Scanner IT8-Kalibrierung
Hat man sich entschlossen, eigene Bilder mit einem Scanner am heimischen PC selbst zu digitalisieren, so kann es beim Betrachten der ersten Ergebnisse für den unbedarften Anwender zu einer bösen Überraschung kommen: Die Farben, die der Monitor zeigt, stimmen überhaupt nicht mit den schönen, kräftigen Farben der Vorlage überein - und das trotz kalibriertem Bildschirm!
SilverFast Ai zur Scannerkalibrierung ist in unserem Online-Shop erhältlich.
Um das zu verstehen, muss man sich das Prinzip des Farbmanagements vor Augen führen: Jedes Eingabe- und Ausgabegerät erzeugt bei der Verarbeitung der Bilddaten gewisse Farbfehler. Diese müssen durch den Vergleich der Soll- und Istwerte über einen sogenannten Referenzfarbraum definiert und ggf. mit Hilfe eines ICC-Profils korrigiert werden. Diesen Vorgang nennt man Kalibrierung bzw. Profilierung. Ist nun zwar der Bildschirm - unser Ausgabegerät - kalibriert, nicht jedoch das Eingabegerät, also der Scanner, so haben wir zwar für eine korrekte Darstellung der Bilddatei gesorgt, nicht aber für eine korrekte Bilddatei selbst.
Um dies zu ermöglichen, muss der Scanner kalibriert werden. Was genau das bedeutet, und wie das in der Praxis funktioniert, wollen wir Ihnen auf dieser Seite demonstrieren.
Warum sollte man seinen Scanner kalibrieren?
Wie eingangs schon erwähnt, erzeugt jeder Scanner Bilddateien mit gewissen Farbfehlern. Das heißt, ein Bild, das direkt aus dem Scanner kommt, stimmt in der Regel nicht mit dem Original überein. Das hat zur Folge, dass man die Farben nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm anpassen muss, was unweigerlich zu Qualitätseinbußen führt, da jede nachträgliche Änderung einer fertigen Bildatei einen Verlust an Bildinformation bedeutet. Hat der Scanner bestimmte Farbfehler, so müssen diese für jedes gescannte Bild im Bildbearbeitungsprogramm korrigiert werden. Ein und derselbe Farbfehler muss also unter Umständen Tausend mal oder gar Zehntausend mal korrigiert werden; da liegt es doch nahe, diesen Fehler direkt an der Quelle, nämlich beim Scanner, zu beheben.
Nun könnte man sagen: "Dann passe ich doch einfach schon in der Scansoftware die Farben an." Das würde den Scanvorgang aber erheblich aufwändiger machen: Stellen Sie sich vor, Sie digitalisieren im Stapelbetrieb z.B. mit dem Magazinscanner Reflecta DigitDia 5000, ein komplettes Diamagazin mit 100 Bildern. Das würde dann bedeuten, dass Sie jedes Dia zunächst prescannen, farbkorrigieren und dann feinscannen müssten. Das würde die Verwendung eines für die Stapelverarbeitung ausgelegten Magazinscanners ad absurdum führen. Desweiteren kann man das Dia, sobald es im Scanner ist, nicht mehr betrachten, um das Vorschaubild per visuellem Vergleich an die Vorlage anzupassen. Der Aufwand, jedes Bild einzeln bearbeiten zu müsssen, bleibt also erhalten und verlagert sich von der Bildbearbeitungssoftware in die Scannersoftware.
Um bestimmte Scanner-Fehler zu korrigieren, führt man die im Folgenden beschriebene IT-8 Farbkalibrierung durch. Dadurch werden die Fehler beim Scannen an der Quelle, nämlich beim Scanner, einmalig behoben. Durch die Kalibrierung Ihres Scanners erhalten Sie also automatisch korrekte Scans und müssen die Bilder kaum noch nachträglich bearbeiten. Dadurch wird der Scanvorgang deutlich vereinfacht und verkürzt, und die Bildqualität merklich gesteigert.
