Literatur Scannen, Digitalfotografie, Bildbearbeitung
Auf dieser Seite stelle ich einige sehr empfehlenswerte Bücher rund ums Thema Scannen, Bildbearbeitung, Digitalfotografie, Kalibrierung und Farbmanagement vor. Das Auffinden sehr guter, leicht verständlicher Fachliteratur zu diesen Themen ist nicht ganz einfach, daher im Folgenden meine persönlichen Buchtipps jeweils mit meiner subjektiven Bewertung.
 |
Top-Empfehlung |
 |
Sehr empfehlenswert |
 |
Empfehlenswert |
 |
Weniger empfehlenswert |
 |
Nicht Empfehlenswert |
 |
Absoluter Flop |
Jedes Buch erhält von mir eine persönliche Bewertung von 0 bis 5 Sternen. Um eine 5-Sterne Bewertung zu erhalten muss ein Buch qualitativ hochwertig sein, gut verständliche, wertvolle Informationen enthalten und im Aufbau sehr gut und übersichtlich gegliedert sein. Ein 5-Sterne Buch heißt für mich, dass das stets griffbereit im Bücherregal steht.
Taz Tally: SilverFast - Das offizielle Buch
Ein Muss für jeden, der mit SilverFast arbeitet
SilverFast ist eine äußerst leistungsfähige Scan-Software, die wegen ihrer einfachen Bedienbarkeit leicht von Anfängern zu benutzen ist und wegen ihrer professionellen Hilfsmittel auch das ideale Werkzeug für Scan-Profis ist. Seit Ende 2004 gibt es "Das offizielle Buch" zu SilverFast von Taz Tally. Es ist ein Buch, das sich genauso wie die Software sowohl an Einsteiger als auch an Profis wendet.
Einsteiger bekommen ehe es mit dem eigentlichen Thema Scannen losgeht auf knapp 50 Seiten wichtige Grundlagen anschaulich erklärt: Wie funktioniert ein Scanner, was bedeuten Begriffe wie Auflösung, Farbtiefe, Farbmodus, Dateiformat, wie wird ein Bild gespeichert und bearbeitet und vieles mehr. Diese für einen fortgeschrittenen Anwender so selbstverständlichen Gegebenheiten werden ausführlich und leicht verständlich erklärt. Sehr hilfreich sind zahlreiche Beispiele, die auch auf der CD enthalten sind.
Einsteiger erhalten dann auf den folgenden ca. 100 Seiten eine ausführliche Einführung in das Scannen mit SilverFast. Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten von SilverFast werden Schritt für Schritt von den Programm-Voreinstellungen über den Prescan bis hin zum Hauptscan erklärt. Wer diese 100 Seiten durcharbeitet ist in der Lage sehr gute Scans zu machen und darf sich schon als Fortgeschritten bezeichnen.
Die folgenden Kapitel wenden sich an Experten und Power-User: Effektive Bildverarbeitungsmethoden wie Scharfzeichnen und Kratzerentfernung werden erklärt. Nützliche und leistungsfähige SilverFast-Tools wie der ScanPilot und der JobManager werden in ihrer Funktionsweise beschrieben, so dass das Scannen von großen Bildmengen wirkungsvoll automatisiert werden kann. Schließlich wird auch noch die Bedeutung und Funktionsweise der wichtigen IT-8 Farbkalibrierung beschrieben.
Ich kann dieses hervorragende Buch einem jeden weiterempfehlen, der mit SilverFast arbeitet und sich in die Materie des Scannens einarbeitet. Während Einsteiger die ausführlich und leicht verständlich geschilderten Grundlagen schätzen, Fortgeschrittene sich über die Tipps zum Scannen unterschiedlichen Filmmaterials erfreuen, bekommen Profis detaillierte Erläuterungen von SilverFasts Expertendialogen. Dieses Buch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Sascha Steinhoff: Digitalisieren von Dias und Negativen
Praxisnahe Einführung in die Materie des Scannens mit vielen Tipps und Tricks
Sascha Steinhoff vermittelt in seinem Buch "Digitalisieren von Dias und Negativen" eine sehr praxisnahe Einführung in die Materie des Scannens. Dieses Buch kauft man sich am Besten bevor man sich einen Filmscanner kauft. Nach dem Studium der ersten Kapitel, in denen man eine Menge Grundwissen über verschiedene Scanner-Typen, Leistungsmerkmale von Scannern, Vorgehensweisen oder Zubehör erfährt, ist man so richtig fit, um verschiedene Scanner und Scannertypen mit eigenem Know-How zu beurteilen und somit seine Kaufentscheidung zu treffen.
Das Buch vermittelt eine Menge Know-How, das man zum Scannen seiner Vorlagen gut anwenden kann. Zum Beispiel wird auf das Thema Reinigung vor dem Scannen eingegangen, man erhält Tipps, wie man mit gewölbtem, welligen Filmmaterial umgeht, was es mit Kodachrome-Filmen auf sich hat oder welche Auflösung man am Besten einstellt. Sehr wertvoll ist auch ein Ausflug in das Thema Farbmanagement, die immer noch häufigste Fehlerquelle, wenn nach dem Scannen etwas mit den Farben nicht ganz stimmt.
In den eigentlichen ca. 100 Seiten, bei denen es um die Praxis des Scannens geht, handelt es sich um ausführliche Erläuterungen zu unterschiedlichen Scan-Programmen für Nikon-Filmscanner. Man erhält eine leicht verständliche Einführung in die Nikon-Scansoftware NikonScan, aber auch in die Alternativ-Programme VueScan und SilverFast. Anhand von zahlreichen Abbildungen wird erläutert, wie man einfache Einstellungen wie die Helligkeit aber auch komplexe Anpassungen z.B. mittels Gradationskurven vornimmt.
Generell muss ich das Buch wegen seiner zahlreichen Abbildungen loben. Auf den knapp Seiten des Buches gibt es fast keine Seite ohne Abbildungen. Zahlreiche Fotos, Grafiken, Screenshots aus den Scan-Programmen stellen den Inhalt sehr praxisbezogen und anschaulich dar. Der Text ist zudem sehr leicht verständlich geschrieben, so dass man ihn auch ohne Vorkenntnisse leicht verstehen kann. Eine CD mit Testbildern, Sample-Scans und Software-Testversionen rundet das gute Bild des Buches ab.
Für das Buch von Sascha Steinhoff gibts von mir also eine ganz klare Kauf-Empfehlung, vor allem für Käufer/Besitzer von Nikon-Filmscannern. Es ist DAS Buch über Scannen schlechthin, ich kenne kein besseres Fachbuch, das einen in die Materie des Scannens so gut einführt. Zudem wird das Buch vom Autor ständig aktuell gehalten; mittlerweile gibt es die 3. Auflage des Titels. Dieses Fachbuch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Digitale Fotopraxis Landschaft & Natur (Galileo Design)
Erstklassiges Fachbuch für Leute, die das Fotografieren richtig lernen möchten
Das Fotografieren von Landschaften und Natur ist für jeden Fotografen eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Jeder Kamera-Besitzer hat in seinem Leben schon unzählige Aufnahmen in der Natur gemacht, sei es in seinem Garten, beim Sonntagsspaziergang, während eines Strandurlaubes oder gar bei einer Bergexpedition. Das Fotografieren von Landschaft und Natur scheint eine Selbstverständlichkeit zu sein, bei der man an der Kamera den Zoom einstellt und einfach abdrückt.
Aber wie fotografiert man Landschaften, Pflanzen und Tiere richtig? Wie stellt man ein Motiv richtig in Szene? Wie kommt man mit Wind und Sonne zurecht, oder besser, wie nutzt man Wind und Sonne, um lebendige, helle Aufnahmen zu machen? Das sind Fragen, die einen Fotografen und nicht den Urlaubsknipser beschäftigen. Der Autor Christian Schnalzger ist selbst Fotograf und erklärt auf ca. 250 Seiten, wie man in der Natur mit seiner Kamera und mit seinem Kamerazubehör umgeht, um erstklassige Fotos zu machen.
Das Buch gliedert sich in ca. 20 Kapitel, die jeweils bestimmten Landschaften zugeordnet sind. So gibt es zum Beispiel Kapitel über Berge, Wälder, Wasser, Meer, Pflanzen, Tiere oder Vögel. Am Beispiel des Kapites "Wasser" möchte ich erklären, wie sehr einem dieses Buch hilft, erstklassige Wasser-Aufnahmen zu machen. Wer zum Beispiel einen Fluss fotografiert, hat auf dem Bild eine Momentaufnahme des Wassers und der Küste; von der Bewegung des Wassers ist jedoch auf dem Bild nichts zu sehen. Christian Schnalzger erklärt nun, wie man Bewegung ins Bild bringt, nämlich mit längeren Belichtungszeiten und kleinerer Blende. Da dem Fotografen bei diesen Einstellmöglichkeiten jedoch Grenzen gesetzt sind, wird der Effekt von Graufiltern verschiedener Stärke erläutert und der Effekt gezeigt. Wasser bedeutet jedoch nicht nur Bewegung, Wasser reflektiert auch Farben. Wie man Spiegelungen und Farbverläufe perfekt aufs Bild bringt wird genauso erklärt, wie eine bestimmte Wärme des Wassers verstärkt wird. Dabei wird zum Beispiel der Einsatz des Polfilters empfohlen.
Das Buch darf sich zurecht mit dem Titel "Digitale Fotopraxis" schmücken, denn das, was in dem Buch erklärt wird, ist äußerst praxisnah. Indem man die Beispiele mit den Erläuterungen selbst ausprobiert, lernt man das Fotografieren. Am Besten also, man liest sich ein Kapitel, z.B. das über Wälder, durch, packt dann seine Ausrüstung in den Kamerarucksack, und macht sich dann ab in den Wald, um die richtigen Einstellungen an der Kamera selbst zu machen und sein fotografisches Auge für gute Motive und Hintergründe zu trainieren. Es macht wirklich Spaß, auf diese Weise Schritt für Schritt eigene Erfahrungen zu machen. Der Boah-Effekt ist immer wieder verblüffend und motiviert weiter zu machen. Ich kann nur wiederholen, so lernt man das Fotografieren in der freien Natur, so lernt man mit seiner Kamera und seiner Ausrüstung umzugehen, so entwickelt man ein Auge für Motive, Licht und Schatten, Hintergründe, Besonderheiten und Blickwinkel.
Ich muss aber das Buch nicht nur wegen seines tollen Aufbaus, seiner guten Erklärungen und seiner exzellenten Praxisbezogenheit loben, sondern dieses Buch ist auch ein recht ansehnliches Bilderbuch mit fantastischen Landschaftsaufnahmen. Es gibt fast keine Seite ohne mindestens ein Bild. Es ist das reinste Vergnügen, das Buch einfach durchzublättern und die tollen Fotos zu bestaunen. Ach, könnte man doch nur selbst so gut fotografieren, denkt man immer wieder! Es sind übrigens nicht nur die Fotos qualitativ hochwertig, sondern auch das Buch selbst, das Papier und der Druck. Man könnte das Fachbuch also auch als hervorragenden Bildband bezeichnen.
