Testbericht Reflecta Diascanner DigitDia 5000

Im Dezember des Jahres 2006 brachte reflecta den Magazinscanner DigitDia 5000 auf den Markt. Es ist der Nachfolger des reflecta DigitDia 4000, der zwei Jahre lang auf dem Markt war. Der DigitDia 5000 verkörpert bereits die dritte Generation von Magazin-Diascannern, die seit dem Jahr 2003 auf dem Markt erhältlich sind.


In unserem Filmscanner-Shop sind sämtliche Reflecta Filmscanner ab Lager sofort lieferbar.

Als im Dezember 2004 der erste DigitDia 3600 durch die zweite Generation DigitDia 4000 abgelöst wurde, war der Unterschied zwischen den Geräten gigantisch: Im DigitDia 4000 wurde das automatische Staub- und Kratzerentfernungsverfahren ICE integriert, was bereits zum damaligen Zeitpunkt Standard im Bereich der gehobeneren Filmscanner war. Dieser DigitDia 4000 hat sich in den zwei Jahren sehr gut bewährt; Millionen von Dias wurden weltweit mit solchen Geräten in digitale Form gebracht. Der DigitDia5000 ist nun eine Weiterentwicklung dieses bewährten Modelles. Die Änderungen gegenüber dem Vorgängermodell sind im Wesentlichen eine schnellere und stabilere USB 2.0 Schnittstelle, der Wegfall der Firewire-Schnittstelle und eine schnellere Scan-Geschwindigkeit.

Beim Übergang vom DigitDia 3600 zum DigitDia 4000 wurde dank der ICE Staub- und Kratzerkorrektur eine drastische Verbesserung der Bildqualität erreicht. Beim Übergang vom DigitDia 4000 zum DigitDia 5000 wurde nun eine Erhöhung der Scan-Geschwindigkeit erreicht. Die erste Änderung war bahnbrechend und veranlasste viele Nutzer zu einem Neukauf, um bereits gescannte Bilder noch einmal in deutlich höherer Qualität zu scannen. Die Geschwindigkeitssteigerung im DigitDia 5000 ist "nice to have", d.h. der Scanvorgang geht schneller vonstatten, aber am Resultat ändert sich nichts; Wohl auch aus diesem Grund spricht reflecta nicht von einer Neuentwicklung, sondern von einer konsequenten Weiterentwicklung eines bewährten Diascanners.

Der Reflecta DigitDia 5000 ist seit Dezember 2013 nicht mehr lieferbar. Sein Nachfolger ist der Reflecta DigitDia 6000.

Ausstattung, Zubehör und Leistungsdaten des Diascanners

Wer einen DigitDia 5000 auspackt und zuvor schon einen DigitDia 3600 oder einen DigitDia 4000 in den Händen hatte, wird außer dem Schriftzug äußerlich keinen Unterschied entdecken. Das Gehäuse ist praktisch identisch geblieben. Gegenüber dem Erstmodell DigitDia 3600 kam im Innern ein Infrarotstrahl hinzu, um hardwarebasierte Staub- und Kratzerentfernung (ICE, iSRD) möglich zu machen. Gegenüber dem DigitDia 4000 hat sich an der Scangeschwindigkeit etwas verbessert, also auch keine äußerliche Änderung. Doch halt!!! Etwas fehlt mir am neuen DigitDia 5000 an der Rückseite - die hatte ich anders in Erinnerung, da waren doch mehr Schnittstellenbuchsen, oder? Richtig, es fehlt nämlich die Firewire IEEE-1394 Schnittstelle. Den DigitDia 4000 konnte man sowohl über USB- als auch IEEE1394-Schnittstelle an den Rechner anschließen; jetzt gibts nur noch USB-Anschluss. Die meisten Anwender wird dies nicht weiter kümmern, da dank USB 2.0 die Firewire-Schnittstelle immer mehr ins Hintertreffen gerät. Wer wie ich jedoch einen Firewire-Anschluss an seinem Rechner zur Verfügung hat, schließt einen Scanner gerne an diesen an. Somit spare ich nämlich einen USB-Slot, die mir ohnehin immer zu knapp sind.

Ein Neuling, der seinen DigitDia 5000 auspackt, meint zunächst, er hätte einen ganz normalen Diaprojektor vor sich; das Design und die Bedienknöpfe scheinen altbekannt zu sein; Aber ein solcher Projektor müsste an der Vorderseite noch ein Objektiv haben, und genau dieses fehlt bei einem Scanner. Man erkennt schnell, dass der DigitDia 5000 im Prinzip nichts anderes ist als ein Dia-Projektor, der halt anstatt eines Objektives an der Vorderseite einen CCD-Sensor dahinter hat und das Bild nicht auf eine Wand sondern auf den Chip projiziert. Den ganzen Aufbau des Gerätes und die Mechanik kenne ich jedoch in der Tat von einem Projektor her. Da die Diaprojektortechnik, vor allem was den Transport unterschiedlicher Magazine betrifft, schon Zig Jahre alt ist und von reflecta seit jeher angeboten wird, darf man erwarten, dass es in dieser Hinsicht beim Betrieb des Gerätes zu keinen Problemen kommt.

