Braun Multimag SlideScan 7000 Magazinscanner Testbericht

Im Sommer 2018 brachte die Firma Braun Phototechnik mit dem Multimag SlideScan 7000 einen Nachfolger für den Braun Multimag SlideScan 6000 auf den Markt. Damit geht die Magazinscanner-Serie von Braun Phototechnik bereits in die vierte Runde, die im Jahre 2004 mit dem Multimag SlideScan 4000 begonnen hatte.


In unserem Filmscanner-Shop ist der Braun Multimag Slidescan 7000 erhältlich.

Äußerlich haben sich die Magazinscanner von Braun Phototechnik nie geändert. Vom ersten Gerät aus dem Jahre 2004, dem Multimag SlideScan 4000, über das letzte Gerät Multimag SlideScan 6000 bis zur Neuvorstellung Multimag SlideScan 7000 sind das Gehäuser und die Bedientasten gleich geblieben. Änderungen gab es immer nur im Innern des Gehäuses. So stieg beim Modellwechsel 2012 die Auflösung von 3600 ppi auf 5000 ppi. Und beim aktuellen Modellwechsel soll die Auflösung laut Herstellerangaben sogar auf 10.000 ppi angewachsen sein. Wir untersuchen genau diesen Punkt in diesem Testbericht.

Ausstattung, Zubehör und Leistungsdaten des Multimag SlideScan 7000

Der Braun Multimag SlideScan 7000 ist ein Diascanner, der auf das Digitalisiern von gerahmten Kleinbild-Dias spezialisiert ist. Er kann ganze Diamagazine im Stapelbetrieb scannen und erkennt dabei noch voll automatisch, ob es sich um Querformat-Dias oder Hochformat-Dias handelt. Der Multimag SlideScan 7000 kann Dias aus CS-Magazinen, Universalmagazinen (DIN 108), LKM-Magazinen und Paximat-Magazinen verarbeiten.

Vergleicht man den Braun Multimag SlideScan 7000 mit seinem Vorgänger Multimag SlideScan 6000, so erkennt man am Gehäuse keine Unterschiede bis auf den Schriftzug für die Modell-Bezeichnung. Auch wenn man die Datenblätter beider Scanner vergleicht so findet man praktisch keine Unterschiede. Nur die Scan-Auflösung stieg von 5000 ppi auf 10.000 ppi an. Eine Verdopplung der Scanauflösung klingt nach einem Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Braun Magazinscanner. Wie wir weiter unten im Kapitel Bildqualität feststellen werden, handelt es sich bei der Angabe von 10.000 ppi lediglich um einen Marketing-Trick.

Wie unsere Messungen zeigen, liegt die effektive Auflösung bei 5000 ppi und bei 10000 ppi nominaler Auflösung gleichauf, so dass es keinen Unterschied macht ob man mit 5000 ppi oder mit 10.000 ppi scannt. Das Ergebnis ist effektiv jeweils das gleiche. Aus diesem Grunde sprechen wir im folgenden Testbericht von einem 5000 ppi Scanner und nicht von einem 10.000 ppi Scanner, auch wenn der Hersteller auf seinen Datenblättern 10.000 ppi angibt.

Da sich die effektive Auflösung bei nominellen 5000 ppi bzw. 10000 ppi nicht ändert sprechen wir beim Braun Multimag SlideScan 7000 von einem 5000 ppi Scanner und nicht von einem 10000 ppi Scanner.

Der Braun Multimag SlideScan 7000 scannt die eingelegten Dias mit Hilfe einer LED-Lichtquelle ein. Zudem ist ein Infrarotkanal integriert, der das eingelegte Filmmaterial auf Höhen und tiefen abtastet und somit Staub (=Höhen) und Kratzer (=Tiefen) auf dem Filmmaterial detektieren kann. In der Scansoftware können die detektierten Höhen und Tiefen dann mit Hilfe eines Korrekturverfahrens auf Basis der umliegenden Pixel korrigiert werden. Dieses Korrekturverfahren nennt sich bei Braun Phototechnik Magic Touch.