Also von mir gibts eine ganz klare Empfehlung, sowohl an Leute, die erste Schritte mit ihrer Kamera machen und gerne etwas bessere Fotos machen möchten, als auch für fortgeschrittene Fotografen, die noch mehr aus ihrer Kameraausrüstung herausholen und ihr fotografisches Auge trainieren möchten. Ich selbst möchte dieses hervorragende Buch nicht mehr in meinem Bücherregal missen. Dieses Buch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Jürgen Gulbins: Grundkurs Digital Fotografieren
Ein Fachbuch für Neulinge und ambitionierte Hobby-Fotografen
Das Fachbuch "Grundkurs Digital Fotografieren" mit dem Untertitel "Kameratechnik, Bildkomposition, Bildbearbeitung, Bildverwaltung" vom Autor Jürgen Gulbins gibt wie der Name schon sagt eine Einführung in die Digitalfotografie mit damit verbundenen Themen wie Bildbearbeitung, Archivierung oder Bild-Digitalisierung. Es richtet sich sowohl an Einsteiger in die Digitalfotografie als auch an Umsteiger, die nach Aufgabe der anlogen ihre ersten Schritte in der digitalen Welt machen, als auch an Fortgeschrittene, die zwar schon auf allen Gebieten der Digitalfotografie erste Erfahrungen gesammelt haben jedoch noch tiefergehende Informationen und Hintegründe/Technische Erläuterungen wissen möchten.
Wer schon seit Längerem analog fotografiert und vor dem Umstieg in die digitale Welt steht, fährt mit diesem Buch genau richtig und zwar schon vor dem Kauf von neuer Ausrüstung. Jürgen Gulbins erklärt nämlich zunächst einmal ausführlich, was es für unterschiedliche Digitalkameras gibt, was es bei Bildsensoren für Besonderheiten und Vor-/Nachteile gibt, welches Zubehör man benötigt (z.B. Speicherkarten, Blenden, Filter, Reinigungssets) u.s.w. Wer die ersten 40 Seiten dieses Buches liest, tut sich mit dem Kamera- und Zubehör-Kauf viel einfacher als derjenige, der nur nach Leistungsdaten und Herstellerangaben einkauft.
Nachdem die Kameraausrüstung da ist, gehts ran ans Fotografieren. Zunächst werden einige allgemeine Tipps gegeben, z.B. wie man die Kamera am Besten hält, um Verwackelungen zu vermeiden. Dann gehts an unterschiedliche Szenarien, z.B. wie man Portraits oder Personengruppen bestens in Szene setzt, wie man Landschaften, Pflanzen oder Tiere fotografiert, was bei Nacht oder beim Sport zu beachten ist u.s.w. Dabei erklärt der Autor grundlegende Einstellungen, die an der Kamera gemacht werden müssen, aber auch gibt er Tipps, was man bei der Motivwahl oder bei der Hintergrundauswahl beachten muss. So lernt man Schritt für Schritt das Fotografieren, egal ob mit einer professionellen Spiegelreflexkamera oder mit einer Kompaktkamera.
Während zu analogen Zeiten nach dem Fotografieren das Entwickeln und Archivieren der Filme folgte, gibt es in der Digitalfotografie noch einen neuen Schritt, nämlich die Bildbearbeitung am Rechner. Das Buch widmet diesem umfangreichen Thema fast 100 Seiten. Dabei fängt der Autor von ganz vorne an und erklärt erst mal Grundlagen von digitalen Bildformaten, um dann einzelne Bearbeitungsfunktionen näher zu erläutern. Erklärt werden sowohl einfache Techniken der Bildbearbeitung wie Aufhellen oder kontrastreicher machen, aber auch komplexere Themen wie Retuschieren, Ebenenbearbeitung oder Unscharf Maskieren. Dabei geht es im Wesentlichen um Photoshop-Funktionen, dem gängigsten Bildbearbeitungsprogramm auf dem Markt.
Schließlich befasst sich ein letztes Kapitel um das Thema "Erfassen, Verwalten, Archivieren, Drucken, Präsentieren". Dabei wird auch das Thema Scannen von analogem Filmmaterial angesprochen, denn damit beschäftigt sich jeder Umsteiger auf Digital früher oder später. Ganz wichtig ist das Thema Archivierung, denn auf dem Rechner sammeln sich im Laufe der Jahre unzählige Bilder, die man sowohl gut sichern muss als auch schnell wiederfinden möchte.
Dieses Buch bietet wirklich genau das, was der Titel verspricht, nämlich einen sehr guten Grundkurs in die Digitalfotografie. Wer dieses Buch durcharbeitet und sich die Techniken beim Fotografieren, in der Bildbearbeitung und in der Archivierung aneignet, darf sich stolz als Fortgeschrittener bezeichnen. Dieses Buch ist sowohl in unserem Filmscanner-Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Digitale Highend-Fotografie
Grundlagen und Werkzeuge der professionellen Digitalfotografie
Was für ein Titel für ein Fotografie-Fachbuch, "Highend-Fotografie"! Solch ein Titel klingt doch vielversprechend, nicht wahr? Dem einfachen Mann, der sich gerade im Elektronikmarkt seine erste Digitalkamera gekauft hat, wird beim Lesen der Inhaltsangabe schnell klar, dass dies nicht das richtige Buch für ihn ist. Nein, dieses Buch richtet sich an fortgeschrittene und professionelle Fotografen, z.B. Leute, die gerade ihre analoge Spiegelreflexkamera gegen eine digitale eintauschen und die wissen, dass der Umstieg von analog auf digital nicht einfach dadurch gemacht wird, dass man sein Kameragehäuse austauscht.
Die Autoren Helmut Kraus und Romano Padeste erklären auf ca. 150 Seiten Grundlagen und Werkzeuge der digitalen Fotografie. Und solche Grundlagen beginnen nicht beim Drücken des Auslösers sondern bereits weit im Vorfeld: Ehe überhaupt einmal vom Fotografieren gesprochen wird, werden zunächst die Grundlagen von Licht und Farbe erläutert. Wichtige Elemente der Bildbearbeitung wie Farbräume und Farbmodelle werden ausführlich behandelt. Und selbstverständlich wird auch das so überaus wichtige Thema Farbmanagement angesprochen.
Ehe die Autoren dann auf verschiedene Kameratechniken eingehen, wird grundlegend erklärt, wie überhaupt das digitale Bild auf einem CCD-Sensor oder einem CMOS-Sensor entsteht. Mit diesen Grundlagen drückt man später ganz anders auf den Auslöser als vorher. Das für mich interessanteste Kapitel behandelt verschiedene Digitalkamera-Konzepte: Ausgehend von kompakten Digitalkameras über die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras werden auch Mittelformatkameras oder Fachkameras mit Digitalrückteil ausführlich erklärt. Auch wer niemals mit einer Fachkamera gearbeitet hat und diese Technik eher was fürs Museum hält, liest sehr gerne, welche Stör-Effekte man mit einer Fachkamera gleich bei der Aufnahme korrigieren kann und warum solche Museums-Kameras immer noch ihre Daseinsberechtigung haben.
In weiteren Kapiteln erfährt der Leser wichtige Elemente der Bildbearbeitung: Es werden verschiedene Dateiformate, Kompressionsverfahren, Korrekturverfahren etc. besprochen. Tonwertkurven und Gradationskurven werden gut anhand von Bildern erläutert. Und schließlich widmen die Autoren auch noch ein Kapiteln dem Ausdrucken und dem Proof-Prozess, also ehe fertige Bilder in den Druckprozess gelangen.
Das Buch glänzt durch ein hervorragendes Layout, zahlreiche Bilder und Illustrationen und einen abschließenden Praxisteil, in dem mehrere Agenturen aus aller Welt ihre Erfahrungen mit der Digitalfotografie präsentieren. Leider glänzt auch der Preis: 44€ sind eine stolze Summe für ein Buch mit 150 Seiten.
Schwarzweiß-Fotografie digital
So mancher Hobby-Fotograf macht heute seine ersten Aufnahmen im Leben überhaupt mit einer modernen Digitalkamera; das Zeitalter der analogen Fotografie kennt er nur noch von der älteren Generation oder vom Hören-Sagen her. Für ihn ist ganz klar, dass die Digitalfotografie der Stand der Technik zum Aufnehmen von Bildern ist. Und für viele so Denkende ist auch die Schwarz-Weiß-Fotografie ein längst abgehaktes Kapitel der Anfänge der Fotografie, ausgestorben wie die letzten Schwarzweiß-Fernseher, die auf so manchem Speicher noch herumlungern. Der Buchtitel "Schwarzweiß-Fotografie digital" klingt für solche Ohren wie "HDTV-Fernsehen schwarz-weiß" oder "MP3-Musik auf Tonbändern".
In der Tat machen 99,999% aller Fotografen heutzutage keine Schwarzweiß-Aufnahmen mehr, sondern lassen sich mit vollautomatischen Kameras prächtige Farbbilder per einfachen Auslöser fast ganz von alleine machen. Dennoch lebt die Schwarzweißfotografie immer noch, und im alltäglichen Leben begegnen uns öfters SW-Fotos als man glauben mag. So vermag zum Beispiel ein Farbfoto einen markanten Gesichtsausdruck nicht annähernd so deutlich wiederspiegeln wie dies ein sehr gutes Schwarzweißfoto kann. Schwarz-Weiß-Bilder bestechen nicht durch Farbenvielfalt sondern durch Kontrast. Und das Schwierige am Schießen eines S/W-Fotos ist, dass das Auge durch den Kamera-Sucher ein Farbfoto sieht und das Gehirn die Aufgabe hat, sich das zugehörige Schwarzweißfoto vorzustellen.
Die Autoren Reinhard Merz und Erich Baier gehen in ihrem über 200-seitigen Buch ausführlich auf moderne Schwarz-Weiß-Fotografie ein. Dabei versteifen sich die Autoren nicht auf moderne Digitalkameras sondern zeigen immer zwei Wege auf, wie man von der Aufnahme zum fertigen Bild kommt: Entweder von der Digitalkamera direkt ins Bildbearbeitungsprogramm oder von der Analogkamera über einen Filmscanner ins Bildbearbeitungsprogramm. Das Thema Digitalisieren und Bildbearbeiten von S/W-Bildern nimmt alleine über 100 Seiten des Buches ein. Ausführlich wird auf Photoshop mit Bildbearbeitungsfunktionen wie Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Kanaltrennung, Scharfzeichnen etc. eingegangen.
Aber es handelt sich nicht um ein reines Buch zum Thema Bildverarbeitung; in einem Art Workshop lernt man schwarz-weiß zu fotografieren: Wie geht man mit Licht und Schatten um, was gibt es für unterschiedliche Lichtquellen, wie hebt man Motive hervor, wie gestaltet man Bilder mit Muster und Formen, was muss man beachten, wenn man Menschen oder Landschaften fotografiert u.s.w.
Abgerundet wird die ganze Thematik mit weiteren wichtigen Themen rund um die Digitalfotografie, z.B. Dateigrößen und Bildformate, Bildschirmkalibrierung und Druckerkalibrierung. Und schließlich behandelt ein eigenes Kapitel die Thematik wie man die fertigen Bilder zu Papier bringt: Unterschiedliche Druckervarianten, Tintensorten und Spezialpapiere werden beschrieben.