Während sich ein Dia-Projektor mit einem Strom-Anschluss begnügt, muss ein Dia-Scanner noch an den Computer angeschlossen werden. Dies geschieht per USB-Schnittstelle. Das Anschlusskabel ist im Standard-Lieferumfang enthalten. Der Scanner hat an seiner Rückseite einen USB 2.0 Anschluss; Natürlich kann man den Scanner auch an eine USB 1.1 Schnittstelle anschließen, jedoch werden beim Scannen von Dias so enorme Datenmengen über das USB-Kabel übertragen, dass man mit erheblichen Geschwindigkeitseinbußen rechnen muss, wenn man die Kabelverbindung zum Nadelöhr macht. Ich persönlich trauere der fehlenden Firewire-Schnittstelle schon etwas nach, wenngleich ich mit USB genauso gut zurecht komme. Ein Vorteil hat diese Funktionsreduzierung: Bei den früheren Modellen gab es einen Schalter zum Umschalten zwischen USB- und Firewire-Betrieb. Bei vielen Anwendern führte die falsche Schalterstellung zu einer totalen Betriebsverweigung des Scanners, und ein harmloses Umschalten beendete eine zum Teil stundenlange Fehlersuche; diese Zeiten sind mit dem DigitDia 5000 vorbei.

Im Lieferumfang sind ferner ein 100er CS-Magazin enthalten. Wer seine Dias ordentlich in cs-Magazinen oder Universalmagazinen gelagert hat, braucht dieses sicher nicht. Aber es soll auch Der Reflecta DigitDia 5000 mit geschlossenem Magazinschacht Anwender geben, die ihre Dias in Archivhüllen aufbewahrt haben; diese benötigen unbedingt ein Magazin zum Einsortieren ihrer Dias. Ein Universalmagazin würde da allerdings bessere Dienste leisten. Außerdem benötigt man dann doch wenigstens zwei Magazine, damit man eines befüllen kann, während sich das andere gerade im Scanner befindet. Diamagazine sind heutzutage jedoch preisgünstiges Zubehör, und das Einsortieren in Universalmagazine geht recht schnell vonstatten.

Als Software bekommt man die Reflecta eigene Scan-Software CyberView und die gute Bildbearbeitungs-Software Adobe® Photoshop® Elements in der alten Version 3; das Update zur aktuellen Version muss man sich extra kaufen. In einem einzigen Paket erhält man also alles vom Diascanner mit Anschlusskabeln bis zur Scan-, Bildbearbeitungs- und Archivierungssoftware. Damit kann man loslegen und arbeiten. Auch eine kurze Bedienungsanleitung zur CyberView gehört zum Lieferumfang; diese ist aber so knapp gehalten, dass man sie eigentlich eher als Einführungsblatt bezeichnen sollte. Zum Gerät selbst gibt es keine eigene Bedienungsanleitung; es gibt zwar nicht viel zu erklären, aber eigentlich erwartet man das, wenn man sich ein so teures Gerät kauft.

Die meisten sich auf dem Markt befindlichen Filmscanner decken ein riesiges Portfolio an scannbarem Filmmaterial ab: Gerahmte KB-Dias und Filmstreifen gehören zum Standard-Programm; so manches Gerät digitalisiert auch ganze Filmrollen, APS-Filme, lose KB-Negative oder sogar Mittelformat-Bilder. Der Reflecta DigitDia 5000 ist ein reiner Dia-Scanner, der einzig und allein gerahmte Kleinbild-Dias digitalisieren kann. Selbstverständlich können auch gerahmte KB-Negative oder Schwarz-Weiß-Bilder gescannt werden, wenn diese in herkömmlichen Diarahmen stecken, allerdings nicht im gemischten Betrieb mit Positiven. Im Gegensatz zu den meisten Universal-Film-Scannern ist der Reflecta DigitDia also ein richtiges Spezialgerät. Und so mancher Fotograf wird noch einen zweiten Film-Scanner benötigen, um seine Negativstreifen vor der Dia-Zeit in digitale Form zu bringen. Wer außer gerahmten KB-Dias noch größere Mengen an Filmstreifen hat, muss diese also entweder rahmen, sich einen Filmstreifen-Scanner zulegen oder einen Scan-Service beauftragen.

Der DigitDia 5000 kann laut Reflecta praktisch jedes Dia-Magazin verarbeiten: Mit CS-Magazinen, LKM-Magazinen, Paximat-Magazinen und Universalmagazinen nach DIN 108 sind weit über 90% des Marktes abgedeckt. Wie es sich mit den einzelnen Magazintypen in der Praxis verhält, werden wir weiter unten im Testbericht sehen. Führt man in den DigitDia 5000 ein voll besetztes langes CS-Magazin oder ein 100er Paximat-Rundmagazin ein, so scannt der Diascanner 100 Dias im Stapelbetrieb ein - genügend Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang oder einen guten Film.

Der Diascanner bietet eine optische Auflösung von 3600 dpi (Hersteller-Angabe) mit einer Farbtiefe von 48 Bit, was 65.536 Farbtönen pro Farbkanal (rot, grün, blau) entspricht. Diese Zahl bedeutet lediglich, dass die Scan-Software in der Lage ist, 48 Bit-Dateien abzuspeichern. Wie viele Farbtöne dann tatsächlich vorhanden sind, ist eine ganz andere Geschichte. Als Maximaldichte gibt Reflecta einen Wert von 3,8 an. Diese Zahl ist hoch und lässt gute Schattierungen erwarten. Dass all diese theoretischen Angaben in der Praxis nicht erreicht werden, ist wie bei allen anderen Scannern auch zu erwarten (siehe meine anderen Testberichte).