Der Scanner arbeitet mit einer Farbtiefe von bis zu 48 Bit, wobei man normalerweise Bilddateien mit den üblichen 24 Bit erzeugt. Der Hersteller gibt die maximale Dichte mit 4,2 an, so dass sich ein Dichteumfang von knapp 4 ergibt. Das ist ein akzeptabler Wert aber im Filmscanner-Bereich keine Spitzenleistung.

Der Braun Multimag SlideScan 7000 ist mit den Maßen 300x290x125 mm ein ziemlich kompaktes Gerät. Frühere Diaprojektoren hatten ebenfalls diese Maße. Mit einem Gewicht von 2,9 kg ist er für ein technisches Gerät auch eher ein Leichtgewicht. Die meisten Bauteile sind aus Plastik, so dass sich das leichte Gewicht ergibt. Auf dem Schreibtisch nimmt der Scanner nicht viel Platz ein. Man benötigt jedoch vor und hinter dem Scanner zusätzlichen Platz, damit ein Diamagazin eingezogen und hinausgeschoben werden kann.

Neben einem Einschaltknopf auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich am Multimag SlideScan 7000 lediglich 3 Tasten an der Gehäusevorderseite: Über den Druckknopf mit dem schwarzen Punkt kann man in der CyberView Scansoftware einen Scan auslösen. Diese Taste braucht man im Alltag praktisch nie. Viel wichtiger sind die beiden Pfeiltasten mit denen man ein eingelegtes Magazin jeweils um ein Bild vorwärts bzw. rückwärts transportieren kann. Oberhalb der rechten Pfeiltaste findet man eine kleine unscheinbare LED, die Informationen über den Zustand des Scanners liefert.

Der Scanner verfügt außerdem auch über ein kleines Leuchtfeld, in welches man ein Dia stecken und somit beleuchtet betrachten kann. Sobald man ein Dia im Leuchtfeld platziert und es leicht nach unten drückt, schaltet sich das Leuchtfeld automatisch an. Entfernt man das Dia wieder, so erlischt die Beleuchtung. Diese kleine Diabetrachterfunktion ist ein praktisches Hilfsmittel, mit dem man schnell mal ein Dia betrachten kann, z.B. um sicherzugehen, dass man auch das richtige Bild scannt.

Wie oben beschrieben kann der Braun Multimag SlideScan 7000 gerahmte 35mm Dias voll automatisch aus diversen Magazinen heraus im Stapelbetrieb digitalisieren. In den meisten Fällen handelt es sich gerahmten Dias um Farbdias. Der Scanner kann jedoch auch Schwarz-Weiß-Dias verarbeiten, allerdings muss dann die automatische Staub- und Kratzerkorrekturfunktion ausgeschaltet werden, da diese nur bei Farbdias funktioniert. Filmstreifen können mit dem Multimag SlideScan 7000 überhaupt nicht verarbeitet werden. Es ist jedoch möglich Kleinbild-Negative in Diarahmen zu stecken und diese dann aus dem Magazin heraus zu scannen.

Laut Herstellerangaben hat der Braun Multimag SlideScan 7000 einen maximalen Scanbereich von 36,5 x 36,5 mm. Das Kleinbild-Format hat eine Filmfläche von 36x24mm. Damit ist es möglich sowohl Querformatbilder als auch Hochformatbilder direkt aus dem Magazin heraus zu scannen. Die CyberView Software erkennt automatisch ob das eingelegte Dia im Hochformat oder im Querformat ist und dreht den Scanbereich entsprechend um 90. Der Multimag SlideScan 7000 kann auch Super-Slide-Filme (127-er Filme) mit einer Bildgröße von 36x36mm digitalisieren. Solche Filme befinden sich typischerweise dann in Diasammlungen wenn man z.B. in einem Museum ein Andenken auf Film gekauft hat.

