Meinung nach derzeit unschlagbar.

Installation und Inbetriebnahme Nikon LS-5000 ED

Als ich meinen Nikon Super Coolscan 5000 ED auspackte war ich zunächst einmal überrascht von dem Umfang an Dokumentation, die dem Scanner beilag. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass das meiste nur zum Fremdsprachen Lernen war; die ganze Doku liegt in 6 verschiedenen Sprachen bei. Man erhält ein 70-seitiges Handbuch in deutscher Sprache, das einem sowohl die Installation als auch die Bedienung des Scanners und der Software ausführlich und leicht verständlich erklärt. Viel wertvoller war für mich jedoch eine separate Kurzanleitung zum Schnellstart. Schließlich möchte man ja gleich loslegen, wenn man seinen ersten oder neuen Filmscanner ausgepackt hat.

Mit Hilfe des Benutzerhandbuches oder der Schnellstartanleitung ist die Installation auch für einen Anfänger kein Problem. Ein Problem war für mich jedoch, dass sich die neue Scan-Software NikonScan 4 erst installieren ließ, nachdem die alte Version 3.x vollständig deinstalliert wurde. Warum macht die Software da kein automatisches Update oder deinstalliert die alten Komponenten automatisch? Nicht jeder Anwender weiß, wie man über Systemsteuerung → Software ein Programm deinstalliert und wie man reagieren soll, wenn man mehrere Rückfragen erhält, ob gewisse Komponenten, die von einem anderen Programm vielleicht noch gebraucht werden, tatsächlich gelöscht werden sollen.

Wer zum ersten Mal einen Nikon-Filmscanner kauft hat diese Probleme freilich nicht und die Installation läuft bequem vonstatten. Besonders angenehm empfand ich es, dass die Software gleich Treiber für alle gängigen Nikon-Scanner installiert. Der Normalanwender hat zwar genau einen Diascanner auf dem Schreibtisch stehen, aber es soll ja Leute wie mich geben, bei denen 5 verschiedene Nikon-Filmscanner nebeneinander stehen.

Am Ende der Software-Installation bootet der Rechner automatisch neu. Mir wäre eine Rückfrage lieber gewesen. Danach ist der Scanner betriebsbereit, kann an die USB-Schnittstelle des Rechners angeschlossen werden und wird beim Einschalten automatisch erkannt. Das Scannen kann also beginnen.

Meine ersten beiden Scans mit einzelnen gerahmten Dias schlugen jedoch fehl. Aus unerklärlichem Grunde blieb der Scanvorgang nach ca. 70% hängen und ein Neustart der Software und des Scanners war erforderlich. Dieser Effekt kommt bei mir immer wieder vor, den Grund habe ich bisher noch nicht herausgefunden.

Kompatibilität mit alten Filmadaptern

Wer sich eine neue Spiegelreflexkamera kauft setzt es als selbstverständlich voraus, dass die alten Objektive weiterhin verwendet werden können; Genauso sollte es selbstverständlich sein, dass man beim Kauf eines Filmscanners alte Filmadapter weiterverwenden kann. Als Besitzer der kompletten Zubehörserie von Nikon hat mich natürlich als erstes interessiert, ob ich die teuren Zubehörteile weiterverwenden kann oder ob teure Neuinvestitionen notwendig werden. Schließlich kam zeitgleich mit dem Super Coolscan 5000 ED ein neuer Slide Feeder SF-210 heraus. Erstkäufer eines Filmscanners haben dieses Problem natürlich nicht, aber Zubehörteile gibt es auch auf dem Gebrauchtwarenmarkt, daher dieses Kapitel.

Ein erster Test mit der automatischen Diazufuhr SF-200(S) verlief positiv, d.h. der Feeder wurde sofort vom Scanner erkannt und es ließ sich problemlos mit ihm arbeiten. Wer also noch einen alten Diafeeder besitzt oder ein altes Modell günstig erwerben kann, braucht keine Bedenken zu haben. Ich habe zwei alte SF-200(S) am Super Coolscan 5000 ED getestet, bei beiden war ein einwandfreier Stapelscanbetrieb möglich. Im Übrigen habe ich auch den neuen Feeder SF-210 am alten LS-4000 getestet; auch dabei gab es keine Probleme.

Mein alter Filmrollenadapter SA-30(S) ließ sich ebenfalls problemlos am neuen Super Coolscan 5000 ED montieren und auch der Betrieb mit ganzen Filmrollen bereitete keine Probleme. Auch der Betrieb des alten APS-Filmadapters IA-20(S) war mit dem neuen Coolscan 5000 ohne Probleme möglich. Selbst ein APS-Filmadapter der früheren Serie (helle Lackierung) bereitete keine Probleme.

Kurzes Fazit: Ich bin glücklich und froh, dass ich mit dem neuen Super Coolscan 5000 ED meine alten Filmadapter weiterverwenden kann.

Scannen einzelner gerahmter Dias mit dem Nikon LS-5000

Zum Standard-Lieferumfang eines Nikon LS-5000 gehört der Diarahmenadapter MA-21. Er ist der Nachfolger des MA-20(S). Einen Unterschied zwischen diesen beiden Modellen kann ich kaum erkennen, der neue Adapter ist farblich etwas dunkler geworden - ein auffälliger Trend bei Nikon: das einst helle Grau der Adapter wird immer dunkler. In ca. 10 Jahren sind wohl alle schwarz...

Der neue Diarahmen-Adapter MA-21 hat eine Verschlussklappe integriert, die das Scanner-Innere vor Staub schützt. Diese Funktion ist sehr wichtig beim neuen Nikon LS-5000, da der Scanner keine Frontklappe mehr hat, mit der man den Scanner einfach schließen kann, wenn er nicht gebraucht wird. So dient der MA-21 nicht nur als Filmadapter sondern zugleich als Verschluss für die Fronteinführung am Scanner.

Einführen eines einzelnen gerahmten KB-Dias in den serienmäßigen Diarahmenadapter

In den Slide Mount Adapter MA21 kann man ein einzelnes gerahmtes Dia einführen. Nikon gibt eine Rahmenstärke zwischen 1 mm und 3,2 mm an. Es spricht in meinen Augen nichts dagegen, ein superdünnes Rähmchen mit nur 0,5 mm Dicke einzuführen. Auch bei dickeren Glasrahmen gibt es keine Probleme, allerdings ist Vorsicht beim Einführen des Dias angebracht. Drückt man den Knopf auf der rechten Seite des Filmadapters so wird das eingelegte Dia mechanisch wieder herausgeschoben, so dass man es bequem entnehmen kann.

Der Diarahmenadapter MA-21 bzw. seine Vorgänger haben sich im Laufe der Jahre sehr gut bewährt. Mit ihnen kann man sehr schnell einzelne Dias digitalisieren: einfach Dia einschieben, Vorschau durchführen, Einstellungen machen und scannen - schnell und bequem; Natürlich muss man Dia für Dia einzeln scannen; wer also größere Mengen von Dias zu digitalisieren hat, muss bei Verwendung des serienmäßigen MA-21 permanent am Scanner/Rechner sitzen und Disk-Jockey spielen.

Der Diascanner Nikon Super Coolscan 5000 kann sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Position betrieben werden. Beim Scannen von einzelnen gerahmten Dias mit dem MA21 empfiehlt sich die aufrechte Lage des Scanners, da man dann die Dias horizontal in den Adapter einführt. Dadurch wird ein Verrutschen des Filmes im Rähmchen vermieden - ein großer Vorteil bei älteren lotterigen Diarahmen, die das Positiv nicht mehr einwandfrei fixieren.

Noch ein Hinweis: Wie die meisten Film-Scanner kennt auch der Nikon LS-5000 ED nur das Querformat. Hochformatdias müssen also quer in den Diarahmenhalter eingelegt werden und in der Scan-Software oder Bildverarbeitungssoftware gedreht werden.

Scannen von Filmstreifen mit dem Nikon Super Coolscan 5000 ED

Während der im Serienumfang enthaltene Diarahmenadapter MA-21 quasi nur als Halter in den Scanner reingesteckt wird, um Dias aufnehmen zu können, wird der ebenfalls im Standard-Lieferumfang enthaltene Filmstreifenadapter SA-21 tiefer in den Filmscanner reingesteckt und mit diesem über eine Schnittstelle mit 35 Pins verbunden. Über diese Schnittstelle wird der Adapter mit Daten und Strom versorgt; schließlich muss der Filmstreifenhalter nicht nur Filmmaterial aufnehmen sondern es auch transportieren und richtig ausrichten.