Fazit: Das Buch "Schwarzweiß-Fotografie digital" ist kein Buch, das der Otto-Normalverbraucher als Lektüre auf den Mallorca-Urlaub mitnimmt. Es ist vielmehr ein ausgezeichnetes Fachbuch, das professionelle Fotografen, und solche, die es werden wollen, als Fachlektüre hernehmen, um mit modernen Methoden der Digitalfotografie, Scan-Technik und Bildbearbeitung aussagekräftige Schwarz-Weiß-Fotos zu produzieren und zu optimieren.
Das dieses Fachbuch zu einem Renner wurde zeigt die Tatsache, dass bereits nach kurzer Zeit, nämlich zu Beginn des Jahres 2008, eine zweite Auflage herausgegeben wurde.
Fotografische Grundlagen
Lehrbuch für Gestaltung und Technik
Wer auf seiner Kamera nicht nur den Auslöser in der Programmautomatik drücken möchte, um Standard-Fotos zu schießen, der sollte sich mit den Grundlagen der Fotografie beschäftigen. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die Lektüre dieses Fachbuches von Eib Eibelshäuser. Das 280-seitige Fachbuch richtet sich an junge Fotografen, die sich noch in der Ausbildung befinden, genauso wie an ambitionierte Hobby-Fotografen, die mehr aus ihrer Kamera herausholen möchten als Allerweltsaufnahmen.
Das Buch gliedert sich in vier Hauptbereiche: Aufnahme, Lichtführung, Filmmaterial, Digitale Kamera. Es werden praktische alle wichtigen Fachbegriffe der Fotografie erläutert; so gibt es zum Beispiel lauter einzelne Kapitel zu wichtigen Themen wie Brennweite, Blende, Schärfentiefe oder Verschluss. Zu den wichtigen Begriffen werden zahlreiche technische Lösungen vorgestellt, eben wie unterschiedliche Kameras funktionieren und welchen Einfluss die Elemente auf das Bild haben. Zahlreiche Skizzen sind den jeweiligen Kapiteln beigefügt, allerdings wird im Text nicht immer klar auf die Skizzen eingegangen. Oftmals stehen die Skizzen nur einfach so unterhalb des Kapitels, ohne dass man damit konkret was anfangen kann. Leider handelt es sich auch nicht um moderne Computergrafiken sondern um eingescannte Handskizzen; das wirkt ein wenig altertümlich.
Das Buch ist jedoch mehr als ein reines Fachbuch zum Erlernen von Grundkenntnissen der Fotografie; es ist auch eine Demonstration fotografischen Könnens zahlreicher Fotografen. Das Buch liest sich deshalb sehr angenehm, weil auf den linken Seiten immer erklärender Text mit Skizzen steht, während die rechten Seiten mit Hochglanzfotos von interessanten Fotografien geschmückt sind. Man braucht das Buch gar nicht zu lesen, sondern einfach wie ein Bilderbuch durchzublättern, das ist ein reines Vergnügen. Die Bilder sind wirklich fantastisch, man bleibt manchmal minutenlang an einzelnen Aufnahmen hängen und bestaunt das fotografische Können, das dahinter steckt. Das motiviert natürlich zum Weiterlesen und Experimentieren, um es selbst zum Semiprofi zu schaffen.
Das Buch richtet sich mehr an den Praktiker als an den Theoretiker, es ist geeignet für Fotografen, die mehr über die Grundlagen und Aufnahmetechniken lernen möchten, ohne jedoch genaue theoretische Grundlagen zu erlernen. So werden Begriffe wie Blende, Brennweite oder Abbildungsmaßstab zwar erläutert, aber es werden keine physikalischen Zusammenhänge formelmäßig hergeleitet oder beschrieben. Wer also zum Beispiel genau wissen will, was die Blendenzahl formelmäßig bedeutet, für den ist dieses Fachbuch zu oberflächlich; wer aber wissen möchte, was hinter der Blendenzahl steckt und wie sie Aufnahmen beeinflusst, liegt mit dem Buch genau richtig.
Die große Fotoschule Digitale Fotografie
von Data Becker (Martin Zurmühle)
Ich habe lange die Titelverzeichnisse zahlreicher Fachbuch-Verlage durchstöbert bis ich endlich ein Buch wie dieses gefunden habe: Eine Fotoschule für digitale Fotografie, die nicht nur auf die Grundlagen und Möglichkeiten moderner Digitalkameras eingeht sondern auch fotografisches Grundwissen vermittelt. Viele Autoren moderner Foto-Bücher haben nämlich total vergessen, dass sich gewisse Grundlagen beim Fotografieren auch durch den Wechsel von der Analogfotografie zur Digitalfotografie nicht geändert haben, zum Beispiel die zugrunde leigenden optischen Gesetze, der Aufbau eines Objektives und natürlich die Bildgestaltung.
Der Fotograf Martin Zurmühle führt auf ca. 450 Seiten den Anfänger in die Welt des Fotografierens ein. Und wenn ich eingangs sagte, dass ich lange nach einem Buch wie diesem gesucht habe, dann liegt das daran, dass ich fotografische Grundlagen wie optische Gesetze, Schäfentiefe, Unschärfekreis, Abbildungsfehler oder relative Lichtstärke fast nur noch in antiken Fotobüchern gut erklärt finde. Die meiste moderne Literatur geht auf die fotografischen Grundlagen kaum noch ein. Aber wie schön ist es doch, wenn man einmal anschaulich erklärt bekommt, wie Blende und Schärfentiefe zusammenhängen, was für Gesetze dahinter stecken und was für Möglichkeiten man damit hat als Fotograf. Das Studium der ersten 80 Seiten dieses Buches hilft einem in der Tat, grundlegende Zusammenhänge leicht zu erlernen. Leicht sage ich deshalb, weil sämtliche Theorie mit zahlreichen Grafiken und vielen Fotos gut veranschaulicht wird. Besonders hervorheben möchte ich die zahlreichen Bildaufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen. So kann auch der Laie sofort unterschiedliche Kameraeinstellungen und deren Auswirkung auf das Bild erkennen.
Zu einer Fotoschule gehört natürlich die ausführliche Erläuterung der wichtigsten Einstellparameter wie Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich und verschiedene Motivprogramme. Aber der Autor geht nicht nur auf Einstellmöglichkeiten ein, sondern gibt auch zahlreiche Tipps wie man mit seiner Kamera umgehen sollte. Von der Reinigung über den Schutz vor Staub und Feuchtigkeit bis zur Anwendung verschiedenster Zubehör-Teile erhält man in der Tat einen umfangreichen Fotokurs.
Apropos Fotokurs: Wer gute Bilder machen will, muss nicht nur seine Kamera und Zubehör bedienen können, sondern er muss auch wissen, wie man gute Fotos macht. Auf fast 200 Seiten gibt der Autor Tipps und Tricks wie man nicht nur Fotos sondern gute, aussagekräftige Bilder macht. Dabei gliedert Martin Zurmühle seine Erläuterungen in unterschiedliche Aufnahmesituationen bzw. Aufnahmemotive, z.B. Tierfotografie, Landschaftsfotografie, Aktfotografie Fotografieren von Gebäuden oder von bewegten Objekten. Die einzelnen Situationen werden jeweils auf ca. 10-20 Seiten beschrieben. Zahlreiche erstklassige Fotos veranschaulichen einem die im Text beschriebenen Erläuterungen, so dass man vieles direkt in die Praxis umsetzen kann. Am Besten erlernt man das Fotografieren, indem man sich ähnliche Bildmotive wie in den einzelnen Kapiteln sucht und dann mit verschiedenen Einstellungen experimentiert.
Natürlich darf in einer modernen Fotoschule der Digitalfotografie das Kapitel Bildbearbeitung sowie Auslichtung und Ausdruck nicht fehlen. Auch in diesem Bereichen werden Grundlagen vermittelt, allerdings gibt es dazu eigene Fachliteratur mit ausführlicheren Beschreibungen.
Fazit: Von meiner Seite aus gibts eine ganz klare Empfehleung für dieses hervorragende Buch. Ein Fotografie-Anfänger, der dieses Buch Seite für Seite durcharbeitet darf sich hinterher getrost semiprofessioneller Fotograf nennen, vorausgesetzt natürlich man überfliegt die Seiten nicht nur sondern verinnerlicht sich wirklich Kapitel für Kapitel.
Adobe Photoshop CS3 - Fortgeschrittene Techniken
Galileo Design - Thomas Bredenfeld
Jeder, der mit Adobe Photoshop CS3 arbeitet, weiß, dass er eine Software in Benutzung hat, die man praktisch niemals komplett beherrschen kann. Auch wenn man all seine täglichen Arbeiten mit Photoshop fließend, gut und in akzeptabler Zeit erledigen kann, es ist klar, dass eine professionelle Software wie Photoshop noch viel viel mehr Features beinhaltet, so dass man fast ewig lernen und experimentieren könnte.
Wer mit Photoshop schon sehr gut umgehen kann und seine Arbeitsweise verbessern möchte oder noch mehr Möglichkeiten der professionellen Bildbearbeitung lernen möchte, dem sei dieses Fachbuch Adobe Photoshop CS3 - Fortgeschrittene Techniken empfohlen. Der Titel impliziert die Tatsache, dass ein Anfänger mit diesem Buch nicht eine Einführung in Photoshop CS3 bekommt. Deshalb lautet auch das erste Fachkapitel nicht etwa Einführung oder Grundlagen, sondern es geht gleich los mit einem Kapitel namens Camera Raw, DNG und HDR, im nächsten Kapitel geht es um die Behebung von Problemen bei Digitalfotos und dann folgt gleich ein Kapitel über fortgeschrittene Retusche-Möglichkeiten.
Also ganz klar ein Fachbuch, das sich an professionelle Anwender richtet, die Detailinfos zu einzelnen Vorgängen oder Möglichkeiten suchen und Photoshop bereits bedienen können. Über 750 Seiten hat dieses Fachbuch; es gibt aber fast keine Seite ohne Bilder. Alle erklärten Einstellmöglichkeiten werden anhand von Screenshots und Beispielbildern visualisiert, so dass man das Geschriebene leichter versteht.
Grundsätzlich sei gesagt, dass es sich bei diesem Fachbuch um kein Lehrbuch handelt, bei dem man Kapitel für Kapitel durcharbeitet, sondern vielmehr um eine Sammlung von einzelnen Lehrkapiteln, aus denen man sich einzelne gezielt heraussucht. Wer sich zum Beispiel ins Thema Farbmanagement mit Photoshop einarbeiten möchte ohne sich gleich ein spezielles Buch zu diesem Thema zu kaufen, findet in Kapitel 7 30 Seiten zum Thema Farbmanagement. Er bekommt die Grundlagen und die Bedeutung von Farbmanagement erklärt, es wird erläutert, wie man einen Arbeitsplatz einzurichten hat, damit Farbmanagement-Maßnahmen überhaupt greifen, und es werden Fremdlösungen vorgestellt, wie man seine Ein- und Ausgabegeräte kalibriert und anschließend in Photoshop in einem geschlossenen Farbmanagement-Prozess behandelt.