Bei unserem Testgerät war ncoh ein gedrucktes Handbuch so wie eine DVD mit der CyberView Scan-Software im Lieferumfang dabei. Der Hersteller hat jedoch bereits angekündigt dass in Zukunft Handbuch und Software nur noch per Download von der Hersteller-Seite heruntergeladen werden können und dem Scanner nicht mehr beiliegen.

Installation und Inbetriebnahme des Braun Multimag SlideScan 7000

Der Braun Multimag SlideScan 7000 hat an der Gehäuse-Rückseite genau zwei Anschlüsse: Ein Anschluss ist für das Netzteil, ein zweiter ist für das USB-Kabel. Der Scanner wird über diese USB-Schnittstelle mit dem Rechner verbunden. Dabei handelt es sich um eine USB 2.0 Schnittstelle, die auch abwärtskompatibel zu USB 1.1 bzw. aufwärtskompatibel zu USB 3.0 ist. Ist es im Jahr 2018 noch zeitgemäß ein neues Gerät mit einer USB 2.0 Schnittstele auszustatten wo doch USB 3.0 längst zum Standard geworden ist? Ja! Beim Digitalisieren eines Dias wird sowohl im Scanner als auch im PC viel gerechnet, aber es werden verhältnismäßig wenig Daten über die Schnittstelle übertragen. Dauert der Scan- und Rechenvorgang zum Teil mehrere Minute fallen darunter für die eigentliche Datenübertragung nur wenige Sekunden an.

Bei der Installation des Braun Magazinscanners ist eigentlich nur zu beachten, dass man zuerst die Scansoftware CyberView installiert ehe man den Scanner mit dem Rechner verbindet. Bei der Installation von CyberView wird auch automatisch der Treiber für den Scanner installiert. Erst nach der CyberView Installation darf der Scanner an den PC angeschlossen und dann eingeschaltet werden. Windows erkennt nach dem Einschalten des Scanners ein neues Gerät und verwendet dafür den gerade installierten Treiber. Kurz nach dem Einschalten blinkt die grüne LED an der Vorderseite des Scanners. Sobald das Blinken in ein Dauer-Grün übergeht ist der Scanner betriebsbereit.

Jetzt kann man mit dem Scannen eines ersten Diamagazines beginnen. Dazu schiebtr man ein Magazin von hinten in den Magazinschacht bis es an den gänzlich in den Scanner eingeschobenen Transportschieber stößt. Nun ist der Scanner einsatzbereit - alles weitere wird über die Software oder über die Gehäusetasten an der Seite des Scanners gesteuert. Mit nur wenigen Tastendrücken in der CyberView Scan-Software digitalisiert der Braun Multimag SlideScan 7000 das eingelegte Magazin Bild für Bild durch. Aber Vorsicht! Scannen muss gelernt sein wie das Fotografieren. Ein Foto ist schnell gemacht indem man auf der Kamera den Auslöser drückt. Um ein gutes Bild zu machen braucht man aber viel Erfahrung und muss sich mit seiner Kamera auskennen. Gleiches gilt für einen Diascanner. Ein Scan ist schnell gemacht aber gute und zufriedenstellende Ergebnisse erzielt man erst indem man sich ausführlich mit den verschiedenen Einstellmöglichkeiten der Scansoftware beschäftigt.

Nach der Inbetriebnahme des Scanners sollte man zuerst prüfen ob die installierte Scansoftware aktuell ist und ob es Firmware-Updates vom Hersteller gibt. Braun Phototechnik veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen neue Versionen sowohl von der Scansoftware CyberView als auch von der Firmware für das Gerät. Dabei werden Fehler in der Bedienung und in der Geräte-internen Datenverarbeitung korrigiert bzw. es werden neue Funktionen angeboten.