Mit dem SA-21 lassen sich Kleinbild-Filmstreifen mit bis zu 6 Bildern Länge automatisch einscannen. Um den Filmstreifeneinzug in den Scanner einzuführen muss man diesen übrigens nicht ausschalten. In den Filmstreifeneinzug führt man den Filmstreifen (Positivstreifen oder Negativstreifen) vorsichtig ein; der Scanner zieht den Streifen dann automatisch in die richtige Stellung. Transportiert werden die Filmstreifen auf Gummirollen. Anfangs war ich dieser Konstruktion gegenüber etwas skeptisch; Inzwischen habe ich jedoch schon Hunderte von Filmstreifen mit dem Filmstreifeneinzug in den Scanner eingeführt und es gab nie Probleme. Diese Technik funktioniert also einwandfrei. Sehr wichtig ist natürlich, dass auf die Gummirollen kein Schmutz kommt. Man kann sich vorstellen, welch verheerende Schäden ein winziges Sandkörnchen auf einer Gummirolle verursachen kann, über die ein kompletter Filmstreifen rollt. Also die Führungsrollen immer wieder reinigen!

Scannen eines KB-Filmstreifens mit dem serienmäßigen SA-21

Nicht einwandfrei funktioniert das automatische Finden des Filmanfanges bzw. das Unterteilen des Filmstreifens in Einzelbilder. Bei einem Negativstreifen mit Nachtaufnahmen kann die Software nicht automatisch zwischen Trennsteg und dunklen Bildpartien unterscheiden. In solchen Fällen ist nach einem Index-Scan, der die einzelnen Bilder eines Filmstreifens automatisch zu unterteilen versucht, Handarbeit angesagt: Der Bildrandversatz ist in der Nikon-Software unter dem Menü-Punkt "Scanner-Extras" einstellbar. In mehreren Versuchen, bei denen das Indexbild immer wieder erneut aufgebaut werden muss, kann man so die richtige Bildunterteilung finden. Das manuelle Einstellen des Bildrandversatzes ist zwar eine sehr nützliche, unabdingbare Funktion, jedoch kostet sie viel Zeit. Ich scanne deshalb Filmstreifen nicht mehr mit dem Nikon Coolscan V oder Super Coolscan 5000 sondern nur noch mit dem ganz großen Nikon Super Coolscan 8000, wo ich die einzelnen Filmstreifen in spezielle Filmstreifenhalter einlegen und fixieren kann.

Mit dem Filmstreifeneinzug SA-21 kommt man erstmals in den Genuss von Stapelscans. Über die Scanner-Software kann man auswählen, welches der bis zu 6 Bilder auf dem Streifen man einscannen will. Und es spricht nichts dagegen, alle 6 Bilder auf einmal auszuwählen und in einem Rutsch einzuscannen. Führt man NikonScan indirekt von einem Bildbearbeitungsprogramm aus, so hat man nach dem Scan bis zu 6 Unterfenster mit den einzelnen Bildern zur Bearbeitung zur Verfügung.. Führt man NikonScan als Stand-alone Anwendung aus, so speichert die Software die Einzelbilder in 6 durchnummerierten Dateien (z.B. Bild_01.jpg, Bild_02.jpg, Bild_03.jpg...) auf der Festplatte ab.

Nachteilig ist, dass man die Einstellungen, die man z.B. für das erste Bild gemacht hat, nicht automatisch auf die weiteren Bilder übertragen kann. Vielmehr muss man die gemachten Einstellungen zwischenspeichern und danach auf die anderen Bilder anwenden. Das geht jedoch schnell und komfortabel. Außerdem kann man die gemachten Einstellungen beim nächsten Filmstreifen automatisch auf diesen anwenden, so dass man gar keine Einstellungen mehr machen braucht.

Auf eine unangenehme Eigenschaft bei Verwendung des Filmstreifeneinzuges SA-21 möchte ich noch hinweisen: Der SA21 kann nicht aus dem Scanner herausgezogen werden, wenn sich ein Filmstreifen im Einzug befindet; Eine ausgeklügelte Mechanik verriegelt den Filmstreifeneinzug im Scanner. Zieht man mit Gewalt, kann man das Scannerinnere beschädigen. Ich bin gar nicht begeistert von dieser Konstruktion.

Der Kleinbild-Filmstreifen-Einzug SA-21 stößt an seine Grenzen bei stark gewellten oder gewölbten Filmstreifen. Diese werden vom automatischen Einzug unter Umständen gar nicht erst angenommen oder falsch transportiert. Für solches Filmmaterial hilft nur der Filmstreifenhalter FH-3, der bei den Vorgängermodellen noch im Standard-Lieferumfang enthalten war, jetzt jedoch extra bestellt werden muss.

Scannen einzelner Negative oder Positive

In den Slide Mount Adapter MA-21 kann man einzelne gerahmte Bilder und in den Filmstreifeneinzug SA-21 ganze Filmstreifen einführen. Der Filmstreifenhalter FH-3 aufgeklappt; man sieht die einzelnen Stege für die BildzwischenräumeWas macht man, wenn man einzelne, lose Negative oder Positive hat, wie sie oft bei der Filmentwicklung in Laboren übrig bleiben? Als optionales Zubehör gibt es den Filmstreifenhalter FH-3 mit Schnappverschluss. Dieser Filmstreifenhalter war früher bei den Nikon Kleinbild-Scannern LS-40ED/LS-4000ED im Lieferumfang enthalten und muss bei den neuen Modellen CoolScan 5 und Super Coolscan 5000 als optionales Zubehör Der Filmstreifenhalter FH3 im Scan-Betrieb erworben werden. Dabei ist der FH-3 eigentlich ein unabdingbares Zubehör für Nikon Filmscanner.

Bis zu 6 einzelne, lose Negative oder Positive kann man bequem in den FH3 einlegen und exakt zwischen den Stegen positionieren. Mit einem Schnappverschluss fixiert man das eingelegte Filmmaterial fest im Filmhalter, so dass es nicht verrutschen kann. Den FH-3 führt man dann in den Diarahmenhalter MA-21 ein; ein Bild im Filmstreifeneinzug FH-3 wird also wie ein einzelnes gerahmtes Dia behandelt. natürlich kann immer nur ein einziges Bild auf einmal gescannt werden. Mit einer verstellbaren Schiene auf dem FH3 wird immer das zu scannende Bild in ein kleines Fenster geschoben.

Einzelne, lose Negative oder Positive könnte man auch in ein Diarähmchen stecken, wenn man sich den optionalen FH-3 ersparen möchte. So richtig wertvoll wird der Filmstreifenhalter FH3 jedoch erst, wenn man stark gewellte, gerollte oder gewölbte Negativstreifen oder Positivstreifen hat, die der automatische Filmstreifeneinzug SA-21 nicht mehr korrekt verarbeitet oder gar nicht erst einzieht. Dank des Schnappverschlusses können solche problematische Filmstreifen fest im Filmhalter fixiert und dann Bild für Bild einzeln gescannt werden.

Ich empfehle jedem, der sich einen Nikon Coolscan V oder Nikon Super Coolscan 5000 kauft, gleich einen Filmstreifenhalter FH-3 mitzubestellen, da es sich dabei in meinen Augen um ein unverzichtbares Zubehörteil handelt.

Scannen von Filmrollen mit dem Nikon LS-5000 ED

Wer ganze Kleinbild-Filmrollen verarbeiten möchte benötigt den Filmrollenadapter SA-30 als Extra-Zubehör für den Nikon Super Coolscan 5000. Für teures Geld erhält man einen Filmstreifeneinzug, den man wie jeden anderen Filmadapter vorne in den Scanner steckt. Zusätzlich erhält man eine Filmtrommel, die man auf der Rueckseite des Scanners befestigt. Die Filmtrommel hat so große Ausmaße, dass man vermuten könnte, dass auf sie Filme mit mehreren Hundert Bildern am Stück aufgerollt werden können. Tatsächlich verarbeitet der Nikon LS-5000 ED jedoch nur Filmrollen bis zu einer Länge von 40 Bildern, also die üblichen Kleinbild-Filme.

Der Nikon LS-5000 ED mit dem Filmrollenadapter SA-30

Der Kleinbild-Filmrollenadapter SA-30 besteht aus einem zweiteiligen Set: Der Filmrolleneinzug ähnelt dem serienmäßigen Filmstreifeneinzug von Nikon; er wird einfach an der Vorderseite in den Scanner gesteckt und automatisch erkannt. Schwieriger ist das Anbringen der Filmtrommel auf der Rückseite des Film-Scanners: Mit drei Schrauben muss zuerst ein Verbindungsstück an der Rückseite des Coolscan 5000 angebracht werden; danach kann die Filmtrommel mit den integrierten Montageschrauben an diesem Verbindungsstück fixiert werden. Der Platzbedarf für den Film-Scanner wächst dadurch beträchtlich an.