Das Buch ist in 5 große Teile geglieder: Digitalfotos optimal vorbereiten (Rohdatenverarbeitung, Behebung von Problemen bei Digitalfotos, Retusche), Farbe und Farbkorrekturen (Schwarzweiß, Duplex, Schmuckfarben, Farbkorrekturen, Tonwertkorrekturen, Farbmanagement), Kreation in Photoshop (Fotomontage, Composing, Schrifteffekte, Bildeffekte, Filter), Ausgabe und Productivity (Web, Druck, Automatisierung) sowie ein Extra-Kapitel Photoshop Extended 3D und Video für die Adobe Photoshop CS3 Extended Version. Die einzelnen Kapitel sind professionell geschrieben, aber sind doch gut verständlich und vor allem leicht nachvollziehbar. Man liest den Text jedoch nicht fließend wie ein Einführungsbuch sondern wird doch öfters zum Nachdenken und Reflektieren animiert, um das Gelesene wirklich zu verstehen und im Kopf zu speichern.
Dieses Fachbuch bekommt von mir eine ganz klare Empfehlung für professionelle Anwender, die tagtäglich mit Photoshop arbeiten. Einsteigern und gelegentlichen Anwendern empfehle ich eher das Praxisbuch zu Photoshop CS3.
Reinhard Merz: Fotografieren im Ministudio
Kleine Schätze ins rechte Licht rücken
Je mehr Produkte übers Internet verkauft werden desto wichtiger werden Produktaufnahmen, denn bekanntlich wird ein Produkt nicht nur verkauft, wenn es gut und nützlich ist, sondern auch wenn es gut präsentiert und dem Kunden schmackhaft gemacht wird. Reinhard Merz hat ein Buch geschrieben, bei dem es genau um dieses Thema geht. Er adressiert jedoch nicht professionelle Fotografen mit eigenen Studios sondern vielmehr semiprofessionelle Fotografen, Shop-Betreiber und einfache Leute, die ohne viel Aufwand und teure Investitionen gute Produktfotos machen möchten.
Reinhard Merz zeigt, welche Kameras für Produktaufnahmen geeignet sind und gibt einen kompakten Überblick über einfaches Studioequipment, das man für gute Hintergründe und gute Beleuchtungen braucht. Gut ist dabei, dass keineswegs ausschließlich teures Fotozubehör angepriesen wird; vielmehr gibt der Autor Tipps, wie man mit einfachen Mitteln (z.B. Lampen aus IKEA) sein eigenes kleines Fotostudio aufbauen kann. Dabei fand ich besonders interessant, welch einfache Möglichkeiten es bereits auf dem Markt gibt, von fertigen Out-of-the-box-Lösungen bis zu einzelnen Lichtquellen, Hintergrundmaterial, Kleinkram etc. Auch werden Komplettlösungen verschiedener Hersteller in ihrer Handhabung, im Aufbau und im täglichen Einsatz gut beschrieben.
Nach einigen grundlegenden Kapiteln werden spezielle Anwendungen im Detail beschrieben, zum Beispiel wie man Spielzeug fotografiert, wie man gute Aufnahmen von Uhren oder Schmuck macht, wie man technische Geräte und deren Design hervorhebt und natürlich auch wie man Speisen und Getränke schmackhaft zu Bilde bringt. Die gezeigten Lösungen sind leicht verständlich und für jedermann leicht reproduzierbar.
Wer benötigt ein kleines Fachbuch wie dieses? Der Privatmann, der einmal pro Woche alten Kram bei ebay versteigert, braucht sicher keine Anleitung für sehr gute Produktfotos. Kommerzielle Händler, die einen Online-Shop betreiben und nicht alleine auf Hersteller-Fotos zurückgreifen möchten, können mit diesem Buch viel dazu lernen. Es ist kompakt und leicht verständlich, auch gut zum Nachschlagen geeignet. Einzige Kritik meinerseits, und das ist auch der Grund weshalb ich anstatt 4 nur 3 Sterne vergebe, ist der mi 24 Euro viel zu hohe Preis für ein Buch mit nicht einmal 100 Seiten. Wer jedoch im Internet Produkte verkauft und nach Lektüre dieses Fachbuches bessere, ansprechendere Produktfotos erstellt, hat die Kosten schnell wieder reingeholt.
Torsten Andreas Hoffmann: Die Kunst der Schwarzweißfotografie
Eine Schule der Bildgestaltung im digitalen Zeitalter
Schwarzweißfotografieren war im vergangenen Jahrhundert ein edles Hobby, das echten Fotofreaks vorbehalten war. Eigene Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu machen, die Filme im eigenen Kellerlabor selbst zu entwickeln und eigene Abzüge zu machen, das war ein angesehenes Hobby, das Fotografier-Laien Bewunderung entlockte. Heute im digitalen Fotozeitalter hat die Schwarzweißfotografie in der Allgemeinheit an Bedeutung verloren. In vieler Munde wird die Schwarzweißfotografie sogar als veraltet angesehen, nur noch einige Profifotografen erstellen S/W-Bilder.
Und dennoch steht so mancher Hobby-Fotograf bei Fotoausstellungen manchmal ganz ehrfürchtig vor ausdrucksstarken Schwarzweißfotos namhafter Fotografen oder Fotokünstler. Und beim Begriff "ausdrucksstark" sind wir beim Thema der Bildgestaltung angelangt, das das hier beschriebene Fachbuch als Hauptthema hat. Ein Schwarzweißbild ist mit modernen Digitalkameras schnell gemacht. Aber um ein ausdrucksstarkes, gestaltungsvolles Foto zu machen, dazu bedarf es einiges an Wissen und Kunst. An dieser Stelle setzt der Autor Torsten Andreas Hoffmann an: Das vorliegende Fachbuch ist eine Art Lehrbuch der Schwarzweißfotografie im digitalen Zeitalter.
Im ersten Teil des Buches geht der Autor auf technische Voraussetzungen ein: Die Wahl einer guten Digitalkamera wird ebenso angesprochen wie das Theme RAW-Fotografie sowie der Einsatz von optischen und digitalen Filtern. Im zweiten Teil des Buches geht der Autor ausführlich auf unterschiedliche Themen der Bildgestaltung ein, z.B. Stimmungen, Street Photography, Landschaftsfotografie, Architekturaufnahmen, Abstraktionien, surreale Fotografie, Panoramafotografie, Menschen u.s.w. Erklärt wird der Sachverhalt anhand zahlreiche großer Fotos. Es gibt praktisch keine Seite im Buch, das keine Abbildungen enthält. Leider sind die Abbildungen nur mit einer fotlaufenden Nummer beschriftet; eine kurze Beschreibung wäre manchmal hilfreich, um eine schnelle Erklärung zu finden. Diese ist immer im ausführlichen Textteil enthalten.
Der dritte Teil des Buches behandelt Bildkompositionen und damit verbundene Techniken. Auf Themen wie den Goldenen Schnitt wird ebenso eingegangen wie auf Perspektiven, Bildspannungen, Störpunkte, Formenspiele oder wiederkehrende Bildelemente. Beim Lesen des Buches muss man immer wieder anhalten, sich Gedanken machen, zurück blättern, Bildelemente finden und verstehen. Klar ist also, dass man die Kunst der Schwarzweißfotografie nicht abends vor dem Schlafengehen als Bettlektüre erlernt sondern dass man wirklich Gehirnschmalz investieren und eigene Übungen machen muss. Übungen betreffen hauptsächlich die Aufnahmen verschiedener Motive, aber auch die digitale Bildbearbeitung, die im vierten Teil des Buches angesprochen wird.
Fazit: Wer im digitalen Fotozeitalter schwarzweiß fotografieren möchte, der findet in diesem Fachbuch vom dpunkt.verlag ein hervorragendes Kompendium mit gut verständlichen Beispielen und viel Material zum Üben und selber Nachmachen. Wer wirklich schwarzweiß fotografiert, wird an diesem Buch lange Zeit Freude haben und immer wieder Neues entdecken.
Digitale Fotopraxis Menschen & Portrait
Inklusive Nachbearbeitung in Photoshop
Vom Galileo Design Verlag gibt es zwei Bücher der digitalen Fotopraxis, eines über Landschaft & Natur und eben dieses über Menschen & Portraits. Wer diese beiden Fachbücher durcharbeitet, sich den Inhalt verinnerlicht und in die Praxis umsetzen kann, darf sich wohl als Meister der Fotografie bezeichnen. Aber halt! So sehr sich diese beiden Bände doch ähneln mögen, so unterschiedlich sind sie doch in der Zielgruppe und damit auch im Inhalt.
Der Band über Landschaft und Natur ist quasi der Einsteigerband, für jedermann interessant; ein Anfänger kann leicht die Beispiele nachvollziehen und nachmachen. Man sucht sich einfach eine entsprechende Szenerie zu einem Kapitel aus und versucht die Effekte anhand mehrere Aufnahmen nachzubilden. Bei einem Fluss, einer weiten Landschaft oder einer Waldszene funktioniert das ganz gut. Bei Menschen & Portraits sieht die Sache anders aus: Man kann nicht einfach schnell ein Model aus dem Hut zaubern und Erotikaufnahmen machen...
Wer sich die ersten 20 Seiten von "Digitale Fotopraxis Menschen&Porträt" von Cora Banek und Georg Banek durchliest erkennt schnell, dass dieses Buch den fortgeschrittenen Fotografen addressiert, der gar Ambitionen zum Professional hat. Die Autoren behandeln den Umgang mit Modellen, wie man sie findet und welche rechtlichen Aspekte zu beachten sind, also keine Themen für den Hobbyfotografen, der seine Verwandschaft im Urlaub fotografiert oder Aufnahmen bei der Taufe oder Kommunion der Kinder macht.
In diesem Fachbuch geht es also wirklich darum, wie man professionelle Personenaufnahmen macht und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind. So werden Fragen behandelt, welche Rolle verschiedene Frisuren, Kleidung, Schmuck oder auch der Bildhintergrund spielen. Aber es werden auch Fachthemen behandelt wie der Einsatz von Blitzlicht, die richtige Belichtung, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe, Linienführung oder ganz einfach das geeignete Bildformat. Auch auf technische Möglichkeiten und Ausrüstung sowohl im Studio als auch Outdoor wird eingegangen. Und schließlich widmet sich ein ganzer Themenblock von über 50 Seiten der digitalen Nachbearbeitung von Personenaufnahmen.
In einem Themen- und Praxis-Teil werden unterschiedliche Situationen detailliert beschrieben, zum Beispiel die Aufnahme von Kindern, älteren Menschen, Gruppen, Einzelpersonen oder auch Szenen im Sport, beim Tanz und natürlich Erotik. Alle Situationen werden - wie überhaupt das ganze Buch - mit zahlreichen Fotos und Beispielen veranschaulicht. Dies muss auch so sein, denn Personenaufnahmen kann man nicht alleine mit Text beschreiben, man muss das Bild einfach sehen. So macht es alleine schon Spaß, das Buch einfach durchzublättern, die zahlreichen Fotos näher zu betrachten und die Kurztexte und Kameraeinstellungen dazu zu studieren.