Scannen von KB-Dias mit unterschiedlichen Magazin-Typen

Der Braun Multimag SlideScan 7000 ist ein purer Diascanner. Er kann gerahmte 35mm Kleinbild-Dias direkt aus verschiedenen Magazintypen verarbeiten. Aber er kann weder Filmstreifen noch sonstige Filmformate scannen. Kleinbild-Filmstreifen, egal ob Positiv-Material oder Negativ-Material, kann man in Einzelbilder zerschneiden und in Diarahmen stecken, so dass diese auf diesem Weg verarbeitet werden können, aber dazu sind andere Filmscanner besser geeignet. Der Multimag SlideScan 7000 ist also ein Spezialist unter den Filmscannern, optimiert für das Digitalisieren großer Mengen von gerahmten Kleinbild-Dias, die im Magazin aufbewahrt sind. Folgende Magazine kann der Braun Multimag SlideScan 7000 gemäß den Herstellerangaben verarbeiten:

  • CS-Magazine für 40 oder 100 CS-Rahmen
  • Universalmagazine nach DIN 108 für 36 oder 50 KB-Dias
  • Paximat 36/36S, 50/50S und Rundmagazine 100/100S
  • LKM-Magazine

Die Diageschichte hat noch zahlreiche andere Magazintypen hervorgebracht, die jedoch nicht in den Multimag SlideScan 7000 eingeführt werden können. Wer seine gerahmten Dias also in exotischen Diamagazinen aufbewahrt hat oder einfache Plastikboxen zur Aufbewahrung hat oder seine KB-Dias gar in Archivhüllen stecken hat, der muss diese vor dem Scannen mit dem Braun Multimag SlideScan 7000 in eines der oben genannten Magazine umsortieren. In unserem Online-Shop sind noch unterschiedliche Diamagazine erhältlich. So nach und nach verschwinden jedoch viele Magazintypen vom Markt. So gibt es zum Beispiel die lange Zeit beliebten Rundmagazine schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Das Lieblingsmagazin eines Braun Multimag SlideScan 7000 ist ein CS-Magazin mit CS-Rahmen. Beim Scannen von CS-Magazinen passieren die wenigsten Fehler während eines Stapelscan-Vorganges. Auch beim Scannen von Rundmagazinen ist die Fehlerquote recht gering. Bei Universalmagazinen oder LKM-Magazinen kommt es auf den Zustand der eingelegten Dias an. Die Fehlerquote ist jedoch deutlich höher als bei CS-Magazinen.

Was bedeutet Fehlerquote bei einem Magazinscanner wie dem Braun Multimag SlideScan 7000? Im Idealfall führt man ein Magazin voll mit gerahmten KB-Dias in den Scanner ein, macht die gewünschten Einstellungen und startet dann den Stapelscan-Vorgang. Nach einem schönen Einkaufsbummel oder einem ganzen Arbeitstag kehrt man dann an den Rechner zurück und freut sich über 50 oder 100 fertige Scans. Diese Idealfall tritt jedoch eher selten als regelmäßig ein. Manchmal bleibt ein Dia einfach hängen während es eingezogen wird; dann steht auch der Scanner und wartet auf ein Eingreifen des Benutzers. Beim Scannen von Dias aus CS-Magazinen muss man mit solchen Aussetzern ungefähr alle 30-50 Bilder rechnen, bei anderen Magazintypen öfters.

Es ist also keinesfalls so, dass man den Scanner den ganzen Tag alleine vor sich hin arbeiten lassen kann. Man muss vielmehr immer wieder nach dem Zustand des Scanners schauen. Wenn man Pech hat, startet man den Scanner und der bleibt bereits beim zweiten Dia hängen. Wenn man Glück hat, zieht der Scanner 50 Dias durch bis er den ersten Aussetzer hat. Praktikabel ist es, wenn man den Scanner alleine arbeiten lässt und alle halbe Stunde eine Kontrolle macht und das Gerät ggfs. neu startet.