Zum Scannen einer Filmrolle: Eine Filmrolle führt man vorne über den Filmrolleneinzug in den Scanner ein; sie wird nach dem Einführen automatisch eingezogen. Es ist sehr wichtig, dass die Film-Rolle richtig beschnitten ist, denn der Filmrollenscanner findet sonst nicht automatisch den Beginn des ersten Bildes auf dem Streifen. Danach geht alles den gewohnten Gang: Man kann einen Index-Scan, Vorscans und Feinscans durchführen. Verblüffend ist die Geschwindigkeit, mit der ein Index-Scan durchgeführt wird: In einer Minute hat man Miniaturbilder von einem 36er-Film auf dem Bildschirm. So ein Index-Scan ist sehr wichtig, da man daran erkennt, ob der Filmscanner die Filmrolle richtg eingezogen hat und diese richtig beschnitten ist.

Anhand der Miniaturbilder kann man mit der Funktion "Bildstreifenversatz" für jedes einzelne Bild wichtige Korrekturen vornehmen. Zwar legt man den Scanbereich wie üblich mit einem Rahmen in der Scan-Software fest, falls der Scanner jedoch die Einzelbilder auf der Filmrolle nicht richtig unterscheiden kann (z.B. bei lauter Nachtaufnahmen auf einem Negativfilm), kann man durch manuelles Einstellen des Bildstreifenversatzes die richtigen Bilder in den Index-Scans finden. Dieses Verfahren ist natürlich sehr zeitaufwändig, da die Einstellungen für jedes Bild einzeln gemacht werden müssen. Oftmals erkennt die Software jedoch schon automatisch die Einzelbilder, so dass gar keine Bildstreifenversatz-Einstellungen gemacht werden müssen.

Scan-Zeiten mit ICE
Index-Scan 36 Positive 0:58 min
Scan 36 Positive mit 4000 dpi 43:20 min

Noch ein Wort zur Modellpolitik von Nikon: Auf die Filmtrommel auf der Rückseite könnte man getrost verzichten. Zwar ist es eine saubere Sache, wenn der Film schön auf eine große Trommel gespult wird, aber das Scannen von Filmrollen funktioniert auch ohne Filmtrommel an der Scanner-Rückseite. Der Filmstreifeneinzug, den man in den Scanner-Schacht steckt, ist praktisch identisch zum serienmäßigen SA-21. Wer also nur gelegentlich mal eine Filmrolle zu scannen hätte, käme theoretisch mit dem Standard-Zubehör eines Nikon-Scanners zurecht. Aber auch solche Benutzer müssen für teures Geld den Filmrollenadapter SA-30 als Sonderzubehör kaufen. Da lobe ich mir die Modellpolitik von Refleceta, wo praktisch jedes Gerät nicht nur Filmstreifen sondern auch Filmrollen verarbeiten kann.

Stapelscans von gerahmten Dias mit dem Diamagazin SF-210

Wie viele Leute haben Tausende oder gar Zehntausende von gerahmten Kleinbild-Dias in Magazinen, Kästen und sonstigen Behältern vorliegen, die sie gerne digitalisieren möchten? Oftmals ist ein ganzes Familienleben in einem Kleiderschrank voller Diamagazine dokumentiert. Bei solchen Filmbeständen kommt man mit Einzelscans oder auch mit Filmhaltern, die 4-6 Dias auf einmal aufnehmen, nicht weit bzw. wird sehr sehr alt. Für solche Anwendungen gibt es den Slide Feeder SF-210 von Nikon als optionales (teures) Zubehör für den Super Coolscan 5000 ED.

Der Nikon LS-5000 mit geschlossenem Feeder SF-210

Das Diamagazin SF-210 steckt man wie die im Serienumfang enthaltenen Filmadapter in den Filmscanner ein bis es einrastet. Der Scanner muss dabei nicht ausgeschaltet werden; das Diamagazin wird automatisch erkannt. Für den Betrieb des SF210 muss der Filmscanner jedoch quer gelegt werden.

Der Slide Feeder hat zwei Schubfächer: In das äußere legt man die zu scannenden Dias ein, im Inneren befindet sich der Stapel der fertig gescannten Dias. Zwei über Federn gespannte Halter fixieren die beiden Diastapel in ihrer jeweiligen Position. Die beiden Magazine sind jeweils 78 mm lang, so dass man je nach Rahmendicke 25-75 gerahmte KB-Dias einlegen kann. Der ganze Apparat kann mit einer Klappe verschlossen werden, so dass die Dias und die Mechanik des Magazines vor Staub und Schmutz geschützt sind. Die Diarahmen müssen alle im Querformat eingelegt werden, d.h. Hochformatdias müssen nach dem Scannen mit Photoshop® gedreht werden.

Die Dias werden von einem Transportmechanismus automatisch vom unteren Magazin ins Scanner-Innere geschoben und nach dem Scan-Durchgang in das zweite Magazin herausgeführt. Eine ausgekluegelte mechanische Weiche sorgt dafür, dass die gescannten Dias nicht ins Input-Magazin zurückgeschoben werden. Nikon gibt eine mögliche Rahmendicke zwischen 1,0 und 3,2 mm an. Das Einführen dünnerer Dias ist zwar theoretisch kein Problem, jedoch treten beim Transport der Dias so häufig Probleme auf, dass man sie besser einzeln scannt. Für dicke Dias liefert Nikon extra noch ein kleines Plaettchen mit, das man auf den Transportschieber steckt. Dickere Dias als 3,2 mm verklemmen sich gerne auf ihrem Transporthinweg oder -rückweg.

Der Nikon LS-5000 ED mit geöffnetem Slide-Feeder

Man kann sich an zwei Fingern abzählen, dass ein solcher Transportmechanismus alle Tüken hat, die man sich nur so ausdenken kann. Es wäre fast schon eine Sensation, wenn Diarahmen sämtlicher Hersteller unterschiedlicher Dicke unterschiedlichen Alters problemlos in den Scanner transportiert und wieder herausgeschoben würden. Wie bei einem Kopierapparat gibt es auch bei einem Diafeeder bekannte Probleme wie Staus, Verklemmungen, Doppeleinzüge, Nulleinzüge etc.

Nikon hat jedoch an dieser Problematik gearbeitet und mit dem SF-210 einen stark verbesserten Nachfolger für das SF-200 auf den Markt gebracht. Was hat sich geändert bzw. wodurch zeichnet sich das neue SF210 aus? Es sind im Prinzip nur ein kleines Rädchen auf der rechten Seite und eine simple Metallschiene, die den Fortschritt gegenüber dem alten Slide Feeder SF200 ausmachen. Durch Drehen an dem kleinen Einstellrad bewegt man die Metallschiene vor und zurück. Vor dem Scannen eines Dia-Stapels stellt man nun diese Metallschiene so ein, dass der Transportschieber immer nur ein einziges Dia in den Scanner rein schieben kann. Verhaken sich zwei Dias, so verhindert die Metallschiene, dass zwei Dias auf einmal in den Scanner eingezogen werden. Diese Technik funktioniert einwandfrei und ich kann diese Verbesserung nur dick loben! Mit dem Vorgängermodell SF-200 war das Stapelscannen von pappgerahmten Dias nahezu unmöglich, da der Transport-Schieber nach Belieben 1-4 Papprähmchen auf einmal eingezogen hat. Dieses Manko ist jetzt vorbildlich gelöst, und auch das Scannen von Pappdias (z.B. Kodachrome) ist jetzt ohne Probleme möglich.

Mit dem kleinen Rädchen unten verschiebt man die Metallschiene vor und zurück

Natürlich bringt diese verstellbare Metallschiene nur etwas, wenn man lauter typgleiche Diarahmen verarbeitet. Wer eine bunte Mischung aus Plastik-, Glas- und Papprahmen mit Rahmenstärken zwischen 1 und 3,2 mm in das Magazin einführt, muss die Metallschiene ganz öffnen und das versehentliche Einziehen von 2 Dias gleichzeitig kann nicht unterbunden werden. Man kann die Metallschiene jedoch bei laufendem Scan-Betrieb verschieben. Folgen also nach 5 dicken Diarahmen 5 schmale Papprahmen, so kann man die Metallschiene vor Einzug des ersten Pappdias entsprechend einstellen.