Grundlagen zur Scannerkalibrierung
Zur Kalibrierung des Scanners benötigt man also zunächst eine Vorlage, die genau definierte Farbfelder enthält: das sogenannte IT8-Target. Die Ausbelichtung und Entwicklung des Targets findet in einem genau kontrollierten Prozess statt. Die Farbfelder werden anschließend vom Hersteller äußerst exakt mit einem Kolorimeter ausgemessen. So erhält man die Sollwerte für die Digitalisierung der Farbfelder. Diese Werte werden dann in einer Referenzdatei gespeichert, die mit dem Target ausgeliefert wird. So erhält man also eine Vorlage, von der genau bekannt ist, welche Farbwerte sie aufweist, und damit auch, welche Farbwerte das digitale Bild haben soll: nämlich genau dieselben.
Zur Kalibrierung scannt man dieses Target ein, und die verwendete Kalibrierungssoftware misst die Farbfelder aus. Anschließend werden die ermittelten Istwerte mit den Sollwerten aus der Referenzdatei verglichen. Der Unterschied wird dann in eine spezielle Datei geschrieben: das sogenannte ICC-Profil. Das Profil enthält also Informationen zur Farbaweichung des verwendeten Gerätes.
Zu beachten ist, dass das berechnete Profil ausschließlich für den dabei verwendeten Scanner gilt. Die Farbabweichungen unterscheiden sich nämlich nicht nur von Hersteller zu Hersteller, und auch nicht nur von Modell zu Modell, sogar zwei Exemplare ein und desselben Scannermodells weichen meist auf Grund von Produktionsschwankungen in ihrer Farbdarstellung voneinander ab.
Scannt man nun ein beliebiges Motiv mit dem vorher vermessenen Scanner, so kann der so entstandenen Bilddatei das erstellte Profil zur Korrektur der Farben zugewiesen werden. Professionelle Scansoftware wie SilverFast Ai macht das automatisch, wenn man das Programm vorher entsprechend konfiguriert hat. Dann bekommt man den unkorrigierten, farbunechten Scan gar nie zu Gesicht. Als Ergebnis erhält man Scan-Dateien im Adobe RGB Farbraum, die bereits korrigierte Farbwerte enthalten.
Hat man keine Scansoftware, die das Korrekturprofil automatisch auf jeden Scan anwendet, kann dem Bild auch nachträglich mit einem farbmanagementfähigen Bildbearbeitungsprogramm das passende Profil zugewiesen werden. Bei der Darstellung des Bildes wird dann das Korrekturprofil von einem farbmanagementfähigen Bildbetrachtungsprogramm berücksichtigt, so dass dann - ein kalibriertes und profiliertes Ausgabegerät vorausgesetzt (siehe dazu unsere Seiten über Bildschirmkalibrierung und Druckerprofilierung) - das Bild farbrichtig angezeigt wird.
Der IT8-Standard
IT8 ist ein Satz von Standards für die Farbkontrolle, der seit 1993 existiert. Sie wurden festgelegt vom American National Standards Institute (ANSI).
Für die Scannerkalibrierung sind die Standards IT8.7/1 (Durchlicht-Targets) und IT8.7/2 (Auflicht-Targets) von Bedeutung. Diese Targets bestehen aus 264 Farbfeldern und einer 24-stufigen Grauskala.
Die Spalten 1 bis 12 bilden Farben ab, die sich voneinander dem HCL-Farbmodell entsprechend in Farbton (Hue), Farbintensität (Chroma) und Helligkeit (Lightness) unterscheiden.
Die CMYK-Farben Cyan (Blaugrün), Magenta (Purpur), Yellow (Gelb) und Key (Schwarz) werden in den Spalten 13 bis 16 in verschiedenen Helligkeitsstufen dargestellt, ebenso die RGB-Farben Red (Rot), Green (Grün) und Blue (Blau) in den Spalten 17 bis 19.