Wer wirklich tiefer in die Personenfotografie einsteigen möchte, findet in diesem Fachbuch ein sehr gutes Lehrbuch, das man nicht in kurzer Zeit durcharbeitet, sondern Kapitel für Kapitel bzw. sich immer ein entsprechendes Kapitel vor einem Shooting durchliest. Das Buch richtet sich in der Tat an fortgeschrittene Fotografen, die den Umgang mit der Kamera schon beherrschen und sich auf die speziellen Situationen vorbereiten bzw. diese erlernen möchten. Dieses Buch ist sowohl in unserem Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Eib Eibelshäuser: Fotografische Landschaften
Ein Lehrbuch für die Bildgestaltung
Das Fotgrafiefachbuch mit dem Titel Fotografische Landschaften vom Autor Eib Eibelshäuser behandelt die gestalterischen Aspekte der Fotografie und richtet sich an fortgeschrittene Fotografen oder an Fotografen, die sich noch in der Ausbildung befinden. In diesem Buch geht es nicht um Kameratechnik und Kamerazubehör sondern es geht rein um das Thema Bildgestaltung im Bereich der Landschaftsfotografie.
Dass es sich bei diesem Fachbuch eher um ein Lehrbuch handelt merkt man schnell, wenn man sich einzelne Kapitel anschaut: Hier wird mit Skizzen und Referenzen gearbeitet, wie man es von einem Lehrbuch eben kennt. Alle Bilder sind eindeutig nummeriert, so dass sich im Text leicht darauf referenzieren lässt. Das erinnert mich an meine Studienzeiten.
Eib Eibelshäuser gliedert sein Fachbuch in vier Hauptkapitel, die jeweils den Titel einer Jahreszeit erhalten. Für jede Jahreszeit werden typische Szenerien beschrieben wie zum Beispiel Blätter und Laub im Herbst. Aber es gibt auch Szenarien, die in jedes Hauptkapitel reinpassen, zum Beispiel das beliebte Motiv eines Sonnenunterganges. Wer als Hobby-Fotograf schon den einen oder anderen Sonnenuntergang fotografiert hat, wird staunen, wie man einen Sonnenuntergang im Frühjahr ganz anders sehen und fotografieren kann als im Sommer.
Das Buch besteht - wie es sich für ein Fotografielehrbuch gehört - hauptsächlich aus Bildern. Der Text ist eher knapp gehalten und dient zur Beschreibung der Bilder. Viele Bilder sind auf einer Doppelseite mehrfache gezeigt, zum Beispiel ein Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten oder mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Immer wieder kringelt der Autor bestimmte Elemente in einem Bild ein oder skizziert die charakteristischen Linien in einem Bild, damit man die gestalterischen Überlegungen nachvollziehen kann. Vor den 4 Jahreszeiten-Hauptkapiteln gibt es übrigens auf ca. 20 Seiten eine Einführung in die Theorie der Bildgestaltung indem wichtige Begriffe aus den Bereichen der Wahrnehmung, Bildfindung, Linienführung und Proportionen erläutert werden.
Das Fachbuch Fotografische Landschaften ist ein richtiges Lehrbuch für Fotografen bzw. für Leute, die professioneller Fotograf werden wollen. Man kann das Buch nicht einfach lesen, man muss es studieren, indem man sich hin und wieder ein einzelnes Kapitel zu Gemüte führt und dann raus geht in die Natur, um selbst zu probieren und experimentieren. Grundbegriffe der Kameratechnik sowie die Bedienung der Kamera mit verschiedenen Blenden- und Belichtungs-Einstellungen sollte man jedoch beherrschen, um tief in die Bildgestaltung einsteigen zu können.
George Barr: Besser Fotografieren
Die hohe Schule der kreativen Fotografie
Wer sich ein Klavier kauft kann eine Tonleiter oder "Alle meine Entchen" spielen ohne auch nur eine Klavierstunde zu nehmen. Mit musikalischer Kunst hat das einfache Geklimper natürlich nichts zu tun. Gleiches gilt bei einer modernen Einsteiger-Digitalkamera: Man braucht nicht eine Fotolehrstunde zu nehmen um Tausende von Fotos zu machen. Fotokunstwerke sind solche Schnappschüsse jedoch noch lange nicht. Was ist überhaupt Kunst im Fotografiebereich? Was zeichnet ein weltberühmtes Foto aus? Wie erkennt man es, was kann man daraus ablesen, wie kann man selbst dahin kommen?
George Barr bezeichnet sein Fachbuch mit dem Untertitel "Die hohe Schule der kreativen Fotografie". Dieses Fotografierbuch erklärt also nicht dem Einsteiger, was der Unterschied zwischen Programmautomatik und Zeitautomatik ist, und auch der fortgeschrittene Fotograf lernt hier nicht, was Schärfentiefe oder Abblenden bedeutet. Nein, dieses Buch richtet sich an Fotografen, die zwar mit der Kamera, den möglichen Einstellungen und dem Zubehör umgehen können, aber an ihrer Kreativität arbeiten möchten, um bessere, einmaligere Aufnahmen zu machen.
George Barr beginnt sein Buch mit einem Kapitel namens "Sehen". Auf über 30 Seiten geht es erst einmal darum zu lernen, was man in einem fertigen Bild alles erkennen kann. Der Autor bringt zahlreiche Beispiele aus seinem Repertoir und beschreibt, was er in den Bildern alles sieht. Es ist faszinierend, nach welchen Gesichtspunkten man ein Bild beurteilen kann, was man aus einem guten Foto alles herauslesen kann. Es ist quasi die erste Übung, um erst einmal ein gutes Foto beurteilen zu können, ehe man sich selbst ans Werk macht.
Das Buch liest sich sehr angenehm, da der Autor den Leser direkt addressiert. Er richtet sich an den Leser wie ein alter Lehrmeister, der zu seinem Schüler spricht. Dabei spart er nicht an eigenen Gedanken und Interpretationen. Erst im zweiten Kapitel geht man quasi selbst ans Werk und erarbeitet sich einzelne Szenen. Wer dieses Kapitel liest versteht vielleicht zum ersten Mal, warum ein Hobbyfotograf aus einem einwöchigen Urlaub 500 Fotos mit nach Hause bringt, ein Fotokünstler hingegen in einer Woche vielleicht gerade mal ein Bild fertig kriegt. Ich finde dieses Kapitel nicht nur für Fotografen sondern auch für Kunstinteressierte interessant, da man hier nachlesen kann, welche Arbeit und welche Gedanken in einem guten Foto stecken.
Die weiteren Kapitel befassen sich dann mit dem Bildkomposition und der Bildbeurteilung. Auch hier erzählt der Autor wieder viel von seinen eigenen Erfahrungen, wie zum Beispiel ein zunächst als wertlos beurteiltes Bild auf einmal doch noch zum Renner wurde, nachdem er es ganz anders betrachtet hat. In diesem Fachbuch merkt man deutlich, dass es ein Profi geschrieben hat, der sein Werk beherrscht. Man kann sehr viel lernen, und alleine das Betrachten der zahlreichen Fotos macht schon viel Freude und verleiht einem Inspiration.
Das Buch hat ungefähr 200 Seiten, die man aber eher durcharbeiten als durchlesen muss. Man sollte sich für die Übungen viel Zeit nehmen, um auch wirklich was zu erlernen. Ich empfand zum Beispiel die Übung des Skizzieren Lernens absolut erstklassig. Anhand von einigen Beispielen zeigt der Autor, wie man eine Szenerie mit 5-8 Strichen charakteristisch auf Papier festhält. Man muss ganz schön üben, um das selbst hinzukriegen, aber es funktioniert tatsächlich.
Martin Schwabe: Das Kamerahandbuch Canon EOS 40D
Die perfekte Bedienungsanleitung für die Kamera
Im Oktober 2008, als ich nun schon fast zwei Jahre stolzer und zufriedener Besitzer einer Canon EOS 40D Spiegelreflexkamera bin, und die Firma Canon bereits das Nachfolgemodell EOS 50D auf den Markt gebracht hat, habe ich endlich die perfekte Bedienungsanleitung für meine Kamera gefunden, nämlich das Kamerahandbuch für die EOS 40D vom GalileoDesign-Verlag.
Ein Fachbuch muss ganz schön gut sein, wenn ich es als perfekte Bedienungsanleitung bezeichne. Es ist aber nicht nur eine Bedienungsanleitung für die Kamera sondern viel mehr. Der Autor Martin Schwabe erklärt grundlegende Features der Kamera und zeigt über die normale Bedienung hinaus, wie man mit der Kamera gute Bilder macht. Dazu gehören Themen wie Bildgestaltung oder Aufnahmetechniken. Und der Autor geht auch auf über 60 Seiten auf Zubehör, speziell Objektive ein. Fast jedes Canon-Objektiv wird vorgestellt und kurz beschrieben, aber auch passende Objektive von Fremdherstellern werden vorgestellt. Das ist also mehr eine Kaufberatung, die man auch Jahre nach dem Kamerakauf gut gebrauchen kann. Gleiches gilt für Zubehör wie Stative, Filter, Blitzgeräte oder Speicherkarten.
Aber zurück zum Thema Bedienungsanleitung: Wer die Original-Canon-Bedienungsanleitung hernimmt, wird nicht wirklich schlau. Ein kleines Büchlein mit klein geschriebenem Text erklärt einem zwar wie man verschiedene Autofokus-Modi einstellt, was aber genau ein "One Shot" Autofokus oder ein "Al Servo" Autofokus ist und wie man ihn einsetzt, das wird in diesem Kamerahandbuch genau ersichtlich. Gleiches gilt für ähnlich komplizierte Themen wie unterschiedliche Belichtungsmessmethoden. Ganz besonders schätze ich, dass die Individualfunktionen, für die sich die EOS 40D ja auszeichnet, ausführlich beschrieben sind, und zwar nicht nur, was man mit den einzelnen Funktionen einschalten kann sondern auch was genau dahinter steckt.
Martin Schwabe erklärt also nicht nur die Bedienung der Kamera sondern bringt dem Leser auch Kameratechnik und Fotografiertechnik bei, ohne allzu sehr ins Detail abzudriften. Die Informationen sind gut geschrieben, so dass sie auch ein Neuling der Fotografie gut verstehen und nachvollziehen kann. Abgerundet wird der hervorragende Informationsgehalt des Buches durch zahlreiche Bilder und Grafiken, sowohl von der Kamera, den Kamera-Einstellmenüs und Kamerafunktionen als auch mit Fotografien von Landschaften oder Personen.
Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für dieses Buch, und zwar für jeden Canon EOS 40D Besitzer, egal ob Anfänger oder Profi. Mit diesem Buch im Bücherregal kann man auf das spärliche Canon-Originalhandbuch getrost verzichten.
Martin Zurmühle: Digitale Fotopraxis Aktfotografie
inklusive Nachbearbeitung in Photoshop
Martin Zurmühle, den ich dank seiner vielfältigen Tätigkeiten schon fast als Allround-Genie bezeichnen möchte, trumpft mit einem neuen Fachbuch zur Fotografie auf. Dieses Mal geht es jedoch nicht um fotografische Grundlagen sondern um die Königsdisziplin der Fotografie, nämlich der Aktfotografie.
Martin Zurmühle hat in einem fast 400 Seiten dicken Fachbuch das Thema Aktfotografie komplett zusammengefasst. Das Buch richtet sich sowohl an Fotografen, die erste Gehversuche in diesem Spezialgebiet machen möchten, als auch an erfahrene Fotoprofis, die ihr Wissen vertiefen und ihre Möglichkeiten erweitern möchten.