Probleme, die sich beim Diatransport ergeben, gibt es beim neuen Slide Feeder SF-210 genauso wie beim Vorgängermodell: Es kommt vor, dass die Dias unterwegs stecken bleiben, dass sie sich in der Weiche verhaken oder dass der Transportschieber an den Rähmchen vorbeigleitet. Der Traum von automatischen Stapelscans mit 50 Bildern auf einmal wird also nur gelegentlich wahr. Dias mit beidseitigem Glasrahmen bleiben fast kategorisch hängen und können sogar Schäden im Feeder verursachen; solche Dias sollte man besser gar nicht mit dem SF-210 digitalisieren.

Die Nikon-Scan-Software unterstützt das SF210 hervorragend: Nach dem Erzeugen einer Vorschau für das erste Bild führt man sämtliche Die Metallschiene verhindert, dass das zweite, graue Dia mit eingezogen wird. Einstellungen vom Scanbereich über Auflösung bis zu Farbeinstellungen durch. Diese Einstellungen gelten dann für sämtliche Bilder, die in einem Durchlauf gescannt werden. Die maximale Anzahl von Serienscans beträgt übrigens 99 Stück; mehr lässt sich in der Software nicht einstellen. Die Bilder werden automatisch durchnummeriert, z.B. Bild01.jpg, Bild02.jpg, Bild03.jpg... Natürlich kann man keine 99 Bilder in das Magazin auf einmal einlegen; es spricht jedoch nichts dagegen, wenn das Input-Magazin halb leer und das Output-Magazin halb voll ist, weitere Dias bei laufendem Scanner in das Input-Magazin zu füllen und die gescannten aus dem Output-Magazin zu entnehmen, um so praktisch einen Non-Stop-Betrieb bis zu 99 Bildern zu ermöglichen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass das Diamagazin SF-210 eine lohnenswerte Anschaffung für Leute, die Tausende von Dias zu digitalisieren haben, ist. Man sollte sich jedoch der Tatsache bewusst sein, dass nicht alles vollautomatisch von alleine und ohne Probleme abläuft, sondern dass man immer wieder nach dem Rechten schauen muss und wie bei einem Kopierer den einen oder anderen Stau manuell beheben muss.

Scannen von APS-Filmen mit dem Nikon Super Coolscan 5000 ED

Für den LS-5000 gibt es als Sonderzubehör den APS-Filmadapter IA-20(S), mit dem sich ganze APS-Filme auf einmal scannen lassen. Den APS-Adapter führt man wie den Filmstreifenadapter in den Scanner ein bis er einrastet. Der Adapter erhält über einen 35-poligen Stecker vom Scanner Strom und Kommandos. Schließlich ist er für den automatischen Filmeinzug und Filmtransport zuständig.

In den APS-Adapter kann man APS-Filme mit 15, 25 oder 40 Bildern (Negative oder Positive) einlegen. Vorsicht: Es können nur voll entwickelte Filme in den Adapter eingelegt werden, ansonsten blockiert eine Mechanik das Schließen der Frontklappe. Versucht man diese Der APS-Adapter IA-20 mit geöffneter Klappe trotzdem zu schließen, beschädigt man den APS-Adapter. Gleich nach dem Einlegen zieht eine Automatik den Film von selbst aus der Patrone heraus. Die Klappe des APS-Adapters ist dann verriegelt und lässt sich nicht mehr öffnen. Auch wenn der Rechner abstürzt bleibt die Klappe verriegelt, wenn der Film nicht in die Patrone zurückgespult wurde. In dem Fall hilft nur ein erneutes Starten der Scan-Software und das Zurückspulen des Filmes durch Anklicken des entsprechenden Buttons.

Das Scannen von APS-Filmen funktioniert mit dem Nikon Super Coolscan 5000 ED äußerst komfortabel. Mit einem Index-Scan erhält man Miniaturbilder aller Bilder des APS-Filmes. Dabei sieht man gleich, ob alle Bilder des Filmes belichtet wurden oder ob der Film vorzeitig zurückgespult wurde. Beim Scannen eines einzelnen Bildes kann es natürlich immer passieren, dass zuerst der ganze Film gespult werden muss, was beträchtliche Zeit dauert, wenn man z.B. nach Bild #3 das Bild #37 scannen möchte.

So richtig komfortabel ist aber das Scannen eines ganzen APS-Filmes auf einen Schlag: Macht man die gewünschten Einstellungen zum Beispiel am Vorschaubild #1, so kann man diese Einstellungen auf sämtliche anderen Bilder übertragen und das Scannen des ganzen Filmes erfolgt vollautomatisch im Batch-Modus. Voraussetzung ist natürlich, dass alle Bilder das gleiche Format haben. In der Scan-Software lässt sich jedoch auch für jedes einzelne Bild ein automatischer Scanbereich gemäß den APS-Formaten Classic, HDTV und Panorama setzen. Das ist wirklich komfortabel!

Autofokus + Autobelichtung bei jedem Bild ohne ICE mit ICE
Index-Scan 25 Bilder 1:06 min 1:06 min
Scan 25 Bilder mit 4000 dpi 22:40 min 36:10 min

Kein Vergnügen ist das Scannen von bestimmten APS-Filmen, die sich nicht leicht spulen lassen. Hierbei kommt es öfters zu Einzugsproblemen, der APS-Filmadapter hängt sich auf und ist nicht weiter verwendbar! Da hilft nur ein Reset beim Nikon Kundendienst; selber kann man diesen nicht durchführen. Bei Kodak-APS-Filmen hatte ich bislang nie Probleme.

Scannen von Präparaten und sonstigem Bildmaterial

Jetzt wird's exotisch aber keineswegs unrealistisch. Als Sonder-Zubehör für den Nikon LS-5000 oder den Nikon Coolscan 5 gibt es einen Adapter für medizinische Präparate FH-G1. Der Anwendungskreis für dieses Sonderzubehör scheint zunächst sehr klein zu sein, aber Präparate werden in vielen Teilen der Wissenschaft und nicht nur in der Medizin erzeugt. So habe ich zum Beispiel schon für einen Mineralogen Dünnschliff-Präparate verschiedenster Gesteinssorten gescannt. Im Prinzip kann ein Filmscanner mit 4000 dpi Auflösung mit Hilfe des FH-G1 als Mikroskop mit Kamera verwendet werden.

Der Adapter für Präparate FH-G1

In den Präparathalter kann man Objektträger bis zu einer Breite von 26 mm einschieben. Führungsschienen links und rechts fixieren den Traeger so dass er nicht verwackeln oder rausfallen kann. Der Objektträger wird im Einschubbereich von zwei Montageclips (zwei Federn) gegen unbeabsichtigtes Herausrutschen gesichert und am Anschlag verhindert eine weitere Nut das Verrutschen des Trägers. Den Präparathalter FH-G1 schiebt man dann komplett wie ein einzelnes gerahmtes Dia in den serienmäßigen Diahalter MA-21 hinein. Der Objektträger darf im Prinzip eine beliebige Länge haben, jedoch liegt die Scan-Fläche im üblichen Kleinbild-Bereich, also ca. 23 x 35 mm.

Die von Nikon eigentlich vorgesehene Anwendung für den FH-G1 ist das Digitalisieren von medizinischen Präparaten. Man kann den FH-G1 jedoch nahezu beliebig missbrauchen. Dank seiner Führungen auf allen vier Seiten kann man nahezu jede beliebige Vorlage bis zu einer Dicke von 2 mm und einer Breite von 26 mm einschieben und fixieren. Auf diese Weise habe ich mit dem FH-G1 schon gescannt: 16 mm-Filme, Ornamente auf Glasplättchen, Gesteinsproben zwischen Glasplatten, Mikrofilm-Stücke.