Den Spalten 20 bis 22 sind keine festen Farben zugeordnet; hier steht es dem Hersteller des Targets frei, zu entscheiden, welche Farbtöne er für wichtig hält und hier vermessen werde sollen.
Am unteren Rand des Targets findet man die Grauskala mit insgesamt 24 Graustufen von Dmin (weiß) bis Dmax (schwarz).
Was muss man bei der Kalibrierung beachten?
Im Gegensatz zur Kameraprofilierung kann bei der Scannerkalibrierung kaum etwas schief gehen. Professionelle Scansoftware wie SilverFast Ai ermöglicht die Kalibrierung direkt aus dem Scanprogramm heraus. Dazu legt man einfach das Target in den Scanner, macht einen Prescan und klickt auf den Kalibrierungsbutton. Den genauen Arbeitsablauf finden Sie weiter unten im Kapitel Scannerkalibrierung mit SilverFast Ai. Natürlich sollte man - wie bei jedem Scan - darauf achten, dass die Vorlage (in diesem Fall also das Target) sauber, und auch der Scanner - vor allem bei einem Auflicht-Target - frei von Schmutz ist.
Wichtig ist auch, dass die zum Target passende Referenzdatei zur Auswertung verwendet wird. Bei SilverFast Ai funktioniert das automatisch über einen im Target vorhandenen Strichcode, den die Software ausliest. Die Referenzdatei ist auf der zugehörigen CD gespeichert. Falls nicht, sucht die Software automatisch nach einer passenden Referenzdatei auf der Webseite von SilverFast. Wer sich Referenzdateien selbst besorgen möchte kann dies über die SilverFast-Webseite machen. Bei anderen Programmen muss man ggf. manuell die richtige Datei als Referenzdatei auswählen.
Dabei ist noch anzumerken, dass auch die IT8 Referenzdateien in ihrem Aufbau standardisiert sind, so dass alle Targets samt entsprechender Referenzdatei mit jeder Kalibrierungssoftware kombiniert werden können.
Verwendet man zur Profilerstellung die Scansoftware, so deaktiviert diese beim Scan für die Kalibrierung gegebenenfalls automatisch etwaige angewandte Bildkorrekturen, wie z.B. eine Veränderung der Bildhelligkeit oder der Farben. Nutzt man dagegen zur Kalibrierung eine extra Software, so muss darauf geachtet werden, dass beim Scan des Targets keine Bildkorrekturen eingestellt sind. Stellen Sie in diesem Fall also unbedingt alle Regler auf die Standardwerte zurück, sonst erhalten Sie ein fehlerhaftes Profil!
Ist das Profil einmal erstellt, kann es auf jede mit dem verwendeten Scanner erzeugte Bilddatei von einer Auflicht- bzw- Durchlichtvorlage angewandt werden, und man braucht sich nicht mehr um die nachträgliche, verlustbehaftete Farbkorrektur kümmern.
Für Nutzer eines Flachbettscanners mit integrierter Durchlichteinheit von Bedeutung ist die Tatsache, dass das erstellte Profil nur für die gleiche Art von Vorlage gilt, mit der das Profil erstellt wurde: Ein Profil, das mit Hilfe eines Durchlicht-Targets (Dia) vorgenommen wurde, gilt nur für Diascans, und ein Profil, das mit einem Auflicht-Target erstellt wurde, gilt nur für Auflichtscans. SilverFast Ai nutzt dabei automatisch das entsprechende Profil, da die Software durch die entsprechende Einstellung weiß, welche Art von Vorlage gescannt wird. Gibt es nur ein Auflicht-Profil, werden Durchlichtvorlagen unprofiliert ausgegeben, und umgekehrt. Gibt es für beide Vorlagentypen entsprechende Profile, weist die Software der Bilddatei automatisch das richtige zu.