Gescannt werden kann ein Dia mit einer maximalen Bildfläche von 37,5 x 37,5 mm; Ein Kleinbild hat bekanntlich eine Fläche von 36 x 24 mm. Beim Stapel-Scannen werden Hochformatbilder automatisch erkannt und entsprechend gedreht. Mit der maximalen Bildfläche können auch quadratische Bildformate mit 40x40 mm (Vollformate) fast komplett eingescannt werden. An einer solchen Aufgabe scheitert fast jeder Universal-Filmscanner; In dieser Beziehung ist der DigitDia 5000 derzeit einzigartig und bekommt ein dickes Plus von mir. Ebenso kann der DigitDia 5000 Halbformate oder Miniformate verarbeiten, wenn diese in einem ganz normalen 5x5 cm Diarahmen stecken. Zum Scannen solcher Spezialformate wird einfach der Scanbereich entsprechend verkleinert und die automatische Formaterkennung abgeschaltet.

Installation und Inbetriebnahme des DigitDia

Die Installation des DigitDia 5000 läuft wie bei allen Scannern ab: Zuerst muss man die Software installieren, d.h. CD einlegen, einige Male bestätigen und abschließend den Rechner neu starten. Dann erst schließt man den Scanner an den Rechner an und schaltet den Scanner ein. Die meisten Anwender kaufen ihren DigitDia mit der Scan-Software SilverFast; in diesem Falle führt man die Installation direkt mit der SilverFast-CD durch:

Wer seinen DigitDia 5000 mit der SilverFast Scan-Software kauft, braucht nicht die hauseigene CyberView-Software zuerst installieren. Es genügt die alleinige Installation von SilverFast ehe man den Scanner an den Rechner anschließt. SilverFast ist also wie CyberView Treibersoftware und Scansoftware zugleich.

Jetzt kann man rein theoretisch loslegen; zumindest kann man jetzt die Scan-Software starten. Aber zuvor muss man noch herausfinden, wie man ein Diamagazin in den Scanner einführt. Es ist im Prinzip ganz einfach: Der Transportschieber, der einem beim Auspacken gerne entgegen fährt, muss Mit dem senkrechten Einschub kann einerseits das aktuelle Bild betrachtet werden, andererseits ein Einzeldia in den Scanner eingeführt werden. ganz in das Gerät eingeschoben sein. Dann führt man von links das Diamagazin bis zum Anschlag am Schieber. Das war's. Bei Rundmagazinen ist die Sache etwas komplizierter, da ist mehr Fingerspitzengefühl notwendig. Wer seine Rundmagazine jedoch schon in normale Diaprojektoren eingesetzt hat, dürfte mit dem Reflecta DigitDia 5000 auch keine Probleme haben.

Bevor man die ersten Scans macht, überzeugt man sich am Besten erst einmal von der Transporttechnik, indem man die Vor- und Zurück-Tasten an der Scanner-Vorderseite ein paar Mal bedient. Ich habe es mir sogar angewöhnt, bei jedem Magazin erst einmal ein paar Bilder vorwärts und dann wieder zurück zu fahren, um mich zu überzeugen, dass der Diascanner mit meinem Magazintyp und meinen Rähmchen zurecht kommt.

Nach der erfolgreichen Installation empfehle ich einem jeden eine ausführliche Testphase und Einarbeitungsphase zu starten ehe man mit den Serienscans beginnt. Zuerst sollte man sich mit den Einstellungsmöglichkeiten in seiner Scansoftware vertraut machen und die für sich optimalen Einstellungen finden und abspeichern. Viele Anwender machen den Fehler, sich so ein Gerät zu kaufen und gleich mit Scannen loszulegen. In der Tat sind dann am ersten Tag schon die ersten 300 Dias gescannt und man freut sich über einen schnellen großen Fortschritt. Oftmals kommt dann nach 20 Magazinen erst die Erkenntnis, dass sich durch Aktivieren der einen oder anderen Funktion in der Scan-Software eine viel bessere Bildqualität erzielen lässt; dann geht die Scannerei von vorne los. Also lieber zunächst einige Tage oder Wochen mit dem Scanner und der Software anhand einiger weniger ausgewählter Bilder experimentieren ehe man mit der großen Serienarbeit beginnt.

Scannen von KB-Dias mit unterschiedlichen Magazin-Typen

Wie oben schon erwähnt ist der Reflecta DigitDia 5000 ein reiner Dia-Scanner, also ein Spezialgerät, das außer gerahmten Kleinbild-Dias keine weiteren Filmformate verarbeiten kann. Im Bereich der KB-Dias bietet der Reflecta jedoch eine breite Palette von Magazintypen und zugehörigen Diarahmen an, die in den Scanner eingeführt werden können:

  • Reflecta CS-Magazine für 40 oder 100 CS-Rahmen
  • Universalmagazine nach DIN 108 für 36 oder 50 KB-Dias
  • Paximat 36/36S, 50/50S und Rundmagazine 100/100S
  • Paximat Multimag Kompakt-Magazin 50
  • LKM-Magazine

Damit deckt der Reflecta DigitDia 5000 weit über 90% des Marktes ab und eigentlich sollte ein jeder seine Diasammlung mit diesem Gerät digitalisieren können. Der Transport bei Dia-Magazinen erfolgt genau gleich wie bei einem Dia-Projektor: Der Transport-Schieber führt ein Dia in den Scanner und das Der Reflecta DigitDia 5000 verarbeitet unterschiedliche Magazin-Typen. Gegenstück des Schiebers zieht es wieder heraus; gleichzeitig bewegt er bei jedem Vor- und Zurück das eingelegte Magazin um ein Bild weiter.