Die mitgelieferte Software des Nikon Super Coolscan 5000 ED

Ich habe oben bereits erwähnt, dass Nikon seine neuen Filmscanner-Modelle 5 und 5000 nicht mehr mit SilverFast ausliefert. Dadurch nivelliert sich gegenüber den Vorgängermodellen LS-40 und LS-4000 die Preissenkung; die Geräte sind also nicht wirklich sondern nur ausstattungsbereinigt günstiger geworden. Nikon liefert ein dreiteiliges Software-Paket mit seinen Filmscannern mit aus:

  • Adobe® Photoshop® Elements 2.0
  • Nikon Scan 4.0
  • Nikon View 6.0

Was macht denn das Nikon View bei einem Filmscanner von Nikon, wird sich so manchner Besitzer einer Nikon-Digitalkamera fragen. Dieses Programm kennt man doch, um seine Bilder von der Digicam auf den Rechner zu transportieren, um die Bildern anzuschauen, zu sortieren, eine Dia-Show zu machen und so weiter. Aber wozu dient dieses Programm bei einem Diascanner? Natürlich kann man mit vorhandenen Bildern, egal ob diese von einer Digitalkamera oder von einem Film-Scanner kommen, immer eine Diashow etc. machen. Die eigentliche Anwendung für Besitzer eines Nikon-Scanners dürfte jedoch die Weiterverarbeitung von NEF-Bildern sein. NEF ist das Nikon-eigene Rohformat, welches beim Scannen als Ausgabeformat eingestellt werden kann. In diesem Rohformat sind (fast) alle Originalinformationen des Scan-Vorganges enthalten, so dass man mit Hilfe der Software Nikon View ausgiebige Möglichkeiten hat, im Nachhinein noch Bild-Manipulationen und Scan-Einstellungen durchzuführen. Die Beigabe von Nikon View macht also durchaus Sinn, wenngleich 99% der Anwender dieses Programm nie verwenden werden, da es nicht jedermanns Sache ist, sich nach Durchführen eines Scans noch 15-30 Minuten mit Bildverarbeitung, Einstellungen, Optimierungen etc. zu beschäftigen.

Viele Anwender führen ihre Bild-Einstellungen gleich in der Scan-Software aus, und für die "normale" Bildverarbeitung bekommt man ja schließlich vom besten Bildbearbeitungsprogramm, das es derzeit auf dem Markt gibt (meine subjektive Meinung), die Elements-Version. Mit Adobe® Photoshop® führt man typische Bildformat-Bearbeitungen durch wie Zuschneiden des Bildes, Vergrößern und Verkleinern, Drehen und Spiegeln. Für die farbliche Bildverarbeitung gibt es fast unzählige Möglichkeiten; vom einfachen Helligkeitsregler bis zu Tonwertkurven-Manipulationen ist praktisch jedes nur nennenswerte Mittel zur Bearbeitung der Farbtöne vorhanden. Und wer anschließend noch Filter, z.B. nachträgliches Schärfen, über seinen Scan laufen lassen möchte, der findet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten.

Wo liegen die Grenzen von Photoshop® Elements? Lohnt sich der Aufpreis für die 10 mal so teure Vollversion? Für "normale" und semiprofessionelle Anwender ist selbst die Elements Version von Photo-Shop noch zu umfangreich um sie komplett auszuschöpfen. Ein nennenswertes Feature vermisse ich jedoch sehr an der Light-Version: die Stapelverarbeitung von Bildern sei es aus dem Programm heraus oder als extra Stapelverarbeitungsprogramm. Und es gibt noch einen guten Grund für die teure Vollversion: Die Elements-Version kann Bilddateien mit 16 Bit Farbtiefe pro Kanal nur verarbeiten, indem die Bilddatei vor dem Laden auf 8 Bit pro Kanal konvertiert wird. Die Vollversion kann Bilder mit 16 Bit Farbtiefe pro Farbkanal laden, bearbeiten und als solche auch wieder speichern.

Zur Scan-Software Nikon-Scan. Auf den ersten Blick scheint sich die neue Version 4 gegenüber ihrer Vorgängerversion kaum verändert zu haben. Die Benutzer-Oberfläche sieht praktisch identisch aus, die Einstellungen funktionieren auf alt bekannte Art. Ein paar Mankos wurden gegenüber der früheren Version verbessert, neue Funktionen sind hinzugekommen. Ein sehr angenehmes Feature möchte ich gleich zu Beginn erwähnen: Bei der Installation von Nikon-Scan kann man gleich auswählen für welche Scanner man das Programm installieren möchte. Wer wie ich 5 verschiedene Scanner von Nikon unterschiedlicher Generationen auf dem Schreibtisch stehen hat, freut sich natürlich besonders, wenn er nicht jeden Treiber extra installieren muss. Das ist Klasse! Natürlich kauft sich der Normalmensch genau einen Scanner und profitiert somit von diesem Feature nur indirekt, z.B. wenn er von der Nikon-Seite eine neue Software-Version herunterlädt.

Wie ist nun NikonScan als Scanner-Software wirklich? Kann man die Software empfehlen? Es gibt Leute, die sind so eingeschworen auf die führende Scansoftware SilverFast, dass sie jegliches andere Programm ohne genaue Betrachtung als Schrott abwerten. Ich habe schon seit jeher SilverFast und NikonScan für meine Nikon-Scanner und ich habe stets NikonScan bevorzugt. Wie wichtig eine Scan-Software ist, sieht man bei vielen sehr günstigen Filmscannern. Wer bei so manchem Billig-Modell von der Billig-Scan-Software des Herstellers auf SilverFast umsteigt bekommt plötzlich eine Qualitätssteigerung seiner Scans als hätte er einen neuen Scanner gekauft. Ich sage ja immer: Nicht nur der Scanner sondern auch die Software macht das Bild.

Bei Nikon-Scan ist es definitiv nicht so, dass man durch Anwendung von SilverFast eine gigantische Qualitätssteigerung bekommt. NikonScan ist inzwischen so gut und umfangreich, dass es sich zur bequemen Erzeugung sehr guter Scans hervorragend eignet. Es ist meiner Meinung nach vielmehr eine Frage der persönlichen Vorliebe, mit welchem Scan-Programm man arbeitet. Wer SilverFast von seinem Flachbettscanner her kennt oder gar schon ein anderes Filmscanner-Modell mit SilverFast vorher besaß, mag sich natürlich ungern in eine neue Software einarbeiten, denn das Beherrschen des richtigen Umganges einer Scan-Software braucht eine Menge Zeit.

Was sind nun die besonderen Features von NikonScan, die das Scannen sehr einfach machen? Die Benutzeroberfläche ist sehr einfach und übersichtlich aufgebaut: Es gibt das Vorschau-Fenster, ein kleines Fensterchen für die Fortschrittsanzeige sowie ein Palettenfenster zum Durchführen sämtlicher Einstellungen. Als sehr vorteilhaft und praktisch einzigartig hat sich eine spezielle Einstellmöglichkeit für Kodachrome-Bilder erwiesen: Mit dieser speziellen Einstellung (in der Reihe Positive, Negative, S/W, Kodachrome) ist es möglich, Kodachromes in sehr guter Qualität zu scannen. Bei solchen Spezialaufgaben scheitern die meisten anderen Film-Scanner.

In einem Palettenfenster führt man sämtliche Einstellungen für einen Scan durch: Bildlayout (Hochformat, Querformat etc.) und Bildgröße können in unterschiedlichen Varianten und Einheiten eingestellt werden. Für farbliche Einstellungen gibt es Gradationskurven, Farbbalance-Regler, einen LCH-Editor und einen Analogverstärkungs-Schieberegler. Zum Erreichen einer höheren Schärfe gibt es die Funktion "Unscharf Maskieren" mit direkter Vorschau der eingestellten Werte im Vorschau-Fenster. Schließlich gibt es für die Spezialfunktionen des Filmscanners ICE4, also Staub- und Kratzerkorrektur ICE, Filmkornkornglättung GEM, Farbrestaurierung ROc und Tonwertkorrektur DDE, jeweils einzelne Regler. Außerdem kann man noch den Scan Image Enhancer (automatische Helligkeits- und Kontrastregelung) ein- und ausschalten.

Aber was wären all diese Funktionen, die sich sehr bequem der Reihe nach einstellen lassen, wenn man seine Einstellungen nicht speichern könnte? NikonScan bietet die Möglichkeit komplette Sätze von Einstellungen zu speichern und zu laden. So kann man zum Beispiel die kompletten Einstellungen für gerahmte Farbdias als "Dia4000JpgIce.Set" speichern und diese Einstellung vor dem Scannen solchen Filmmaterials bequem laden. Hat man so seine verschiedenen Einstellungen einmal gemacht und gespeichert lässt sich praktisch auf Knopfdruck schnell ein Scan oder eine Serie von gleichen Scans erzeugen. Das ist wirklich komfortabel und meiner Meinung nach in keiner anderen Scan-Software so gut gelöst als wie in Nikon-Scan.