Der Braun Multimag SlideScan 7000 scannt zwar Dias stapelweise aus dem Magazin voll automatisch. Da es jedoch immer wieder vorkommt, dass ein Dia hängen bleibt oder sich verklemmt, sollte man in regelmäßigen Abständen den Scanvorgang kontrollieren und ggfs. gleich eingreifen.

Um Dias mit dünnen Rähmchen in Universal- und den Standard-Paximat-Magazinen (also nicht vom Typ S) zu scannen verfügt der Transportschieber des Multimag SlideScan über einen orangen Adapter, den man nach vorne schieben kann und somit eine breitere Auflägefläche beim automatischen Einschieben der Dias in den Scanner bietet. Damit wird verhindert, dass der Transportschieber am Dia vorbei ins Leere fährt und dieses nicht in den Scanner transportiert.

Über einen Dialift, welcher sich an der Oberseite des Geräts befindet, können auch einzelne Dias in den Scanner geschoben oder ausgeworfen werden. Das erweist sich als sehr praktisch, z.B. wenn man nur ein einzelnes Dia scannen möchte oder sich überzeugen möchte, dass gerade das richtige Dia im Scanner liegt. Auch der kleine Diabetrachter an der Seite des Multimag SlideScan 7000 kann sehr nützlich sein, um mal schnell ein Dia zu überprüfen, bevor man es scannt.

Ein ganz wichtiger Punkt beim Scannen von gerahmten Dias ist das Reinigen der Filme vor dem Scannen: Oftmals haben sich im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte viele Staubpartikel auf den Filmoberflächen angesammelt, die beim Scannen ins Scanner-Innere gelangen. Ein winziges, mit bloßem Auge kaum erkennbares Staubteilchen genügt bereits um hässliche Streifen auf ein Bild zu machen, wenn dieses kleine Teilchen auf den CCD-Zeilensensor des Scanners gelangt. Vor dem Scannen sollte man daher unbedingt die Dias mit Druckluftspray von Staubpartikeln befreien. Noch besser ist es, wenn man jedes einzelne Dia vor dem Scannen mit Hilfe von Antistatikbürsten von Staub und statischer Aufladung befreit. Weil die Reinigung der Dias vor dem Scannen so wichtig ist fassen wir dies nochmals zusammen:

Bevor Dias in den Scanner eingeführt werden sollten diese unbedingt gereinigt werden. Man erhält dadurch bessere Scans und schont das Scanner-Innere vor Staub und Schmutz.

Ein Punkt muss immer wieder gesagt werden: Wer sich einen Magazinscanner wie den Braun Multimag SlideScan 7000 anschafft kann nach kurzer Einarbeitungszeit ganze Magazine voll automatisch digitalisieren. Dennoch empfiehlt es sich, dass man sich einige Wochen Einarbeitungszeit nimmt um die verschiedenen Einstellmöglichkeiten in der Scan-Software auszuprobieren und zu erlernen.

Die Hersteller-eigene Scansoftware CyberView des Braun Multimag SlideScan 7000

CyberView X5

Der Braun Multimag SlideScan 7000 wird mit der herstellereigenen Scansoftware CyberView, welche zum Zeitpunkt unseres Tests in der Version X5.16 vorlag, ausgeliefert. CyberView bietet dem Anwender grundlegende Funktionen zur Steuerung des Scanners samt Diatransport und eine nur sehr kleine Auswahl an Werkzeugen für die Bildoptimierung:

Reflecta DigitDia 7000

Klickt man auf den Button mit dem Farbkreis, öffnet sich ein Fenster mit drei Kapiteln: Mit Hilfe der Variationen kann man über kleine Vorschaubildchen die Farbigkeit und die Helligkeit des Bildes steuern. Der Farbbalance stellt drei Farbregler (RGB), einen Helligkeits-, einen Kontrast-, und einen Sättigungsregler zur Verfügung. Mit dem Kurven und Pegel Werkzeug kann man die Gradationskurven und die Tonwerte steuern. Leider ist die Einstellung bei all diesen Werkzeugen nur sehr ungenau möglich, und weitere Tools, wie etwa eine selektive Farbkorrektur sucht man vergebens.