Wen wundert es, dass der Transport mit hauseigenen CS-Magazinen am Besten funktioniert? In der Tat kann der DigitDia5000 ein ganzes CS-Magazin mit 100 Bildern im Stapelbetrieb scannen. Allerdings habe ich es nur ein einziges Mal geschafft, dass ein ganzes Magazin ohne Probleme durch lief. Im Durchschnitt hatte ich bei einem CS-Magazin einen Aussetzer, so dass ich ein 100er Magazin immer in zwei Schüben scannen musste. Ich bin mir bewusst, dass die Anzahl der von mir gescannten CS-Magazine zu gering ist, um eine statistische Aussage mit kleiner Varianz wiederzugeben. Mit einer einzigen Unterbrechung bei 100 Bildern kann man jedoch leben. Ärgerlich war ein Stau eigentlich immer nur dann, wenn man den Scanner für fünf Stunden alleine ließ, um dann festzustellen, dass er bereits beim fünften Bild streikte, also am Besten immer mal wieder vorbeischauen ob der Scanner noch arbeitet.

Ich glaube, es verwundert auch niemanden weiter, wenn ich nun sage, dass es mit den anderen Magazintypen mehr Transportprobleme gab. Während ich mit LKM-Magazinen noch ganz gut zurecht kam, hatte ich mit Universalmagazinen öfters Probleme. Dies liegt jedoch nicht am Magazin selbst sondern an der Art der Dias; Probleme gibt es zum Beispiel bei heterogenen Diamischungen aus sehr dünnen Papprahmen und sehr dicken Glasdias und auch bei vollverglasten Dias; da blieb der Scanner öfters mal hängen.

Auch bei LKM-Magazinen ließ ich den Reflecta DigitDia ungerne für längere Zeit alleine. Hier war so alle Viertelstunde ein Nachschauen angesagt. Erstaunlich gut liefen meine Tests mit Paximat Rundmagazinen. Ich hätte eigentlich eher bei solchen Apparaten Störungen und Probleme erwartet, aber der Transportschieber kam mit meinen Rundmagazinen besser zurecht als mit Universalmagazinen und LKM-Magazinen. Vielleicht liegt es daran, dass in Paximat-Rundmagazinen die Dias sicher zwischen breiten Plastikwänden aufbewahrt sind. Die Ausfallsquote bei Rundmagazinen lag bei mir in der Größenordnung von CS-Magazinen.

Der Reflecta DigitDia mit eingelegtem Paximat Rundmagazin

Ein tolles Features vom Reflecta DigitDia ist übrigens der Dia-Lift: Über eine Auswurftaste wird das aktuell eingelegte Dia nach oben geschoben, so dass man sich überzeugen kann, dass gerade das richtige Dia gescannt wird. Der Dia-Lift dient jedoch in erster Linie dazu, einzelne Dias in den Scanner einzuführen, denn das heraufgehobene Dia lässt sich bequem entnehmen und durch ein anderes ersetzen. Selbstverständlich kann man auch den leeren Diahalter ausfahren, um ein Einzel-Dia einzulegen. Auch speziell gerahmte Dias, z.B. pappgerahmte Dias, lassen sich mit dem Dia-Lift in den Scanner einführen.

Das Digitalisieren von CS-Magazinen funktioniert also sehr gut, genauso wie das Verarbeiten von Paximat Rundmagazinen. Bei Universalmagazinen hängt der reibungslose Betrieb vom Inhalt ab. Wo liegen nun die Grenzen eines Reflecta DigitDia 5000? Natürlich gibt es Diarahmen und Diasammlungen, die keinem System und keiner Norm entsprechen. An die Grenzen des Gerätes stößt aber auch derjenige, der pappgerahmte Dias hat. Wer viel mit Kodachrome fotografiert hat, sollte an den DigitDia 5000 gar nicht erst denken. Bei Kodachromes scheitert auch das normale ICE-Verfahren, siehe unsere Webseite über Kodachrome-Dias.

Auch wer vollglasgerahmte Dias hat, sollte sein Glück mit dem Reflecta DigitDia 5000 gar nicht erst probieren, vor allem wenn der gesamte Diarahmen aus Glas besteht, das Dia also eine Dicke von ca. 3 mm hat; Generell lässt sich sagen, dass der Reflecta Probleme bekommt, wenn die Dias sehr dick oder sehr dünn werden. Am Besten kommt das Gerät mit einer Rahmenstaerke zwischen 1,5 und 2,5 mm zurecht.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass der DigitDia 5000 zwar weitgehend selbständig ganze Magazine einscannt. Aber das Scannen einer Diasammlung in guter Qualität ist keine Angelegenheit, die man in ein paar Wochen so nebenbei erledigt. Die Einarbeitung in die Scan-Software, die Fehlersuche und das permanente Überwachen des Scan-Status verschlingt eine ganz ordentliche Menge Zeit, und man darf sich nicht schnell entmutigen lassen, wenn der Transport immer wieder hängen bleibt.

Abschließend sei noch ein nettes kleines Feature des Reflecta DigitDia erwähnt: An der Gehäuse-Vorderseite befindet sich ein Diabetrachter, in den sich ein einzelnes Dia einführen und durchleuchten lässt; Keine wesentliche Funktion, kann man aber immer wieder brauchen, zumal das Gerät ja ohnehin schon auf dem Schreibtisch steht.

Die Bildqualität des Reflecta DigitDia 5000

Ein wichtiger Hinweis vorab: An der Bildqualität hat sich beim DigitDia 5000 gegenüber dem Vorgängermodell nichts geändert; alle DigitDia 4000 Besitzer soll das beruhigen: ein Modellwechsel bringt nur ein schnelleres, aber kein besseres Scan-Ergebnis.