Targets auf verschiedenen Film- und Papiersorten
IT8-Kalibrierungstargets gibt es als Durchlicht- oder Aufsichtsvorlagen auf den verschiedensten Film- und Papiersorten. Das macht deshalb Sinn, weil sich die Farbfehlsichtigkeit des Scanners bei verschiedenen Materialien unterschiedlich auswirkt. Im Idealfall nutzt man zur Kalibrierung also ein Target, das auf das gleiche Material ausbelichtet wurde, auf dem sich auch die zu scannenden Bilder befinden.
Das ist in aller Regel jedoch nicht möglich, da es nicht für jeden Film bzw. jedes Papier entsprechende IT8 Targets gibt. In der Praxis erzielt man deshalb das beste Ergebnis, wenn man ein Profil benutzt, das auf Basis eines Targets erstellt wurde, das sich auf dem Material desselben Herstellers befindet, wie das zu digitalisierende Material: Scannt man Bilder von einem Fuji-Film, nutzt man ein Profil, das mit einem Fuji-Durchlicht-Target erstellt wurde, scannt man Kodak-Filme verwendet man ein Kodak-Target usw.
Im Großen und Ganzen kann man ungefähr sagen, dass man durch die IT-8 Farbkalibration die Farbtreue eines Scanners von zum Beispiel 80% auf 95% steigert. Die letzten Prozentpunkte erreicht man nur bei einem hochwertigen Scanner unter Verwendung eines Targets, das genau zum zu scannenden Filmmaterial passt, also zum Beispiel ein Fuji-IT8-Target beim Scannen von Fuji-Filmen.
In unserem Online-Shop finden Sie in der Warengruppe IT-8 Targets zahlreiche IT8_Targets unterschiedlicher Größe und auf unterschiedlichem Filmmaterial.
Aber auch die Kalibrierung mit nur einem Target, dessen Profil dann für alle Scans unterschiedlichster Film- oder Papiersorten verwendet wird, bringt eine erhebliche Verbesserung in der Farbdarstellung. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer SilverFast Website.
Wie oft muss ein Scanner kalibriert werden?
Da die Lichtquelle eines Scanners Schwankungen unterliegt, die von verschiedenen Faktoren wie Umgebungstemperatur und Leuchtdauer beeinflusst werden, ist es für gleichbleibend gute Scans notwendig, die Profilierung regelmäßig zu wiederholen. Das bestmögliche Ergebnis erhält man, wenn man den Scanner jedes Mal kalibriert, bevor man mit dem Scannen beginnt.
Normalerweise ist das aber nicht nötig; eine Kalibrierung einmal im Monat ist in der Praxis zumeist ausreichend. Nur bei sehr hochwertigen Geräten, und wenn es auf exakteste Farbwiedergabe, z.B. bei der Digitalisierung von Gemäldereproduktionen, ankommt, ist die tägliche Kalibrierung sinnvoll bzw. erforderlich. Auch ist es sinnvoll, einen Scanner neu zu kalibrieren, wenn er längere Zeit nicht mehr verwendet wurde.
Auf alle Fälle darf man sich nicht einbilden, dass man einen Scanner einmal nach dem Kauf kalibriert und dann nie wieder. Das erstellte Profil kann nach einiger Zeit sogar schädlich sein, wenn es überhaupt nicht mehr zum aktuellen Zustand des Scanners passt.
Haltbarkeit der IT8-Targets
Wie jedes analoge fotografische Material, sind auch IT8 Targets von einem stetigen Qualitätsverlust betroffen. Der Alterungsprozess bewirkt Farbverschiebungen, die mit zunehmenden Alter des Materials immer stärker werden, und bis zur völligen Unbrauchbarkeit der Bilder führen können. Wer zuhause 30 Jahre alte Dias hat, der weiß, was gemeint ist.
Der alterungsbedingte Qualitätsverlust lässt sich durch die richtige Lagerung des Materials verlangsamen: Am besten lagert man es kühl, trocken und dunkel. Das gilt sowohl für Auflicht- als auch für Dursicht-Targets. Ganz aufhalten lässt sich der Alterungprozess jedoch nicht.
