Scanner-Testbericht Reflecta ImageBox iR
Die Reflecta ImageBox iR ist der Nachfolger der Reflecta ImageBox; Es handelt sich dabei um einen CMOS-Scanner, der die Vorlagen mittels einer Art stationärer Webcam abfotografiert, statt sie Zeile für Zeile abzutasten, wie es normalerweiser bei Filmscannern der Fall ist. Der kleine Namenszusatz "iR" deutet auch schon den Unterschied zum Vorgängermodell an:
Die ImageBox iR verfügt über eine auf Infrarottechnik basierende Staub- und Kratzerkorrektur bei der Digitalisierung von Dias und Negativen; Wie schon beim Vorgängermodell können mit der ImageBox iR aber auch Papierbilder bis zu einer Grösse von 10x15 cm gescannt werden. Hier steht die automatische Staub- und Kratzerkorrektur allerdings nicht zur Verfügung.
Damit bietet die neue ImageBox IR den gleichen Funktionsumfang wie der Reflecta MemoScan, kann jedoch zusätzlich wie die "alte" ImageBox Papiervorlagen digitalisieren. Man kann also quasi von einer Verschmelzung dieser beiden Scannermodelle (Reflecta MemoScan und Reflecta ImageBox) sprechen.
Äußerlich unterscheidet sich die ImageBox iR nicht von ihrem Vorgänger, und auch das Innenleben hat sich bis auf die zusätzliche Infrarottechnik nicht verändert. Die schlechten Testergebnisse der alten ImageBox in Sachen Bildqualität und die unbefriedigenden Resultate der MagicTouch-Technologie des MemoScan, lassen somit auch bei der neuen ImageBox iR keine hohen Erwartungen aufkommen.
Aber der Reihe nach. Die Installation und Inbetriebnahme des Scanners funktionierte auf unserem Windows XP-Rechner problemlos: Zunächst installiert man die mitgelieferte Software; Neben der Scansoftware CyberView CS ist im Lieferumfang noch die Bildbearbeitungssoftware Adobe® Photoshop® Elements enthalten, leider aber nur in der inzwischen veralteten Version 5.0. In Anbetracht des niedrigen Preises des Scanners ist das aber nichtsdestotrotz ein nettes Schmankerl, da eine aktuelle Version von Adobe®s beliebter Bildbearbeitungssoftware für den Heimanwender alleine schon etwa 100 Euro kostet. Immerhin ist diese Version voll Update-fähig, so dass man die aktuelle Photoshop® Elements Version zum günstigeren Upgrade-Preis erwerben kann.
Desweiteren sind im Lieferumfang noch je ein Filmhalter für bis zu vier gerahmte Kleinbilddias und für Filmstreifen mit einer Länge von bis zu sechs Bildern enthalten, ein Vorlagenhalter für Papierbilder bis zu einer Größe von 10x15 cm sowie ein USB-Kabel. Dieses versorgt den Scanner auch mit Strom - ein separates Netzteil wird nicht benötigt.
Ist alles installiert, kann man mit dem Scannen loslegen. Neu ist die Möglichkeit, CyberView CS nun auch direkt aufzurufen, d.h., man muss den Twain-Treiber nicht mehr über ein Bildbearbeitungsprogramm starten, sondern kann ihn auch direkt über das Startmenü als Sandalone-Anwendung betreiben.
Beim ersten Start von CyberView CS wird eine automatische Kalibrierung der Lichtquelle vorgenommen. Dabei ist darauf zu achten, dass sich keine Vorlage im Scanner befindet - darauf wird man aber per Pop-Up Fenster deutlich hingewiesen. Wie bei allen CMOS-Scannern von Reflekta zeigt die Scansoftware ein Live-Bild des vom Sensor erfassten Bildes, von dem per Mausklick oder per Druck auf die Scan-Taste auf der Geräteoberseite ein Standbild in voller Auflösung an das Bildbearbeitungsprogramm übertragen bzw. auf der Festplatte gespeichert wird. Die Software unterscheidet sich in der Bedienung bis auf die zusätzlich aktivierbare MagicTouch-Funktion nicht vom Vorgänger.
Wie steht es nun um die Bildqualität der ImageBox iR? Hat sie sich im Vergleich zum Vorgängermodell verbessert, und funktioniert die Staub- und Kratzerkorrektur besser als beim MemoScan? Schauen wir uns dazu zunächst einen Scan des USAF-Testcharts zur Bestimmung der effektiv erzielbaren Auflösung an. Hier lassen sich die horizontalen und vertikalen Linien des Elements 4.5 gerade noch unterscheiden, was eine effektive Auflösung von gerade mal 1290 ppi ergibt. Das sind etwa 72% der vom Hersteller angegebenen optischen Auflösung von 1800 ppi. Damit liegt die ImageBox iR sogar hinter ihrem Vorgänger, die immerhin noch 1450 ppi erreicht hat. Scannt man ein Kleinbild-Dia oder Kleinbild-Negativ mit der maximalen Nominalauflösung von 18000 dpi so erhält man eine Bilddatei mit ca. 4,5 Megapixeln. Da die tatsächliche Auflösung jedoch nur 1290 dpi beträgt erhält man effektiv nur ca. 2,3 Megapixel. Das ist sehr wenig, zumal bei heutigen Einsteiger-Digitalkameras 10 Megapixel und mehr schon Standard sind.
In Sachen Dichteumfang hat sich nichts verändert, die Scans der ImageBox iR zeigen in Licht- und Schattenpartien kaum noch Zeichnung; Allgemein wirken die Scans eher unscharf und verwaschen - genau wie bei der "alten" ImageBox.
Kommen wir nun zu dem Feature, das die ImageBox iR von Ihrem Vorgängermodell unterscheidet: Die Staub- und Kratzerkorrektur für Scans vom Dia oder Negativ. Im Reflecta MemoScan konnten uns die Ergebnisse der MagicTouch-Technologie leider überhaupt nicht überzeugen. Vielleicht hat sich ja hier etwas getan.
Und tatsächlich: Die Staub- und Kratzerkorrektur funktioniert wesentlich besser als beim MemoScan. Bei einem Klick auf das nebenstehende Thumbnail öffnet sich ein Bildfenster, das alle drei Sekunden zwischen einem Scan mit und einem Scan ohne MagicTouch umschaltet. Man kann deutlich erkennen: Staubkörner werden zum größten Teil komplett entfernt, und es werden auch keine Bildfehler erzeugt, was bei Low-Budget-Scannern mit Staub- und Kratzerkorrektur häufig der Fall ist. Hier kann die neue ImageBox iR also eindeutig punkten.
Da sich ansonsten wenig getan hat, kommen wir bei der ImageBox iR zu einem ähnlich Fazit, wie schon bei der ImageBox ohne den kleinen Namenszusatz: Wer gelegentlich schnell und einfach ein Foto digitalisieren möchte, um es z.B. per Email an Freunde zu verschicken, ist mit der ImageBox iR gut beraten. Zur hochwertigen Digitalisierung von Bildmaterial ist das Gerät aber aufgrund seiner eher schlechten Bildqualität nicht geeignet, auch wenn die Staub- und Kratzerkorrektur unansehnliche Staubflecken und Kratzer automatisch entfernt.
Weitere Fotos und Informationen finden Sie in unserem Testbericht über die Reflecta ImageBox, in dem wir genauer auf die Anwendung und den Betrieb des Scanners sowie die Bedienung der Scan-Software eingehen.
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