Besonders der Einsteiger findet in diesem Buch sehr viele wichtige Informationen, die man genauestens studieren sollte, ehe man sich an das erste Shooting heranwagt. Martin Zurmühle erklärt nicht nur, welche Ausrüstung und welches Zubehör man zum Fotografieren im Studio oder in freier Natur braucht, sondern er gibt auch wertvolle Tipps, wie man überhaupt an ein Model herankommt, ohne gleich ein Vermögen dafür bezahlen zu müssen. Er klärt auch rechtliche Fragen rund ums Thema Personen-Bild, und - ganz wichtig - er erklärt, worauf es bei einem Vertrag zwischen Fotograf und Model bzw. zwischen drei Parteien, falls noch ein Auftraggeber hinzukommt, ankommt.
Fortgeschrittene Fotografen werden sich hauptsächlich an einem ca. 50 Seiten dicken Kapitel rund um das Thema Bildgestaltung erfreuen. Hier werden Gestaltungsregeln und Stilmittel erklärt, welchen Einfluss die Perspektive oder die Schärfentief hat oder welche Effekte man mit Schwarzweiß-Aufnahmen erzielen kann. Ein ebenso großes Kapitel dient dem Thema Bildbearbeitung in Photoshop. Schließlich gehört die anschließende Bildbearbeitung genauso zum Thema Aktfotografie wie das eigentliche Foto-Shooting.
Das Buch "Digitale Fotopraxis Aktfotografie" ist natürlich nicht nur eine trockene Lektüre, sondern auch ein schönes Bilderbuch mit Hunderten von Bildern/Fotos in unterschiedlichen Aufnahmesituationen. Wer ein Exemplar des Buches zum ersten Mal in der Hand hat, blättert einfach mal durch und staunt. Abbildungen gibt es aber nicht nur in Form von Fotos, sondern auch als Grafiken zur Veranschaulichung von Sachthemen und Benutzerdialogen aus Photoshop. Abgerundet wird das hervorragende Buch durch eine DVD mit Beispielbildern und Testversionen.
Das Praxisbuch zur Aktfotografie ist kein Buch, das man einfach mal schnell durchliest. Man muss es durcharbeiten bzw. sich immer wieder ein Teilkapitel zu Gemüte führen und anschließend ausprobieren bzw. darüber nachdenken. Mit ca. 50 Euro bezahlt man zwar einen stolzen Preis, dafür hat man aber lange was davon.
Photoshop Elements 7 für digitale Fotos
Schritt für Schritt zum perfekten Foto
Adobe Photoshop Elements scheint dem Namen nach ein einfaches Bildbearbeitungsprogramm für jedermann zu sein; es klingt nach einer kleinen Elementarversion des großen Adobe Photoshop. Und so mancher Neuling im Bereich der Bildbearbeitung hat Adobe Photoshop Elements gratis als Beilage zu seiner Digitalkamera oder zu seinem Scanner erhalten. Dass Photoshop Elements längst kein elementares Bildbearbeitungsprogramm mehr ist liegt nicht zuletzt daran, dass Adobe im Jahresrhythmus neue Versionen herausbringt, die dank immer weiterer Features neue Kunden zum Kauf und alte zum Upgrade bewegen soll.
Dass man Photoshop Elements nicht mehr einfach startet und bedient erkennt man schon daran, dass ein Fachbuch wie das hier vorgestellte bereits 400 Seiten hat und noch längst nicht alle Features von Photoshop Elements erklärt. Der Autor Robert Klaßen gibt seinem Buch den Untertitel "Schritt für Schritt zum perfekten Foto" sowie noch einen Übertitel "verständlich erklärt". Damit ist klar, dieses Fachbuch richtet sich an Einsteiger, die die Bildbearbeitung mit Photoshop Elements lernen möchten.
Nach einer kurzen Einleitung beginnt der Autor ungewöhnlicherweise mit dem Organizer, den viele Anwender zunächst gar nicht entdecken bzw. einfach als störendes Fenster wegklicken. Ehe man sich also mit Bildbearbeitungen befasst erhält man zuerst einmal eine Erklärung, wie man Fotos mit Adobe Photoshop Elements verwaltet, katalogisiert und stapelweise zusammenfasst bzw. modifiziert. Nicht jeder möchte als erstes Kenntnisse im Organizer gewinnen; wer nicht vor hat, seine Fotos im Organizer zu verwalten, kann das Kapitel getrost überspringen.
Somit beginnt die eigentliche Bildbearbeitung erst in Kapitel 3, nämlich mit den Schnellkorrekturmöglichkeiten von Adobe Photoshop. In einfachen Schritten wird anhand von Beispielen erklärt, wie man zu einem gewünschten Ergebnis kommt. Das Schöne daran ist, dass man sämtliche Beispiele auf der beigefügten DVD findet, so dass man die einzelnen Schritte selbst nachvollziehen kann. Gleiches gilt auch für die fortschrittlichen Kapitel, wo es um die Bildbearbeitungsfunktionen im Editor geht. Auch wenn man kein Photoshop zur Hand hat und das Buch nur liest (etwa auf einer Zugreise), kann man dank der Schritt-für-Schritt Einteilungen und dank der zahlreichen Abbildungen genau nachvollziehen, was gemacht wird. Der Autor wird also seinem Untertitel "Schritt für Schritt zum perfekten Foto" gerecht.
Auch wenn sich dieses Fachbuch über Adobe Photoshop Elements primär an Einsteiger richtet so sind auf den hinteren Seiten auch einige Kapitel für Fortgeschrittene enthalten; ein Kapitel nennt sich sogar "Retusche für Profis". In diesem Kapitel wird zum Beispiel erläutert, wie man auf einem Bild einen Schmetterling dupliziert oder wie man Porträts bearbeitet. Wer die ca. 400 Seiten des Buches durcharbeitet sollte sich noch nicht gleich "Profi" nennen, ist aber sehr gut gerüstet, um mit Adobe Photoshop Elements aus seinen digitalen Bilddateien richtig gute Fotos zu machen.
Erich Baier: Analog fotografieren, digital verarbeiten
Vom Bild zur Datei, von der Datei zum Bild
"Analog fotografieren, digital verarbeiten", das klingt für viele Digitalfotografen wie ein Kapitel aus längst vergangener Zeit, wie zwei Vorgänge, den ersten hat man vielleicht Jahrzehnte lang gemacht, den zweiten in einer Einmalaktion hinter sich gebracht. Das Buch von Erich Baier richtet sich jedoch nicht an Digital-Fotografen, die ihr Analogarchiv scannen und damit in die digitale Welt umsteigen möchten, sondern an Analogfotografen, die ihr Hobby wie bisher weiter betreiben möchten, aber trotzdem die Vorteile der Digitaltechnik nutzen möchten.
Erich Baier macht in seinem Fachbuch von vorne herein klar, dass er seinen Lesern nicht den Umstieg von analog auf digital beibringen möchte sondern dass er eine Hybridlösung aufzeigen möchte, nämlich weiterhin analog fotografieren, dann aber das analoge Filmmaterial digitalisieren und digital weiter bearbeiten. Mit diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass sich die ersten 40 Seiten des Buches mit analogen Bildern beschäftigt. Fragen wie fein die Filmkörnung ist oder wie Pixel und Filmkörner vergleichbar sind werden hier behandelt.
Dann wird in einem ausführlichen Kapitel das Thema Scannen behandelt. Dabei geht es sowohl um das Scannen von Aufsichtsvorlagen als auch um das Digitalisieren von Durchsichtsvorlagen. Erich Baier geht auf unterschiedliche Scantechniken und Scannertypen ein, beginnt bei 100 € Lösungen und hört bei 100.000 € Lösungen auf. Auch die einzelnen Schritte beim Scannen sowie Möglichkeiten unterschiedlicher Scanprogramme werden erläutert. Damit sind wir in der digitalen Welt angelangt, und zwei weitere Hauptkapitel behandeln Themen wie Bildbearbeitung in Photoshop oder Ausdrucken von Bilddateien.
Das Buch ist einfach geschrieben wenngleich nicht immer ganz leicht verständlich. Viele Abbildungen zeigen Produkte, von verschiedenen Scannern über unterschiedliche Software bis zu Bildschirmkalibriertools oder Targets. Dies gibt dem Leser eine Art Kaufberatung und hilft einen erste Überblick über den Markt zu gewinnen. Leider glänzt das Buch überhaupt nicht an Übersichtlichkeit. So taucht zum Beispiel das wichtige Thema Farbmanagement als Unterkapitel des Kapitels "Mögliche Maximaldichte von Scannern" auf. Auch Themen wie "Scannersoftware" oder "Scannerausstattung" sollten nicht unter der Rubrik "Dichte" laufen. Das macht das Buch unübersichtlich, und man tut sich schwer beim Nachschlagen, wenn man etwas Bestimmtes sucht.
Insgesamt adressiert das Fachbuch nicht den Computer-versierten Digitalfotografen, der seine Altbestände digitalisieren will, sondern eher den etwas ängstlichen Analog-Fotografen, der noch einige Scheuklappen vor dem Umstieg in die digitale Welt hat. Wer also noch analog fotografiert und seinen Computer nicht als engsten Freund bezeichnet, dem sei dieses Buch als Einstieg zum Umstieg empfohlen. Wer eine Einführung ins Scannen oder in die digitale Bildbearbeitung sucht, dem sei vom gleichen Verlag das Buch von Sascha Steinhoff empfohlen, das für den gleichen Preis bessere Inhalte bietet. Apropos Preis: 42 € sind für ca. 200 Seiten Inhalt zu viel.
Robert Klaßen: Adobe Photoshop CS4
Der professionelle Einstieg
Robert Klaßen schreibt gute Bücher im Bereich der digitalen Bildbearbeitung. Sein aktuellstes Werk widmet sich der neuen Photoshop-Version CS4. Das Buch hat den Untertitel Der professionelle Einstieg. Damit ist klar, an wen sich das Fachbuch richtet: Neulinge im Bereich der digitalen Bildbearbeitung, die gerade stolzer Besitzer von Adobes Photoshop Version CS4 geworden sind, und Anwender mit wenig oder etwas Erfahrung mit Photoshop.
Das ca. 450 Seiten dicke Fachbuch bringt dem Leser in der Tat Kapitel für Kapitel den Umgang mit Adobe Photoshop bei. Insgesamt ist das Buch in 16 Kapitel aufgeteilt mit jeweils ca. 25-30 Seiten. Diese feine Aufteilung hat den Vorteil, das man sich immer wieder ein Kapitel vornehmen und dieses durcharbeiten kann. Apropos Durcharbeiten: Dem Buch liegt eine DVD mit Beispiel-Bildern bei. In jedem Kapitel gibt es mehrere Übungen - als Workshop bezeichnet -, die man selbst nachvollziehen kann. Dazu holt man sich die entsprechenden Bilddateien von der DVD in Photoshop und macht den Workshop Schritt für Schritt wie beschrieben mit. Auf der DVD befindet sich zu jedem Bild auch das Endbild, wie es nach Abschluss des Workshops herauskommen sollte. Damit kann man sehr gut vergleichen, ob man selbst das optimale Ergebnis aus der Vorlage herausgeholt hat.