Der reflecta DigitDia 5000 ist mechanisch also ausgereift, wie die Tests mit unterschiedlichen Magazintypen im vorigen Kapiteln gezeigt haben; Aber das darf man von einer Firma, die seit Zig Jahren Diaprojektoren herstellt und verkauft, auch erwarten. Wenn jetzt noch die Bildqualität stimmt, haben wir ein gutes Gerät zum Digitalisieren großer Diasammlungen vor uns. Beginnen wir die Beurteilung der Bildqualität des DigitDia 5000 mit einem Auflösungstest mit Hilfe eines USAF-Testcharts.

Auflösungstest (identisch zu DigitDia 4000)

Ein Auflösungstest ergibt eine effektive Auflösung von 3100 dpi.

Das nebenstehende Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Scan des USAF-1951 Testtargets, und zwar die Hauptgruppen 2,3,4,5,6 und weitere nicht deutlich erkennbare im Innenbereich. Betrachten wir zunächst die horizontalen Balken, dann erkennen wir noch deutlich die drei schwarzen Balken auf dem Element 6.1. Gemäß unserer Auflösungstabelle entspricht dies einer Auflösung von 3250 dpi. Bei den vertikalen Balken dagegen ist bereits beim Element 5.6 Schluss; dies entspricht einer Auflösung von ungefähr 2900 dpi. Mitteln wir diese beiden Werte, so kommen wir auf eine ungefähre Auflösung von 3100 dpi.

Die Nennwerte des DigitDia 5000 versprechen eine optische Auflösung von 3600 dpi. Eine gemessene Auflösung von 3100 dpi bedeutet, dass der DigitDia in der Praxis 86% seiner Nennauflösung erreicht. Das ist ist ein guter Wert, wenn auch kein Spitzenwert. Die besten Filmscanner erreichen 95% - 100% ihrer Nominalauflösung; Flachbettscanner erreichen oft nicht einmal 50%. In der Praxis bedeutet die 3100 dpi Auflösung, dass der Scan eines Kleinbild-Dias nach dem Freischneiden des eigentlichen Bildes eine Bilddatei mit ungefähr 4400 x 2900 Pixeln liefert. Das sind ungefähr 13 Millionen Bildpunkte, also ausreichend für hochwertige Ausdrucke bis DIN A4 und etwas mehr. Profis werden sich mit dieser Auflösung sicher nicht zufrieden geben, zumal andere Filmscanner-Modelle 20 Megapixel und noch mehr liefern, aber für den Großteil der Hobbyfotografen reicht diese Auflösung völlig aus.

Scannen von Farbdias mit CyberView

Ein Scanner mit einer effektiven Auflösung von 3100 dpi, einer maximalen nominalen Dichte von 3,8 und ICE Staub- und Kratzerkorrekturverfahren sollte ganz ordentliche Scans liefern. Allerdings kann ich mich noch allzu gut erinnern, welche Probleme das Vor-Vorgängermodell DigitDia 3600 besonders in der Anfangsphase, als die Firmware und die Software noch nicht ganz ausgereift waren, hatte. Der DigitDia 5000 ist inzwischen in seiner dritten Generation, und im Laufe der Jahre sind viele Verbesserungen in die Scan-Software eingeflossen.

Dies merkt man beim Scannen mit der hauseigenen Scansoftware CyberView. Während die Bildqualität beim DigitDia 3600 anfangs eher bescheiden war, ist sie beim DigitDia 5000 akzeptabel, wenngleich ich an der von reflecta angegebenen Maximaldichte von 3,8 stark zweifeln mag, denn insbesondere in dunklen Schattenpartien merkt man, dass man nicht ausreichend Tonwertabstufungen hat. Ähnliches gilt, wenn auch nicht so stark, in ganz hellen Bildpartien. Wer jedoch eine kontrastreiche Tageslichtaufnahme digitalisiert, erhält einen ordentliches Bild, vor allem wenn man noch eine anschließende Tonwertkorrektur in Photoshop® durchführt.

Und an dieser Stelle wurde schon nebenbei auch das Hauptmanko der CyberView-Software angedeutet. cyberView bietet zwar das ein oder andere Feature zur Bildbearbeitung an, jedoch helfen diese im Stapelbetrieb wenig, so dass man um eine aufwändige Photoshop®-Nachbearbeitung nicht vorbei kommt. Auch bei normalen, kontrastreichen Vorlagen ist zumeist eine leichte Nachbearbeitung notwendig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten. Während das Scannen also bequem und automatisch vonstatten geht, ist die anschließende Bildbearbeitung eher aufwändig und zeitraubend.

Immerhin nimmt einem CyberView eine wesentliche Arbeit ab: Es erkennt sehr gut, ob Bilder im Magazin quer oder hochkant eingelegt sind, so dass man weder vor dem Scannen die Bilder im Magazin drehen noch nach dem Scannen Bilder rotieren muss. Das ist ein nennenswertes Feature, zumal auch großformatige 36x36 Dias erkannt werden.

Scannen von SW-Bildern und Negativen mit CyberView

99% aller DigitDia-Käufer scannen mit ihrem Gerät große Mengen von Dias in Magazinen ein. Allerdings kommt der DigitDia nicht nur mit Positiven sondern auch mit Negativen und Schwarz-Weiß-Bildern zurecht, vorausgesetzt sie sind in herkömmlichen Diarahmen gerahmt. Wer also seine Negative ebenfalls mit dem DigitDia 5000 digitalisieren möchte, muss nur seine Filmstreifen zerschneiden und ganz normal rahmen.