Reflecta DigitDia 7000

Die speziellen Bedienelemente für die Stapelverarbeitung bestehen aus fünf Buttons, mit deren Hilfe sich der Transport der Dias steuern lässt (Ein Dia rückwärts, Ein Dia vorwärts, Magazin neu laden, Aktuelle Position festlegen und Gehe zu...) sowie einem kleinen Fenster names Miniaturbildpanel. Hiermit kann man sich alle Dias des eingelegten Magazins oder eine Auswahl davon in einer Übersicht bestehend aus kleinen Thumbnail-Bildchen der einzelnen Dias anzeigen lassen. Allerdings ist es sehr zeitaufwändig, sich eine Übersicht über das ganze Magazin anzeigen zu lassen, da dafür zwangsläufig ein Vorschauscan jedes einzelnen Dias des gesamten Magazins gemacht werden muss - wenn auch nur in einer entsprechend geringen Auflösung.

Reflecta DigitDia 7000

Über den Button Voreinstellung... öffnet sich das Fenster für die Vorgaben von unter anderem Speicherort, Bildname, MagicTouch und Mehrfachbelichtung. Auch lässt sich hier zwischen JPG und TIF als Dateiformat wählen.

CyberView ist eine einfache Scansoftware, die dem Anwender die grundlegenden und notwendigen Funktionen bietet, um seine Dias zu digitalisieren. Wegen des eingeschränkten Funktionsumfanges sind keine präzisen Einstellmöglichkeiten vorhanden. Dafür ist die Software sehr schnell zu erlenen und man kann sich auf das Nötigste konzentrieren.

Die Bildqualität des Braun Multimag SlideScan 7000

Um die Bildqualität des Braun Multimag SlideScan 7000 zu beurteilen untersuchen wir zunächst die Auflösung, die der Scanner in der Praxis liefert. Der Hersteller Braun Phototechnik gibt als Nominalauflösung einen Wert von sensationellen 10.000 dpi an. Das ist ein astronomischer Wert und erinnert an längst vergangene Zeiten, als Trommelscanner in der Größe eines Kleinwagens Filmmaterial mit höchsten Auflösungen abtasteten. Wir scannen zunächst ein USAF-Target mit der Auflösung von 10.000 ppi ein.

Braun Multimag SlideScan 7000 USAF

Als Scan-Ergebnis eines USAF-Auflösungstargets mit der Nominalauflösung von 10.000 ppi erhalten wir nebenstehendes Bild, das sich per Mausklick auf die 100%-Darstellung vergrößert. Das Bild zeigt den inneren Bereich des USAF-Targets. Wir können deutlich die horizontalen Balken des Elements 6.5 vom weißen Hintergrund unterscheiden. Bei den vertikalen Balken sieht man jedoch nur beim Element 6.4 einen Unterschied zum hellen Hintergrund des Bildes. Auf unserer Seite über die Messung der Auflösung von Scannern finden wir eine Auflösungstabelle, aus der wir für das Element 6.4 einen Wert von 4598 dpi und für das Element 6.5 einen Wert von 5161 dpi ablesen können. Als Mittelwert ergibt sich aus diesen beiden Messwerten ein Wert von ungefähr 4900 dpi.

Interpretieren wir diesen Messwert: Wenn man ein Dia mit 10.000 ppi digitalisiert und effektiv nur 4900 ppi erhält so ist dies ein enttäuschender Wert. Schließlich erreicht der Scanner in der Praxis nicht einmal die Hälfte seines Nominalwertes. Vergleicht man das Messergebnis mit dem des Vorgängermodells Brau Multimag SlideScan 6000, so stellt man einen Zuwachs der effektiven Auflösung von 3900 ppi auf 4900 ppi fest. Das wiederum ist ein sehr bemerkenswerter Fortschritt. Vergleicht man die 4900 ppi mit der effektiven Auflösung anderer Filmscanner, so ist das ein Spitzenwert, auf den Braun Phototechnik stolz sein kann.