Auf jedem IT8 Target ist in der Regel das Herstellungsdatum einbelichtet. Für eine bestmögliche Kalibrierung sollte es nicht wesentlich älter als fünf Jahre sein. Aber auch dann kann es noch weiterhin zur Kalibrierung genutzt werden, sofern man es wie oben erwähnt gelagert hat. Aber Vorsicht: Auch wenn das Target mit bloßem Auge noch keine Farbveränderungen zeigt, kann es sein, dass es für eine gute Kalibrierung schon zu weit von den Referenzwerten abweicht, so dass man damit ein fehlerhaftes Profil erstellen würde.
IT8-Farbkalibrierung und Negative
Der IT8-Standard sieht keine Kalibrierung für Negativmaterial vor. Wegen der von Filmmaterial zu Filmmaterial unterschiedlichen Orange-Maskierung und der daraus resultierenden Kontrasterhöhung macht es keinen Sinn, den Scanner für das Digitalisieren von Negativen zu kalibrieren. Die IT8-Kalibrierung funktioniert also nur für Positive.
SilverFast bietet mit der NegaFix-Funktion die Möglichkeit, beim Scannen von Negativen den verwendeten Filmtyp einzustellen, so dass dann für die Bilderstellung automatisch entsprechende Farbanpassungen vorgenommen werden. Die Steigerung der Bildqualität beim Scannen von Negativmaterial ist beträchtlich, wenn man über NegaFix den richtigen Filmtyp einstellt. Dieser Vorgang ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Scannerkalibrierung, da hier nicht die Farbfehler des Geräts ausgeglichen, sondern lediglich die Eigenschaften des Filmmaterials berücksichtigt und zur Farboptimierung verwendet werden!
Grenzen der Scannerkalibrierung
Die Kalibrierung eines schlechten Scanners macht aus ihm noch keinen guten Scanner. Mängel in Dynamikumfang, Schärfe und Auflösung kann ein Farbprofil naturgemäß nicht ausgleichen.
Ist die Farbdarstellung des Scanners von Haus aus sehr schlecht, führt eine Kalibrierung unter Umständen nicht zum gewünschten Ergebnis. Weichen die Farben des Scans nämlich sehr stark von der Realität ab, so kann das Profil dies nicht in vollem Maße korrigieren, ohne dass Farbabrisse im Bild entstehen, da eine gewisse Anzahl von Farbstufen aufgrund der starken Veränderung wegfallen. Das betrifft aber ausschließlich billigste Flachbettscanner-Modelle, die heutzutage schon für einen zweistelligen Euro-Betrag erhältlich sind. Die Bildqualität aller höherwertigen Flachbettscanner und erst Recht aller Filmscanner kann durch die Profilierung erheblich gesteigert werden.
Dass die Farbkalibrierung eines Scanners mit einem IT-8 Target nichts für Negative bringt, haben wir im vorigen Kapitel schon erwähnt. Die IT-8 Kalibrierung bewirkt also nur eine Qualitätssteigerung bei Positiven im Durchlichtbereich und bei Aufsichtscans.
Selbstverständlich darf man durch die Scannerprofilierung keine Wunder erwarten. Oftmals liegt eine schlechte Bildqualität nicht am Scanner oder an der fehlenden IT-8 Kalibrierung sondern an schlechten Vorlagen. Ein schlecht belichtetes Bild, eine unscharfe Aufnahme oder ein flaues, kontrastarmes Foto wird durch die IT-8 Kalibrierung nicht besser. Solche Bilder bleiben nach wie vor ein Fall fürs Bildbearbeitungsprogramm. Aber durch die IT-8 Kalibrierung kann man sich wenigstens sicher sein, dass man im Bildbearbeitungsprogramm nicht die Scannerfehler korrigieren muss sondern sich aufs reine Bild konzentrieren kann.