Natürlich hat NikonScan auch ein paar Schwächen, die ich nicht verheimlichen möchte. Beim Scannen von Bildern kommt es immer wieder vor, dass sich die Software komplett verabschiedet. Sie stürzt aber nicht etwa mit einer Fehlermeldung ab oder verlangt gar einen Rechner-Neustart, nein, sie beendet sich manchmal einfach von selbst, nach dem Motto "keine Lust mehr, morgen wieder...". Ein weiteres Manko ist, dass manchmal die Kommunikation mit dem Scanner nicht mehr funktioniert; die Software meldet dann, dass kein Scanner angeschlossen ist. Ärgerlich ist dies, wenn mitten in einem Scan-Vorgang der Fortschrittsbalken stehen bleibt und sich 5 Minuten lang gar nichts mehr tut.

Ein weiteres kleines Manko stört mich ungeheuer an der NikonScan-Software: Beim Betrieb des Nikon Super Coolscan 5000 ED in Verbindung mit der automatischen Diazufuhr SF210 lassen sich als Maximalanzahl nur 99 Dias einstellen. Was aber, wenn ich eine Stange Dias mit genau 100 Bildern im Batchmodus digitalisieren möchte? Klar ist, dass ich in den Feeder keine 100 Dias auf einmal einlegen kann. Jedoch ist es kein Problem, während des Scan-Betriebes für Nachschub zu sorgen, so dass der Dia-Scanner quasi durchläuft. Das funktioniert wunderbar, aber bei Nummer 99 verlangt der Scanner ein Neuaufsetzen. Das ist jedes Mal ärgerlich, wenn man dann ein einzelnes Bild noch manuell scannen muss.

Fazit zur NikonScan-Software: Ich bin sehr zufrieden mit NikonScan. Die Scan-Software ist sehr übersichtlich und leicht zu erlernen. Die Einstellungen für einen guten Scan lassen sich einfach und intuitiv durchführen. Und last but not least liefert die Scan-Software sehr gute Bilder, holt also wirklich das Optimum aus dem angeschlossenen Scanner heraus. Für mich ist NikonScan immer noch die beste Filmscanner-Hersteller eigene Scan-Software.

Nachtrag 2016: Die Nikon-eigene Scan-Software NikonScan läuft auf aktuellen Betriebssystemen nicht mehr. Mit der Scan-Software SilverFast Ai Studio lässt sich der Nikon Super Coolscan 5000 ED auch unter aktuellen Betriebssystemen betreiben.

Die Bildqualität des Nikon LS-5000

Wie soll man eigentlich die Bildqualität eines Nikon Super Coolscan 5000 beurteilen? Nimmt man vielleicht 10 genormte Testdias mit Auflösungsstreifen, Farbfeldern und Graukegeln um zu überprüfen, inwieweit die Scans mit der genormten Vorlage übereinstimmen? Aus solchen Versuchen kann man zwar gewisse Zahlenwerte ableiten, aber mit den Werten kann man oft nicht allzu viel anfangen. Vielleicht ist es besser, einfach 1000 unterschiedliche Bilder zu scannen, um am Ende eine über den Daumen gepeilte Aussage zu machen. Oder sollte man bei einem Nikon 5000 einfach voraussetzen, dass normale Urlaubsbilder perfekt gescannt werden, um dann gleich zu kritischen Vorlagen wie Nachtaufnahmen oder Gegenlichtaufnahmen überzugehen?

Noch ein Wort vorweg: Ein gutes Bild macht zum ersten der Filmscanner, zum zweiten die Scan-Software und zum dritten die anschließende Bildbearbeitung. Es ist einleuchtend, dass sich mit dem Bildbearbeitungsprogramm nicht mehr allzu viel richten lässt, wenn bereits das erste Glied in dieser Kette schwach ist. Wichtig - und das wird oft vergessen oder gerne übersehen - ist auch das zweite Glied in der Kette, nämlich die Scan-Software.

Führt man mit dem Nikon Super Coolscan 5000 einen ganz normalen Standard-Scan durch, so erhält man bei 90% aller Bilder mit den Standard-Einstellungen bereits hervorragende Bilder. Ein unterbelichtetes Bild wird jedoch auch bei einem Scan mit Standard-Einstellungen zu dunkel. Ist damit die Bildqualität etwa schlecht? So ein Bild lässt sich entweder direkt im Scan-Programm oder im Bildbearbeitungsprogramm leicht heller machen. Sämtliche Einstellungen, die man mit der Scan-Software durchführen kann, lassen sich auch hinterher in einem guten Bildbearbeitungsprogramm machen, bis auf eine Ausnahme: das Staub- und Kratzerkorrekturverfahren ICE.

Das ICE-Verfahren funktioniert beim Nikon 5000 in perfekter Weise: Staub, Kratzer, Fingerabdrücke, Fussel etc. werden wirkungsvoll automatisch wegretuschiert. Eine zusätzliche Infrarotquelle erkennt, was nicht zum Bild gehört, und ausgefeilte Algorithmen korrigieren die entsprechenden Stellen mit den darum liegenden Bildpunkten. ICE funktioniert beim Nikon so gut, dass ich es immer eingeschaltet lasse, es sei denn ich scanne SW-Aufnahmen oder Kodachrome-Bilder.

Zurück zu meiner Aussage, dass sämtliche Einstellungen außer ICE, die in der Scan-Software gemacht werden können, auch in der Bildbearbeitungssoftware durchgeführt werden können. Daraus folgere ich, dass es weniger darauf ankommt, wie das gescannte Bild tatsächlich aussieht, als welche Bildinformationen es in sich hat. Beispiel: eine schwarz-weiße Astronomieaufnahme sieht mit normalen Scan-Einstellungen wertlos aus; viele Sterne, Staub (im Weltall, nicht auf dem Bild) und Wolken verschwinden. Lässt sich durch eine entsprechende Tonwertkorrektur/-verschiebung in Photoshop® jedoch der gewünschte Bereich sauber darstellen, spreche ich von einem guten Scan. Und in genau dieser Beziehung kann ich den Nikon Super Coolscan 5000 ED nur loben. Scannt man ein Bild mit 48 Bit Farbtiefe und speichert das Ergebnis im TIF-Format ab, so hat man alle Bildinformationen in einer großen Datei, um bei der anschließenden Bildbearbeitung ein nahezu perfektes Digitalbild daraus zu machen. Dies merkt man insbesondere bei kritischen Aufnahmen bei Dämmerung oder Nacht.

Ein Auflösungstest ergibt beim Nikon 5000 eine effektive Auflösung von 3900 dpi.

Bei einem Auflösungstest zeigt der Nikon 5000 seine wahre Stärke. Beim zweiten Element der sechsten Gruppe sind die drei horizontalen und vertikalen Balken noch eindeutig erkennbar; die zugehörige Auflösung beträgt 3650 dpi. Vergrößert man das Element 6.3 (entspricht 4100 dpi), so dass man die einzelnen Pixel deutlich erkennen kann, so stellt man fest, dass die drei horizontalen Linien noch eindeutig vom Hintergrund differenzierbar sind, die drei vertikalen Linien dagegen kaum noch aus den verschieden grauen Pixeln erkennbar sind. Beim Element 6.4 sind beim Vollzoom keine eindeutigen Strukturen mehr erkennbar. So komme ich zum Schluss, dass der Nikon Super Coolscan 5000 ED eine effektive Auflösung von horizontal 4100 dpi und vertikal von 3650 dpi, also im Mittel Ca. 3900 dpi hat. Das sind sensationelle Ergebnisse, das zeichnet eben einen Nikon-Scanner aus. Einen Scanner, der effektiv praktisch seine Nominalauflösung erreicht, findet man selten auf dem Markt.

Die Scan-Software NikonScan bietet dem Anwender eine Großzahl von Einstellmöglichkeiten, um nach dem Prescan gleich einen vernünftig aussehenden Scan zu machen. Wie in einem Bildbearbeitungsprogramm kann man mit unterschiedlichen Reglern die gleichen Effekte auf die einzelnen Tonwertkurven erzielen. Ich selbt arbeite am Liebsten mit den Gradationskurven direkt, obwohl sich Einstellungen wie Helligkeit und Kontrast auch bequemer machen lassen.

Was ist nun mit ICE4, DDE, Scan Image Enhancer - Schlagworte, mit denen Nikon große Werbung macht, die wie Zauberworte durch die Welt der Scanner-Gemeinde rasen? Dass das ICE-Kratzerkorrekturverfahren hervorragend funktioniert, habe ich bereits erwähnt. Gerüchte, die dem ICE-Verfahren eine gewisse Unschärfe anlasten, kann ich nur insofern bestätigen, dass natürlich in den Bereichen, wo große Staubkörner anhand der umliegenden Bildinformationen wegkorrigiert werden müssen, zwangsläufig ein gewisser Eindruck der Unschärfe entsteht, aber dies gilt auf keinen Fall für das Gesamtbild.