Braun Multimag SlideScan 7000 USAF

Was passiert, wenn wir das USAF-Target statt mit der nominellen Auflösung von 10.000 ppi nur mit der halben Auflösung von 5.000 ppi scannen? Das Ergebnis ist im nebenstehenden Bild dargestellt. Der innere Bereich des USAF-Targets wirkt im Vergleich zum vorigen 10.000 ppi Scan kleiner, da die Pixelzahl sowohl in horizontale als auch in vertikale Richtung halbiert ist. Dennoch erkennen wir die gleichen Elemente 6.5 bzw. 6.4 wie beim 10.000 ppi Scan. Wir ermitteln also auch bei einem 5000 ppi Scan eine effektive Auflösung von ca. 4900 ppi.

Interpretieren wir diesen Messwert: Wenn man bei einem Scan mit einer Nominalauflösung von 5000 ppi effektiv 4900 ppi erhält, so ist dies ein absoluter Spitzenwert, den nur sehr hochwertige Scanner erreichen. 4900 ppi ist im Vergleich zu anderen Scannern ebenfalls ein Spitzenwert. Jedoch gewinnt man die etwas enttäuschende Erkenntnis, dass der von Braun Phototechnik angegebene Nominalwert von 10.000 ppi ein reiner Marketingwert ist und mit der Realität nichts zu tun hat. Es macht keinen Sinn, eine Vorlage mit 10.000 ppi zu scannen, wenn man effektiv die gleichen Bildinformationen erhält wie bei einem 5000 ppi Scan. Daher sprechen wir auch in dem ganzen Testbericht beim Braun Multimag SlideScan 7000 nicht von einem 10.000 ppi Scanner sondern von einem 5000 ppi Scanner.

Der Braun Multimag SlideScan 7000 ist ein 5000 ppi Scanner, der effektiv ca. 4900 ppi Auflösung erzielt. Damit entspricht die Effektivauflösung sensationellen 98% der Nominalauflösung und absolut erreicht der Magazinscanner von Braun eine Spitzenposition in der Auflösungs-Hierarchie aller Filmscanner.

Also geben wir dem Hersteller Braun Phototechnik mal einen kleinen Negativpunkt, dass er den Multimag SlideScan 7000 als 10.000 ppi Scanner anbietet, obwohl es sich eigentlich um einen 5000 ppi Scanner handelt. Dafür gibt es einen dicken Pluspunkt für einen Effektivwert, der 98% des Nominalwertes erreicht, und für einen absoluten Effektivwert von 4900 ppi, der einen Spitzenwert in Sachen Auflösung bedeutet. Mit einer effektiven Auflösung von 4900 ppi bei nominellen 5000 ppi schlägt der Braun Multimag SlideScan 7000 auch seinen Konkurrenten Reflecta DigitDia 7000, der einen ähnlichen Effektivwert nur bei 10.000 ppi Nominalauflösung erreicht und somit sehr aufgeblähte Bilddateien mit über 75% doppelten Pixeln erzeugt. Der Braun Multimag SlideScan 7000 ist also in Sachen Auflösung sehr leistungsstark und ein Vorbild für andere Filmscanner.

Die Scangeschwindigkeit des Braun Multimag SlideScan 7000

Untersuchen wir als nächstes die Scangeschwindigkeit des Magazinscanners Braun Multimag SlideScan 7000. Manch einer mag sagen, dass die Scangeschwindigkeit bei einem voll automatischen Magazinscanner eigentlich keine Rolle spielt. Wenn man morgens ein Magazin in den Scanner einlegt ist es abends fertig, egal ob der Vorgang 5 Stunden oder 8 Stunden dauert. Das ist im Idealfall richtig, aber in der Praxis läuft eher selten ein Magazin voll automatisch durch sondern es bleibt ein paar Mal hängen, bis es komplett durch gescannt ist. Und dann spielt die Scanzeit doch eine Rolle. Wri haben den Braun Multimag SlideScan 7000 an einem Windows 10 Rechner mit Core i7 Prozessor und 16 GB Hauptspeicher über die USB 2.0 Schnittstelle angeschlossen und folgende Scanzeiten mit der Hersteller-eigenen Scansoftware CyberView gemessen:

Vorgang mit CyberView X ohne MagicTouch mit MagicTouch
Vorschau eines Dias 0:30 min -
Scan eines Dias mit 2500 ppi 1:28 min 3:05 min
Scan eines Dias mit 5000 ppi 3:08 min 5:15 min
Scan eines Dias mit 10.000 ppi 3:52 min 5:49 min
Scan 100er Dia-Magazin 5.000 ppi 5:35 Stunden 8:42 Stunden

Die Werte für Scans mit 10.000 ppi haben wir nur der Vollständigkeit halber gemessen. Da es beim Braun Multimag SlideScan 7000 überhaupt keinen Sinn macht, mit 10.000 ppi zu scannen, sind die Zeitwerte bei dieser Auflösung irrelevant. Schauen wir uns also die wichtigen Werte für Scans mit 5000 ppi an. Ein 5000 ppi Scan dauert etwas mehr als 3 Minuten. Da man jedoch normalerweise mit eingeschalteter Staub- und Kratzerkorrektur MagicTouch arbeitet, ist die gemessene Zeit von 5:15 Minuten für einen 5000 ppi Scan der Richtwert. Nimmt man als Faustregel also 5 Minuten pro Scan, so ist dies doch eine sehr lange Zeit, bis man nach dem Starten des Scanners ein Digitalbild im Rechner hat. Und diese Zeit kann sich noch erhöhen, wenn man in der Scansoftware weitere Filter einschaltet.

Erstaunlich ist, dass sich die Scanzeiten im Vergleich zum Vorgängermodell Braun Multimag SlideScan 6000 vergrößert haben, d.h. der neue Multimag SlideScan 7000 ist langsamer als sein Vorgänger. Dafür liefert er aber eine deutlich höhere Effektivauflösung.

Insgesamt ist der Braun Multimag SlideScan 7000 also eher ein langsamer Scanner. Wer ein Magazin mit 100 Bildern im Stapelbetrieb scannen möchte, muss in der Tat mit einem ganzen Tag Arbeit für den Scanner bzw. den Rechner rechnen. Ein paar Mal muss man zwischendurch neu starten, wenn sich die Dias verhaken oder verklemmen, aber am Abend dürfte ein Magazin gescannt sein. Schnell ist das in der Tat nicht, aber dafür läuft der Stapelscan-Vorgang weit gehendst voll automatisch ab.

Gewährleistung

Braun Phototechnik beschränkt die Gewährleistung für den Multimag SlideScan 7000 auf 20000 Scan-Vorgänge. Ein Scan-Vorgang kann ein Index-Scan, ein Vorscan oder ein Hauptscan sein. Wählt man in der Scan-Software für den Hauptscan die Option Mehrfachbelichtung (Multi-Exposure) aus, so wird das eingelegte Bild zwei Mal abgetastet und der Scan-Zähler erhöht sich entsprechend um 2. Gleiches gilt für Mehrfachscans. Im Herbst 2018 wurde diese Gewährleistungs-Beschränkung durch Braun Phototechnik aufgehoben.

Zusammenfassung, Fazit

Der Braun Multimag SlideScan 7000 setzt sich dank seiner hohen Auflösung und dank seiner hohen Effektivauflösung an die Spitze der Kleinbild-Filmscanner. Er ist ein Spezialist für die Digitalisierung von großen Mengen gerahmter Kleinbild-Dias direkt aus dem Magazin heraus. Kein anderer Magazinscanner kann ihm dabei das Wasser reichen.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis Filmscanner-Testberichte

High-End Scan-Service