Aber ich empfehle keinem dies zu tun, denn CyberView kann zwar Schwarzweiß-Bilder sowie Negative scannen, die Ergebnisse sind jedoch eher bescheiden. Das stark betonte Filmkorn lässt sich zwar mit dem GEM Filmkornglättungsverfahren reduzieren, jedoch wird das Bild dadurch unschärfer, so dass in Photoshop® wieder eine Unscharfmaskierung durchgeführt werden muss. Vielmehr stören jedoch bei Negativen die schlechten Farben bei der standardmäßigen, generischen Farbprofil-Einstellung und bei SW-Bildern der zu geringe Tonwertumfang.

Nur mit einer sehr aufwändigen anschließenden Bildbearbeitung kann man aus den schlechten Scans noch einigermaßen akzeptable Ergebnisse erhalten. Dafür sind die Filmstreifen jetzt zerschnitten und können mit einem normalen Scanner nicht mehr bequem nachgescannt werden (dieser Wunsch kommt da schnell auf).

Scannen mit der SilverFast-Software

Wenn ich oben geschrieben habe, dass beim Scannen mit der herstellereigenen CyberView-Software jedes Bild nachbearbeitet werden muss, dann deutet dies stark auf ein fehlendes Farbmanagement-System hin. Ich kann nur immer wieder betonen, dass eine absolute Grundvoraussetzung zur Einschätzung der Farben eines Scans ein kalibrierter Bildschirm ist, siehe Seite Bildschirmkalibrierung. Damit wird gewährleistet, dass die Nachbearbeitung, die man im Bildbearbeitungsprogramm macht, das Bild und nicht eine fehlerhafte Monitoreinstellung korrigiert.

Wer seinen DigitDia 5000 mit der SilverFast-Software kauft, erhält zusätzlich ein IT-8 Kalibrierungs-Dia. Dabei handelt es sich um ein genormtes Farbdia mit zahlreichen Farbfeldern, das ganz normal gescannt wird. Da SilverFast anhand einer Referenztabelle weiß, welche Farben an welcher Stelle im Bild vorhanden sein müssen, kann es mit den gescannten Farben einen Vergleich machen und daraus ein Farbprofil berechnen, welches individuell für den angeschlossenen Scanner gilt. Dieses ICC-Profil korrigiert also Farbfehler des Scanners bei jedem zukünftigen Scan. Da jeder Scanner andere Farbfehler hat, bringt es übrigens nichts, sich ein solches Farbprofil von jemandem erstellen zu lassen; man muss die Korrektur bei seinem eigenen Scanner machen. Und da sich die Eigenschaften eines Scanners im Laufe der Zeit ändern, sollte man diese IT-8 Kalibrierung jede Woche oder jeden Monat einmal durchführen. Der Zeitaufwand dafür beträgt lediglich 5 Minuten.

Ist der DigitDia 5000 IT-8 kalibriert, wird auf der Festplatte eine Korrekturdatei (ein sogenanntes ICC-Profil) abgespeichert. Jedesmal, wenn SilverFast dann eine Scan-Datei erstellt, wird der Original-Scan hergenommen und anhand der Korrekturdatei überarbeitet. Abgespeichert wird dann ein bereits korrigiertes Bild, das auch originalgetreu angezeigt wird, wenn der Bildschirm richtig kalibriert ist.

Den geringen Zeitaufwand, den die Farbkalibrierung extra kostet, spart man sich jedoch vielfach beim nachfolgenden Scannen. Wer einen IT-8 kalibrierten Scan in Photoshop® lädt und eine Autotonwertkorrektur durchführt, erkennt, dass in den meisten Fällen nichts passiert, d.h. Photoshop® hat nichts zu tun; die Farben stimmen praktisch von vornherein. Man spart sich also ungemein viel Zeit dadurch, dass man nicht mehr jedes Bild nachbearbeiten muss. Eine Bildbearbeitung fällt also nicht mehr bei jedem Bild an, um die Scannerfehler zu korrigieren, sondern eigentlich nur noch, um Belichtungsfehler auszugleichen oder um Bilder mit schwachen Farben kontrastreicher zu machen.

Aber nicht nur dank IT-8 Farbkalibrierung sondern auch aufgrund besserer Bildverarbeitungsalgorithmen liefert SilverFast wesentlich bessere Scans als CyberView; man merkt halt, dass man mit einer Profisoftware arbeitet. SilverFast kommt auch mit Schwarz-Weiß-Vorlagen und mit Negativen viel besser zurecht als CyberView. Während ich mit CyberView sehr unzufriedenstellende Ergebnisse erhielt, ließen sich mit SilverFast dank des Negafix-Dialoges einigermaßen akzeptable Ergebnisse erzielen. Dennoch kann ich den DigitDia 5000 für Negative und S/W-Bilder nicht empfehlen, da gibt es wirklich bessere Alternativen auf dem Markt, zumal es äußerst aufwändig ist, Filmstreifen zu zerschneiden und zu rahmen. Ebenfalls abraten kann ich vom Digitalisieren von Kodachromes, da erstens die Farben nicht exakt übereinstimmen und zweitens ICE nicht sauber arbeitet.