Die Filmkornglättung GEM sowie die Farbrestauration ROC kennt man schon vom Vorgängermodell. GEM funktioniert sehr gut bei sehr grobkörnigem Filmmaterial. Die Analyse des Bildes auf wiederkehrende Muster, die dem Filmkorn zuzurechnen sind, funktioniert sehr gut, bewirkt jedoch zwangsläufig auch eine leichte Unschärfe. GEM ist also keine Funktion, die man bedenkenlos permanent eingeschaltet lassen kann, sondern man sollte bei jedem einzelnen Film Tests machen, ob es störende Filmkorneffekte gibt oder nicht. Beim Scannen von APS-Filmen hat sich bei mir das Kornglaettungsverfahren GEM so bewährt, dass ich es standardmäßig einschalte.

Die automatische Farbrestaurierung ROC bewirkt manchmal richtige Wunder. Uralte, verblasste Bilder erscheinen plötzlich wie neu gemacht, halt wie frisch restauriert, siehe dazu meine Seite über Korrekturverfahren. Korrekturen wie sie das ROC-Verfahren macht, lassen sich auch per Hand durchführen, jedoch braucht man sehr viel Zeit, um die einzelnen Farbkanäle so zu richten, dass der Restaurationseffekt sichtbar wird. Auf keinen Fall sollte man ROC jedoch permanent einschalten. Bei einer Nachtaufnahme oder einer Aufnahme am Meer oder auf einer Skipiste erhält man derart verstellte Bilder, dass man eher von Manipulation als von Restauration sprechen muss.

Nun ist beim neuen Nikon Super Coolscan 5000 ED zu den drei bislang bekannten ICE3-Verfahren noch ein viertes hinzu gekommen: Das Digital DDE-Verfahren führt angeblich bei unterbelichteten Bildern und bei Aufnahmen mit Gegenlicht eine automatische Korrektur durch, die die Detailzeichnung in den sehr dunklen und sehr hellen Bereichen verstärkt und eine natürliche Farbgebung und Helligkeit erreicht. Dies hört sich sehr vielversprechend an, aber bei genauer Überlegung und mit etwas Ausprobieren erkennt man schnell, dass man solche Effekte auch durch Ändern der Tonwertkurve direkt erzielen kann. Mit DDE lassen sich übrigens nicht nur die Tiefen sondern auch die Lichter automatisch anpassen. Ich halte die DDE-Funktion für überflüssig, da sie zum einen nicht allgemein verwendbar ist, d.h. bei jedem einzelnen Bild individuell angepasst werden muss, und zum anderen durch Ändern der Tonwertkurven ersetzt werden kann. Ich möchte an dieser Stelle jedoch nicht diejenigen Anwender vergessen, denen der Umgang mit Tonwertkurven keine Selbstverständlichkeit ist; für solche Anwender ist der DDE-Schieberegler ein bequemes Mittel, um mehr Details in sehr dunkle Bildpartien zu bringen.

Bleibt noch der Scan Image Enhancer als neues Feature: Diese Funktion führt eine automatische Anpassung der Helligkeit und des Kontrastes durch, entspricht also im Wesentlichen der Photoshop®-Funktion "Automatische Tonwertkorrektur". Diese Funktion ist ein sehr empfehlenswertes Feature in der NikonScan-Software, da sie bei einem Großteil der Bilder nennenswerte Verbesserungen bringt. Aber wie schon oben erwähnt, eine solche Funktion verbessert nicht etwa die Scan-Qualität sondern erlaubt nur das bequeme Durchführen einer Bildverarbeitungsfunktion direkt in der Scan-Software. Ein mit dem Scan Image Enhancer gescanntes Bild erscheint zwar besser als ein Standard-Scan, jedoch wird der Pluspunkt in der anschließenden Bildverarbeitung wieder ausgeglichen. Der Scan Image Enhancer ist ebenfalls eine sehr nützliche Funktion, die man auf keinen Fall permanent eingeschaltet lassen kann. Jeder weiß, was eine automatische Tonwertkorrektur bei einer Aufnahme auf einer Skipiste bewirkt: die wenigen Personen, die sich von dem Einheits-Weiß abheben, werden extrem farbstichig und grell.

Fazit der letzten 5 Absätze: Der Nikon 5000 beherbergt in seiner Scan-Software eine große Anzahl von automatischen Bildkorrekturalgorithmen, die die Bildqualität auf bequeme Weise positiv beeinflussen. Die eigentlich gute Bildqualität ist aber nicht solchen Komfort-Funktionen zu verdanken, sondern der Tatsache, dass der Nikon Super Coolscan 5000 in der Lage ist, feinste Farbabstufungen zu unterscheiden. Bei einem Scan mit 16 Bit Farbtiefe können zwischen scharz und dunkelgrau gut und gerne 2000 Grautöne liegen, und das macht die Bildqualität.

Noch ein Wort zur Schärfe: Was der Nikon LS-5000 bei einem Standard-Scan mit 4000 dpi bewirkt ist sensationell: Da sind kleinste Details zu erkennen und ein 20 Megapixel Bild ist bei höchster Zoom-Stufe immer noch scharf, entsprechendes Filmmaterial natürlich vorausgesetzt. Wer braucht da noch eine Funktion wie das "Unscharf Maskieren" in der Scan-Software? Natürlich verleiht diese künstliche Schärfung dem Scan noch den letzten Feinschliff an Detailtreue, jedoch empfehle ich, diese Funktion besser in der Bildverarbeitungssoftware durchzuführen, denn eine einmal durchgeführte Unscharfmaskierung kann nicht so leicht rückgängig gemacht werden, vor allem wenn man die Parameter zu hoch aufdreht.

Noch ein positives Ergebnis, das mich beim Nikon 5000 überrascht hat: Während ich mit dem Vorgängermodell LS-4000 ED einige Probleme beim Scannen von Kodachrome-Bildern hatte, kommt der neue Nikon sehr gut mit solchem Filmmaterial zurecht. In der Scan-Software gibt es eine spezielle Einstellung für Kodachrome, nur mit dieser Einstellungen stimmen die Farben mit den originalen überein. Leider funktioniert das ICE-Verfahren bei den meisten Kodachrome-Filmen nicht, so dass man bei der automatischen Staub- und Kratzerkorrektur leider Abstriche machen muss.

Beim Scannen von Kodachrome Bildern, bei denen Rauscheffekte größer zum Tragen kommen als bei normalen Diapositiven, hat sich bei mir das Mehrfach-Scan-Verfahren bewährt. Beim Nikon 5000 kann eine Vorlage nicht nur einmal, sondern bis zu 16 mal abgetastet werden. Solch ein Scan dauert natürlich eine kleine Ewigkeit, jedoch lässt sich mit der Mehrfachscanmethode eine deutliche Verbesserung hinsichtlich Stör- und Rauscheffekte erzielen - ein harmloses Feature mit zum Teil aber bahnbrechenden Wirkung!

Als Fazit halte ich fest, dass ich von der Bildqualität des Nikon Super Coolscan 5000 ED voll überzeugt bin. Die Detailschärfe und der Dichteumfang sind sensationell. Für Standard-Bilder liefern bereits die Standard-Einstellungen in der Scan-Software hervorragende Digitalbilder. Für schwierigere Aufnahmen müssen aufwändige Einstellungen direkt in der Scan-Software oder in der anschließenden Bildbearbeitung gemacht werden. Wichtig für eine gute Bildverarbeitung ist, dass in der Scan-Datei die notwendigen Bildinformationen enthalten sind, und das kann ich beim LS-5000ED voll bestätigen.

Die Scangeschwindigkeit des Nikon Super Coolscan 5000 ED

Bei der Scan-Geschwindigkeit merkt man deutlich den Unterschied zwischen dem neuen Nikon Super Coolscan 5000 ED und dem Vorgängermodell Super Coolscan 4000 ED. Der neue Nikon hat an Geschwindigkeit deutlich zugelegt und lässt somit seine Konkurrenz noch deutlicher hinter sich als es das Vorgängermodell schon tat.