Der Text liest sich sehr leicht und ist in sehr viele Unterkapitel gegliedert. Jede Buchseite ist voll gespickt mit Bildern, sowohl mit Fotos, die das jeweilige Bearbeitungsstadium eines Bildes anzeigen, als auch mit Screenshots, damit man leicht nachvollziehen kann, was genau im Text beschrieben ist.
Das Buch wird seinem Untertitel Der professionelle Einstieg voll gerecht. Der Einsteiger findet in der Tat einen leicht verständlichen Einstieg in die Materie der digitalen Bildbearbeitung. Aber auch der Fotgeschrittene schlägt einfach ein Kapitel auf, das er vertiefen möchte und findet die gewünschten Basics. Natürlich erschlägt dieses Buch nicht sämtliche Möglichkeiten, die Photoshop CS4 bietet; es ist eben als Einstieg gedacht, nicht aber an Profis, die nach speziellen Methoden suchen oder Infos zu speziellen Einstellungen benötigen.
Adobe Photoshop Elements 7 für Digitalfotografen
von Christian Westphalen (Galileo Design)
Kurz nach Veröffentlichung der Version 7 von Photoshop Elements brachte der Galileo Design Verlag das Buch Photoshop Elements 7 für Digitalfotografen auf den Markt. Obwohl es sich um einen neuen Titel mit der Auflagennummer 1 handelt, ist es genaugenommen eine überarbeitete und ergänzte Auflage des bisherigen gleich lautenden Titels für die Verseion 6. Als ich dieses Buch in die Hände bekam, das Inhaltsverzeichnis überflog und die ersten paar Seiten durchblätterte war mir sofort klar: Dieses Buch verdient seinen Platz in meinem Bücherregal, dieses Buch brauche ich zum Arbeiten mit Photoshop Elements, dieses Buch wird mir große Dienste erweisen. Alleine schon die übersichtliche Darstellung sämtlicher Photoshop Elements Bedienelemente auf zwei Seiten mit zugehörigen Shortcuts und Auswahlmöglichkeiten war für mich ein Fortschritt in meiner täglichen Arbeit mit Photoshop Elements, den ich heute noch zu schätzen weiß. Aber der Reihe nach.
Christian Westphalen hat auf über 400 Seiten ein wahres Kompendium über Photoshop Elements geschrieben. Vielleicht sollte ich anstatt des Begriffes Kompendium besser das Wort Lehrbuch verwenden, denn mit diesem Buch lernt man wirklich den Umgang mit Photoshop und das Bild Bearbeiten. Vorweg sei noch gesagt, dass sich der Inhalt keineswegs auf die aktuelle Version beschränkt. Ein Großteil der beschrieben Übungen und Funktionen gilt genauso für andere Photoshop Elements Versionen ab der ersten bzw. zweiten Version. Einige Spezialfunktionen wie die automatische Rote-Augen-Korrektur gab es freilich in der ersten Release noch nicht; andere Funktionen wie die Tonwertkorrektur oder Farbanpassung gab es hingegen schon von Anfang an, da sie elementare Bedienelemente eines Bildbearbeitungsprogrammes darstellen. Auch wenn es eines Tages neuere Versionen von Photoshop Elements gibt (die Versionen werden bei Adobe ja sehr schnell hochgezählt), ist der Großteil der Inhalte dieses Buches noch gültig.
Warum sage ich, dass das Buch ein hervorragendes Lehrbuch ist? Nehmen wir ein einfaches Beispiel mit einer Alltags-Aufgabe aus Kapitel 1: Auf einem Bild mit zwei Personen sollen die Hauttöne angepasst werden. Es werden kurz die Probleme und Hintergründe erläutert, dann wird gezeigt, wie man mit dem entsprechenden Dialog in Photoshop Elements welche Korrekturen vornimmt, um Farbstiche zu kompensieren und die Hautfarben natürlich erscheinen zu lassen. Im Buch sieht man sowohl das Bild vor als auch das Bild nach der Korrektur. Und damit es keine Trocken-Übung gibt, findet man genau dieses Bild auf der beigefügten DVD, so dass man die Übung exakt nachmachen kann. Auf der DVD ist auch das Bild nach der Bearbeitung vorhanden, so dass man sein Ergebnis überprüfen kann. Besser kann man einen Dialog bzw. eine Bildbearbeitungsfunktion kaum erlernen.
Und dieses Beispiel ist kennzeichnend für das ganze Buch, egal ob es um eine einfache Rote-Augen-Korrektur geht, die man quasi per Mausklick durchführen kann, oder um eine aufwändige Horizontbegradigungskorrektur oder um die Korrektur von Verwackelungen. Die beigefügte DVD mit den Beispielen zum selber Probieren ist wirklich Gold wert.
Der Autor geht in seinem Fachbuch weniger auf theoretische Grundlagen wie Farbtheorien oder Farbmanagement ein als vielmehr auf die Praxis. Somit kann auch ein Einsteiger sofort mit dem Buch loslegen, und das Tolle ist, das man bereits nach dem ersten Kapitel Erfolge verspürt. Als Semi-Profi findet man schließlich zahlreiche Experten-Tipps, wie zum Beispiel den Umgang mit Ebenen. Also, von mir gibts eine ganz klare Empfehlung für dieses Buch. Zum Erlernen der Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop Elements ist dieses Fachbuch bestens geeignet. Dieses Buch ist sowohl in unserem Shop als auch bei Amazon erhältlich.
Adobe Photoshop Elements 7 - Das umfassende Handbuch
von Jürgen Wolf (Galileo Design)
Wie viele Seiten darf ein Buch über Adobe Photoshop Elements haben? 200, 300 oder gar 400? Jürgen Wolf füllt in seinem "umfassenden Handbuch" über Photoshop Elements über 750 Seiten mit Inhalten. Gibt die Elements Version von Photoshop wirklich so viel her, stecken in Photoshop Elements wirklich so viele Möglichkeiten der Bildbearbeitung?
In der Tat ist es so, dass viele Anwender von Photoshop Elements nur einen Bruchteil der Möglichkeiten des Programmes nutzen; die meisten Anwender beschränken sich auf einfachste Bildkorrekturen und reizen das Programm in keinster Weise aus. Andererseits gibt es viele Fotografen und Bildbearbeiter, die der Überzeugung sind, die volle CS4-Version von Photoshop unbedingt zu brauchen, obwohl sie gar nicht wissen, was Photoshop Elements alles an Möglichkeiten bietet.
Jürgen Wolf bezeichnet sein Fachbuch zwar als "umfassendes Handbuch", aber es ist kein Handbuch im klassischen Sinne, wo Funktionen und Möglichkeiten der Reihe nach aufgezählt werden, sondern es ist auch eine Einführung, die den Anfänger bzw. leicht Fortgeschrittenen in die Bildbearbeitung mit Photoshop Elements einführt. Ich will nicht sagen, dass das Buch für einen absoluten Photoshop Elements Neuling bestens geeignet ist, denn dafür sind die Informationen zu zahlreich und detailliert. Es ist ideal für Anwender, die das Programm (oder eine ältere Version davon) schon benutzen und die grundlegende Bedienung verstanden haben. Solche fortgeschrittenen Anwender können anhand dieses Buches ihr Wissen Schritt für Schritt vertiefen.
Der Text ist sehr ausführlich und leicht verständlich geschriieben. Unzählige Abbildungen machen das Gelesene verständlich. Bei gewissen Vorgängen wird praktisch jeder einzelne Schritt beschrieben und in Bildern wiedergegeben. Das hat den großen Vorteil, dass man das Buch nicht lesen muss während man am Rechner sitzt; man kann es gemütlich im Wohnzimmer oder auf dem Balkon lesen und die einzelnen Schritte nachvollziehen, da man als fortgeschrittener Anwender viele Dialogfenster ja schon kennt, aber eben noch nicht 100% verstanden hat. Geht man dann, nach der Lektüre eines Kapitels, an den Rechner zum selbst Ausprobieren, findet man die Übungsbilder auf der beiliegenden DVD und kann Schritt für Schritt selbst nachvollziehen, was man gerade gelesen hat.
Das Buch glieder sich in 13 große Teile und ca. 50 Kapitel; das hört sich vielleicht etwas überstrukturiert an, hat aber den großen Vorteil, dass ein Kapitel niemals zu lang ist. Somit kann man sich schön ein Kapitel für einen Nachmittag vornehmen, zuerst die Theorie lesen und sich einprägen und dann die Übungen machen. In den ersten Buchteilen werden die Grundlagen in aller Ausführlichkeit behandelt. Wer meint, dass er die Möglichkeiten der Helligkeitskorrekturen oder Farbkorrekturen vollständig verstanden hat, sollte sich die entsprechenden Kapitel mal durchlesen: Man findet doch noch einige wertvolle Informationen sowie Einstellmöglichkeiten in Dialogfenstern oder Optionsleisten, die man bislang vielleicht einfach ignoriert hat.
Ab der Mitte des Buches werden fortschrittliche Themen behandelt, die für so manchen Einsteiger eher neu sind. Solche Themen sind zum Beispiel die Bearbeitung von RAW-Dateien, das Entfernen von Bildstörungen oder das nachträgliche Schärfen eines Bildes. Auch der gezielte Umgang mit Masken und Ebenen ist ein fortschrittliches Thema, wo selbst die Elements-Version von Photoshop so zahlreiche Möglichkeiten bietet, dass man sie als "normaler Mensch" kaum auszuschöpfen vermag.
Von mir gibts eine ganz klare Empfehlung für dieses hervorragende Fachbuch. Allerdings geht meine Empfehlung nicht an Einsteiger, die erstmals Photoshop Elements in den Fingern haben, sondern an leicht Fortgeschrittene, die bereits Bilder mit Photoshop Elements bearbeiten, aber ihr Wissen in einzelnen Bereichen vertiefen und ausweiten möchten.
Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie
von Maike Jarsetz, Galileo Design Verlag
Neue Photoshop-Bücher sprießen zur Zeit wie die Pilze aus dem Boden heraus. Es gibt fast schon unzählbare Bücher über Bildbearbeitung mti Adobe Photoshop. Das hier vorliegende Exemplar hat den speziellen Titel Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie. Was bedeutet es, wenn ein Photoshop-Buch für digitale Fotografie ausgerichtet ist? Hat nicht jedes Photoshop-Buch automatisch mit Digitalfotografie zu tun?
Wer einen Blick ins Inhaltsverzeichnis des über 500 Seiten dicken Buches der Fotografin Maike Jarsetz wirft, erkennt sofort, inwiefern der Schwerpunkt auf digitale Fotografie lautet: Es geht los mit einem Hauptkapitel über Bildorganisation; ehe man also ein erstes Bild mit Photoshop bearbeitet lernt man, wie man seine digitalen Bilder organisiert, katalogisiert und durch den Einsatz von Metadaten auch wieder findet. Nach einer kurzen Einführung in elementare Methoden der digitalen Bildbearbeitung kommen gleich zwei große Kapitel über Rohdaten-Bearbeitung und HDR-Bilder. Erst dann kommen die für ein Photoshop-Buch typischen Kapitel über Belichtungskorrekturen und Farbkorrekturen.