Fazit zur Bildqualität

Bei kaum einem anderen Filmscanner merkt man einen solch großen Unterschied in der Bildqualität, wenn man anstatt der Hersteller eigenen Scan-Software die SilverFast Scan-Software verwendet. Gerade bei Massenscans, die man mit dem DigitDia 5000 üblicherweise macht, zahlt sich die IT-8 Farbkalibrierung aus, indem man wesentlich weniger Bildbearbeitung durchführen muss.

Natürlich muss ich an dieser Stelle noch loben, dass der DigitDia 5000 die ICE Staub- und Kratzerkorrektur hat. ICE macht seine Aufgabe hervorragend und die von Staub und Kratzern befreiten Scans sehen einfach viel besser aus als ohne. Während man in CyberView ICE nur ein- und ausschalten kann, bietet SilverFast dieselbe Funktion unter dem Namen iSRD (eigene Korrektur-Algorithmen) mit mehreren Einstellreglern an. Hier heißt es zu experimentieren bis man die optimale Einstellung gefunden hat. ICE bzw. iSRD ist jedoch kein Zaubermittel gegen groben Staub: Feine Staubpartikel und Härchen werden zwar wirkungsvoll wegretouchiert, gegen große Staubbrocken hat jedoch auch ICE keine Change. Da kann ich nur empfehlen, vor dem Einlegen eines Magazines dieses mit einem Anti-Staub-Spray von ganz großen Staubpartikeln und Fusseln zu befreien. Einfach vor dem Scannen eines Magazines einmal sorgfältig quer durch die Ritzen sprühen, dann wird grober Staub und Schmutz weggeblasen. Wichtig zu wissen ist, dass die automatische Staub- und Kratzerentfernung ICE bzw. iSRD nur bei Farbbildern funktioniert. Wer unter seinen Dias auch Schwarz-Weiß-Bildern einsortiert hat, erhält katastrophale Ergebnisse.

Der DigitDia 5000 unterstützt auch die automatischen Bildkorrekturverfahren GEM und ROC. GEM führt eine Filmkornglättung durch, RoC bewirkt eine automatische Farbrestaurierung. Beide Algorithmen sind effektiv und mächtig; allerdings passt eine einmal gemacht Einstellung nicht immer auf sämtliche Bilder in einem Magazin. Mit diesen Funktionen heißt es also vorsichtig umzugehen und gegegenenfalls einzelne Dias separat zu scannen mit individuellen Einstellungen.

Als Fazit kann ich festhalten, dass der reflecta DigitDia 5000 eine gute Bildqualität liefert, wenn man ihn mit der SilverFast Scan-Software betreibt. Allerdings beschränke ich diese Aussage auf Positive; von S/W-Scans und Negativ-Scans rate ich eher ab.

Die Scangeschwindigkeit des reflecta DigitDia 5000

Der reflecta DigitDia 5000 ist ein Magazinscanner, der dazu da ist, große Serien von gerahmten Kleinbilddias im Stapelbetrieb zu scannen. Bei einem solchen Gerät spielt die Scanzeit meiner Meinung nach keine so große Rolle wie bei einem Filmscanner, der Einzelbilder oder kleine Filmstreifen digitalisiert, denn wer ein 100er Magazin auf einmal scannen lässt, der muss seine Zeit ohnehin für eine anderweitige Tätigkeit nebenher nutzen. Dennoch macht es natürlich einen Unterschied, ob ein Magazin mit 100 Dias in 3 Stunden, 5 Stunden oder gar 10 Stunden durchläuft.

Die folgenden Zeitmessungen habe ich im Stapelbetrieb mit normalen gerahmten CS-Dias ermittelt. Angeschlossen war der DigitDia 5000 via USB-2.0 Schnittstelle an einen Rechner mit Dual Core 2,13 GHz Prozessor und 2 Gigabyte Hauptspeicher.

Vorgang Dauer
Vorschau eines Dias 0:36 min
Scan eines Dias mit 3600 dpi ohne ICE ohne weitere Filter 2:20 min
Scan eines Dias mit 3600 dpi und ICE ohne weitere Filter 3:02 min
Scan 100er Dia-Magazin 3600 dpi und ICE ohne weitere Filter 5h 3 min

Die Vorschau eines einzelnen Dias ist in gut einer halben Minute gemacht. Vergleicht man den Zeitwert mit demjenigen des Vorgängermodells DigitDia 4000, so erkennt man in der Tat eine Geschwindigkeitssteigerung um 20%. Üblicherweise scannt man Dias mit dem DigitDia5000 mit eingeschaltetem ICE Staub- und Kratzerkorrekturverfahren. Ein solcher Scan dauert wie die Tabelle zeigt ca. 3 Minuten. Ohne ICE gehts zwar um 40s schneller, aber dafür nimmt man große Abstriche in der Bildqualität in Kauf.

Vergleicht man die Dauer von 182 s für ein Dia mit derjenigen des Vorgängermodelles DigitDia 4000 (225 s), so erkennt man auch hier eine Geschwindigkeitssteigerung von ziemlich genau 20%. Auch wenn sich die Scandauer bei einem einzelnen Dia nur um ca. 40s verringert hat, so macht sich dieser Unterschied bei einem Magazin mit 100 CS-Rahmen doch in einer Zeitersparnis von weit über einer Stunde bemerkbar.

Dennoch kann man den DigitDia 5000 keineswegs als Sprinter bezeichnen; es gibt deutlich schnellere Filmscanner auf dem Markt. Vor allem wenn man noch weitere Filter in der Scan-Software einstellt, zum Beispiel die automatische Filmkornglättung GEM oder die automatische Farbrestaurierung ROC, erhöht sich die Scandauer signifikant und man erreicht schnell Werte von 5-10 Minuten pro Bild. Ein Magazin mit 100 Bildern kann dann bis zu einem vollen Tag Bearbeitungszeit benötigen.