Scannerkalibrierung mit SilverFast Ai
Mit SilverFast Ai bietet die Firma LaserSoft eine professionelle Scansoftware für alle gängigen Scanner-Modelle an. Mit ihr lässt sich ein Scanner auf einfache und bequeme Weise kalibrieren. Wir wollen Ihnen hier den dafür nötigen Arbeitsablauf darstellen, der sowohl für Auflicht- als auch für Durchlichttargets gleichermaßen gültig ist.
Schritt 1: Eigener ICC-Profilname aktivieren
Dieser Schritt ist nicht zwingend notwendig, ermöglicht aber die spätere Handhabung mehrerer Profile, z.B. für verschiedene Filmmaterialien. Dazu klicken Sie in SilverFast auf den Optionen-Button, und wechseln in der nun erscheinenden Dialogbox zum Auto-Reiter. Hier aktivieren Sie die Option Eigener ICC-Profilname per Setzen eines Häkchens, und bestätigen die Einstellung mit OK.
Von nun an können Sie jedem erstellten Profil einen eigenen Namen zuweisen. Ist diese Option nicht aktiviert, vergibt SilverFast automatisch immer denselben Namen, so dass das zuvor erstellte Profil überschrieben wird. Somit wäre es nicht möglich, verschiedene Profile anzulegen.
Sollten Sie diesen ersten Schritt überspringen, entfallen für Sie auch die Schritte 3 und 4, und Sie müssen nur den nächsten Schritt durchführen.
Schritt 2: Einlesen des Targets und Berechnung des Profils
Jetzt können Sie das IT8 Target in Ihren Scanner legen und einen Prescan durchführen. Bestimmen Sie nun den Scanbereich, indem Sie den Scanrahmen um die äußeren Ränder des Targets ziehen.
Per Klick auf den Kalibrierungsbutton starten Sie den Vorgang. Im erscheinenden Kalibrierungsfenster sehen Sie nach einem automatisch ausgeführten, erneuten Prescan des vorher festgelegten Scanbereichs wieder das Target. Hier müssen Sie mit Hilfe des viereckigen gestrichelten Rahmens, dessen Eckpunkte unabhängig voneinander bewegt werden können, die Ränder des inneren Bereichs, der die Farb- und Graustufenfelder enthält festlegen. Innerhalb dieses Rahmens sind Positionsmarkierungen für die Farbfelder vorhanden, die bei korrekter Ausrichtung genau über den Farbfeldern liegen (s. Screenshot).
Klickt man nun auf Start, erkennt SilverFast anhand des Strichcodes auf dem Target, welche Referenzdatei zu der verwendeten Vorlage gehört, und berechnet damit das ICC-Profil.
Schritt 3: Benennen und Speichern des Profils
Falls Sie Schritt 1 nicht übersprungen haben, müssen Sie dem berechneten Profil nun zur Speicherung noch einen Namen geben. Hierbei empfiehlt es sich, das Scannermodell, das aktuelle Datum und den Targettyp (z.B. das Filmmaterial) in den Namen mitaufzunehmen. So ist sichergestellt, dass man auch bei mehreren Profilen immer den Überblick behält. Beispiel für einen sinnvollen Profil-Dateinamen: ReflectaDigitDia_2008_12_31_Kodak.
Von nun an wird für jedes mit SilverFast Ai gescannte Bild dieses Profil berücksichtigt, solange man es nicht deaktiviert oder ein anderes Profil wählt.
Schritt 4: Auswahl des passenden Profils
Um ein bestimmtes Profil für den/die folgenden Scan(s) auszuwählen, öffnen Sie die SilverFast-Optionen. Im CMS-Reiter können Sie im Bereich Profile für ICM unter Eingabe das zu verwendende Scannerprofil auswählen. Nutzer eines Flachbettscanners mit integrierter Durchlichteinheit können hier separate Profile für Auflicht- und Durchlichtvorlagen auswählen.