Alleine schon am Kapitelaufbau der ersten Buchhälfte wird klar, dass dieses Fachbuch kein Einsteigerbuch für Neulinge der digitalen Bildbearbeitung ist. Das Photoshop-Buch für digitale Fotografie von Maike Jarsetz richtet sich vielmehr an fortgeschrittene Fotografen, die bereits gut fotografieren können und gute Kenntnisse in Photoshop haben. Während viele Leser die Kapitel über Belichtungs- und Farbkorrekturen eher überspringen und lieber später zum Nachschlagen einzelner Themen verwenden werden, sind die großen Kapitel über RAW-Dateien und HDR-Aufnahmen für viele Fotografen Neuland, stehen aber auf der Tagesordnung, was das persönliche Weiterbildungsprogramm betrifft.
Und diese Weiterbildung gelingt mit diesem Buch hervorragend: In der Regel wird ein Thema auf einer Doppelseite oder auf zwei Doppelseiten ausführlich behandelt. Man lädt sich zunächst die verwendete Bilddatei von der mitgelieferten DVD herunter und macht die Übungen Schritt für Schritt, wie sie im Buch erklärt sind, um hoffentlich zum gleichen Endergebnis wie die Autorin zu kommen. Durch die schrittweise Erklärung de einzelnen Übungen kann man diese leicht nachvollziehen und hat so den best möglichen Lerneffekt, so wie ein effektiver Workshop eben sein soll.
Im Prinzip besteht das Buch aus wenig Theorie und Erklärungen; im Vordergrund stehen über 100 einzelne Workshops, die man selbst durcharbeiten kann. Klasse ist, dass die Workshops nicht aufeinander aufbauen, so dass man sich irgendeinen rauspicken und machen kann. Besonders in der zweiten Buchhälfte werden ganz spezielle Themen behandelt, z.B. wie man mit Schwarzweißfotos umgeht, wie man Farbrauscheffekte wegretuschiert, wie man Hautunreinheiten bei einer Porträtaufnahme korrigiert oder wie man Objektivfehler nachträglich korrigiert.
Das Fachbuch richtet sich an Besitzer der großen Photoshop CSx-Version, auch wenn viele Beispiele auch mit Photoshop Elements nachvollziehbar sind. Wer Photoshop von Grund auf erlernen möchte, der sollte sich zunächst ein Einsteiger-Handbuch zur Hilfe nehmen, wo grundlegende Bedienungsschritte und Methoden erklärt werden. Wer das schon hinter sich hat und sein Wissen auf speziellen Themen vertiefen möchte, der ist mit diesem Fachbuch bestens bedient.
Adobe Photoshop CS4 - Das Praxisbuch zum Lernen und Nachschlagen
Galileo Design - Sibylle Mühlke
Vom Verlag Galileo Design gibt es ein ca. 3 kg schweres Fachbuch über Adobe Photoshop CS4, das man wahrlichst als "Das Kompendium" über Photoshop CS4 bezeichnen kann. Das Buch ist jedoch nicht nur gewichtsmäßig schwer sondern auch inhaltlich schwer mit Inhalten voll gepackt. Auf über 1100 Seiten beschreibt die Autorin Sibylle Mühlke Grundlagen, Praxis und Anwendung von Adobes Power-Software. Wer diesen fetten Schinken in die Hand nimmt (besser in zwei Hände) wird sofort erkennen, dass man dieses Buch nicht Seite für Seite durcharbeitet. Es ist vielmehr ein Buch, das auf dem Arbeitsplatz eines Photoshop-Anwenders stehen sollte.
Das Buch hat nicht umsonst den Untertitel "Praxisbuch zum Lernen und Nachschlagen"; es handelt sich also sowohl um ein Lehrbuch als auch um ein ausführliches Nachschlagewerk. Beispiel: Auf ca. 50 Seiten werden im Kapitel "Bildbearbeitung: Fachwissen" Grundlagen erläutert wie Auflösung, Farbkanäle, Farbmodelle, Kanäle, Dateiformate, Kompressionsmethoden. Wer dieses Kapitel im Sinne eines Lehrbuches durcharbeitet lernt eine Menge über die Grundlagen und Hintergründe der Bildbearbeitung. Aber das Kapitel dient auch als Nachschlagewerk für den Profi oder Fortgeschrittenen: Vielleicht hat nicht jedermann im Kopf, was genau das HSB-Farbmodell ist oder was das besondere am EPS-Format ist. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis oder ins Stichwortverzeichnis und man findet schnell die gewünschten Informationen.
Wie schon gesagt, man kann dieses Buch unmöglich komplett durcharbeiten sondern vielmehr einzelne Dinge nachlesen bzw. vertiefen. Dies funktioniert dank der hervorragenden Gliederung und des ausführlichen Inhaltsverzeichnisses auch sehr gut. Es gibt zum Beispiel ein ca. 40-seitiges Kapitel über Ebenen. Natürlich verwendet jeder Photoshop-Anwender Ebenen und meint sich damit auszukennen. Was aber wirklich alles mit Ebenen möglich ist, welche Funktionen man in Photoshop nicht direkt erkennen kann, das kann man in den einzelnen Unterkapiteln gut nachlesen.
Das Buch glänzt durch Übersichtlichkeit, durch eine sehr gute Gliederung und durch viele Abbildungen. Es gibt praktisch keine Seite, auf der nicht mindestens eine Abbildung oder ein Foto vorhanden ist. Viele verwendeten Bilder sind auch auf der inkludierten DVD enthalten, aber es ist meistens bequemer die Bilder direkt im Buch (vorher-nachher) anzuschauen als mühevoll von der DVD runterzuladen.
Ein weiterer Grund, weshalb dieses Buch auf dem Schreibtisch eines Bildbearbeiters stehen sollte sind die zahlreichen Tabellen, Referenzen und Verzeichnisse. Was mir zum Beispiel ungeheuerlich hilft ist die Tabelle mit Tastatur-Shortcuts, um schnell von einem Werkzeug zum anderen zu wechseln. Aber auch für die einzelnen Werkzeuge gibt es Shortcut-Tabellen, zum Beispiel was es alles für Möglichkeiten gibt innerhalb der Dialoge Tonwertkorrektur oder Gradationskurven.
Dieses Buch bewerte ich mit 5 Sternen, weil es wirklich ein exzellentes Nachschlagewerk ist und wirklich hilfreich ist. Für Neulinge im Bereich der Bildbearbeitung oder mit Adobe Photoshop empfehle ich jedoch ein dünneres Exemplar, da dieses Buch doch mit extrem vielen Details auftrumpft, die einen Einsteiger gnadenlos überfrachten.
Fotografie und Recht
Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis
Fotografie und Recht ist ein Thema, das in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kann doch heute fast ein jeder ein Fotostudio eröffnen und fotografische Dienstleistungen anbieten, Fotoaufnahmen machen und ins Internet stellen, eigene Fotos verbreiten und veröffentlichen. Viele Privatleute und Professionals kommen mit dem Thema Fotografie und Recht erst dann in Berührung, wenn eine Abmahnung oder eine Klage im Hause steht. Grund genug für fast jedermann, sich mit dem Thema etwas zu beschäftigen.
Die Autoren Daniel Kötz und Jens Brüggemann haben ein ca. 200 Seiten dickes Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Ersterer ist Anwalt, zweiterer professioneller Fotograf - eine gelungene Mischung aus Rechtserfahrung und Erfahrung aus der Fotografie-Praxis. Das Buch ist in 4 Hauptkapitel gegliedert, wobei die Unterkapitel als "Fälle" bezeichnet werden. Diese Gliederung wird dem Untertitel des Buches "Die wichtigsten Rechtsfälle für die Fotopraxis" gerecht und es wird klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um ein klassisches Lehrbuch handelt sondern um ein Praxisbuch zum Nachschlagen und Recherchieren.
Ich habe das Buch komplett durchgelesen, weil mich einfach jeder Fall interessiert hat. Auch wenn ich selbst noch nie einen Prominenten oder Politiker fotografiert und ein Bild in einer Tageszeitung veröffentlicht habe, fand ich es sehr interessant zu lesen, was ein Fotograf darf, was dem öffentlichen Interesse dient und was zum Privatleben eines Schauspielers gehört.
Wer das Buch nicht von vorne bis hinten durchliest, findet im Inhaltsverzeichnis schnell einzelne Fälle, die für ihn von Wichtigkeit sind. Ein Fotograf, der mit einem Model ein TFP-Shooting vorhat, findet die rechtlichen Informationen und ein Vertragsmuster dazu. Ein Fotograf, der für eine Firma Werbefotos gemacht hat, findet die Informationen, ob er diese für seine eigene Homepage verwenden darf oder nicht. Ein Fotograf, der auf einer Hochzeit fotografiert hat, lernt ob er die Originaldateien herausgeben muss oder nicht.
Und anhand dieses Beispieles wird auch schon klar, dass sich dieses Buch auch an einfache Privatleute lehnt, die nicht mit Fotos ihr Geld verdienen. So werden Fälle behandelt, ob man ein Recht hat, Originalmaterial von einem Fotografen zu bekommen, ob man ein bezahltes Portrait-Bild von einem selbst im Internet veröffentlichen darf oder nicht und was es für Folgen haben kann, wenn man für seine private Homepage Bilder eines Fotografen oder einer Agentur verwendet.
Das Buch wurde von einem Anwalt und von einem Fotografen geschrieben. Die Fälle sind anschaulich und leicht verständlich beschrieben - hier merkt man dass ein Fotograf dahinter steckt. Wenn ein Anwalt ähnliche Inhalte beschreibt ist es für einen Normalmann oft zu rechtsspezifisch. In den einzelnen Fällen werden zwar Referenzen zu jeweiligen Urteilen oder zu entsprechenden Paragraphen im Urheberrechtsgesetz aufgezeigt, die eigentliche Beschreibung erfolgt jedoch in der Sprache eines Nichtjuristen.
Das Buch ist einfach nur gut und hilfreich. Es gehört ins Bücherregal eines jeden Fotografen, der mit Fotos Geld verdient. Was man auch immer gerade vor hat, man findet Informationen dazu: Darf man in einem Hotelzimmer einfach fotografieren und Aufnahmen veröffentlichen? Darf man ein Gebäude von einer Leiter aus fotografieren und das Bild veröffentlichen? Darf auf einer Szenen-Aufnahme ein Markenprodukt enthalten sein? Darf das Gesicht eines Models mit Photoshop retuschiert werden? Wie geht man vor, wenn jemand ein Foto klaut und veröffentlicht? Wie beweist man, dass man selbst der Urheber eines Fotos ist? Darf man auf seiner Webseite zu anderen Bildern einen Link setzen? U.s.w.
Dieses Fachbuch bietet wirklich wichtige Informationen anschaulich wiedergegeben und leicht auffindbar. Komplettiert werden die zahlreichen Fälle durch Anhänge, in denen zum Beispiel das Urhheberrechtsgesetz nach Paragraphen sortiert beschrieben wird. Ich betone "beschrieben", es wird also nicht wörtlich in der Juristensprache abgedruckt, sondern in der Sprache eines Fotografen beschrieben. Somit gewinnt man mal einen Überblick wie so ein Gesetzeswerk aufgebaut und gegliedert ist.
Weitere Seiten mit Literatur-Empfehlungen
Archiv: Rezensionen über Fachbücher, die nicht mehr am Markt erhältlich sind
Aktuelle Literatur zum Thema Farbmanagement
|