Viel wichtiger als diese Zeitdauer ist jedoch die Frage, wie viele Bilder ohne Störung durch laufen. In der Praxis startet man nämlich den DigitDia mit einem vollen Magazin, beobachtet die ersten 10 Minuten ob alles gut geht und die Bildqualität stimmt, und macht dann im Stundentakt eine Kontrolle, ob der Scanner noch läuft oder hängen geblieben ist. Im zweiten Fall ist es natürlich ärgerlich, wenn der Scanner bereits nach 3 Bildern zum Stillstand gekommen ist.

Die mitgelieferte Software

Reflecta stattet den DigitDia 5000 mit einem guten Software-Paket aus, das sowohl auf einem PC als auch auf einem Mac installierbar ist:

  • Cyber View Scan-Software und Scanner-Treiber
  • Adobe® Photoshop® Elements 3

Es gibt heute praktisch keinen Filmscanner mehr, der nicht mit Adobe® Photoshop® Elements ausgeliefert wird. In der Tat sind es eher die extrem teuren Geräte, bei denen diese Software fehlt (wer solche Geräte kauft, besitzt ohnehin schon seine Bildbearbeitungssoftware). Für einen Neueinsteiger in die Materie des Dia-Scannens und der Bildbearbeitung ist Adobe® Photoshop® Elements das perfekte Programm. Das Programm ist bereits so umfangreich, dass man kaum glauben kann, dass es auch noch eine 10 mal teurere Vollversion von Photoshop® gibt. Allerdings gibt es nur die 3er-Version von Photoshop® Elements, das Update zur aktuellen Version muss man sich separat kaufen. Man erhält also eine Software, die schon mehrere Versionen weiter fortgeschritten ist, aber immerhin ist diese Software im Standard-Lieferumfang enthalten.

Mit Photoshop® Elements führt man Bildanpassungen nach dem Scannen durch. Dies können einfache Drehungen oder Spiegelungen, farbliche Veränderungen von Helligkeitskorrekturen bis zu detaillierten Tonwertkorrekturen oder auch aufwändige Filterungen mit Effekten, die das Bild fast bis zur Unkenntlichkeit manipulieren, sein.

Die Scan-Software Cyber View ist eine einfache Scansoftware, die jedoch nicht 100% intuitiv ist. Ein Einsteiger kommt zwar schnell damit zurecht, aber die Software bietet zu wenig Einstellmöglichkeiten und holt nicht das Maximum an Bildqualität aus dem Scanner heraus. Der Nachbearbeitungsaufwand für CyberView-Scans ist beträchtlich.

Optional gibt es den reflecta DigitDia 5000 mit der Scansoftware SilverFast. Welche Vorteile SilverFast gegenüber einer normalen Scan-Software hat, habe ich auf einer eigenen SilverFast-Webseite zusammengefasst. Mit SilverFast steigert man nicht nur die Bildqualität sondern man hat auch viel bessere Einstellmöglichkeiten zum Scannen. Besonders lobenswert ist die Handhabung des Stapelbetriebes: Man sagt der Software zum Beispiel: Scanne mir das aktuelle Magazin von Bild 73 bis 87 und speichere die Bilder als Florida_0073.jpg bis Florida_0087.jpg.

Jedoch hat auch SilverFast noch ein kleines Manko: Die automatische Formaterkennung funktioniert nicht immer einwandfrei. Entweder man muss das eine oder andere falsch erkannte Bild später noch einmal scannen oder man beschränkt sich gleich auf das Querformat und dreht die Hochkantbilder im Magazin vorher manuell. Auch ist SilverFast ziemlich umfangreich und erfordert mehr Einarbeitungszeit als CyberView. Dafür gibt es ein hervorragendes Buch von Tazz Tally, siehe die entsprechende Empfehlung auf unserer Literatur-Seite.

Nachtrag: Inzwischen ist Photoshop® Elements 3 nicht mehr im Lieferumfang enthalten.

Zusammenfassung, Fazit

Der Reflecta DigitDia 5000 ist ein Magazinscanner, der für große Mengen gerahmter KB-Dias in Diamagazinen geschaffen wurde. Beim Kauf eines solchen Gerätes sollte man sich zweier Dinge bewusst sein: Erstens benötigt man einige Wochen Einarbeitungszeit bis man mit Gerät und Software gut umgehen kann; zweitens kommt es beim Scannen immer wieder zu Unterbrechungen, insbesondere wenn dünne Papprähmchen oder dicke Glasrahmen gescannt werden sollen. Das automatische, voll autonome Scannen eines ganzen Magazines funktioniert also nur unter idealen Umständen.

Eine sehr gute, akzeptable Bildqualität erhält man nur, wenn man den Filmscanner mit der SilverFast Ai Scan-Software inklusive IT-8 Farbkalibrierung betreibt. Für Negative, Kodachromes und Schwarz-Weiß-Bilder ist der DigitDia 5000 weniger geeignet. Die Scan-Geschwindigkeit wurde gegenüber dem Vorgängermodell um 20% gesteigert, spielt aber bei einem Magazinscanner eine eher untergeordnete Rolle.

FAQ-Seite Reflecta DigitDia

Haben Sie weitere Fragen zum Reflecta DigitDia? Auf unserer FAQ-Seite DigitDia finden Sie zahlreiche Fragen mit Antworten und Probleme mit Lösungen.

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