Die Beurteilung der Geschwindigkeit eines Filmscanners ist eine sehr schwierige Angelegenheit, da viele Faktoren eine Rolle spielen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Natürlich spielen die Auflösung und die gemachten Einstellungen in der Scan-Software eine wichtige Rolle. Aber es sind einige Punkte, an die man nicht sofort denkt, die die Scangeschwindigkeit beeinflussen:

  • Rechner: Auch wenn man meint, dass der Scanner die Hauptarbeit verrichtet, muss der Computer, an den der Scanner angeschlossen ist, mit sehr großen Datenmengen umgehen. Das Umrechnen der Rohdaten in Bilddaten verschlingt viel Rechenzeit, Filter wie ICE sind sehr rechenaufwändig, aber auch schon das Speichern großer Dateien auf die Festplatte kann entscheidend sein.
  • Datenübertragung: Vom Scanner zum Rechner müssen sehr große Datenmengen übertragen werden; der Scanner selbst liefert nur Rohdaten, komprimierte JPG-Dateien erzeugt der Rechner. Verwendet man anstatt einer USB 2.0 Schnittstelle nur eine 1.1-Version, macht sich dies deutlich in den Scanzeiten bemerkbar, vor allem wenn man in der höchsten Auflösung arbeitet.
  • Der Scan-Bereich spielt eine wichtige Rolle. Schneidet man bei einem KB-Dia den Rahmen weg, so erhält man gut und gerne 30% weniger Bildinformationen als wenn man den maximalen Scan-Bereich wählt.

Beim Scannen von einzelnen gerahmten Dias ist mir aufgefallen, dass beim Erzeugen einer Vorschau mit ICE immer automatisch eine Belichtung durchgeführt wird. Ob dies nur ein Software-Fehler ist oder einen bestimmten Zweck hat, kann ich nicht sagen. Sensationell ist auf alle Fälle die Scan-Zeit für ein einzelnes Dia mit Autofokus und Auto-Belichtung bei eingeschaltenem ICE-Verfahren: 1:11 min in höchster Auflösung ist ein Maßstab für alle Filmscanner-Modelle! Der Scanner ist beim Digitalisieren einzelner Dias in allen Prozessen (Autofokus, Belichtung, Vorschau, Feinscan) so schnell, dass es sich nicht lohnt, den Arbeitsplatz zu verlassen.

Scannen von einzelnen gerahmten Dias ohne ICE mit ICE
Auto-Fokus 1 Dia 0:05 min 0:05 min
Auto-Belichtung 1 Dia 0:12 min 0:12 min
Vorschau 1 Dia 0:12 min 0:27 min
Vorschau 1 Dia mit Autofokus und Auto-Belichtung 0:29 min 0:32 min
Einzelscan Dia 2000 dpi 0:19 min 0:38 min
Einzelscan Dia 4000 dpi 0:21 min 0:54 min
Einzelscan Dia 2000 dpi, Autofokus, Autobelichtung 0:36 min 0:55 min
Einzelscan Dia 4000 dpi, Autofokus, Autobelichtung 0:38 min 1:11 min

Beim Scannen von Negativen liegen die Scan-Zeiten höher als bei Positiven; das ist bei allen Filmscannern der Fall. Sehr praktisch ist jedoch, dass man in sehr kurzer Zeit einen Index-Scan des eingelegten Filmstreifens erstellen kann, um eine erste Übersicht zu haben und die zu scannenden Bilder auszuwählen. Natürlich ist es eine sehr angenehme Sache, wenn der Scanner dann den ganzen Filmstreifen auf einmal scannt; dann lohnt sich auch eine kleine Rechner-Pause.

Bei den Scan-Zeiten von Negativen kommen immer noch Transportzeiten hinzu. Der Filmtransport von Bild 1 zu Bild 6 dauert inklusive Feinjustierung gute 5 Sekunden.

Scannen von einzelnen Negativen ohne ICE mit ICE
Index-Scan 6 Bilder 0:15 min 0:15 min
Auto-Fokus 1 Negativ 0:05 min 0:05 min
Auto-Belichtung 1 Negativ 0:25 min 0:25 min
Vorschau 1 Negativ 0:21 min 0:30 min
Vorschau 1 Negativ mit Autofokus und Auto-Belichtung 0:46 min 0:52 min
Einzelscan Negativ 2000 dpi 0:28 min 0:47 min
Einzelscan Negativ 4000 dpi 0:30 min 1:05 min
Einzelscan Negativ 2000 dpi, Autofokus, Autobelichtung 1:05 min 1:20 min
Einzelscan Negativ 4000 dpi, Autofokus, Autobelichtung 1:09 min 1:38 min

Seine richtige Stärke spielt der Nikon LS-5000 ED erst aus, wenn man ihn in Verbindung mit dem Slide Feeder SF-210 verwendet. Beim Batch-Betrieb gerahmter Dias merkt man den Unterschied gegenüber dem alten LS4000 deutlich: Es ist ein Traum, mit welcher Geschwindigkeit der neue Nikon die Dias durch den Feeder jagt (wenn es keinen Diastau gibt...). Bei den jetzigen Geschwindigkeiten fallen die Transportzeiten bereits deutlich ins Gewicht, denn die Zeit, ein gescanntes Dia auszuschieben und ein neues wieder einzuziehen, beträgt über 10 Sekunden.

Bei den nachfolgenden Geschwindigkeiten mit dem SF-210 wurde vor jedem einzelnen Dia ein Autofokus und eine automatische Belichtung durchgeführt. Ohne diese Funktionen wäre der Durchsatz noch viel höher, worunter jedoch stark die Bildqualität leidet.

Scannen von gerahmten Dias mit dem Feeder SF-210 ohne ICE mit ICE
Dia-Stapelscans mit 2000 dpi 68 Bilder/Stunde 43 Bilder/Stunde
Dia-Stapelscans mit 2800 dpi 64 Bilder/Stunde 40 Bilder/Stunde
Dia-Stapelscans mit 4000 dpi 61 Bilder/Stunde 37 Bilder/Stunde

Bei allen obigen Scan-Zeiten habe ich mit einem PC mit folgenden Eckdaten gearbeitet: Pentium 4 Prozessor 3 GHz, 800 MHz Front-Side Bus, 2 Gigabyte DDR-400 Hauptspeicher, USB 2.0 Anschluss. Um zu demonstrieren, was der PC für einen Einfluss auf die Scan-Geschwindigkeit hat, habe ich den Nikon Coolscan 5000 einmal an einen anderen PC mit folgenden Eckdaten angeschlossen: Pentium 1,6 GHz Prozessor, 768 Megabyte Hauptspeicher, USB 1.1 Anschluss. Die erreichten Scan-Zeiten sind schockierend im Vergleich zum ersten PC:

Scannen von gerahmten Dias mit dem Feeder SF-210 ohne ICE mit ICE
Stapelscan 2800 dpi mit Slide Feeder 24 Bilder/Stunde 18 Bilder/Stunde
Stapelscan 4000 dpi mit Slide Feeder 24 Bilder/Stunde 18 Bilder/Stunde

Man erkennt deutlich, dass der USB 1.1 Anschluss eine große Bremse ist, wenn man mit einem Nikon Super Coolscan 5000 ED im Batch-Betrieb arbeitet. Bei Einzelscans macht sich die Schnittstelle nicht so offensichtlich bemerkbar. Die schwache Rechenleistung bremst zusätzlich das ICE-Verfahren aus.

Zusammenfassung, Fazit

Mit dem Nikon Super Coolscan 5000 ED behauptet Nikon seine Führungsrolle im Bereich der Kleinbild-Filmscanner. Die Bildqualität, die der Scanner liefert, ist hervorragend, insbesondere bei problematischen Fotos wie Nachtaufnahmen. Vor allem ist das Gerät sehr sehr schnell, schneller als jeder andere Diascanner, und das ist auch die nennenswerteste Verbesserung gegenüber dem Vorgängermodell LS-4000 ED.


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Beim Kauf eines LS-5000 ED erhält man ein Komplettpaket inklusive aller notwendigen Kabel, Scan-Software und Bildbearbeitungssoftware zum Scannen von gerahmten Kleinbild-Dias und Kleinbild-Filmstreifen. Leider hat Nikon den Filmstreifenhalter FH-3 aus der Serienausstattung genommen; da dieser Halter für das Scannen von gewellten/gewölbten Filmstreifen und losen Bildern unabdinglich ist, muss man sich dieses Teil immer noch extra kaufen. So richtig große Freude hat man mit seinem Nikon 5000 erst recht, wenn man gerahmte Dias mit dem Feeder SF-210 oder ganze Filmrollen mit dem SA-30 scannt.

Ich bin mit meinem Nikon Super Coolscan 5000 ED sehr zufrieden und würde ihn angesichts der Wahnsinns-Geschwindigkeit nicht mehr gegen den alten Coolscan 4000 eintauschen wollen. Der LS-5000 hat einen stolzen Preis, aber dafür bekommt man in der Tat den besten Kleinbild-Filmscanner, den es derzeit auf dem Markt gibt.

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