Hier zahlt es sich aus, wenn Sie bei der Benennung, wie oben bereits erwähnt, alle wichtigen Informationen in den Profilnamen mit aufgenommen haben. So lässt sich das passende Profil ganz einfach aus der Liste auswählen. Dazu muss oben im Bereich Farbmanagement unter Eingabe -> Intern die Option Image Color Matching (ICM) aktiviert sein, sonst ist die Auswahl des Profils nicht möglich, bzw. wirkungslos.
Die Durchführung der IT-8 Farbkalibrierung mit SilverFast Ai für einen Filmscanner oder Flachbettscanner ist also eine einfache Angelegenheit und dauert nur wenige Minuten. Erzeugt man unterschiedliche Farbprofile mit unterschiedlichen Targets dann ist die Auswahl des gewünschten Profils nur ein Mausklick im Optionen-Menü.
Der große Vorteil an der IT8-Kalibrierung mit SilverFast ist, dass das erzeugte bzw. aktive Korrekturprofil automatisch jedem Scan zugewiesen wird. SilverFast erstellt aus dem Original-Scan und dem Korrekturprofil eine korrigierte Scan-Datei im Adobe RGB Farbraum, die bereits korrigierte Farbwerte hat. So bekommt man die originale, unkorrigierte Scandatei gar nicht erst zu sehen und erhält automatische farbrichtige, korrigierte Bilddateien.
SilverFast verarbeitet die Original-Scandaten und das aktive Korrekturprofil automatisch zu einer korrigierten Scan-Datei.
Beispiele für die Qualitätssteigerung durch IT8-Kalibrierung
Anhand zweier Beispiele möchten wir Ihnen zeigen, wie sehr die Kalibrierung des Scanners die Bildqualität steigern kann. Beide Bilder wurden mit dem hochwertigen Filmscanner Nikon Super CoolScan 5000 ED und SilverFast Ai Studio gescannt. Für den Scanner wurde ein ICC Profil erstellt, und wir haben die Bilder jeweils einmal mit und einmal ohne Berücksichtigung des Profils digitalisiert.
Klicken Sie auf eines der Bilder, so öffnet sich ein Bildfenster, das alle drei Sekunden von der Darstellung des profilierten und des unprofilierten Bildes umschaltet.
Es fällt auf, dass die Bilder mit Profil deutlich natürlichere Farben aufweisen - so, wie die Motive in der Realität und auf dem Film aussehen. Wir haben dabei auf manuelle Korrekturen wie etwa eine Anpassung der Tonwerte über die Scansoftware verzichtet, um Ihnen einen möglichst objektiven Eindruck von der Qualitätssteigerung zu vermitteln. Wie man sieht, bringt die Kalibrierung selbst bei relativ hochwertigen Geräten wie dem Nikon Super CoolScan 5000 ED eine deutliche Verbesserung des Bildergebnisses. Das gilt in gesteigertem Maße erst recht für minderwertigere Geräte.
Zusammenfassung, Fazit
Kein Eingabegerät oder Ausgabegerät kann so einfach kalibriert und profiliert werden wie ein Filmscanner oder ein Flachbettscanner. Die IT-8 Kalibrierung mit SilverFast Ai ist eine Sache von wenigen Mausklicks und dauert nur wenige Minuten.
Die Steigerung der Bildqualität bei einem Scanner durch die IT-8 Farbkalibrierung ist beträchtlich. Ohne Farbkalibrierung müsste man die Fehler eines Scanners in Tausenden oder gar Zehntausenden von Bilddateien einzeln korrigieren; mit IT-8 Farbkalibration werden die Scannerfehler einmalig detektiert und bei jedem Scan automatisch zur Bildkorrektur angewendet. Die IT-8 Kalibrierung liefert also eine deutlich bessere Bildqualität und spart dem Anwender eines Scanners eine beträchtliche Zeit, da die Scans kaum noch im Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet werden müssen.
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